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Grunow (Grunow-Dammendorf)

Ortschaft im Landkreis Oder-Spree

Grunow (niedersorbisch Gruńow) ist ein Gemeindeteil[2] der amtsangehörigen Gemeinde Grunow-Dammendorf im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg. Der Ort gehört dem Amt Schlaubetal an und war bis zum 26. Oktober 2003 eine eigenständige Gemeinde.

Grunow
Koordinaten: 52° 9′ 22″ N, 14° 23′ 35″ O
Höhe: 72 m ü. NHN
Fläche: 20,27 km²
Einwohner: 356 (31. Dez. 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner/km²
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15299
Vorwahl: 033655
Dorfkirche Grunow
Dorfkirche Grunow

LageBearbeiten

Grunow liegt im Norden der Niederlausitz, etwa zehn Kilometer östlich der Kreisstadt Beeskow und 17 Kilometer westlich von Eisenhüttenstadt. Umliegende Ortschaften sind Mixdorf im Norden, der Ortsteil Schernsdorf der Gemeinde Siehdichum im Nordosten, Dammendorf im Südosten, die zur Stadt Friedland gehörenden Dörfer Oelsen im Süden und Reudnitz im Südwesten, die Beeskower Ortsteile Krügersdorf und Schneeberg im Westen sowie Merz im Nordwesten.

Das Dorf liegt an der Bundesstraße 246 zwischen Beeskow und Eisenhüttenstadt und der Landesstraße 435. Grunow hat einen Bahnhof an der westlich verlaufenden Bahnstrecke Cottbus–Frankfurt (Oder) und der dort abzweigenden Bahnstrecke Grunow–Königs Wusterhausen. Der Schienenverkehr nach Cottbus wurde jedoch 1996 eingestellt. Im Osten des Grunows schließt sich der Naturpark Schlaubetal an. Östlich des Ortes fließt die Demnitz.

GeschichteBearbeiten

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Angerdorf Grunow im Jahr 1387. Der Ortsname bedeutet in etwa „Ort an einer grünen Aue“. Dies lässt auf eine Ortsgründung durch Kolonisten zurückschließen, da diese Form des Ortsnamens während der Kolonisationszeit im 13. Jahrhundert sehr beliebt war, in Brandenburg kommen von dieser Bedeutung abgeleitete Ortsnamen sechsmal vor.[3]

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Grunow stark verwüstet. 1729 brannte das Dorf ab. Während des Siebenjährigen Krieges wurde Grunow von schwedischen Truppen besetzt, nach Kriegsende war Grunow, was vorher als „bestes Amtsdorf“ bezeichnet wurde, durch schwedische Kriegslasten überschuldet.[4] Im Jahr 1840 gab es in Grunow 40 Wohngebäude mit 232 Einwohnern.[5] Das Dorf war dem Ordensamt Friedland unterstellt. 1864 hatte Grunow 265 Einwohner.[6]

Ursprünglich gehörte die Gemeinde Grunow zum Landkreis Lübben in der preußischen Provinz Brandenburg. Am 1. Juli 1950 wurde der Ort in den neu gegründeten Landkreis Frankfurt (Oder) umgegliedert. Bei der DDR-Kreisreform vom 25. Juli 1952 wurde der Landkreis Frankfurt (Oder) wieder aufgelöst und Grunow kam zum Kreis Eisenhüttenstadt-Land im Bezirk Frankfurt (Oder). Nach der Wende wurde der Kreis Eisenhüttenstadt-Land in Landkreis Eisenhüttenstadt umbenannt und im Zuge der Kreisreform 1993 mit den Landkreisen Beeskow und Fürstenwalde zum Landkreis Oder-Spree vereinigt. Am 26. Oktober 2003 fusionierte die Gemeinde Grunow mit dem benachbarten Dammendorf zu der neuen Gemeinde Grunow-Dammendorf.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung in Grunow von 1875 bis 2002[7]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 319 1939 298 1981 372
1890 306 1946 437 1985 374
1910 311 1950 472 1989 355
1925 317 1964 439 1995 351
1933 327 1971 439 2002 355

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012: Vollständiges Ortslexikon. 33. überarb. und erw. Ausg., Walter de Gruyter, Berlin und Boston 2012, ISBN 978-3-11-027420-2, Online bei Google Books, S. 490
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Grunow-Dammendorf
  3. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin: Alter - Herkunft - Bedeutung. be.bra Wissenschaft, 2005, S. 70.
  4. Zur Geschichte Grunows. Gemeinde Grunow-Dammendorf, abgerufen am 15. September 2018.
  5. Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. O. Gustav Harnecker's Buchhandlung, Frankfurt a. O. 1844 Online bei Google Books, S. 168.
  6. Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. O. Verlag von Gustav Harnecker u. Co., 1867 Online bei Google Books, S. 196.
  7. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. (PDF; 331 kB) Landkreis Oder-Spree. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Dezember 2006, abgerufen am 15. September 2018.