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Großer Preis von Brasilien 1999

zweites Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1999

Der Große Preis von Brasilien 1999 (offiziell XXVIII Grande Prêmio Marlboro do Brasil) fand am 11. April auf dem Autódromo José Carlos Pace in São Paulo statt und war das zweite Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1999. Den ersten Platz holte sich Mika Häkkinen vor Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen.

Flag of Brazil.svg Großer Preis von Brasilien 1999
Renndaten
2. von 16 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1999
Streckenprofil
Name: XXVIII Grande Prêmio Marlboro do Brasil
Datum: 11. April 1999
Ort: São Paulo
Kurs: Autódromo José Carlos Pace
Länge: 309,024 km in 72 Runden à 4,292 km

Wetter: leicht bewölkt und warm
Zuschauer: ~ 58.353[1]
Pole-Position
Fahrer: FinnlandFinnland Mika Häkkinen Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Mercedes
Zeit: 1:16,568 min
Schnellste Runde
Fahrer: FinnlandFinnland Mika Häkkinen Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Mercedes
Zeit: 1:18,448 min (Runde 70[2])
Podium
Erster: FinnlandFinnland Mika Häkkinen Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Mercedes
Zweiter: DeutschlandDeutschland Michael Schumacher ItalienItalien Ferrari
Dritter: DeutschlandDeutschland Heinz-Harald Frentzen IrlandIrland Jordan-Mugen-Honda

BerichtBearbeiten

HintergrundBearbeiten

Luca Badoer verletzte sich bei einem Trainingsunfall an der Hand und konnte nicht am Rennwochenende teilnehmen. Als Ersatz wurde der französische Testfahrer von Prost, Stéphane Sarrazin, für ein Rennen geliehen. Es war Sarrazins erster und einziger Einsatz bei einem Rennwochenende in der Formel 1.

TrainingBearbeiten

FreitagstrainingBearbeiten

Ähnlich wie beim Rennwochenende davor dominierten die McLarens das Training, Mika Häkkinen holte sich mit 1:18,881 die Bestzeit vor seinem Teamkollegen David Coulthar, Michael Schumacher und Eddie Irvine. Bis auf Damon Hill und Jacques Villeneuve, welche beide Probleme mit ihren Wagen hatten, lagen alle Fahrer innerhalb von dreieinhalb Sekunden.[3][4]

SamstagstrainingBearbeiten

Ricardo Zonta verursachte durch seinen schweren Unfall für eine Unterbrechung der Trainingssitzung. Zonta flog in Kurve sechs von der Strecke und schlug seitlich in die Leitplanken, er verletzte sich seinen linken Fuß schwer und konnte am Qualifying nicht teilnehmen.

David Coulthard konnte sich mit 1:17,035 die Bestzeit vor Häkkinen und Frentzen sichern. Mit rund einer Sekunde Rückstand erreiche Michael Schumacher den fünften Platz. Alle Fahrer waren innerhalb von vier Sekunden platziert.[5]

QualifyingBearbeiten

Wie in Australien geht die erste Startreihe an McLaren mit Häkkinen vor Coulthard. Dahinter folgen Barrichello, Michael Schumacher, Fisichella und Irvine. Villeneuve, welcher sich für den 16. Platz qualifiziert hatte, musste vom Ende des Feldes starten da er einen illegalen Treibstoff verwendete und so seine Zeit gestrichen wurde. Alle Fahrer waren innerhalb von vier Sekunden platziert.[6]

Warm-UpBearbeiten

Das dritte Mal in Folge dominierte McLaren eine offizielle Sitzung mit Häkkinen um vier Hundertstel vor Coulthard mit einer Zeit von 1:17,709, Michael Schumacher lag mit einer halben Sekunde auf dem dritten Platz. Alle Fahrer waren innerhalb von dreieinhalb Sekunden platziert.[7]

RennenBearbeiten

Coulthards Wagen starb beim Start ab, doch das Rennen wurde fortgesetzt. Durch frühe Handzeichen konnte jeder dahinter liegende Fahrer rechtzeitig ausweichen. Der Wagen wurde dann in die Box geschoben, wo der Motor vier Runden nach Rennfreigabe erfolgreich gestartet werden konnte.

