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Gollenberg (Havelland)

Gemeinde im Landkreis Havelland, Brandenburg
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Gollenberg führt kein Wappen
Gollenberg (Havelland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gollenberg hervorgehoben
Koordinaten: 52° 44′ N, 12° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Havelland
Amt: Rhinow
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 30,51 km2
Einwohner: 405 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner je km2
Postleitzahl: 14728
Vorwahl: 033875
Kfz-Kennzeichen: HVL, NAU, RN
Gemeindeschlüssel: 12 0 63 094
Adresse der Amtsverwaltung: Lilienthalstraße 3
14728 Rhinow
Website: www.rhinow.de
Bürgermeisterin: Iris Hoffmann (FDP)
Lage der Gemeinde Gollenberg im Landkreis Havelland
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Über dieses Bild

Gollenberg ist eine amtsangehörige Gemeinde ohne namengebenden Hauptort im Nordwesten des Landkreises Havelland. Sie gehört zum Amt Rhinow. Seit September 2013 führt die Gemeinde auf Beschluss des Gemeinderates die Zusatzbezeichnung Lilienthal-Gemeinde, für die am 21. Oktober 2013 die offizielle Genehmigung durch das Innenministerium Brandenburg erfolgte[2] und die damit auch auf Ortseingangsschildern angebracht werden darf.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Gollenberg liegt zwischen Friesack und Rhinow, 35 km nördlich von Brandenburg an der Havel und 45 km westlich der Berliner Stadtgrenze.

GemeindegliederungBearbeiten

Als Ortsteile der Gemeinde sind ausgewiesen:[3]

  • Schönholz-Neuwerder
  • Stölln

Wohnplätze sind:

  • Horst
  • Neuwerder
  • Ohnewitz
  • Schönholz

GeschichteBearbeiten

 
Ehemaliges Rittergut Stölln (19. Jh.)

1441 kam fast das gesamte Ländchen Rhinow, darunter Stölln, für 500 Jahre in den Besitz der Familie von der Hagen als bischöflich havelbergische Lehensnehmer. Zur Verteidigung ihrer Besitzungen erbauten sie mehrere feste Häuser und Burgen entlang der Havel.

Seit Ostern 1894 nutzte der Segelflugpionier Otto Lilienthal den Gollenberg regelmäßig als Ausgangspunkt für seine Erprobungsflüge. Auch nach seinem Absturz am 9. August 1896 blieb der Gollenberg stets beliebter Ausgangspunkt für Segel- und Motorflieger. 1936 wurde zu Füßen des Gollenbergs eine Segelflugschule errichtet, die u. a. auch von Charles Lindbergh besichtigt wurde. 1940 brannte das Gebäude der Segelflugschule nieder. Der Segelflugbetrieb und die Ausbildung von Segelfliegern wurden jedoch bis 1945 fortgesetzt.

Die Gemeinde Gollenberg entstand im Zuge der Brandenburger Gemeindegebietsreform am 31. Dezember 2002 aus einer Fusion der Gemeinden Schönholz-Neuwerder und Stölln.[4] Namengebend war der zwischen den Ortsteilen Stölln und Neuwerder liegende Gollenberg. Er ist mit 109,2 Metern die höchste Erhebung im westlichen Havelland.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Schönholz-
Neuwerder
Stölln Jahr Gollenberg Jahr Gollenberg
1875 169 413 2002 481 2015 408
1910 126 434 2005 472 2016 413
1939 106 272 2010 429 2017 407
1946 381 575 2011 432 2018 405
1950 360 544 2012 433
1971 242 414 2013 429
1990 202 325 2014 417
1995 185 318
2000 210 295
2001 209 290

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[5][6][7]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Gemeindevertretung von Gollenberg besteht aus acht Gemeindevertretern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[8]

Ortsbeiräte gibt es in Schönholz-Neuwerder und Stölln.

BürgermeisterBearbeiten

  • 2003–2008: Bernd Dahlmann[9]
  • seit 2008: Iris Hoffmann (FDP)[10]

Hoffmann wurde bei der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 59,9 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[11] in ihrem Amt bestätigt.[12]

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

In der Liste der Baudenkmale in Gollenberg (Havelland) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler.

Stölln war mit dem Fliegerpark und dem Lilienthal-Centrum einer der fünf Standorte der Bundesgartenschau 2015.

 
Flugplatz Stölln/Rhinow, Iljuschin Il-62

MuseumBearbeiten

Im Ortskern von Stölln wurde am 1. April 2011 in der renovierten Alten Brennerei das neue Lilienthal-Centrum eingeweiht und einen Tag später eröffnet. In diesem Centrum wird mit einer bühnenhaften Ausstellung auf einer Fläche von fast 500 m² über das Leben und Wirken Otto Lilienthals und über die Anfänge der Fliegerei berichtet.

