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Aspach (bei Backnang)

Gemeinde in Deutschland
(Weitergeleitet von Großaspach)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aspach
Aspach (bei Backnang)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aspach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 58′ N, 9° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 295 m ü. NHN
Fläche: 35,46 km2
Einwohner: 8187 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 231 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 71546, 71579
Vorwahlen: 07148, 07191
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 087
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Backnanger Straße 9
71546 Aspach
Website: www.aspach.de
Bürgermeister: Sabine Welte-Hauff
Lage der Gemeinde Aspach im Rems-Murr-Kreis
Allmersbach im TalAllmersbach im TalAlthütteAuenwaldBacknangBacknangBurgstettenFellbachGroßerlachKaisersbachKaisersbachKaisersbachKaisersbachKirchberg an der MurrLeutenbach (Württemberg)Leutenbach (Württemberg)Leutenbach (Württemberg)MurrhardtOppenweilerPlüderhausenPlüderhausenPlüderhausenRudersbergSchorndorfSchwaikheimSpiegelbergSulzbach an der MurrWaiblingenWaiblingenWaiblingenWeissach im TalWelzheimWinnendenWinterbach (Remstal)Aspach (bei Backnang)BerglenBerglenWeinstadtKernen im RemstalUrbach (Baden-Württemberg)AlfdorfAlfdorfKorb (Württemberg)RemshaldenKarte
Über dieses Bild

Aspach ist eine Gemeinde im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich im Ortsteil Großaspach.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Aspach hat Anteil an den Naturräumen Schwäbisch-Fränkische Waldberge und Neckarbecken.[2] Es liegt am Südrand der Löwensteiner Berge in 254 bis 516 Meter Höhe. Westlich des Ortsteils Kleinaspach liegt der Hardtwald.

NachbargemeindenBearbeiten

Aspach grenzt im Nordwesten an Großbottwar und Oberstenfeld (beide Landkreis Ludwigsburg), im Nordosten an Spiegelberg, im Osten an Oppenweiler, im Südosten und Süden an Backnang, im Südwesten an Kirchberg an der Murr (alle Rems-Murr-Kreis) und im Westen im Bereich des Hardtwalds an Steinheim an der Murr sowie kleinere Exklaven von Murr, Pleidelsheim, Erdmannhausen und Marbach am Neckar (alle Landkreis Ludwigsburg).

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen und ehemaligen Gemeinden Großaspach, Kleinaspach, Allmersbach am Weinberg und Rietenau. Zu diesen Ortsteilen gehören noch weitere räumlich getrennte Weiler und Wohnplätze mit eigenem Namen, die nur sehr wenige Einwohner haben:

  • zu Großaspach: die Weiler Fürstenhof, Karlshof und Wüstenbachhof und die Wohnplätze Stegmühle und Talmühle.
  • zu Kleinaspach: die Weiler Altersberg, Einöd, Hintervöhrenberg, Hornungshof, Röhrach (oder Röhrachhof), Sinzenburg, Steinhausen, Völkleshofen und Warthof.
  • zu Rietenau: das Gehöft Schönenbühl.[3]

FlächenaufteilungBearbeiten

 

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

GeschichteBearbeiten

GemeindefusionBearbeiten

Die Großgemeinde Aspach wurde am 1. Februar 1972 im Rahmen der Gemeindereform in Baden-Württemberg aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Großaspach, Kleinaspach, Rietenau und Allmersbach am Weinberg neu gebildet.[5]

OrtsteileBearbeiten

Allmersbach am WeinbergBearbeiten

Hauptartikel: Allmersbach am Weinberg

GroßaspachBearbeiten

 
Blick über Großaspach aus westlicher Richtung

Großaspach wurde erstmals Mitte des 10. Jahrhunderts im Lorscher Codex erwähnt. Es ging Mitte des 11. Jahrhunderts an die Grafen von Calw. Später gehörte der Ort den Grafen von Löwenstein. 1388 kauften die Herren Sturmfeder von Oppenweiler den Ort. Aber schon 1442 erwarb Ulrich von Württemberg eine Ortshälfte. Der Rest fiel 1806 an das neue Königreich Württemberg.[6]

KleinaspachBearbeiten

Erst 1357 wurde Kleinaspach erstmals urkundlich erwähnt. Damals verkauften die Herren von Lichtenberg den Ort an die Württemberger. Dort gehörte er lange Zeit zum Oberamt Bottwar, mit dem er 1810 zum Oberamt Marbach kam. Als dieses 1938 aufgelöst wurde, fiel Kleinaspach an den Landkreis Backnang und gehört seit 1973 nunmehr – wie die gesamte Gemeinde – zum Rems-Murr-Kreis.

