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Groß Steinum

Ortsteil von Königslutter am Elm

Groß Steinum ist ein am Südhang des Dorms gelegener Ort im Landkreis Helmstedt. Groß Steinum liegt ca. fünf Kilometer nordöstlich der Kernstadt Königslutter am Elm.

Groß Steinum
Ortswappen von Groß Steinum
Koordinaten: 52° 15′ 56″ N, 10° 52′ 18″ O
Einwohner: 420 (1. Apr. 2014)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Groß Steinum (Niedersachsen)
Groß Steinum

Lage von Groß Steinum in Niedersachsen

Kirche St. Lorenz
Kirche St. Lorenz

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Dem Anschein nach wurde Groß Steinum in der sächsisch-fränkischen Zeit (501–900) errichtet. Eine urkundliche Namensgebung erfolgte erst 1226 mit Stenum. Ab 1311 wurde erstmals der Name Steinum erwähnt. Der Name Groß Steinum bezieht sich hauptsächlich auf die steinige Landschaft (Wippstein und Bockshornklippe).

Seit 1886 steht die Kirche St. Lorenz in ihrer heutigen Form als Kern in der Runddorfmitte, sie gehört zur evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig. Durch das Dorferneuerungsprogramm, in den Jahren 1994 bis 2001, konnte Groß Steinum ungefähr 30 Gebäude und Anlagen sanieren bzw. erhalten. Zehn Gebäude im Dorf stehen unter Denkmalschutz.

Am 1. März 1974 wurde Groß Steinum in die Stadt Königslutter am Elm eingegliedert.[2]

GroßsteingrabBearbeiten

Seit 1950 sind drei Großsteingräber der jüngeren Steinzeit aus der Zeit um 3500 v. Chr. rund um das Dorf erschlossen worden. Weitere Ausgrabungen förderten 18 megalithische Steine aus dem Untergrund zutage, die aus Braunkohlequarzit bestehen und scheinbar regellos um den Ort verteilt sind. Unter den Steinen befindet sich zudem ein knapp 200 Zentner schwerer Deckstein. In der Bauweise ähnelt das Steingrab von Groß Steinum jenem der Lübbensteine bei Helmstedt. Im Bereich der Steine fand man zahlreiche Knochen und Tonscherben die in die jüngere Phase der Tiefstichkeramik datiert wurden. Damit kann davon ausgegangen werden, dass die Grabkammer in einer frühen Phase dieser Kultur, um 3500 bis 3400 v. Chr. errichtet wurde. Ein zweites, schlechter erhaltenes Grab südöstliches des Dorfes konnte 1994 erschlossen werden, während ein drittes jedoch, durch Bauarbeiten, der Zerstörung anheimfiel.[3] Rund um die Bockshornklippe führt der Erlebnispfad „Großsteingrab Groß Steinum“ des Freilicht- und Erlebnismuseums Ostfalen (FEMO). Hier lässt sich die sogenannte „Steinkammer von Groß Steinum“, ein rekonstruiertes Hünengrab, besichtigen.

WappenBearbeiten

   
Wappen von 1974−1990
Ortswappen seit 1990

Groß Steinum hat, seitdem es ein Ortsteil von Königslutter ist, bereits zwei Wappen besessen.

Das alte Wappen zeigte in Silber auf grünem Hügel einen braunen Stein, den Wippstein. Ein silberner Zinnenschildhaupt erinnert an einen befestigten Hof des Johanniterordens.

Am 26. März 1990 nahm der Ortsrat das neue, geänderte Wappen an. Es zeigt nicht mehr den Wippstein, sondern das achtspitzige Ordenskreuz der Johanniter. Die Farbgebung wurde nach Vorbild der Johanniter in Rot-Weiß geändert. Der Wellenbalken im unteren Teil stellt den Fluss Schunter dar.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Website der Stadt Königslutter am Elm
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 272.
  3. Wolf-Dieter Steinmetz: Groß Steinum, das Großsteingrab am Dom. In: Wolf-Dieter Steinmetz (Hrsg.): Das Braunschweiger Land. Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland. Band 34. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-8062-1308-9, S. 235–237.