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Großer Preis von Schweden 1975

Formel-1-Rennen

Der Große Preis von Schweden 1975 fand am 8. Juni auf dem Scandinavian Raceway in Anderstorp statt und war das siebte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1975.

Flag of Sweden.svg Großer Preis von Schweden 1975
Renndaten
7. von 14 Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1975
Streckenprofil
Name: XI Sveriges Grand Prix
Datum: 8. Juni 1975
Ort: Anderstorp
Kurs: Scandinavian Raceway
Länge: 321,44 km in 80 Runden à 4,018 km

Wetter: sonnig und warm
Zuschauer: ~ 30.000
Pole-Position
Fahrer: ItalienItalien Vittorio Brambilla Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich March
Zeit: 1:24,630 min
Schnellste Runde
Fahrer: OsterreichÖsterreich Niki Lauda ItalienItalien Ferrari
Zeit: 1:28,267 min
Podium
Erster: OsterreichÖsterreich Niki Lauda ItalienItalien Ferrari
Zweiter: ArgentinienArgentinien Carlos Reutemann Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham
Dritter: SchweizSchweiz Clay Regazzoni ItalienItalien Ferrari

BerichteBearbeiten

HintergrundBearbeiten

Für den schwedischen Grand Prix kehrten Mario Andretti und Torsten Palm ins Fahrerfeld zurück, nachdem sie den Großen Preis von Belgien zwei Wochen zuvor versäumt hatten. Frank Williams musste unterdessen gleich zwei neue Fahrer engagieren, da Arturo Merzario das Team verlassen hatte und Jacques Laffite aufgrund eines parallel stattfindenden Formel-2-Rennens in Hockenheim nicht zur Verfügung stand. Er entschied sich für Ian Scheckter sowie für den Formel-1-Neuling Damien Magee. Graham Hill ersetzte in seinem Team François Migault durch Vern Schuppan.

TrainingBearbeiten

Vittorio Brambilla, der bereits in Belgien durch sehr gute Leistungen aufgefallen war, bestätigte seine Hochform eindrucksvoll mit dem Erreichen der Pole-Position im nicht als favorisiert geltenden March 751. Tyrrell-Pilot Patrick Depailler, Jean-Pierre Jarier im Shadow sowie Brabham-Pilot Carlos Reutemann belegten die Startplätze neben und hinter ihm. Dann folgte Niki Lauda als bester Ferrari-Pilot neben dem zweiten Werks-Brabham von Carlos Pace.

Titelverteidiger Emerson Fittipaldi erreichte im McLaren M23 den elften und Clay Regazzoni im zweiten Ferrari den zwölften Startplatz.[1]

RennenBearbeiten

Brambilla ging in Führung vor Depailler, Jarier, Reutemann, Pace und Lauda. Diese Reihenfolge der ersten sechs Piloten änderte sich während der ersten 15 Runden lediglich durch ein erfolgreiches Überholmanöver von Reutemann gegen Jarier. Dann schied Depailler wegen eines Bremsdefektes aus. Im folgenden Umlauf wurde der führende Brambilla, der wegen überhitzender Reifen verlangsamte, von Reutemann überholt. Er entschied sich daraufhin für einen Boxenstopp zum Wechseln der Reifen, wodurch er weit zurückfiel. Hinter dem führenden Reutemann folgte daraufhin Jarier vor Pace, Lauda, Regazzoni und Andretti.

Durch Jariers technisch bedingten Ausfall in Runde 39 ergab sich eine Brabham-Doppelführung, die jedoch wenig später durch einen Dreher Paces endete. Der nun zweitplatzierte Lauda, der mit einer im Vergleich zu den meisten Konkurrenten härteren Reifenmischung unterwegs war, schloss während der folgenden Runden zu Reutemann auf. Im Zuge dessen unterbot er mehrfach den Rundenrekord. Im 70. Umlauf gelang ihm ein Überholmanöver gegen den Argentinier, der inzwischen mit Untersteuern zu kämpfen hatte. Damit stellte der Österreicher seinen dritten Sieg in Folge sicher. Hinter Reutemann und Regazzoni erreichten die beiden US-Amerikaner Mario Andretti und Mark Donohue sowie Tony Brise Platzierungen in den Punkten. Für Brise war dies der erste und einzige WM-Punkt seiner Formel-1-Karriere sowie der erste Punkt für das noch junge Werksteam Embassy Hill.[2]

