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Grammy Awards

US-amerikanischer Musikpreis
(Weitergeleitet von Grammys)
Die Grammy-Trophäe

Die Grammy Awards (kurz Grammys) sind Musikpreise, die seit 1959 von der National Academy of Recording Arts and Sciences in Los Angeles jährlich in zurzeit 84 Kategorien an Künstler wie Sänger, Komponisten, Musiker sowie Produktionsleiter und die Tontechnik verliehen werden. Am 12. Februar 2017 fand die 59. Grammy-Verleihung statt.

Der Preis gilt als die höchste internationale Auszeichnung für Künstler und Aufnahmeteams. Er ist von der Bedeutung vergleichbar mit dem Oscar in der Filmindustrie. Die zugehörige Trophäe ist eine Grammophonskulptur in goldglänzendem Design.

Für eine Auszeichnung in Frage kommen jeweils Veröffentlichungen vom Oktober des vorletzten Jahres bis einschließlich September des Vorjahres. Wurde also ein Album beispielsweise im Oktober 2002 veröffentlicht, konnte es nicht den Grammy im Jahre 2003, sondern erst 2004 erhalten. In jeder Kategorie werden von einer Jury jeweils fünf Kandidaten nominiert, bei Stimmengleichheit können sich auch mehr oder weniger Kandidaten ergeben. Im Januar werden die Nominierungslisten veröffentlicht. Die endgültigen Preisträger werden erst bei der offiziellen Verleihungszeremonie Anfang Februar bekanntgegeben.

Inhaltsverzeichnis

Ablauf der ShowBearbeiten

2013 gab es Grammys in 81 Kategorien. 70 Preisträger wurden bereits nachmittags in Los Angeles in schneller Abfolge in einer so genannten Pre-Telecast Ceremony bekanntgegeben. Diese wurde im Internet live übertragen. Hier sind meist nicht alle Nominierten anwesend, so dass Vertreter der Recording Academy stellvertretend einige der Preise entgegennehmen.

Die aufwändige dreistündige Fernsehshow am Abend beschränkt sich auf die Hauptkategorien. Hier treten einige der nominierten Künstler auf sowie auch Superstars der Popindustrie, die weder unter den Nominierten noch unter den Preisträgern sind. Die Grammys der einzelnen Kategorien werden jeweils von unterschiedlichen Prominentenpaaren verkündet und überreicht.

Weitere AuszeichnungenBearbeiten

Neben diesen Hauptpreisen für Aufnahmen und Werke eines bestimmten Jahres gibt es auch mehrere allgemeine persönliche Preise, der bekannteste ist der Lifetime Achievement Award, die Auszeichnung für das Lebenswerk. Daneben gibt es auch noch den Trustees Award, den Technical Grammy Award, den Grammy Legend Award und den MusiCares Person of the Year Award.

1973 wurde außerdem die Grammy Hall of Fame eingerichtet. Seitdem werden dort Lieder und Alben aufgenommen, die mindestens 25 Jahre alt sind und eine besondere qualitative oder historische Bedeutung haben. Seit 2000 gibt es auch eine ähnliche Auszeichnung speziell für den Bereich der lateinamerikanischen Musik, den Latin Grammy.

RekordeBearbeiten

Die meisten Grammys eines Einzelkünstlers erhielt der klassische Dirigent Sir Georg Solti mit 31 an ihn selbst einschließlich eines Lifetime Achievement Award sowie sechs weiterer für Tontechniker und einen für einen Solisten in seinen Aufnahmen. Da über 20 dieser Grammys für seine Aufnahmen mit dem Chicago Symphony Orchestra vergeben wurden, ist dieses die musikalische Gruppierung mit den meisten Grammys, derzeit (Stand: einschließlich 2010) 60.[1] Country-Musikerin Alison Krauss ist mit 27 Auszeichnungen die erfolgreichste Interpretin; die Band mit den meisten Grammys ist U2; sie erhielten die Trophäe 22 Mal.

Michael Jackson hält mit acht Grammygewinnen bei zwölf Nominierungen bei den Grammy Awards 1984 sowohl den Rekord der meisten Auszeichnungen als auch der meisten Nominierungen bei einer einzelnen Veranstaltung. Eric Clapton erhielt 1993 sechs Grammys für sein Album Unplugged, die Ballade Tears In Heaven und für die akustische Version seines Hits Layla. Carlos Santana erhielt 2000 ebenfalls acht Grammys bei zehn Nominierungen. Die US-amerikanische Rockband Toto brachte es 1983 auf sechs Grammys und war damit genauso erfolgreich wie Beyoncé Knowles 2010, die in diesem Jahr zehn Mal nominiert worden war. Diesen Spitzenplatz teilt sie sich mit Lauryn Hill, der das 1999 gelang. Adele wurde 2012 sechs Mal nominiert und gewann alle Nominierungen.

Grammy-Preisträger aus deutschsprachigen LändernBearbeiten

Die folgenden Listen beinhalten Preisträger des Grammy Awards aus Deutschland und Österreich. Sie listen das Jahr der Verleihung, den Künstler, die Kategorie und das ausgezeichnete Werk auf. Die Zahl in Klammer hinter den Künstlern steht für die Anzahl der Auszeichnungen, die der jeweilige Künstler verliehen bekam.

DeutschlandBearbeiten

1990 gewannen Milli Vanilli einen Grammy in der Kategorie „Best New Artist“. Die Verleihungen wurde aufgrund des Skandals um das Duo widerrufen.

