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Gutenpaaren

Gutenpaaren ist ein Gemeindeteil von Zachow, einem Ortsteil der Stadt Ketzin/Havel im Landkreis Havelland in Brandenburg. Bis zur Eingemeindung nach Zachow im Juli 1950 war Gutenpaaren eine eigenständige Gemeinde.

Gutenpaaren
Koordinaten: 52° 28′ 40″ N, 12° 45′ 48″ O
Höhe: 37 m ü. NHN
Fläche: 2,37 km²
Einwohner: 364 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 154 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Eingemeindet nach: Zachow
Postleitzahl: 14669
Vorwahl: 033233
Dorfkirche Gutenpaaren
Dorfkirche Gutenpaaren

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Gutenpaaren liegt im südlichen Havelland, etwa fünf Kilometer westlich von Ketzin und 16 Kilometer Luftlinie nordöstlich der Stadt Brandenburg an der Havel. Umliegende Ortschaften sind der Ortsteile Wachow und Niebede der Stadt Nauen im Norden, Zachow im Osten sowie die im Landkreis Potsdam-Mittelmark liegenden Dörfer Schmergow und Deetz in der Gemeinde Groß Kreutz (Havel) im Südosten und Süden, Roskow im Westen und Päwesin im Nordwesten.

Gutenpaaren liegt an der Landesstraße 92 nach Ketzin. Südlich des Dorfes liegt der Trebelsee, der an dieser Stelle von der Havel durchflossen wird. Gutenpaaren und der Nachbarort Zachow sind heute baulich miteinander verschmolzen.

GeschichteBearbeiten

Das Straßendorf Gutenpaaren wurde erstmals im Jahr 1170 unter dem Namen Parne urkundlich erwähnt. Damit ist Gutenpaaren eine der ältesten Siedlungen im Havelland. Der Ortsname stammt aus dem slawischen und beschreibt eine Siedlung in einer sumpfigen Gegend. 1624 wurde der Ort als Guten Parnimb und 1805 als Guten Paaren erwähnt. Der Namenszusatz Guten- bezieht sich auf eine gute Qualität des Bodens in der Umgebung des Ortes und dient der Unterscheidung zu dem Potsdamer Gemeindeteil Paaren, der als Quaden Parnimb, also als Schlechtenpaaren bezeichnet wurde.[2]

Gutenpaaren entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Gutsdorf. Im Jahr 1326 kam es in den Besitz des Domstiftes Brandenburg, wurde allerdings kurz darauf von einigen Brüdern aus Nauen gekauft. Die neuen Besitzer ließen 1359 eine Dorfkirche errichten. Vermutlich ab dem 15. Jahrhundert war das Rittergut Gutenpaaren im Besitz der Adelsfamilie von Broesigke, 1767 wurde das Gut von Peter Graf von Golowkin gekauft. Ab 1804 gehörte das Dorf der Familie von Eckenbrecher. Im Jahr 1887 wurden die Dörfer Zachow und Gutenpaaren von einem Ziegeleibesitzer mit dem Namen Hornemann gekauft, dieser wollte damit die Ziegelerdevorkommen unter den Dörfern ausschöpfen.[3]

Laut der Topographisch-statistischen Übersicht des Regierungsbezirks Potsdam und der Stadt Berlin aus dem Jahr 1841 hatte Gutenpaaren in diesem Jahr 239 Einwohner und 31 Wohngebäude. Die Kirche ist eine Filialkirche der Dorfkirche Zachow.[4] Im Jahr 1886 wurde Gutenpaaren an das Straßennetz angeschlossen.

Gutenpaaren gehörte seit jeher zum Königreich Preußen und lag früher im Havelländischen Kreis. Ab dem 1. April 1817 gehörte Gutenpaaren im neu gebildeten Landkreis Westhavelland des Regierungsbezirks Potsdam in der Provinz Brandenburg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Gutenpaaren Teil der Sowjetischen Besatzungszone und später der DDR. Am 1. Juli 1950 wurde Gutenpaaren in das benachbarte Zachow eingegliedert. Bei der im Juli 1952 in der DDR durchgeführten Gebietsreform wurde die Gemeinde Zachow mit dem Ortsteil Gutenpaaren dem Kreis Nauen im Bezirk Potsdam zugeordnet. Nach der Wende wurde der Kreis Nauen in Landkreis Nauen umbenannt und schließlich aufgelöst, bei der Kreisreform im Dezember 1993 wurde Gutenpaaren dem neuen Landkreis Havelland zugeordnet. Am 26. Oktober 2003 wurde Zachow nach Ketzin eingemeindet und Gutenpaaren ein Gemeindeteil von Ketzin.[5]

DenkmaleBearbeiten

BW

Für Gutenpaaren sind in der Denkmalliste des Landes Brandenburg vier Baudenkmale geführt:[6]

  • Die Dorfkirche Gutenpaaren wurde im 14. Jahrhundert als Saalkirche aus Backstein errichtet, der Bau wurde 1356 eingeweiht. Das Hauptgebäude verfügt über eine polygonale Apsis und einen quadratischen Westturm. Der Turm mit Schweifhaube wurde vermutlich im 18. Jahrhundert ergänzt, 1863 wurde die Kirche gotisiert. Im Inneren verfügt die Kirche über ein dreijochiges Kreuzrippengewölbe auf Backsteinkonsolen. Die Westempore wurde beim Umbau der Kirche 1863 hinzugefügt. Die Orgel stammt aus dem 18. Jahrhundert, eine der Kirchenglocken ist auf das Jahr 1511 datiert.[7]
  • Das Herrenhaus Gutenpaaren in der Dorfstraße 27 wurde Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet. Es handelt sich um ein zweigeschossiges verputztes Fachwerkhaus mit Walm- und Satteldach. 1746 und 1810 wurde das Gebäude erweitert.[8] Seit 2005 steht das Haus unter Denkmalschutz.
  • Bei dem Gutshof Gutenpaaren in der Dorfstraße 22/23 handelt es sich um ein Wohngebäude mit zwei Stallungen. Es wurde um das Jahr 1800 von den damaligen Ortsbesitzern von Eckenbrecher errichtet. Der Gutshof ist zweigeschossig und in Ziegelbauweise errichtet. Seit 2005 steht das Haus unter Denkmalschutz, es ist jedoch in einem sehr schlechten Zustand.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung in Gutenpaaren von 1875 bis 1946[9]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 356 1925 324 1946 496
1890 305 1933 320
1910 384 1939 301

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gutenpaaren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis. In: geobasis-bb.de. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg, abgerufen am 22. Juli 2018.
  2. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. Alter – Herkunft – Bedeutung. be.bra Wissenschaft, Berlin 2005, S. 128.
  3. Detlef Tobian: Ortschronik für Zachow und Gutenpaaren, Stadt Ketzin/Havel, abgerufen am 22. Juli 2018.
  4. Topographisch-statistische Übersicht des Regierungsbezirks Potsdam und der Stadt Berlin. Verlag der Gander‘schen Buchhandlung, Berlin 1841, S. 129 (zlb.de).
  5. Gutenpaaren im Geschichtlichen Ortsverzeichnis. Abgerufen am 22. Juli 2018.
  6. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum: Denkmalliste des Landes Brandenburg: Landkreis Havelland (PDF; 997 kB), abgerufen am 22. Juli 2018
  7. Gerhard Vinken, Barbara Rimpel u. a. (Bearb.): Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2. Auflage, Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, Seite 454.
  8. , abgerufen am 22. Juli 2018.
  9. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Havelland. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Dezember 2006, abgerufen am 22. Juli 2018 (PDF; 331 KB).