FlugplatzBearbeiten

Als besondere Attraktion befindet sich auf dem Stöllner Flugplatz eine nach Lilienthals Ehefrau „Lady Agnes“ getaufte IL 62 der Interflug. Der Pilot Heinz-Dieter Kallbach landete die Maschine gemeinsam mit dem Copiloten Peter Bley, dem Bordingenieur Ulli Müller und dem Navigator Rudolf Döge dort zu Ehren Otto Lilienthals im Oktober 1989. Diese erste geplante Landung eines Langstreckenjets auf einer nur 900 m langen Graspiste ging ins Guinness-Buch der Rekorde ein. In dem Flugzeug wird ein etwa 20-minütiger Film über die spektakuläre Landung gezeigt, ferner dient das Flugzeug auch als Standesamt.

Auf der Spitze des Gollenbergs befindet sich seit dem 14. September 2007 eine über vier Meter hohe Skulptur des Flugpioniers (Windharfe), die der Künstler Ernst Baumeister (* 1956) geschaffen hat. Weitere Denkmäler erinnern an die Absturzstelle des Flugpioniers Lilienthal und an seinen Segelflugmechaniker Paul Beylich.

Der Flugsportverein „Otto Lilienthal“ Stölln/Rhinow e.V. setzt die Tradition der Sportfliegerei auf dem Flugplatz am Gollenberg fort. Der Luftsportlandesverband Brandenburg veranstaltete hier von 1997 bis 2006 jährlich das Jugendvergleichsfliegen, das als Qualifikation für den Bundesausscheid nötig ist. 2007 fand dieser Bundesausscheid, das Bundesjugendvergleichsfliegen, auf dem Stöllner Flugplatz statt. 2009 wurde die Brandenburgische Landesmeisterschaft, 2011 ein Qualifikationswettbewerb für die Deutsche Juniorenmeisterschaft und 2012, das Highlight der Vereinsgeschichte, die Deutsche Juniorenmeisterschaft im Streckensegelflug vom FSV Stölln/Rhinow ausgetragen.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Auf dem Flugplatz findet seit 2005 jedes Jahr im Juli das Goa-Festival Antaris statt.[13] 2015 nahmen 14.000 Besucher daran teil.[14] Bereits vor 2005 existierte dort das ähnliche Shiva-Moon-Festival.[15]

Im Ortsteil Gollenberg-Stölln findet jedes Jahr am ersten Augustwochenende das Lilienthalfest statt.

NaturschutzBearbeiten

Der im Naturpark Westhavelland gelegene Gollenberg steht mit einer Fläche von 58,14 Hektar seit 1996 unter Naturschutz. Als Schutzzweck wird insbesondere der Standort seltener und bedrohter Pflanzengesellschaften, Nachtfalter, Kleinvögel und Reptilien genannt. Eine weitere besondere Eigenart ist die eiszeitlich geprägte Moränenabbruchkante.[16]

VerkehrBearbeiten

Gollenberg liegt an der Landesstraße L 17 zwischen Rhinow und Friesack. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Neuruppin an der A 24 Hamburg–Berlin. Sie ist etwa 40 km entfernt.

In jeweils 15 km Entfernung liegen die Bahnhöfe Neustadt (Dosse) und Friesack(Mark) an der Bahnstrecke Berlin–Hamburg. Sie werden von der Regionalexpresslinie RE 2 Wismar–Berlin–Cottbus bedient.

Der Linienbus 687 der Havelbus-Verkehrsgesellschaft verkehrt zwischen Friesack (Mark) und Rathenow.

Der Flugplatz Stölln/Rhinow hat regelmäßigen Flugbetrieb am Wochenende von Anfang April bis Ende Oktober. Als Sonderlandeplatz ist ein Anfliegen des Platzes auf Anfrage auch unter der Woche möglich.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Mitteilung des Innenministeriums Brandenburg
  3. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Gollenberg
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Havelland. S. 14–17
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  7. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  9. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 25
  10. Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 9
  11. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  12. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  13. Webpräsenz des Antaris-Projects
  14. Christin Schmidt: Todesfall überschattet Hippie-Festival. Märkische Allgemeine, abgerufen am 9. Juli 2015.
  15. Christin Schmidt: Hippie-Festival: Todesursache noch unklar. Märkische Allgemeine, abgerufen am 9. Juli 2015.
  16. Verordnung über das Naturschutzgebiet Gollenberg des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung Brandenburg vom 1. Dezember 1995