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Glockengießerei in Apolda
Schilling und Co.
Rechtsform Privat, von 1971 bis 1990 VEB
Gründung 1826
Auflösung August 1990
Sitz Apolda, Deutschland
Branche Gießerei

Historischer Standort der Glockengießerei in Apolda

Das Handwerk der Glockengießerei wurde in der thüringischen Stadt Apolda von 1722 bis 1988 betrieben.

Geläute aus der Apoldaer Produktion hängen in zahlreichen Sakralbauten auf fünf Kontinenten. Es wurden auch Glocken und Glockenspiele für öffentliche Gebäude gegossen. Insgesamt wurden wohl fast 20.000 Glocken in Apolda hergestellt.

Der letzte Guss einer Glocke fand in den 1980er Jahren statt. In Apolda erinnern das Glockenmuseum und das Weltglockengeläut an die große Tradition des Handwerks.

Inhaltsverzeichnis

Gießerei Rose/Gebrüder UlrichBearbeiten

Geschichtsüberblick der GießereiBearbeiten

Der erste Glockengießer, Johann Christoph Rose, war ab 1718[1] in Oßmannstedt ansässig und zog 1722 nach Apolda, um dort zwei Glocken für eine geplante Kirche zu gießen. Eine dieser Glocken hängt heute in der Apoldaer Lutherkirche. Nach dessen Tod war sein Bruder Martin Rose (1696–1758) als Nachfolger als Glockengießer tätig.

Nach dessen Tod übernahmen 1759 zunächst Johann Georg Ulrich junior, später auch Johann Gottlob Ulrich, Söhne des Lauchaer Glockengießers Johann Georg Ulrich, die Gießerei und führten sie unter dem Namen Gebrüder Ulrich. Es befindet sich dort das Glockenmuseum Laucha. Mit einem dritten Bruder, Johann Christoph Ulrich, der ebenfalls in das Unternehmen eintrat, gab es schließlich Streitigkeiten, bei denen unter anderem Johann Wolfgang Goethe als Hofrat konsultiert wurde.

Wegen der qualitativ überlegenen Konkurrenz musste die Firma Gebrüder Ulrich 1902 Konkurs anmelden. Heinrich Ulrich baute den Betrieb 1910 unter gleichem Namen wieder auf. Ihm gelang es, die Petersglocke des Kölner Doms (Decke Pitter) zu gießen, die größte am geraden Joch freischwingende Glocke der Welt. Nach seinem Tod erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Danach gingen die Geschäfte immer schlechter. Schließlich wurde die Gießerei 1949 von der DDR enteignet und aufgegeben.

Ein zweites Werk wurde 1921 in Kempten am Ostbahnhof eröffnet. 1930 zog sich die Betreiberfirma dort zurück und verpachtete das Werk an einen Glockengießer aus Kempten. Das Werk wurde bis in die 50er Jahre zum Glockengießen verwendet.[2] In Bockenem existierte ab 1918 vorübergehend die Firma Ulrich & Weule, eine Kooperation mit der Gießerei J. F. Weule.[3] Sie stellte Eisenhartgussglocken her.

Glockengießer der Familie RoseBearbeiten

  1. Johann Christoph Rose (* 9. September 1686 in Volkstedt; † 2. September 1749 in Apolda), seit 1722
  2. Martin Rose (* 30. September 1696 in Volkstedt; † 29. Januar 1758 in Apolda), seit 1750

Glockengießer der Familie UlrichBearbeiten

 
Glocke als Grabmal für Glockengießer­meister Heinrich Ulrich aus Apolda auf dem Historischen Friedhof Weimar
Die Glocke hat rückseitig die Inschrift: „Der Meister der grossen Glocke im Dom zu Köln“.
  1. Johann Georg Ulrich (* 1737/8 in Laucha; † 13. Oktober 1812 in Apolda), seit 1750
  2. Johann Gottlob Ulrich (* 1740/1 in Laucha; † 12. Januar 1825 in Apolda), seit 1763 mit 1.
  3. Johann Christoph Ulrich (* 1744/5 in Laucha; † 22. Mai 1812 in Apolda), seit 1767 mit 1. und 2.
  4. Johann Moritz Heinrich Ulrich (* 24. Juni 1821 in Apolda; † 22. Januar 1875 ebenda), 1863 Inhaber mit 5.
    1. Jakob Friedrich Johann Heinrich Ulrich (1. Juli 1850 in Apolda; † 25. Mai 1903 ebenda), 1884 Inhaber.
      1. Heinrich Richard Karl Ulrich (* 25. März 1876 in Apolda; † 12. Februar 1924 in Weimar), Neugründung 1910. Unter seiner Leitung entstand am 5. Mai 1923 die größte Glocke für den Kölner Dom, die Petersglocke, deren erstes Läuten in Köln er nicht mehr erlebte – er verstarb an einer schweren Grippe[4]. Sein Grabmal mit Glocke befindet sich auf dem Historischen Friedhof Weimar.[5]
  5. Franz Wilhelm August Ulrich (* 1. Oktober 1825 in Apolda; † 13. September 1897 ebenda), 1863 Inhaber mit 4.

