Grabhügelnekropole Wolsfeld

historisches Grabfeld in der Ortsgemeinde Wolsfeld sowie dem Wohnplatz Wolsfelder Berg im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz

Koordinaten: 49° 54′ 11″ N, 6° 26′ 36″ O

Grabhügelnekropole Wolsfeld
p1
f1
Lage Rheinland-Pfalz, Deutschland
Fundort Wolsfeld
Grabhügelnekropole Wolsfeld (Rheinland-Pfalz)
Grabhügelnekropole Wolsfeld
Wann Urnenfelderzeitliche Hügelgräber

Die Grabhügelnekropole Wolsfeld ist ein eisenzeitlich-römisches Gräberfeld in der Ortsgemeinde Wolsfeld sowie dem Wohnplatz Wolsfelder Berg im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz.

BeschreibungBearbeiten

Das Gebiet um Wolsfeld war schon in der Frühzeit stark besiedelt, was durch den Fund mehrerer historischer Grabstätten bestätigt werden konnte. Entdeckt wurden eine ausgedehnte Grabhügelnekropole im Wolsfelder Wald[1], ein frührömisches Brandgräberfeld östlich der Gemeinde[2], eine römische Grabkiste nördlich des Ortes[3] und ein römisches Brandgrab nordwestlich von Wolsfeld.[4]

Die Nekropole stammt aus der Zeit zwischen 1300 bis 800 v. Chr.[1] Das Brandgräberfeld ist aus dem 5. bis 1. Jahrhundert v. Chr.[2] Die einzelne römische Grabkiste sowie das einzelne römische Brandgrab stammen aus der Zeit zwischen 500 v. und 500 n. Chr.[3][4]

Archäologische BefundeBearbeiten

GrabhügelnekropoleBearbeiten

1969 entdeckte man westlich von Wolsfeld an der Gemeindegrenze zu Dockendorf im Wolsfelder Wald eine ausgedehntes Feld von Grabhügeln sowie zwei Dämme. Nach einer ersten Begehung konnten 44 Hügel ausgemacht werden. Noch im selben Jahr wurde einer dieser Grabhügel ausgegraben und man konnte zwei urnenfelderzeitliche Bestattungen beobachten. Nach Einschätzung des Rheinischen Landesmuseums Trier stammt ein Großteil der Nekropole aus dieser Zeit, wobei auch einige Bestattungen in der Eisenzeit vermutet werden. Die Datierung erstreckt sich somit auf die Zeit zwischen 1300 v. und 800 v. Chr. Weitere Untersuchungen fanden bisher nicht statt.[1]

Frührömisches BrandgräberfeldBearbeiten

1982 wurden beim Tiefpflügen auf einem Acker nordöstlich von Wolsfeld, unmittelbar an der Gemeindegrenze zu Niederstedem, mehrere frührömische Brandgräber zerstört. Neben Leichenbrand wurden zahlreiche Keramikscherben aufgefunden, die jedoch nicht mehr nach Grabinventaren getrennt werden konnten. Ungewöhnlich ist der relativ hohe Anteil von augusteischen Funden. Das Gräberfeld reicht eventuell noch in die Spätlatènezeit zurück. Die jüngsten Funde gehören dem Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. an. Rund 300 m östlich lag eine römische Siedlung, von der sich älteren Berichten zufolge eine gepflasterte Straße nach Westen, also in Richtung des Gräberfeldes, zog.[2][5]

Römische GrabkisteBearbeiten

Um das Jahr 1900 wurde nordwestlich von Wolsfeld in einem Tal nahe der Nims eine römische Grabkiste entdeckt. Diese besteht aus Sandstein mit einer Deckplatte. Bemerkenswert sind die Größe der Kiste sowie der Fund einer vierkantigen, zweihenkligen Flasche aus hellgrünem Glas. Die zeitliche Einordnung liegt hier zwischen 500 v. und 500 n. Chr.[3][6]

Römisches BrandgrabBearbeiten

1914 fand man am Rande einer Hochfläche westlich von Wolsfeld beim Sandabbau ein einzelnes zerstörtes römisches Brandgrab. Geborgen werden konnten nur noch eine Art Urne sowie mehrere Steinplatten, die als Umstellung dienten. Die zeitliche Einordnung liegt zwischen 500 v. und 500 n. Chr.[4][7]

Erhaltungszustand und DenkmalschutzBearbeiten

Die Grabhügelnekropole befindet sich innerhalb eines ausgedehnten Waldgebietes und ist vollständig erhalten. Das römische Brandgräberfeld wurde durch den Ackerbau vollständig zerstört. Gleiches gilt für das einzelne römische Brandgrab, welches bereits beim Auffinden zerstört war. Die römische Grabkiste befindet sich unmittelbar an der Nims; der Erhaltungszustand und Verbleib der Funde sind unbekannt.

Die Grabhügelnekropole ist als eingetragenes Kulturdenkmal im Sinne des Denkmalschutzgesetzes des Landes Rheinland-Pfalz (DSchG)[8] unter besonderen Schutz gestellt. Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind genehmigungspflichtig, Zufallsfunde an die Denkmalbehörden zu melden.

LiteraturBearbeiten

  • Dirk Krausse: Eisenzeitlicher Kulturwandel und Romanisierung im Mosel-Eifel-Raum. Die keltisch-römische Siedlung von Wallendorf und ihr archäologisches Umfeld. Zabern, Mainz 2006, ISBN 3-8053-3507-5.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Grabhügelnekropole Wolsfeld. In: Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier. Abgerufen am 12. März 2021.
  2. a b c Frührömisches Brandgräberfeld Wolsfeld. In: Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier. Abgerufen am 12. März 2021.
  3. a b c Frührömische Grabkiste Wolsfeld. In: Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier. Abgerufen am 12. März 2021.
  4. a b c Römisches Brandgrab Wolsfeld. In: Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier. Abgerufen am 12. März 2021.
  5. Frührömische Brandgräber bei 49° 54′ 47,1″ N, 6° 29′ 27,9″ O.
  6. Römische Grabkiste bei 49° 54′ 46,2″ N, 6° 27′ 44″ O.
  7. Römisches Brandgrab bei 49° 54′ 34″ N, 6° 26′ 51,3″ O.
  8. Denkmalschutzgesetz des Landes Rheinland-Pfalz