RietenauBearbeiten

Der Teilort Rietenau wurde erstmals 1103 urkundlich erwähnt, als es zum Kloster Hirsau kam.

Rechtsstreit um den Verkauf der Gemeinde Rietenau: In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts kam es zwischen dem Kloster Hirsau und dem Kloster Mariental in Steinheim zu einem mehrjährigen Rechtsstreit, bei dem es um den Verkauf Rietenaus und zugehöriger Patronatsrechte an das Kloster in Steinheim ging. Am 6. Oktober 1262 werden das Dorf Rietenau und ein Hof in Benningen am Neckar vom Abt Volland von Hirsau an das Kloster in Steinheim verkauft.[7][8][9][10] Der Verkauf der Gemeinde Rietenau wird von dieser nicht anerkannt. Der Prior B. des Heiligen Grabes in Speyer entscheidet jedoch, dass der Kauf rechtens war und Rietenau an das Kloster Steinheim geht.[11] Es wird weiterhin die Anerkennung der Rechte des Steinheimer Klosters abgelehnt. Daraufhin weist am 15. Oktober 1265 der Propst Otto von St. Wido in Speyer den Kämmerer in Murr an, dass, falls die Gemeinde Rietenau weiterhin nicht einsichtig ist, die Gemeinde feierlich zu exkommunizieren ist und mit dem Interdikt belegt wird, das der Gemeinde jegliche gottesdienstliche Handlungen untersagen würde.[12] Am 29. September 1270 wird schließlich der Verkauf der Gemeinde Rietenau durch Abt Volland und den Konvent Hirsau an das Kloster Steinheim beurkundet.[13]

Im Zuge der Reformation gelangte Rietnau 1564 an Württemberg, zunächst zum Kirchengut, seit 1618 zum Amt Marbach. Mit der Gründung des Königreichs Württemberg kam Rietenau 1806 zum Oberamt Backnang, seit 1938 Landkreis Backnang.[14]

PolitikBearbeiten

 
Rathaus von Aspach

VerwaltungsgemeinschaftBearbeiten

Aspach ist seit 1975 Mitglied der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Backnang.

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Aspach hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,30 %
27,86 %
21,84 %
CDU/BWA
SPD/AD
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+2,25 %p
-2,94 %p
+2,68 %p
CDU/BWA
SPD/AD
FWA Freie Wählervereinigung Aspach 50,30 9 48,05 9
CDU/BWA Christlich Demokratische Union Deutschlands/Bürgerliche Wählerliste Aspach 27,86 5 30,80 6
SPD/AD Sozialdemokratische Partei Deutschlands/Aspacher Demokraten 21,84 4 19,16 3
Thomas Renz Einzelbewerber Thomas Renz n.k. - 1,99 0
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 60,24 % 50,34 %

WappenBearbeiten

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Von Grün und Silber im Wellenschnitt schräglinks geteilt, das silberne Feld oben in ein schräges silbernes Espenblatt, das grüne Feld unten in eine grüne Weintraube auslaufend.“

PartnerschaftenBearbeiten

Aspach unterhält seit 1997 partnerschaftliche Beziehungen zu Chemillé (Chemillé-en-Anjou) in der Region Pays-de-la-Loire (Département Maine-et-Loire) in Frankreich.[15]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

In Großaspach befindet sich die evangelische Pfarrkirche St. Juliana, deren Turmunterstock aus romanischer Zeit stammt und die ihre heutige Gestalt durch einen Umbau 1780 erhielt. Taufstein und Altarkreuz stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert (siehe Kirchengemeinde Großaspach). Das Alte Rathaus ist eine typische Fachwerkkonstruktion des 16. Jahrhunderts mit charakteristischem Dachreiter, die im Laufe der Zeit vielfach umgebaut wurde.