Gießerei Carl Friedrich Ulrich / Franz SchillingBearbeiten

GeschichtsüberblickBearbeiten

 
1964: Eine der sechs Glocken für die Nikolaikirche in Leipzig wird aufgezogen, hergestellt von der Glockengießerei Schilling & Söhne aus Apolda.

1826 eröffnete Carl Friedrich Ulrich eine zweite, konkurrierende Gießerei. Sie wurde 1878 von Franz Schilling übernommen, einem Schwager Karl Richard Emil Ulrichs, der das Privileg als Hofglockengießer des Weimarer Großherzogs erhielt. Diese Glockengießerei, ab 1911 unter dem Namen Franz Schilling Söhne, spezialisierte sich auf Glockenspiele.

Ab 1888 bestand eine Gießereifiliale in Allenstein in Ostpreußen.

Die Kooperationsfirma Schilling & Lattermann in Morgenröthe-Rautenkranz stellte ab 1918 Stahl- und Eisenhartgussglocken her, bis am 30. November 1968 diese Gießerei abbrannte.[3]

In der NS-Zeit war die Gießerwerkstatt mehrfach Produzent von Glockenspielen im Rahmen der Propaganda des Dritten Reiches. Dort entstand u. a. 1936 ein Glockenspiel für die NS-Ordensburg Krössinsee[6], 1937 ein Glockenspiel für die NSDAP-Ordensburg Sonthofen.[7], aber auch 1939 für die Kirche von Lößnitz im Erzgebirge, die mit Hitler-Zitaten und anderen NS-Propaganda-Sprüchen verziert war.[8] Auch ein Glockenspiel für das Wisentahaus von Schleiz ließen die NS-Führer der damaligen Kreisstadt anfertigen – mit den passenden „Führer“-Zitaten.[9]

Während des Zweiten Weltkriegs kam die Tätigkeit vollständig zum Erliegen. Danach wurde das Geschäft mühsam wieder aufgebaut. In diesen Jahren wurden wieder zahlreiche Kirchenglocken hergestellt, um die Verluste durch Umgießen in Kriegsmaterialien zu ersetzen. In der DDR-Zeit entstand beispielsweise 1957 die Buchenwald-Glocke für die KZ-Gedenkstätte Buchenwald.[10] Im Jahr 1972 wurde der Betrieb zwangsenteignet und als VEB Glockengießerei Apolda in Volkseigentum überführt. Franz-Peter Schilling, der bis dato letzte Apoldaer Glockengießer, wurde formal als Direktor eingestellt. Er trat 1976 wegen der absurden Betriebsverhältnisse aus, um freischaffend weiterzuarbeiten. Bei der Rückgabe nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 an das Ehepaar Schilling war die Gießerei bereits verfallen.

Friedrich Wilhelm Schilling, ein Enkel von Franz Schilling, war zwischen 1949 und 1971 in Heidelberg Glockengießer. Die Gießerei wurde nach seinem Tod gegen seinen erklärten Wunsch weitergeführt und schließlich 1982 mit der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe zusammengelegt, die seitdem Karlsruher Glocken- und Kunstgießerei heißt.

Glockengießer der Familie UlrichBearbeiten

  1. Carl Friedrich Gottfried Ulrich (* 22. März 1801 in Apolda; † 22. Dezember 1848 ebenda), Begründer
    1. Ernst Friedrich Christian Ulrich (* 17. März 1830 in Apolda; † 2. September 1861 ebenda), Inhaber ab 1849
    2. Karl Richard Emil Ulrich (* 6. Juli 1835 in Apolda; † 16. Mai 1894 ebenda), Inhaber ab 1862

Glockengießer der Familie SchillingBearbeiten

  1. Franz Friedrich August Schilling (* 31. Oktober 1830 in Apolda; † 15. Januar 1926 ebenda), Inhaber ab 1878
    1. Otto Wolfgang Schilling (* 20. März 1882 in Apolda; † 25. August 1962 ebenda), ab 1911 Inhaber mit Franz August
      1. Friedrich Wilhelm Hans Kurt Schilling (* 2. September 1914 in Apolda; † 6. Juni 1971), Glockengießer in Heidelberg
    2. August Heinrich Friedrich Schilling (* 20. August 1886 in Apolda; † 15. April 1928 ebenda), ab 1911 Inhaber mit Otto Wolfgang
    3. Franz August Schilling (* 2. Februar 1897 in Apolda; † 10. Oktober 1977 ebenda), ab 1927 Inhaber mit Otto Wolfgang und August Heinrich
      1. Franz Peter Schilling (* 13. Februar 1930 in Jena; † 9. September 2001 in Apolda), 1972–1976 Direktor des VEB, danach freischaffend zusammen mit Ehefrau Margarete Schilling
 
Jubiläums-Glocke von 1976 mit der Aufschrift Glocken aus Apolda im Rathaus von Apolda: Anlass zum Guss war das Jubiläum 150 Jahre Glockengießerei Ulrich und Schilling (seit 1826) – die rückseitige Jahreszahl 1722 verweist auf Apoldas ersten Glockengießer­meister Johann Christoph Rose. Gegossen von Peter Schilling, gestaltet von Horst Jährling.