MeldelisteBearbeiten

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Vereinigtes Konigreich  Marlboro Team Texaco 1 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi McLaren M23 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
2 Deutschland  Jochen Mass
Vereinigtes Konigreich  Elf Team Tyrrell 3 Sudafrika 1961  Jody Scheckter Tyrrell 007 G
4 Frankreich  Patrick Depailler
Vereinigtes Konigreich  John Player Team Lotus 5 Schweden  Ronnie Peterson Lotus 72E G
6 Belgien  Jacky Ickx
Vereinigtes Konigreich  Martini Racing 7 Argentinien  Carlos Reutemann Brabham BT44B G
8 Brasilien 1968  Carlos Pace
Vereinigtes Konigreich  Beta Team March 9 Italien  Vittorio Brambilla March 751 G
Vereinigtes Konigreich  Lavazza March 10 Italien  Lella Lombardi G
Italien  Scuderia Ferrari SpA SEFAC 11 Schweiz  Clay Regazzoni Ferrari 312T Ferrari 015 3.0 F12 G
12 Osterreich  Niki Lauda
Vereinigtes Konigreich  Stanley B.R.M. 14 Vereinigtes Konigreich  Bob Evans BRM P201 BRM P200 3.0 V12 G
Vereinigtes Konigreich  UOP Shadow Racing Team 16 Vereinigtes Konigreich  Tom Pryce Shadow DN5 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 G
17 Frankreich  Jean-Pierre Jarier
Vereinigtes Konigreich  Team Surtees 18 Vereinigtes Konigreich  John Watson Surtees TS16 G
Vereinigtes Konigreich  Frank Williams Racing Cars 20 Vereinigtes Konigreich  Damien Magee Williams FW03 G
21 Sudafrika 1961  Ian Scheckter Williams FW04
Vereinigtes Konigreich  Embassy Racing with Graham Hill 22 Australien  Vern Schuppan Hill GH1 G
23 Vereinigtes Konigreich  Tony Brise
Vereinigtes Konigreich  Hesketh Racing 24 Vereinigtes Konigreich  James Hunt Hesketh 308 G
Vereinigtes Konigreich  Custom Made Harry Stiller Racing 26 Australien  Alan Jones G
Vereinigte Staaten  Vel's Parnelli Jones Racing 27 Vereinigte Staaten  Mario Andretti Parnelli VPJ4 G
Vereinigte Staaten  Penske Cars 28 Vereinigte Staaten  Mark Donohue Penske PC1 G
Brasilien 1968  Copersucar-Fittipaldi 30 Brasilien 1968  Wilson Fittipaldi Copersucar FD02 G
Vereinigtes Konigreich  Polar Caravans 32 Schweden  Torsten Palm Hesketh 308 G

