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Ein Glockensachverständiger ist eine Person, die sich als Sachverständiger mit Glocken und deren Geläut befasst und entsprechende Gremien fachlich berät. Glockensachverständige werden bei Restaurierungen eines Geläuts, bei der Neubeschaffung von Glocken oder auch zur allgemeinen Zustandsbeurteilung von Glockentürmen hinzugezogen.

Glockensachverständige arbeiten in der Regel interdisziplinär mit Denkmalpflegern, Architekten, Statikern, Bauphysikern, Glockengießern sowie Technikern anderer Fachrichtungen zusammen.

AusbildungBearbeiten

Die Ausbildung zum Glockensachverständigen wurde früher von verschiedenen Hochschulen für Kirchenmusik angeboten, meist in Ergänzung zu einem Kirchenmusikstudium. Seit 2002 existieren in Deutschland nur noch zwei Hochschulen für Kirchenmusik, welche die Fachrichtung Glockenwesen anbieten. Es sind dies die Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg und die Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Halle. Die theoretische Ausbildung erfolgt in Form von studienbegleitenden Seminarreihen.

Glockensachverständige in den KirchenBearbeiten

Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche in Deutschland sehen vor, dass für größere Glockenprojekte der einzelnen Gemeinden ein Glockensachverständiger „amtlich“ von höherer Stelle als zuständig bestimmt werden kann. Einige Landeskirchen beziehungsweise Bistümer haben dafür hauptamtliche Stellen eingerichtet (oft in Verbindung mit dem Orgelsachverständigen); in anderen Landeskirchen sind die Glockensachverständigen neben ihrem Hauptberuf grundsätzlich freiberuflich tätig und werden für einen bestimmten Zeitrahmen ernannt.

Glockensachverständige beraten dabei nicht nur in technischen Belangen, sondern geben auch Hinweise für sinnvolle örtliche Läuteordnungen, erarbeiten glockenmusikalische Konzepte, stimmen das Geläut gegebenenfalls auf ein Nachbargeläut ab und erstellen Ordnungen für den Uhrschlag.

WeblinksBearbeiten