Ebenfalls in Runde vier übernahm der Lokalmatador Barrichello die Führung, da Häkkinen temporär keine Gänge mehr auswählen konnte. Nachdem Michael Schumacher ebenfalls am Finnen vorbei ging, konnte Häkkinen wieder normal die Gänge wechseln. Barrichello konnte die Führung bis Runde 27, als der Brasilianer an die Box zu seinem ersten von zwei geplanten Stopps ging, behalten. In Runde zehn gab es einen Unfall zwischen Wurz und Hill, woraufhin letzterer aufgeben musste. In Runde 31 flog Sarrazin nach Kurve 14 aufgrund eines Flügelschadens heftig ab, schlug in die Begrenzungsmauer ein und drehte sich mehrere Male und rollte schlussendlich zum gegenüberliegenden Streckenrand.

Michael Schumacher, in Führung liegend, ging mit Runde 38 an die Boxengasse für seinen einzigen Stopp. Häkkinen übernahm so die Führung und fuhr nun wesentlichst schneller als hinter dem Ferrari-Piloten. Gemeinsam mit den schnellen Runden und einer makellosen Arbeit der McLaren-Boxenmannschaft konnte Häkkinen nach seinem Stopp in Runde 42 die Führung vor Schumacher und Frentzen behalten, so beendete auch das Führungstrio das Rennen. Erwähnenswert ist, dass Frentzen der Treibstoff in der letzten Runde ausging, er jedoch trotzdem den dritten Platz behalten konnte, da der Viertplatzierte Ralf Schumacher bereits überrundet wurde.[8][9] Die Siegertrophäe wurde von Viviane Senna da Silva Lalli, der ältesten Schwester Ayrton Sennas und Vorstandsmitglied des Instituto Ayrton Senna, überreicht. Der Pokal für den erfolgreichen Konstrukteur McLaren wurde von Marc de Petter als offizieller Vertreter vom Hauptsponsor Philip Morris überreicht.

MeldelisteBearbeiten

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Vereinigtes Konigreich  West McLaren Mercedes 1 Finnland  Mika Häkkinen McLaren MP4/14 Mercedes-Benz 3.0 V10 B
2 Vereinigtes Konigreich  David Coulthard
Italien  Scuderia Ferrari Marlboro 3 Deutschland  Michael Schumacher Ferrari F399 Ferrari 3.0 V10 B
4 Vereinigtes Konigreich  Eddie Irvine
Vereinigtes Konigreich  Winfield Williams 5 Italien  Alessandro Zanardi Williams FW21 Supertec 3.0 V10 B
6 Deutschland  Ralf Schumacher
Irland  Benson & Hedges Jordan 7 Vereinigtes Konigreich  Damon Hill Jordan 199 Mugen-Honda 3.0 V10 B
8 Deutschland  Heinz-Harald Frentzen
Italien  Mild Seven Benetton Playlife 9 Italien  Giancarlo Fisichella Benetton B199 Playlife 3.0 V10 B
10 Osterreich  Alexander Wurz
Schweiz  Red Bull Sauber Petronas 11 Frankreich  Jean Alesi Sauber C18 Petronas 3.0 V10 B
12 Brasilien  Pedro Diniz
Vereinigtes Konigreich  Arrows 14 Spanien  Pedro de la Rosa Arrows A20 Arrows 3.0 V10 B
15 Japan  Toranosuke Takagi
Vereinigtes Konigreich  Stewart Ford 16 Brasilien  Rubens Barrichello Stewart SF3 Ford Cosworth 3.0 V10 B
17 Vereinigtes Konigreich  Johnny Herbert
Frankreich  Gauloises Prost Peugeot 18 Frankreich  Olivier Panis Prost AP02 Peugeot 3.0 V10 B
19 Italien  Jarno Trulli
Italien  Fondmetal Minardi Ford 20 Frankreich  Stéphane Sarrazin Minardi M01 Ford 3.0 V10 B
21 Spanien  Marc Gené
Vereinigtes Konigreich  British American Racing 22 Kanada  Jacques Villeneuve BAR 01 Supertec 3.0 V10 B
23 Brasilien  Ricardo Zonta

