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Grafschafter Nachrichten

Die Grafschafter Nachrichten, kurz GN, informieren im Landkreis Grafschaft Bentheim, in Teilen des Emslandes und den Niederlanden etwa 80.000 Leser, davon etwa 21.400 Abonnenten (2014), über das aktuelle Tagesgeschehen. Der Sitz ist in Nordhorn. Die verkaufte Auflage beträgt 22.191 Exemplare, ein Minus von 14 Prozent seit 1998.[2]

Grafschafter Nachrichten
Grafschafter Nachrichten Logo.svg
Beschreibung regionale Tageszeitung
Verlag Grafschafter Nachrichten GmbH & Co. KG
Erstausgabe 1. November 1949
Erscheinungsweise Montag bis Samstag
Verkaufte Auflage
(IVW 3/2017, Mo–Sa)
22.191 Exemplare
Reichweite (GN-Mediadaten[1]) 0,079 Mio. Leser
Chefredakteur Guntram Dörr
Herausgeber Gabriele Anderweit
Christian Hellendoorn
Geschäftsführer Jochen Anderweit
Weblink www.gn-online.de

In der Druckerei der GN im Nordhorner Industrie- und Gewerbepark (GIP) werden nicht nur die Grafschafter Nachrichten gedruckt, sondern neben verlagseigenen Sonderpublikationen auch beispielsweise die Ostfriesischen Nachrichten oder die Sonntagszeitung.

Die Grafschafter Nachrichten sind Partnerverlag der Neuen Osnabrücker Zeitung, von der sie die Mantelseiten beziehen.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Grafschafter Nachrichten wurden 1949 von den beiden Altverlegerfamilien Kip (Nordhorn/Neuenhaus) und Hellendoorn (Bentheim) gegründet. Die direkten Vorgängerzeitungen waren aus dem Verlag Kip die rechts-protestantischen Nordhorner Nachrichten und die ebenfalls aus diesem Verlag stammende, für die Niedergrafschaft bestimmte Zeitung und Anzeigeblatt aus Neuenhaus, das erstmals 1874 herausgegeben wurde.[3] 1943 musste das Neuenhauser Blatt mit den Nordhorner Nachrichten fusionieren.

Der Verlag Hellendoorn hatte die politisch neutralere, ebenfalls protestantisch orientierte Bentheimer Zeitung seit 1879 vertrieben, in der Zeit des Nationalsozialismus jedoch in Grafschafter Kreisblatt umbenannt. Alle weiteren Grafschafter Zeitungen waren in der NS-Zeit aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen zugunsten dieser beiden Verlage eingestellt worden, so z. B. der katholische Nordhorner Anzeiger, die Schüttorfer Zeitung, das Nordhorner Tageblatt oder die Grafschafter Wochen-Rundschau. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründeten beide Verlagshäuser gemeinsam die Grafschafter Nachrichten, deren erste Ausgabe am 1. November 1949 erschien.[4] Die Startauflage betrug 6 000 Stück.[5]

1967 übernahmen die GN die inzwischen stark reduzierte Auflage des Konkurrenzblatts Grafschafter Tagespost.[6]

Aufgrund der Zeitungskrise und des Zeitungssterbens in den frühen 1970er Jahren gingen die GN ab dem 1. April 1974 eine Kooperation mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) dergestalt ein, dass diese den Zeitungsmantel, also die überregionalen Nachrichten und Meldungen, fertig lieferte, den Druck durchführte und das Anzeigengeschäft koordinierte. Bei den GN selbst werden seither nur noch Lokalteil, lokaler Sportteil und regionaler Anzeigenteil erstellt.[7]

Nachdem bereits 1976 die Verlagsgebäude am Ootmarsumer Weg zu klein geworden waren und sich eine Erweiterung als nicht durchführbar erwies, wurde in Nordhorns damals neuem Gewerbe- und Industriepark (GIP) ein neues Gebäude errichtet, das am 15. August 1980 bezogen wurde. Die Geschäftsstelle verblieb in der Hauptstraße. Ende 1982 wurde ein Kaufvertrag für eine 32seitige Offset-Rotationsmaschine Uniman 4/2 geschlossen, womit auf Offsettechnik umgestellt werden konnte. 1984 wurde die neue Druckerei in Betrieb genommen, die die jetzige Auflage von 26 000 Exemplaren in gut einer Stunde drucken konnte. Im November 1987 wurde der Grundstein für ein neues Verwaltungsgebäude gelegt, das im Frühjahr 1988 bezogen wurde.[8]

Ab Dezember 1997 erschienen die GN in einer inhaltlich und gestalterisch neuen Aufmachung. Die regionale Berichterstattung wurde auf Ereignisse jenseits der Kreisgrenzen und in die Niederlande ausgeweitet und samt einem neuen Kulturteil wieder vollständig in der Nordhorner Redaktion hergestellt. Gleichzeitig begann der Internetauftritt der GN.[9]

In der Debatte um die Einführung eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger positionierten sich die Grafschafter Nachrichten 2013 als eines von wenigen Verlagshäusern gegen das Leistungsschutzrecht.[10]

AuflageBearbeiten

Die Grafschafter Nachrichten haben wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 14 Prozent gesunken.[11] Sie beträgt gegenwärtig 22.191 Exemplare.[12] Das entspricht einem Rückgang von 3615 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 88,5 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[13]

 


BeteiligungenBearbeiten

Seit Anfang 2011 sind die Grafschafter Nachrichten mit 25,2 % an dem neuen regionalen Fernsehsender ev1.tv für die Region Emsland/Grafschaft Bentheim beteiligt.[14]

LiteraturBearbeiten

  • Grafschafter Nachrichten (Hrsg.): Grafschafter Nachrichten. 125 Jahre Zeitung. 125 Jahre Zeitgeschehen, Bad Bentheim (1999).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.gn-online.de/de/gn-intern/mediadaten.html
  2. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  3. 125 Jahre "Grafschafter Nachrichten". Abgerufen am 14. April 2015.
  4. gn-online.de: Die Wurzeln der Grafschafter Nachrichten, abgerufen am 16. September 2011.
  5. 125 Jahre Zeitgeschehen Zeitung. Grafschafter Nachrichten GmbH (Hrsg.), S. 25
  6. 125 Jahre Zeitgeschehen Zeitung. Grafschafter Nachrichten GmbH (Hrsg.), S. 27
  7. 125 Jahre Zeitgeschehen Zeitung. Grafschafter Nachrichten GmbH (Hrsg.), S. 27/28
  8. 125 Jahre Zeitgeschehen Zeitung. Grafschafter Nachrichten GmbH (Hrsg.), S. 28/29
  9. 125 Jahre Zeitgeschehen Zeitung. Grafschafter Nachrichten GmbH (Hrsg.), S. 30
  10. zeit.de: Kommt das Gesetz, fangen die Probleme an, abgerufen am 25. März 2013.
  11. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  12. laut IVW, drittes Quartal 2017, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  13. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  14. Niedersächsische Landesmedienanstalt: Pressemitteilung vom 10. Februar 2011 - Weitere Veranstalter für regionales Fernsehen in Niedersachsen zugelassen, abgerufen am 16. September 2011.