Guillaume Dumanoir

französischer Komponist, Tanzmeister und Violinist

Guillaume Dumanoir (* 16. November 1615 in Paris; † 18. Mai 1697 ebenda) war ein französischer Violinist, Tanzmeister und Komponist des Barock.

LebenBearbeiten

Guillaume Dumanoir entstammte einer französischen Violinistenfamilie. 1636 war er Tanzmeister am königlichen Hof in Den Haag. Danach wurde er Mitglied der Bruderschaft Saint-Julien-des-Ménestriers und Violinist in der Chambre du Roi. Im Januar 1639 wurde er Mitglied der Grande-bande, den Vingt-quatre Violons du Roy, zwischen 1645 und 1656 war er ebenfalls Mitglied der Petite Écurie du roi. Er stand sowohl als Tänzer, wie auch als Violinist in den Opéra-ballets von Jean-Baptiste Lully auf der Bühne, obschon Dumanoir als einer der Widersacher Lullys galt. 1654 verkaufte er sein Amt bei der Grande-bande, wurde aber ab 1655 vom König als 25 Mitglied, d. h. als Leiter der Grande-bande wieder eingestellt.

1657 übernahm Dumanoir die Leitung der Bruderschaft Saint-Julien-des-Ménestriers, einer Zunft, in der sich seit 1331 traditionell Tanzmeister, Violinisten und allerlei Instrumentenspieler zusammenschlossen. Die Leiter der Zunft wurden als roi des violons bezeichnet. Als der König 1661 mehreren Tanzmeistern die Gründung einer eigenen Académie Royale de Danse gestattete, die unabhängig von den Ménestriers war, reichte Dumanoir nach mehrjährigem Streit 1663 eine 120 Seiten umfassende Schrift ein, die die Unzertrennbarkeit von Musik und Tanz mit einer Ehe verglich. Im Todesjahr Dumanoirs wurde das Amt des roi des violons abgeschafft.[1][2][3]

WerkeBearbeiten

In verschiedenen Manuskripten enthalten, zum Teil verschollen

  • 3 Branles, a 3
  • Branle et courante, a 4
  • Allemande et Sarabande, a 4, Charivari, a 5
  • 4 Instrumentalsuiten, a 5, darunter die „Suite du Ballet de Stockholm“

SchriftBearbeiten

  • Le mariage de la musique et de la dance : contenant la réponce au livre des treize prétendus académistes, touchant ces deux arts. Paris 1664

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. François-Joseph Fétis: Biographie universelle des musiciens et bibliographie génèrale de la musique (1861)
  2. Lebenslauf Dumanoirs auf Musicologie.org
  3. MGG, 2. Auflage Bd. 5, S. 1576