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Gregor von Scherr

deutscher Benediktinerabt und Erzbischof von München und Freising
Gregor von Scherr, ca. 1860
Scherrs Epitaph in der Münchner Frauenkirche, die er neugotisch umgestalten ließ
Gregor von Scherr als Aktiver der Palatia

Gregor Scherr, seit 1860 Ritter von Scherr, OSB, Taufname Leonhard Andreas (* 22. Juni 1804 in Neunburg vorm Wald; † 24. Oktober 1877 in München) war Abt des Benediktinerklosters Metten und Erzbischof von München und Freising.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Leonhard Andreas Scherr war der Sohn des Gastwirts Wolfgang Scherr und dessen Ehefrau Barbara, geborene Pößl. Er studierte Philosophie und Theologie an der Universität Landshut und am Lyzeum in Regensburg und war Mitglied des Corps Palatia München. Er wurde 1829 zum Priester geweiht. 1833 legte er in Metten seine Profess als Benediktinermönch ab und erhielt den Ordensnamen Gregor. 1840 wurde er zum ersten Abt des 1830 wiedererrichteten Klosters Metten berufen.

1856 wurde der als gemäßigt geltende Abt Gregor Scherr als Nachfolger für den nach Rom abberufenen ultramontanen Karl August Graf von Reisach zum Erzbischof von München und Freising ernannt. Die Bischofsweihe spendete ihm am 3. August 1856 Antonino Saverio De Luca. 1860 wurde er mit Verleihung des Ritterkreuzes des Verdienstordens der Bayerischen Krone in den bayerischen persönlichen Ritterstand erhoben.

Scherr nahm 1869/70 am 1. Vatikanischen Konzil teil, wo er erfolglos gegen die Dogmatisierung der päpstlichen Unfehlbarkeit kämpfte. Seine letzten Amtsjahre waren von den Auseinandersetzungen um die Entstehung der Altkatholiken und vom Kulturkampf überschattet. Vergeblich bemühte er sich darum, den Münchner Kirchengeschichtler Ignaz von Döllinger und dessen Schüler Johann Friedrich zum Einlenken zu bewegen.

SonstigesBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Wilhelm Fink: Entwicklungsgeschichte der Benedictinerabtei Metten. Band 1: Das Profeßbuch der Abtei. Oldenbourg, München 1926 (Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige. Ergänzungsheft 1, 1, ISSN 0722-253X).
  • Stephan HaeringSCHERR, Gregor (von). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 9, Bautz, Herzberg 1995, ISBN 3-88309-058-1, Sp. 167–170.
  • Michael Kaufmann: Memento mori. Zum Gedenken an die verstorbenen Konventualen der Benediktinerabtei Metten seit der Wiedererrichtung 1830. Abtei-Verlag, Metten 2008, ISBN 978-3-930725-06-9, 92f. (Entwicklungsgeschichte der Benediktinerabtei Metten. Teil 5).
  • Michael Kaufmann: Säkularisation, Desolation und Restauration in der Benediktinerabtei Metten. (1803–1840). Abtei-Verlag, Metten 1993, ISBN 3-9801820-8-8 (Entwicklungsgeschichte der Benediktinerabtei Metten. Teil 4), (Zugleich: Regensburg, Univ., Diss., 1993).
  • Manfred Kindler: Gregor von Scherr (1804–1877). Abt von Metten, später Erzbischof von München und Freising. In: Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg. Bd. 23/24, 1989, ISSN 0522-6619, S. 696–710.
  • Alois Knöpfler: Scherr, Gregorius Ritter von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 31, Duncker & Humblot, Leipzig 1890, S. 121–123.
  • Anton Landersdorfer: Gregor von Scherr (1804–1877). Erzbischof von München und Freising in der Zeit des Ersten Vatikanums und des Kulturkampfes. Verein für Diözesangeschichte von München und Freising, München 1995 (Studien zur altbayerischen Kirchengeschichte. Bd. 9, ZDB-ID 530609-7), (Zugleich: München, Univ., Habil.-Schr., 1993/94).
  • Otto Weiß: Scherr, Gregor Ritter von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 22, Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11203-2, S. 702 f. (Digitalisat).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gregor von Scherr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
VorgängerAmtNachfolger
Karl August Graf von Reisach  Erzbischof von München und Freising
18561877
Antonius von Steichele

vor der Säkularisation Cölestin Stöckl
Abt von Kloster Metten
1840–1856
Utto II. Lang