KlassifikationenBearbeiten

StartaufstellungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start
01 Italien  Vittorio Brambilla Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:24,630 170,918 km/h 01
02 Frankreich  Patrick Depailler Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 1:25,010 170,154 km/h 02
03 Frankreich  Jean-Pierre Jarier Vereinigtes Konigreich  Shadow-Ford 1:25,060 170,054 km/h 03
04 Argentinien  Carlos Reutemann Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 1:25,180 169,815 km/h 04
05 Osterreich  Niki Lauda Italien  Ferrari 1:25,457 169,264 km/h 05
06 Brasilien 1968  Carlos Pace Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 1:25,802 168,583 km/h 06
07 Vereinigtes Konigreich  Tom Pryce Vereinigtes Konigreich  Shadow-Ford 1:25,866 168,458 km/h 07
08 Sudafrika 1961  Jody Scheckter Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 1:25,900 168,391 km/h 08
09 Schweden  Ronnie Peterson Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:26,012 168,172 km/h 09
10 Vereinigtes Konigreich  John Watson Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 1:26,085 168,029 km/h 10
11 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 1:26,088 168,023 km/h 11
12 Schweiz  Clay Regazzoni Italien  Ferrari 1:26,283 167,644 km/h 12
13 Vereinigtes Konigreich  James Hunt Vereinigtes Konigreich  Hesketh-Ford 1:26,500 167,223 km/h 13
14 Deutschland  Jochen Mass Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 1:26,773 166,697 km/h 14
15 Vereinigte Staaten  Mario Andretti Vereinigte Staaten  Parnelli-Ford 1:26,821 166,605 km/h 15
16 Vereinigte Staaten  Mark Donohue Vereinigte Staaten  Penske-Ford 1:27,154 165,968 km/h 16
17 Vereinigtes Konigreich  Tony Brise Vereinigtes Konigreich  Hill-Ford 1:27,318 165,657 km/h 17
18 Belgien  Jacky Ickx Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 1:27,320 165,653 km/h 18
19 Australien  Alan Jones Vereinigtes Konigreich  Hesketh-Ford 1:27,375 165,548 km/h 19
20 Sudafrika 1961  Ian Scheckter Vereinigtes Konigreich  Williams-Ford 1:27,470 165,369 km/h 20
21 Schweden  Torsten Palm Vereinigtes Konigreich  Hesketh-Ford 1:27,642 165,044 km/h 21
22 Vereinigtes Konigreich  Damien Magee Vereinigtes Konigreich  Williams-Ford 1:27,676 164,980 km/h 22
23 Vereinigtes Konigreich  Bob Evans Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 1:28,422 163,588 km/h 23
24 Italien  Lella Lombardi Vereinigtes Konigreich  March-Ford 1:28,687 163,099 km/h 24
25 Brasilien 1968  Wilson Fittipaldi Brasilien 1968  Copersucar-Ford 1:28,810 162,874 km/h 25
26 Australien  Vern Schuppan Vereinigtes Konigreich  Hill-Ford 1:29,032 162,562 km/h 26

RennenBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde Ausfallgrund
01 Osterreich  Niki Lauda Italien  Ferrari 80 0 1:59:18,319 05 1:28,267
02 Argentinien  Carlos Reutemann Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 80 0 + 6,288 04 1:28,555
03 Schweiz  Clay Regazzoni Italien  Ferrari 80 0 + 29,095 12 1:28,852
04 Vereinigte Staaten  Mario Andretti Vereinigte Staaten  Parnelli-Ford 80 0 + 44,380 15 1:28,660
05 Vereinigte Staaten  Mark Donohue Vereinigte Staaten  Penske-Ford 80 0 + 1:30,763 16 1:29,258
06 Vereinigtes Konigreich  Tony Brise Vereinigtes Konigreich  Hill-Ford 79 0 + 1 Runde 17 1:29,252
07 Sudafrika 1961  Jody Scheckter Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 79 0 + 1 Runde 08 1:29,881
08 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 79 0 + 1 Runde 11 1:29,369
09 Schweden  Ronnie Peterson Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 79 0 + 1 Runde 09 1:29,370
10 Schweden  Torsten Palm Vereinigtes Konigreich  Hesketh-Ford 78 0 DNF 21 1:29,983 Kraftstoffmangel
11 Australien  Alan Jones Vereinigtes Konigreich  Hesketh-Ford 78 0 + 2 Runden 19 1:30,157
12 Frankreich  Patrick Depailler Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 78 0 + 2 Runden 02 1:28,805
13 Vereinigtes Konigreich  Bob Evans Vereinigtes Konigreich  B.R.M. 78 0 + 2 Runden 23 1:21,155
14 Vereinigtes Konigreich  Damien Magee Vereinigtes Konigreich  Williams-Ford 78 0 + 2 Runden 22 1:31,524
15 Belgien  Jacky Ickx Vereinigtes Konigreich  Lotus-Ford 77 0 + 3 Runden 18 1:30,389
16 Vereinigtes Konigreich  John Watson Vereinigtes Konigreich  Surtees-Ford 77 2 + 3 Runden 10 1:29,091
17 Brasilien 1968  Wilson Fittipaldi Brasilien 1968  Copersucar-Ford 74 0 + 6 Runden 25 1:31,831
Vereinigtes Konigreich  Tom Pryce Vereinigtes Konigreich  Shadow-Ford 53 1 DNF 07 1:28,677 Bremsdefekt
Sudafrika 1961  Ian Scheckter Vereinigtes Konigreich  Williams-Ford 49 0 DNF 20 1:31,029 Reifenschaden
Australien  Vern Schuppan Vereinigtes Konigreich  Hill-Ford 47 0 DNF 26 1:30,809 Getriebeschaden
Brasilien 1968  Carlos Pace Vereinigtes Konigreich  Brabham-Ford 41 0 DNF 06 1:28,569 Dreher
Frankreich  Jean-Pierre Jarier Vereinigtes Konigreich  Shadow-Ford 38 0 DNF 03 1:28,340 Öldruckverlust
Italien  Vittorio Brambilla Vereinigtes Konigreich  March-Ford 36 1 DNF 01 1:28,567 defekte Kraftübertragung
Deutschland  Jochen Mass Vereinigtes Konigreich  McLaren-Ford 34 0 DNF 14 1:29,419 überhitzter Motor
Vereinigtes Konigreich  James Hunt Vereinigtes Konigreich  Hesketh-Ford 21 0 DNF 13 1:29,353 Bremsdefekt
Italien  Lella Lombardi Vereinigtes Konigreich  March-Ford 10 0 DNF 24 1:31,999 defekte Kraftstoffzufuhr

