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Gottlieb Hünerwadel

Schweizer Politiker, Industrieller und Offizier

Gottlieb Hünerwadel (* 7. Juni 1744 in Lenzburg; † 6. Januar 1820 ebenda; heimatberechtigt in Lenzburg) war ein Schweizer Industrieller, Politiker und Offizier. Von 1803 bis 1815 war er Regierungsrat des Kantons Aargau.

Inhaltsverzeichnis

BiografieBearbeiten

Der Sohn des Lenzburger Ratsherrn Johann Hünerwadel übernahm die von ihm gegründete Rotfärberei sowie die vom Grossvater gegründete Bleicherei. Daneben betrieb er Handel mit Baumwolle, wodurch er zu einer der wohlhabendsten Personen im Berner Aargau aufstieg. Nachdem er seit 1774 dem Kleinen Rat der Stadt Lenzburg angehört hatte, wurde er 1782 vom Rat der Stadt Bern als erster Aargauer Untertan überhaupt zum Regimentsmajor gewählt. Vier Jahre später folgte die Ernennung zum Departementsmajor, 1795 jene zum Oberstleutnant.

Nach dem Zusammenbruch der alten Herrschaftsordnung war Hünerwadel ab 1798 der erste Präsident der Munizipalität Lenzburg. 1803 wurde er in den Grossen Rat des Kantons Aargau gewählt, dieser wiederum wählte ihn im selben Jahr in die Kantonsregierung. Er war für das Kirchen- und Erziehungswesen verantwortlich und präsidierte auch den Kommerzienrat. 1815 trat er als Regierungsrat zurück, 1818 auch als Grossrat.

Hünerwadel war als Förderer der Künste bekannt. In seinem Auftrag errichtete Carl Ahasver von Sinner 1784/85 ein herrschaftliches Anwesen im frühklassizistischen Stil, welches von der Aargauer Denkmalpflege zu den schönsten Bürgerhäusern des 18. Jahrhunderts gezählt wird. Es trägt heute die Bezeichnung Müllerhaus und ist Sitz einer kulturellen Institution.[1]

LiteraturBearbeiten

  • Biographisches Lexikon des Kantons Aargau 1803–1957. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 68/69. Verlag Sauerländer, Aarau 1958, S. 372–373.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Müllerhaus in Lenzburg