Hauptmenü öffnen

Gregor Weber (Historiker)

deutscher Althistoriker

Gregor Weber (* 9. Juli 1961 in Offenburg) ist ein deutscher Althistoriker.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Gregor Weber studierte von 1980 bis 1987 Geschichte, Griechisch und Katholische Theologie an den Universitäten Freiburg und Wien. Bereits vor dem Staatsexamen war er Stipendiat in der Grundförderung der bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk. Die Stiftung förderte auch seine von Hans-Joachim Gehrke betreute Promotion Dichtung und höfische Gesellschaft. Die Rezeption von Zeitgeschichte am Hof der ersten drei Ptolemäer an der Universität Freiburg 1991. Während seiner Promotionszeit nahm er im Wintersemester einen Lehrauftrag in Freiburg wahr und war 1991 Mitglied des Freiburger DFG-Sonderforschungsbereichs 321 („Übergänge und Spannungsfelder von der Schriftlichkeit zur Mündlichkeit“, Teilprojekt C9, Alte Geschichte).

Im Jahre 1991 wurde er erst Wissenschaftlicher Mitarbeiter und ab 1993 Assistent am Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Eichstätt. Im Sommersemester hatte er auch einen Lehrauftrag an der Universität Erlangen-Nürnberg. Von 1995 bis 1999 arbeitete Weber im Teilprojekt „Inscriptiones Graecae Eystettenes. Corpus der griechischen Inschriften von Bithynia-Pontus“ innerhalb des DFG-Schwerpunktprogramms „Historische Grundlagenforschung zum antiken Kleinasien“ mit. Im Jahr 1998 erfolgte in Eichstätt die Habilitation mit der Arbeit „Kaiser, Träume und Visionen in Prinzipat und Spätantike“, für die er auch den Habilitationspreis der Eichstätter Universitätsgesellschaft erhielt.

Im Wintersemester 1998/99 vertrat Weber den Lehrstuhlinhaber an der Freiburger Universität. 1999 wurde er auch Wissenschaftlicher Oberassistent am Lehrstuhl für Alte Geschichte der Katholischen Universität Eichstätt. An die Lehrstuhlvertretung im Sommersemester 2001 und dem anschließenden Wintersemester an der Universität Erfurt folgte die Berufung zum Universitätsprofessor für Alte Geschichte auf eben jene Professur. Schon 2003 wechselte er an die Universität Augsburg, wo er in Nachfolge Gunther Gottliebs als Ordinarius für Alte Geschichte lehrt.

Webers Forschungsschwerpunkte sind antike und moderne Demokratie, Geschichte des Hellenismus, Träume und Visionen in der Antike, antike Höfe und Monarchien, historische Anthropologie sowie Stadtentwicklung und Wasserversorgung von Städten. 2000 erhielt Weber den Preis der Volksbank Eichstätt für das interdisziplinäre Forschungs- und Ausstellungsprojekt Der Fluch der Inflation. Er war von 2005 bis 2009 Vorstandsmitglied der Mommsen-Gesellschaft. Seit 2006 ist er Vertrauensdozent der bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk an der Universität Augsburg, von 2009 bis 2015 Direktor des Augsburger Instituts für Europäische Kulturgeschichte, von Herbst 2012 bis November 2015 Geschäftsführender Direktor. Für das Wintersemester 2014/15 erhielt er ein Fellowship des Jakob-Fugger-Zentrums. Forschungskolleg für Transnationale Studien der Universität Augsburg. Von Oktober 2015 bis Oktober 2017 war er Dekan der Philologisch-Historischen Fakultät der Universität Augsburg, seitdem ist er Prodekan.

Seit 2005 ist er zusammen mit Jürgen Malitz Herausgeber der Gnomon Bibliographische Datenbank (GBD) und der Reihe „Alte Geschichte Forschung (AGF)“ im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht (Göttingen), außerdem seit 2013 der Reihe „Colloquia Augustana“ im Verlag de Gruyter (Berlin).

2013/14 leitete Weber zusammen mit Reinhard Förtsch vom Deutschen Archäologischen Institut (DAI) in Berlin das Projekt „Bibliographische Datenbanken als visualisiertes Wissensnetz“, das vom europäischen CLARIN-Programm gefördert wurde. Ziel ist die Erstellung einer gemeinsamen Plattform für die Gnomon Bibliographische Datenbank und den ZENON-Katalog des DAI. Er ist außerdem Mitglied des Beirats des Propylaeum Fachinformationsdienst Altertumswissenschaften und leitet hier zusammen mit Andreas Hartmann ein Teilprojekt des neuen, DFG-geförderten Fachinformationsdienstes (FID) Altertumswissenschaften zur Migration der GBD auf eine neue Plattform, die in einer neuen Förderphase (2019–2021), erneut in Kooperation mit der Bayerischen Staatsbibliothek München, weiter ausgebaut wird. Aktuell leitet er das DFG-Projekt Basileus eirenophylax – Friedenskultur(en) und monarchische Repräsentation in der hellenistischen Staatenwelt (2019–2022).

