Goldbeck (Altmark)

Gemeinde im Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Goldbeck (Altmark) führt kein Wappen
Goldbeck (Altmark)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Goldbeck (Altmark) hervorgehoben

Koordinaten: 52° 43′ N, 11° 51′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Stendal
Verbandsgemeinde: Arneburg-Goldbeck
Höhe: 26 m ü. NHN
Fläche: 26,85 km2
Einwohner: 1403 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner je km2
Postleitzahl: 39596
Vorwahl: 039388
Kfz-Kennzeichen: SDL, HV, OBG
Gemeindeschlüssel: 15 0 90 180
Adresse der Verbandsverwaltung: An der Zuckerfabrik 1
39596 Goldbeck
Website: www.arneburg-goldbeck.de
Bürgermeister: Torsten Dobberkau
Lage der Gemeinde Goldbeck (Altmark) im Landkreis Stendal
AlandAlandAltmärkische HöheAltmärkische WischeArneburgBismark (Altmark)Bismark (Altmark)EichstedtGoldbeckHasselHavelbergHohenberg-KrusemarkHohenberg-KrusemarkIdenKamernKlein SchwechtenKlietzOsterburgRochauSandau (Elbe)ScholleneSchönhausen (Elbe)StendalStendalStendalStendalSeehausenSeehausenTangerhütteTangermündeWerben (Elbe)Wust-FischbeckZehrentalSachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Goldbeck ist eine Gemeinde im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt. Sie ist Mitgliedsgemeinde der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck.

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde Goldbeck mit ihren 5 Ortsteilen liegt zwischen den Städten Stendal und Osterburg (Altmark) in der Altmark. Goldbeck, ein Straßendorf mit Kirche,[2] liegt 11 Kilometer südöstlich von Osterburg (Altmark) und 12 Kilometer nördlich der Kreisstadt Stendal an der Uchte.[3]

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Goldbeck gehören die Ortsteile Goldbeck, Bertkow im Osten, Möllendorf im Norden, Plätz im Nordosten und im Nordwesten Petersmark mit dem Wohnplatz Tympen.[4]

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1285 wird ein hermanno de goltbeke in Stendal als Zeuge genannt.[5] Die erste urkundliche Erwähnung von Goldbeck stammt aus dem Jahre 1359 als to goldbeke, als Claus von Vincelberg das Lehnpferd aus Goldbeck überlassen wurde.[6]

Herkunft des OrtsnamensBearbeiten

Der Name Goldbeke ist deutschen Ursprungs und soll auf einen kieseligen Untergrund verweisen.[7]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1950 wurden die Gemeinden Möllendorf und Petersmark aus dem Landkreis Osterburg nach Goldbeck eingemeindet.[8]

Am 1. Januar 2009 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Bertkow mit ihren Dörfern und Ortsteilen Bertkow und Plätz nach Goldbeck eingemeindet.[9] Das Gemeindegebiet vergrößerte sich dadurch von 14,29 km² auf 26,85 km². Am 1. Juli 1950 war die Gemeinde Plätz in die Gemeinde Bertkow eingemeindet worden.[8] Der Ortsteil Plätz kam somit ab 1. Januar 2009 zu Goldbeck. Bereits am 30. September 1928 war der Gutsbezirk Alt-Bertkow mit der Landgemeinde Bertkow vereinigt worden.[10]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1734 99
1772 70
1790 84
1798 93
Jahr Einwohner
1801 101
1818 105
1840 100
1864 152
Jahr Einwohner
1871 0180
1885 0262
1895 0624
1905 1001
Jahr Einwohner
1925 1082
1939 1105
1946 1723
1964 1795
Jahr Einwohner
1971 1652
1981 1505
1993 1382
2006 1324

Quelle:[2]

ReligionBearbeiten

Die evangelische Kirche befindet sich an der Alten Dorfstraße, ihre Kirchengemeinde gehört zum Pfarrbereich Klein Schwechten im Kirchenkreis Stendal im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Die Kirchengemeinde Goldbeck gehörte früher zur Pfarrei Bertkow.[11]

Die katholische St.-Bernhard-Kirche wurde 1929 erbaut und 2013 geschlossen, sie befand sich an der Clara-Zetkin-Straße und gehörte zuletzt zur Pfarrei St. Anna in Stendal. 1946 kam mit Heimatvertriebenen ihr erster und einziger Pfarrer nach Goldbeck, zuvor wurden die Katholiken in Goldbeck von der Kirchengemeinde Osterburg aus betreut.

Die Volkszählung in der Europäischen Union 2011 zeigte, dass von den 9649 Einwohnern der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck 26,5 % der evangelischen und 2,8 % der römisch-katholischen Kirche angehörten.[12]

PolitikBearbeiten

In Goldbeck befindet sich der Sitz der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck, der weitere 7 Gemeinden angehören.

GemeinderatBearbeiten

Die Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 ergab folgendes Ergebnis:[13][14]

  • zwei Wählergruppen mit zusammen 88,2 %
    • acht Sitze Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Goldbeck
    • zwei Sitze Wählergemeinschaft Bertkow
  • ein Sitz eines Einzelbewerbers mit 11,8 %

Zwei Gemeinderäte sind Frauen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Goldbeck ist ein gotisierender Neubau aus dem Jahre 1894. Vom Vorgängerbau ist der rechteckige Westturm aus Feldstein erhalten, der wohl aus dem 15. Jahrhundert stammt. Seine Westseite wurde 1874 in Backstein weitgehend erneuert.[2] Weitere evangelische Kirchen befinden sich in den Ortsteilen.
  • Im Ortsteil Möllendorf steht eine Dorfkirche mit beachtenswerten alten Wandmalereien.
  • Gedenkstein von 1976 vor der Sekundarschule mit dem Namen der Geschwister Scholl, die als christliche Antifaschisten 1943 ermordet wurden
  • In Goldbeck steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges Form eines Tempels mit einer eingelassenen Metalltafel.[15]

VerkehrsanbindungBearbeiten

Der Goldbecker Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Magdeburg–Stendal–Wittenberge und war bis 1971 auch Ausgangspunkt der Kleinbahn Goldbeck–Werben (Elbe). Im Stundentakt hält die Linie S1 der S-Bahn Mittelelbe.

Von Goldbeck aus führen Landstraßen in die umliegenden Städte Osterburg (Altmark), Arneburg, Stendal und Werben (Elbe).

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Commons: Goldbeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2018 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 806–810.
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. April 2013 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2013). Halle (Saale) Mai 2013, S. 113 (destatis.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 24. August 2019]).
  5. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Band 15. Berlin 1858, S. 32 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000993~SZ%3D00040~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Band 17. Berlin 1859, S. 506 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000995~SZ%3D00544~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  7. Ernst Haetge: Der Kreis Osterburg (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 4). Hopfer, Burg bei Magdeburg 1938, DNB 361451652, S. 116–117.
  8. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 342, 346.
  9. StBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009
  10. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 213.
  11. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 124 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 28. Dezember 2019]).
  12. Datenbank Zensus 2011, Goldbeck, Religion
  13. Ingo Gutsche: Ein Duo überspringt 1000er-Marke. In: Stendaler Volksstimme. 28. Mai 2019, S. 16.
  14. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt 2019, Gemeinderatswahlen - Gemeinde Goldbeck - Landkreis Stendal. 27. September 2019, abgerufen am 12. Januar 2020.
  15. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. In: Goldbeck auf www.denkmalprojekt.org. 1. Dezember 2012, abgerufen am 28. Dezember 2019.