KlassifikationBearbeiten

QualifyingBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start
01 Finnland  Mika Häkkinen Vereinigtes Konigreich  McLaren-Mercedes 1:16,568 01
02 Vereinigtes Konigreich  David Coulthard Vereinigtes Konigreich  McLaren-Mercedes 1:16,715 02
03 Brasilien  Rubens Barrichello Vereinigtes Konigreich  Stewart-Ford 1:17,305 03
04 Deutschland  Michael Schumacher Italien  Ferrari 1:17,578 04
05 Italien  Giancarlo Fisichella Italien  Benetton-Playlife 1:17,810 05
06 Vereinigtes Konigreich  Eddie Irvine Italien  Ferrari 1:17,843 06
07 Vereinigtes Konigreich  Damon Hill Irland  Jordan-Mugen-Honda 1:17,884 07
08 Deutschland  Heinz-Harald Frentzen Irland  Jordan-Mugen-Honda 1:17,902 08
09 Osterreich  Alexander Wurz Italien  Benetton-Playlife 1:18,334 09
10 Vereinigtes Konigreich  Johnny Herbert Vereinigtes Konigreich  Stewart-Ford 1:18,374 10
11 Deutschland  Ralf Schumacher Vereinigtes Konigreich  Williams-Supertec 1:18,506 11
12 Frankreich  Olivier Panis Frankreich  Prost-Peugeot 1:18,636 12
13 Italien  Jarno Trulli Frankreich  Prost-Peugeot 1:18,684 13
14 Frankreich  Jean Alesi Schweiz  Sauber-Petronas 1:18,716 14
15 Brasilien  Pedro Diniz Schweiz  Sauber-Petronas 1:19,194 15
DSQ Kanada  Jacques Villeneuve[# 1] Vereinigtes Konigreich  BAR-Supertec 1:19,377 21
17 Italien  Alessandro Zanardi Vereinigtes Konigreich  Williams-Supertec 1:19,452 16
18 Frankreich  Stéphane Sarrazin Italien  Minardi-Ford 1:20,016 17
19 Spanien  Pedro de la Rosa Vereinigtes Konigreich  Arrows 1:20,016 18
20 Japan  Toranosuke Takagi Vereinigtes Konigreich  Arrows 1:20,075 19
21 Spanien  Marc Gené Italien  Minardi-Ford 1:20,096 20
107-Prozent-Zeit: 1:21,928 min (bezogen auf die Bestzeit von 1:16,568 min)
DNS Brasilien  Ricardo Zonta[# 2] Vereinigtes Konigreich  BAR-Supertec
Anmerkungen
  1. Villeneuves Zeit wurde gestrichen und musste vom letzten Platz starten, da er einen illegalen Treibstoff verwendete.
  2. Zonta verletzte sich während dem Samstagstraining schwer und konnte nicht teilnehmen.

RennenBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde
01 Finnland  Mika Häkkinen Vereinigtes Konigreich  McLaren-Mercedes 72 1 1:36:03,785 01 1:18,448
02 Deutschland  Michael Schumacher Italien  Ferrari 72 1 + 4,925 04 1:18,616
03 Deutschland  Heinz-Harald Frentzen Irland  Jordan-Mugen-Honda 71 1 + 1 Runde 08 1:19,009
04 Deutschland  Ralf Schumacher Vereinigtes Konigreich  Williams-Supertec 71 1 + 1 Runde 11 1:19,395
05 Vereinigtes Konigreich  Eddie Irvine Italien  Ferrari 71 2 + 1 Runde 06 1:18,816
06 Frankreich  Olivier Panis Frankreich  Prost-Peugeot 71 3 + 1 Runde 12 1:19,386
07 Osterreich  Alexander Wurz Italien  Benetton-Playlife 70 1 + 2 Runden 09 1:20,145
08 Japan  Toranosuke Takagi Vereinigtes Konigreich  Arrows 69 1 + 3 Runden 19 1:21,598
09 Spanien  Marc Gené Italien  Minardi-Ford 69 2 + 3 Runden 20 1:21,731
Spanien  Pedro de la Rosa Vereinigtes Konigreich  Arrows 52 1 DNF 18 1:21,698
Kanada  Jacques Villeneuve Vereinigtes Konigreich  BAR-Supertec 49 1 DNF 21 1:20,727
Italien  Alessandro Zanardi Vereinigtes Konigreich  Williams-Supertec 43 2 DNF 16 1:21,473
Brasilien  Rubens Barrichello Vereinigtes Konigreich  Stewart-Ford 42 1 DNF 03 1:19,477
Brasilien  Pedro Diniz Schweiz  Sauber-Petronas 42 DNF 15 1:20,833
Italien  Giancarlo Fisichella Italien  Benetton-Playlife 38 DNF 05 1:20,484
Frankreich  Stéphane Sarrazin Italien  Minardi-Ford 31 DNF 17 1:21,225
Frankreich  Jean Alesi Schweiz  Sauber-Petronas 27 1 DNF 14 1:18,897
Vereinigtes Konigreich  David Coulthard Vereinigtes Konigreich  McLaren-Mercedes 22 1 DNF 02 1:19,310
Italien  Jarno Trulli Frankreich  Prost-Peugeot 21 1 DNF 13 1:20,969
Vereinigtes Konigreich  Johnny Herbert Vereinigtes Konigreich  Stewart-Ford 15 DNF 10 1:20,324
Vereinigtes Konigreich  Damon Hill Irland  Jordan-Mugen-Honda 10 DNF 07 1:21,140
Brasilien  Ricardo Zonta Vereinigtes Konigreich  BAR-Supertec DNQ