Gregor Weber ist verheiratet und hat zwei Töchter; außerdem ist er Mitglied des SC Freiburg.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

MonographienBearbeiten

  • Dichtung und höfische Gesellschaft. Die Rezeption von Zeitgeschichte am Hof der ersten drei Ptolemäer (= Hermes. Einzelschriften. 62). Steiner, Stuttgart 1993, ISBN 3-515-06297-1 (Zugleich: Freiburg (Breisgau), Universität, Dissertation, 1991).
  • Kaiser, Träume und Visionen in Prinzipat und Spätantike (= Historia. Einzelschriften. Band 163). Steiner, Stuttgart 2000, ISBN 3-515-07681-6 (Zugleich: Eichstätt, Katholische Universität, Habilitations-Schrift, 1998).
  • mit Frank Hahlbohm und Frank Zschaler: Der Fluch der Inflation. Geldentwertungen im Römischen Reich und im 20. Jahrhundert (= Schriften der Universitätsbibliothek Eichstätt. Band 47). HWZ-Verlag, Eichstätt 2000, ISBN 3-00-006944-4.

HerausgeberschaftenBearbeiten

  • mit Klaus Stüwe und Helmut Witetschek: Geisteswissenschaften und Wissenschaftspolitik an der Schwelle zum dritten Jahrtausend. Leske + Budrich, Opladen 1999, ISBN 3-8100-2677-8.
  • mit Martin Zimmermann: Propaganda – Selbstdarstellung – Repräsentation im römischen Kaiserreich des 1. Jhs. n. Chr. (= Historia. Einzelschriften. Band 164). Steiner, Stuttgart 2003, ISBN 3-515-08251-4.
  • mit Klaus Stüwe: Antike und moderne Demokratie. Ausgewählte Texte (= Reclams Universal-Bibliothek. 18314). Philipp Reclam Jr., Stuttgart 2004, ISBN 3-15-018314-6.
  • Europa im Blick. Siebtes gemeinsames Symposion der Universitäten Augsburg und Osijek (= Schriften der Philosophischen Fakultäten der Universität Augsburg. Band 74). Ernst Vögel, München 2006, ISBN 3-89650-230-1.
  • Kulturgeschichte des Hellenismus. Von Alexander dem Großen bis Kleopatra. Klett-Cotta, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-608-94126-5, jetzt auch elektronisch verfügbar unter https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/weber2007.
  • mit Peer Schmidt: Traum und res publica. Traumkulturen und Deutungen sozialer Wirklichkeiten im Europa von Renaissance und Barock (= Colloquia Augustana. Band 26). Akademie Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-05-004568-9.
  • Alexandreia und das ptolemäische Ägypten. Kulturbegegnungen in hellenistischer Zeit. Verlag Antike, Berlin 2010, ISBN 978-3-938032-37-4.
  • Übersetzer und Herausgeber: Pseudo-Xenophon: Die Verfassung der Athener. Griechisch – deutsch. WBG, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-534-14320-7.
  • mit Sonia V. Rose und Peer Schmidt: Los sueños en la cultura iberoamericana (siglos XVI–XVIII) (= Colección Universos americanos. 6). Consejo Superior de Investigaciones Científica, Sevilla 2011, ISBN 978-84-00-09312-9.
  • mit Kay Ehling: Konstantin der Große. Zwischen Sol und Christus (= Zaberns Bildbände zur Archäologie. = Sonderband der Antiken Welt.). Philipp von Zabern, Darmstadt u. a. 2011, ISBN 978-3-8053-4292-6.
  • mit Andreas Hartmann: Zwischen Antike und Moderne. Festschrift für Jürgen Malitz zum 65. Geburtstag. Kartoffeldruck-Verlag, Speyer 2012, ISBN 978-3-939526-18-6.
  • mit Kay Ehling: Hellenistische Königreiche. Philipp von Zabern u. a., Darmstadt 2014, ISBN 978-3-8053-4758-7.
  • Artemidor von Daldis und die antike Traumdeutung. Texte – Kontexte – Lektüren (= Colloquia Augustana. Band 33). de Gruyter Oldenbourg, Berlin u. a. 2015, ISBN 978-3-11-040725-9.
  • mit Mark Häberlein und Stefan Paulus: Geschichte(n) des Wissens. Festschrift für Wolfgang E. J. Weber zum 65. Geburtstag. Wißner-Verlag, Augsburg 2015, ISBN 978-3-95786-038-5.

WeblinksBearbeiten