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Der Grosse Rat des Kantons Wallis (französisch: Grand Conseil du canton du Valais) ist die gesetzgebende Behörde des Kantons Wallis.

Grosser Rat der Republik und des Kantons Wallis
Basisdaten
Sitz: Sitten
Legislaturperiode: 4 Jahre
Erste Sitzung: 1839
Abgeordnete: 130
Aktuelle Legislaturperiode
Letzte Wahl: 2017
Vorsitz: Diego Wellig
Website
www.vs.ch

AllgemeinesBearbeiten

Der Walliser Grosse Rat wurde 1839 geschaffen. Aufgrund der historischen Bedeutung der Zenden im früheren Landrat der Republik Wallis wurde die zenden- bzw. bezirksweise Wahl der Abgeordneten trotz unterschiedlicher Grösse der Wahlkreise beibehalten.

Zwischen 1839 und 1909 kam ein Grossratsmandat auf 1000 Bezirkseinwohner. Dieser Wert wurde bei den Grossratswahlen von 1913 auf 1100 Bewohner angehoben. Die Verkleinerung des Grossrates auf höchstens 130 Mitglieder erfolgte bei der Wahl von 1953.

In den Jahren 1839 bis 1847 wurden die Grossräte durch Wahlmänner gewählt, die die Gemeinden auf die Wahlversammlung des Zenden abordneten. Auf 100 Einwohner einer Gemeinde kam ein Wahlmann. Zwischen 1847 und 1852 wählten die Bezirkseinwohner ihre Abgeordneten direkt auf der Wahlversammlung. Die Listenwahl wurde 1852 ermöglicht. Die Wahl der Grossräte findet seit 1857 in den Gemeinden statt. Damit wurde die Urnenwahl mit dem Stimmzettel eingeführt. Der Proporz kam 1921 erstmals zur Anwendung.

Die Amtsdauer betrug zunächst zwei Jahre und wurde 1847 auf fünf Jahre verlängert. Seit 1857 beträgt die Legislaturdauer vier Jahre.

Eine Besonderheit ist die gleichzeitige Wahl von Ersatzleuten, den sogenannten Suppleanten. 1847 kam ein Suppleant auf zwei Grossräte. Seit 1852 werden gleich viele Suppleanten wie Grossräte gewählt.

WahlkreiseBearbeiten

Die Zuteilung der 130 Sitze im Grossen Rat findet jeweils vor der Erneuerungswahl statt.

Bezirk 2017 2013 2009 2005 2001
Goms 2 2 2 2 3
Östlich Raron 1 2 2 2 2
Brig 11 12 12 12 12
Visp 11 12 13 13 13
Westlich Raron 4 4 4 4 4
Leuk 5 6 6 6 6
Siders 17 17 18 18 18
Sitten 18 17 17 17 17
Hérens 5 5 5 5 5
Gundis 11 10 10 10 10
Martinach 17 16 15 15 15
Entremont 6 6 6 6 6
Saint-Maurice 5 5 5 5 5
Monthey 17 16 15 15 14

ParteienspektrumBearbeiten

Richtung 2017 2013 2009 2005 2001 1997 1993
Konservativ-christlichsozial (PDC-CVP-CSP) 55 61 68 73 74 71 75
Freisinnig-liberal (PLR-PRD-PL-FDP) 26 28 28 30 35 38 39
Nationalkonservativ (UDC-SVP-Freie Wähler) 23 21 12 6 2 0 0
Linksallianz (PS-SP-PCS-Les Verts-Entremont Autrement) 26 20 22 21 19 21 16

Parteienstärke nach SprachregionenBearbeiten

Partei 2013 2009
Christlichdemokratische Volkspartei Unterwallis (PDCVr) 33 38
Freisinnig-liberale Partei Wallis (PLRVS) 28 28
Christlichdemokratische Volkspartei Oberwallis (CVPO) 16 16
Schweizerische Volkspartei Unterwallis (UDCVr) 15 7
Christlichsoziale Volkspartei Oberwallis (CSPO) 12 14
Sozialdemokratische Partei Unterwallis (PSVr) 10 13
Schweizerische Volkspartei Oberwallis (SVPO) 6 3
Sozialdemokratische Partei Oberwallis (SPO) 4 4
Christlich-soziale Partei Unterwallis[1] (PCSVr) 3 3
Grüne Partei Unterwallis[2] (Les Verts) 2 2
Freie Wähler[3] 0 2
Entremont Autrement 1 0

Sitzverteilung nach RegionenBearbeiten

Oberwallis 2017 2013 2009 2005
CVP 13 16 16 17
CSP 10 12 14 15
SVP 7 6 5 1
SP 4 4 4 4
FDP 0 0 0 2
Mittelwallis 2013 2009
CVP 18 22
FDP 14 13
SP 9 11
SVP 8 4
Unterwallis 2013 2009
CVP 15 16
FDP 14 15
SP 7 7
SVP 7 3

LiteraturBearbeiten

  • Jean-Marc Biner: Walliser Behörden 1848–1977/79 : Kanton und Bund. Jahrbuch der Walliser Kantonsbibliothek, des Staatsarchivs und der Museen von Valeria und Majoria, Sitten 1982.
  • Alois Grichting: Das Oberwallis 1840 bis 1990. 150 Jahre Walliser Bote. Mengis Druck und Verlag Visp, 3. Auflage 1994.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Einzelnachweise / AnmerkungenBearbeiten

  1. Auf den Listen der SP Unterwallis gewählt
  2. Vor 2013 auf den Listen der SP Unterwallis gewählt
  3. Auf den Listen der SVP Oberwallis gewählt