Jahr Künstler Kategorie Werk
1963 Otto Klemperer Best Classical Performance – Choral Other Than Opera Bach: Matthäus-Passion
1966 Dietrich Fischer-Dieskau Best Opera Recording Berg: Wozzeck
1966 Fritz Wunderlich Best Opera Recording Berg: Wozzeck
1967 Klaus Voormann Best Album Cover, Graphic Arts Revolver (The Beatles)
1973 Klaus Voormann (2) Album of the Year The Concert for Bangla Desh
1975 Ulf Hoelscher Best Album Notes – Classical The Classic Erich Wolfgang Korngold
1976 Silver Convention Best R&B Instrumental Performance Fly, Robin, Fly
1980 Claus Ogerman Best Instrumental Arrangement Soulful Strut (George Benson)
1986 Harold Faltermeyer Bestes Album mit Originalmusik geschrieben für einen Film oder ein Fernsehspecial Beverly Hills Cop (O.S.T.)
1994 Anne-Sophie Mutter Best Classical Performance-Instrumental Soloist (with Orchestra) Berg: Violinkonzert / Rihm: Time Chant
1994 Hans Zimmer Best Instrumental Arrangement with Accompanying Vocals Der König der Löwen (O.S.T.)
1994 Hans Zimmer (2) Best Musical Album for Children Der König der Löwen (O.S.T.)
1995 Hansjörg Schellenberger Best Chamber Music Performance Beethoven/Mozart: Quintets (Chicago-Berlin)
1996 Hans Zimmer (3) Best Instrumental Composition Written for a Motion Picture or for Television Crimson Tide – In tiefster Gefahr (O.S.T.)
1998 René Pape Best Opera Recording Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg
2000 Berliner Philharmoniker Best Classical Vocal Performance Mahler: Des Knaben Wunderhorn
2000 Anne-Sophie Mutter (2) Best Chamber Music Performance Beethoven: Violinsonaten
2000 Thomas Quasthoff Best Classical Vocal Performance Mahler: Des Knaben Wunderhorn
2001 Berliner Philharmoniker (2) Best Orchestral Performance Mahler: Symphonie Nr. 10
2001 Helmuth Rilling Best Choral Performance Credo
2002 Dorothea Röschmann Best Choral Performance Bach: Matthäus-Passion
2003 René Pape (2) Best Opera Recording Wagner: Tannhäuser
2004 Thomas Quasthoff (2) Best Classical Vocal Performance Schubert: Lieder mit Orchester
2005 Anne-Sophie Mutter (3) Best Instrumental Soloist(s) Performance with Orchestra Bernstein: Serenade
2006 Thomas Quasthoff (3) Best Classical Vocal Performance Bach: Bach-Kantaten
2006 Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Best Orchestral Performance Schostakowitsch: Symphonie Nr. 13
2008 Thomas Quasthoff (4) Best Choral Performance Brahms: Ein deutsches Requiem
2009 Hans Zimmer (4) Best Score Soundtrack Album for Motion Picture, Television or Other Visual Media The Dark Knight (O.S.T.)
2010 Claus Ogerman (2) Best Instrumental Arrangement Accompanying Vocalist(s) Quiet Nights (Diana Krall)
2011 Deutsches Symphonie-Orchester Berlin Best Opera Recording L’amour de loin
2011 Rundfunkchor Berlin Best Opera Recording L’amour de loin
2014 Christoph Eschenbach Grammy Award for Best Classical Compendium Hindemith: Violinkonzert – Symphonic Metamorphosis – Konzertmusik op. 50
2014 NDR Sinfonieorchester Grammy Award for Best Classical Compendium Hindemith: Violinkonzert – Symphonic Metamorphosis – Konzertmusik op. 50
2014 Zedd Best Dance Recording Clarity
2015 Renate Wolter-Seevers Best Opera Recording Charpentier: La déscente d’Orphée aux enfers
2016 Augustin Hadelich Best Classical Instrumental Solo Dutilleux: Violin concerto, l’arbre des songes
2017 Dorothea Röschmann (2) Best Classical Solo Vocal Album Schumann & Berg (Klavierbegleitung: Mitsuko Uchida)

ÖsterreichBearbeiten

Jahr Künstler Kategorie Werk
1999 Club 69 Grammy Award for Best Remixed Recording, Non-Classical Believe (Cher)
2002 Arnold Schoenberg Chor Best Choral Performance Bach: Matthäus-Passion
2002 Concentus Musicus Wien Best Choral Performance Bach: Matthäus-Passion
2002 Nikolaus Harnoncourt Best Choral Performance Bach: Matthäus-Passion
2002 Wiener Sängerknaben Best Choral Performance Bach: Matthäus-Passion
2005 Angelika Kirchschlager Best Opera Recording Mozart: Le nozze di Figaro
2005 Stefan Sagmeister Best Boxed or Special Limited Edition Package Once in a Lifetime (Talking Heads)
2010 AKG Acoustics Technical Grammy Award
2010 Stefan Sagmeister (2) Best Recording Package Everything That Happens Will Happen Today (David Byrne/Brian Eno)
2010 Joe Zawinul Best Contemporary Jazz Album 75

Mitglieder der Hall of Fame aus deutschsprachigen LändernBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Grammy Awards – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.theglobeandmail.com/news/arts/music/for-classical-recordings-the-future-is-online/article1261874/