In Kleinaspach befindet sich die historische Torkelkelter, die seit 1522 in Betrieb ist. Das Keltergebäude wurde 1794 erneuert und war bis 1936 in Benutzung, heute gibt es dort lediglich noch gelegentliche Pressvorführungen. Die evangelische Pfarrkirche St. Nicolaus wurde 1468 bereits erwähnt und 1790–92 in ihrer heutigen Gestalt erbaut (siehe Kirchengemeinde Kleinaspach). In der Nähe der Kirche befindet sich ein altes Backhaus von 1844.

SportBearbeiten

Aspach ist Heimat der SG Sonnenhof Großaspach mit fast 850 Mitgliedern. Bekanntheit erlangte der Verein mit seinen in der 3. Liga spielenden Fußballern, die ihre Heimspiele in der Mechatronik Arena austragen.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Persönlichkeiten, die in Aspach wirken oder gewirkt habenBearbeiten

  • Andrea Berg (* 1966), Schlagersängerin. Sie wohnt in Kleinaspach.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009.
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 506–508.
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Aspach.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 446.
  6. Ortsbeschreibung Großaspach bei leobw
  7. "Abt Volland und der Konvent von Hirsau verkaufen mit Bewilligung des Bischofs von Speyer das Dorf Rietenau und das Patronatrecht der dortigen Kirche an das Predigerkloster Steinheim", 6. Oktober 1262, Württembergisches Urkundenbuch Band VI., Nr. 1681, S. 82. [abgerufen am 24. Februar 2017]
  8. "Abt Volland von Hirsau beurkundet, das Dorf Rietenau samt aller Zugehör, insbesondere dem Patronatrecht der Kirche, kaufsweise dem Kloster Steinheim überlassen zu haben", 1262 (nicht vor dem 6. Oktober), Württembergisches Urkundenbuch Band VI., Nr. 1682, S. 82–83. Im: Landesarchiv Baden-Württemberg [abgerufen am 24. Februar 2017]
  9. "Der Propst der größeren Kirche, der Dekan und der Propst zu S. Wido in Speyer bezeugen, dass das Kloster Steinheim eine Mühle zu Steinheim, das Dorf Rietenau und einen Hof in Benningen von Abt Volland und Konvent in Hirsau käuflich erworben haben", Württembergisches Urkundenbuch Band VI., Nr. 1728, S. 129, Oktober 1263. Im: Landesarchiv Baden-Württemberg [abgerufen am 25. Februar 2017]
  10. "Bischof Heinrich von Speyer genehmigt den Verkauf des Dorfs und des Patronatrechts der Kirche zu Rietenau durch das Kloster Hirsau an das Kloster Steinheim", Württembergisches Urkundenbuch Band VI., Nr. 1741, S. 140–141, März 1264. Im: Landesarchiv Baden-Württemberg [abgerufen am 25. Februar 2017]
  11. "Der Prior B. des Hl. Grabes in Speyer erlässt als Stellvertreter des Propsts von St. Wido daselbst in einer Streitsache zwischen dem Kloster Steinheim und der Gemeinde Rietenau ein Kontumazialerkenntniss gegen die letztere und beauftragt den Kämmerer in Murr, das erstere in den Besitz des Beanspruchten zu setzen", Württembergisches Urkundenbuch Band VI., Nr. 1757, S. 154, 19. August 1264. Im Landesarchiv Baden-Württemberg [abgerufen am 25. Februar 2017]
  12. "Propst Otto von St. Wido in Speyer gebietet dem Kämmerer in Murr, bei fortdauernder Weigerung der Gemeinde Rietenau, die von dem Kloster Hirsau an das Kloster Steinheim käuflich übergegangenen Eigentums-, Patronats- und anderen Rechte in Rietenau anzuerkennen, dieselbe feierlich zu exkommunizieren und mit dem Interdikt zu belegen", Württembergisches Urkundenbuch Band VI., Nr. 1835, S. 230–231, 15. Oktober 1265>. Im Landesarchiv Baden-Württemberg [abgerufen am 25. Februar 2017]
  13. "Abt Volland und Konvent von Hirsau verkaufen dem Kloster Steinheim ihr Dorf Rietenau mit dem Patronatrecht daselbst", Württembergisches Urkundenbuch Band VII., Nr. 2171, S. 111–112, 29. September 1270. Im: Landesarchiv Baden-Württemberg [abgerufen am 25. Februar 2017]
  14. Ortsbeschreibung Rietenau bei leobw
  15. Comité de jumelage de Chemillé-en-Anjou

WeblinksBearbeiten

  Commons: Aspach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien