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Gorgast

Ortsteil der Gemeinde Küstriner Vorland

Gorgast ist ein 833 Einwohner (2006) umfassender Ortsteil der im Oderbruch gelegenen Gemeinde Küstriner Vorland in Brandenburg.

Gorgast
Koordinaten: 52° 34′ 6″ N, 14° 32′ 55″ O
Höhe: 13 m
Einwohner: 833 (2006)
Eingemeindung: 31. Dezember 1997
Postleitzahl: 15328
Vorwahlen: 033472, 033479
Gorgast (Brandenburg)
Gorgast

Lage von Gorgast in Brandenburg

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Gorgast wurde erstmals im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 erwähnt. 1584 brannte der Ort völlig nieder. Bis 1811 war die Kommende Gorgast eine Niederlassung des Johanniterordens. Nach der Aufhebung des Ordens 1811 wurde diese in ein königlich-preußisches Domänenamt umgewandelt, das Amt Gorgast, welches 1872/74 aufgelöst wurde.

Das durch den Pächter Gustav Wahnschaffe 1840 errichtete Gutshaus wurde im Jahr 1874 durch den Deichhauptmann und Pächter Gustav von Rosenstiel umgebaut. Eine neugotische Kirche wurde im Jahre 1888 erbaut. 1959 wurde auf den Grundmauern dieses 1945 in der Schlacht um Küstrin zerstörten Baus die Dorfkirche Gorgast errichtet, die unter Denkmalschutz steht.[1]

Ab 1900 produzierte in Gorgast eine Zuckerfabrik.

Im Gorgaster Park, der durch Peter Joseph Lenné angelegt wurde, befindet sich das Denkmal für die gefallenen deutschen Soldaten des Zweiten Weltkrieges. Hier wurde der am 27. November 1924 in Brandenburg geborene und am 21. März 1945 als Panzergrenadier gefallene Leutnant Johann-Albrecht Sigismund von Bülow, ein jüngerer Bruder Loriots, bestattet.[2]

Am 31. Januar 1997 schlossen sich die bis dahin selbständigen Gemeinden Gorgast, Manschnow und Küstrin-Kietz zur Gemeinde Küstriner Vorland zusammen.[3]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1875 1890 1910 1925 1933 1946 1993 1996 2006
Einwohnerzahl[4] 1699 1615 1239 1413 1296 1183 889 877 833
 

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Dorfkirche in Gorgast.
 
Gutsanlage in Gorgast.

BauwerkeBearbeiten

  • Die 1959 eingeweihte Dorfkirche Gorgast gehört zu den in der Frühzeit der DDR neu errichteten Sakralbauten. Die Ausstattung ist überwiegend neuzeitlich und stammt aus der Bauzeit der Kirche. Das Altarretabel ist aus französischem Bleiglas und hat einen Durchmesser von 1,8 m. Die Fünte stammt aus dem Vorgängerbau aus dem Jahr 1888; die Orgel aus der Werkstatt von Wilhelm Sauer.
  • Gutshaus von 1840
  • Fort Gorgast, erbaut 1883–1889, gilt als besterhaltenes Außenfort der Festung Küstrin, zu der es gehörte

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Küstriner Vorland mit den in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Baudenkmale aller Ortsteile.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Gorgast liegt unmittelbar nördlich der Bundesstraße 1 an der Landesstraße L 33 von Letschin nach Manschnow.

Der an der Preußischen Ostbahn gelegene Bahnhof Gorgast ist Haltepunkt für Züge der grenzüberschreitenden Regionalbahn-Linie RB 26 Berlin-OstkreuzKostrzyn.

VeranstaltungenBearbeiten

Jedes Jahr im Sommer findet im Fort Gorgast das Umsonst und draußen Oderbruch Open Air (OBOA) statt.

Jährlich wird im Park Gorgast ein Reit- und Springturnier veranstaltet.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gorgast – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Gorgast in der RBB-Sendung Landschleicher vom 30. Januar 2005

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Baudenkmal wird saniert in „Märkische Oderzeitung“, 3. April 2009
  2. Genealogisches Handbuch des Adels. v. Bülow, Band 92 der Gesamtreihe; Limburg (Lahn): C. A. Starke, 1987, S. 175
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997
  4. Das Genealogische Orts-Verzeichnis: Gorgast