WM-Stände nach dem RennenBearbeiten

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).[3]

FahrerwertungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 Osterreich  Niki Lauda Ferrari 32,0
02 Argentinien  Carlos Reutemann Brabham 22,0
03 Brasilien 1968  Emerson Fittipaldi McLaren 21,0
04 Brasilien 1968  Carlos Pace Brabham 16,0
05 Sudafrika 1961  Jody Scheckter Tyrrell 15,0
06 Schweiz  Clay Regazzoni Ferrari 12,0
07 Frankreich  Patrick Depailler Tyrrell 11,0
08 Deutschland  Jochen Mass McLaren 10,5
09 Vereinigtes Konigreich  James Hunt Hesketh 7,0
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
10 Belgien  Jacky Ickx Lotus 3,0
11 Vereinigte Staaten  Mario Andretti Parnelli 3,0
12 Schweden  Ronnie Peterson Lotus 3,0
13 Vereinigte Staaten  Mark Donohue Penske 2,0
14 Frankreich  Jean-Pierre Jarier Shadow 1,5
15 Italien  Vittorio Brambilla March 1,0
16 Vereinigtes Konigreich  Tom Pryce Shadow 1,0
17 Vereinigtes Konigreich  Tony Brise Hill 1,0
18 Italien  Lella Lombardi March 0,5

KonstrukteurswertungBearbeiten

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Italien  Ferrari 35,0
02 Vereinigtes Konigreich  Brabham 33,0
03 Vereinigtes Konigreich  McLaren 26,5
04 Vereinigtes Konigreich  Tyrrell 19,0
05 Vereinigtes Konigreich  Hesketh 7,0
06 Vereinigtes Konigreich  Lotus 6,0
Pos. Konstrukteur Punkte
07 Vereinigte Staaten  Parnelli 3,0
08 Vereinigtes Konigreich  Shadow 2,5
09 Vereinigte Staaten  Penske 2,0
10 Vereinigtes Konigreich  Hill 1,0
11 Vereinigtes Konigreich  March 1,0

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Training“ (Memento des Originals vom 5. April 2008 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorsportarchiv.de (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 10. Dezember 2011)
  2. „Bericht“ (abgerufen am 10. Dezember 2011)
  3. „WM-Stände“ (Memento des Originals vom 5. April 2008 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorsportarchiv.de (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 10. Dezember 2011)

WeblinksBearbeiten