WM-Stände nach dem RennenBearbeiten

Die ersten sechs des Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).

FahrerwertungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  Eddie Irvine Ferrari 12
02 Deutschland  Heinz-Harald Frentzen Jordan-Mugen-Honda 10
02 Finnland  Mika Häkkinen McLaren-Mercedes 10
04 Deutschland  Ralf Schumacher Williams-Supertec 7
05 Deutschland  Michael Schumacher Ferrari 6
06 Italien  Giancarlo Fisichella Benetton-Playlife 3
07 Brasilien  Rubens Barrichello Stewart-Ford 2
08 Spanien  Pedro de la Rosa Arrows 1
08 Frankreich  Olivier Panis Prost-Peugeot 1
Japan  Toranosuke Takagi Arrows 0
Brasilien  Ricardo Zonta BAR-Supertec 0
Italien  Luca Badoer Minardi-Ford 0
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
Osterreich  Alexander Wurz Benetton-Playlife 0
Brasilien  Pedro Diniz Sauber-Petronas 0
Spanien  Marc Gené Minardi-Ford 0
Italien  Jarno Trulli Prost-Peugeot 0
Italien  Alessandro Zanardi Williams-Supertec 0
Vereinigtes Konigreich  David Coulthard McLaren-Mercedes 0
Kanada  Jacques Villeneuve BAR-Supertec 0
Vereinigtes Konigreich  Damon Hill Jordan-Mugen-Honda 0
Frankreich  Jean Alesi Sauber-Petronas 0
Vereinigtes Konigreich  Johnny Herbert Stewart-Ford 0
Frankreich  Stéphane Sarrazin Minardi-Ford 0

KonstrukteurswertungBearbeiten

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Italien  Ferrari 18
02 Irland  Jordan-Mugen-Honda 10
02 Vereinigtes Konigreich  McLaren-Mercedes 10
04 Vereinigtes Konigreich  Williams-Supertec 7
05 Italien  Benetton-Playlife 3
06 Vereinigtes Konigreich  Stewart-Ford 2
Pos. Konstrukteur Punkte
07 Vereinigtes Konigreich  Arrows 1
07 Frankreich  Prost-Peugeot 1
Vereinigtes Konigreich  BAR-Supertec 0
Italien  Minardi-Ford 0
Schweiz  Sauber-Petronas 0

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. motorsportarchiv.de Übersicht Brasilien 1999 (Memento vom 22. März 2007 im Internet Archive)
  2. motorsport-magazin.com Schnellste Runde Brasilien 1999
  3. motorsportarchiv.de Freitagstraining Brasilien 1999 (Memento vom 23. März 2007 im Internet Archive)
  4. motorsport-magazin.com Freitagstraining Brasilien 1999
  5. motorsport-magazin.com Samstagstraining Brasilien 1999
  6. motorsport-magazin.com Qualifying Brasilien 1999
  7. motorsport-magazin.com Warm-Up Brasilien 1999
  8. motorsportarchiv.de Rennen Brasilien 1999 (Memento vom 24. März 2007 im Internet Archive)
  9. motorsport-magazin.com Rennen Brasilien 1999