Goethe-Plakette (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst)

Auszeichnung des Landes Hessen

Die Goethe-Plakette ist die höchste Auszeichnung, die das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst seit 1949 in unregelmäßigen Abständen verleiht. Sie ist undotiert.

Urkunde zur Goethe-Plakette des Hessischen Kultusministers (1972)

GeschichteBearbeiten

Nach dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Regimes wurde von den Alliierten mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 8 Art. IV, vom 30. November 1945 das Tragen von militärischen oder zivilen Orden und Ehrenzeichen in Deutschland verboten. Dieses generelle Verbot wurde nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland durch das Gesetz Nr. 7 der Alliierten Hohen Kommission vom 21. September 1949 aufgehoben. Noch im gleichen Jahr stiftete der damalige Kultusminister Erwin Stein die Goethe-Plakette als Auszeichnung des hessischen Kultusministeriums. Sie war nach 1945 die erste staatliche Auszeichnung überhaupt.[1]

Die Plakette ist aus Bronze und wurde von dem Bildhauer Robert Bednorz entworfen. Auf der Vorderseite zeigt sie in Seitenansicht ein Kopfporträt von Johann Wolfgang von Goethe. Die Rückseite bildet ein fliegender Adler in symbolisierter Darstellung. Die Plakette wird in einer Schatulle zusammen mit einer Urkunde überreicht.

Die Plakette soll an Personen des öffentlichen oder kulturellen Lebens verliehen werden, die über die Erfordernisse ihres Berufes hinaus die Kunst und Kultur gefördert und geprägt haben und die durch ihr Lebenswerk in besonderer Weise zur kulturellen Entwicklung des Landes Hessen beigetragen haben. Die Träger der Goethe-Plakette werden vom Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst benannt.

Fast 240 Persönlichkeiten haben seit 1949 die Ehrung erhalten. Im November 2021 teilte das das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit, für alle vor 1928 geborenen Preisträgerinnen und Preisträger untersuchen zu lassen, "inwieweit sie im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung gewirkt haben". Die Studie wird vom Marburger Historiker und Politikwissenschaftler Albrecht Kirschner, der bereits eine Vorstudie zur NS-Vergangenheit hessischer Abgeordneter erstellt hat, durchgeführt. Die Ergebnisse sollen öffentlich zugänglich gemacht werden.[2]

Die Stadt Frankfurt am Main vergibt neben dem Goethepreis ebenfalls eine Goetheplakette.

Preisträger (Auswahl)Bearbeiten

Zu den Preisträgern gehören unter anderem:

WeblinksBearbeiten

  • Goethe-Plakette auf der Website des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessen-ABC: ein Nachschlagewerk, Hessendienst der Staatskanzlei, 1988 ISBN 978-3-89214-014-6, S. 444
  2. Experte soll Nazi-Vergangenheit von Trägern der Goethe-Plakette durchleuchten. hessenschau.de, 1. Dezember 2021 (abgerufen am 2. Dezember 2021) Audio
  3. Kunst in Hessen und am Mittelrhein. E. Roether, 1968 (google.de [abgerufen am 17. November 2021]).