Siehe dazu auch:

Geläute und Glockenspiele aus Apolda (Auswahl)Bearbeiten

Jahr Ort für welches Objekt was Gießer, Bemerkungen, ggf. Bild
1722 Apolda Lutherkirche eine Glocke (e1) Johann Christoph Rose,
älteste Glocke aus Apolda
1870 Apolda Lutherkirche eine Glocke (gis1) C. F. Ulrich
1874 Leopoldshall
(damals eigenständig, seit 1. April 1946 nach Staßfurt eingemeindet)
Kirche St. Johannis (Leopoldshall) drei Glocken[11] Carl Friedrich Ulrich
1891 Weimar Herz-Jesu-Kirche drei Glocken mit Dis1 - Fis1 - H1 Ulrich; 1910 in den Turm gehoben[12]
1892 Berlin St. Mauritius drei Glocken aus Bronze Franz Schilling
1894 Berlin Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Glocken Franz Schilling
1899 Dresden Kreuzkirche fünf Glocken (e0–g0–ais0–h0–d1) (Das Bild zeigt die Glocke 2 – g0 aus der Dresdner Kreuzkirche.)

Franz Schilling

1901 Dar es Salaam Azania Front Lutheran Church drei Glocken Franz Schilling
1904 Groß Nossin (Pommern) eine Glocke aus Bronze (des1, Ø 700 mm) Schilling
1904 Lupow (Pommern) drei Glocken aus Stahl (as0, Ø 1230 mm, c1, Ø 960 mm, es1, Ø 810 mm) Schilling & Lattermann
1909 Hamburg Michaeliskirche Gemeindeältestenglocke und Kirchenvorsteherglocke Schilling Söhne
1909 Nürnberg Friedenskirche Friedensglocke (fis0, Ø 2343 mm, 8.330 kg) Franz Schilling
1909 Sageritz (Pommern) eine Glocke aus Bronze (Ø 750 mm) F. Schilling
1909 Tanunda Tabor Lutheran Church drei Glocken Franz Schilling
1910 Gestorf Uhrwerk Die hier abgestellte Glocke diente bis zu ihrer Ersetzung im Jahr 2012 als Uhrschlagglocke des Kirchturms.[13]
1910 Windhoek Christuskirche drei Glocken Franz Schilling
1914 Lusowo, damals Ostpreußen Dorfkirche ?
1914, April Schmölln (Thüringen) Kirche St. Maria immaculata drei Glocken aus Bronze (e1-g1-h1) Heinrich Karl Ulrich
1915 Rom Christuskirche drei Glocken Franz Schilling
1919 München Lukaskirche eine Glocke (a')
1919 Satow (Mecklenburg) Dorfkirche eine Glocke Franz Schilling
1920 Zirchow (Pommern) drei Glocken aus Stahl (a0, Ø 1100 mm, cis1, Ø 900 mm, e1, Ø 770 mm) Ulrich & Weule
1921 Abtsbessingen St. Crucis drei Glocken aus Eisenhartguss Ulrich & Weule
1921 Barntrup Evangelische Kirche Barntrup Stahlglocke Ulrich & Weule
1921 Greußenheim St. Bartholomäuskirche vier Stahlglocken, es-f-g-b Ulrich & Weule
1922 Köln Dom Petersglocke (c0, Ø 3220 mm, 24.000 kg) K. Richard Heinrich Ulrich; größte Glocke aus Apolda
1922 Neusalza-Spremberg Dreifaltigkeitskirche Neusalza, ehemalige Exulantenkirche drei bronzene Glocken (1094 kg? Ton: e1; 532 kg, Ton: gis1; 508 kg, Ton: h1) Franz Schilling & Söhne
Die beiden großen Glocken wurden zu Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 eingeschmolzen, nur die kleine Glocke verblieb der Kirche.
1923 Allenstein Evangelische Christus-Erlöser-Kirche drei Glocken Ulrich & Weule
1924 Berlin St. Mauritius zwei Glocken aus Stahl
1924 Borkum Reformierte Kirche drei Glocken aus Eisenhartguss
1924 Hamburg Michaeliskirche (Michel) Bürgerglocke, Schifffahrtsglocke und Pastorenglocke Schilling Söhne
1927 Konz-Karthaus, Evangelische Kirche zwei Glocken (g und b) als Ersatz für im Ersten Weltkrieg abgegebene Glocken. Im Zweiten Weltkrieg 1942 abgegeben und verschollen
1928 Bielefeld Jakobuskirche drei Glocken aus Eisenhartguss Schilling und Lattermann
1928 Leipzig Krochhochhaus am Augustusplatz die drei Glocken vom Schlagwerk
1928 (etwa) Tariverde, Rumänien Dobrudscha, 3 Klangstahlglocken
1930 Buenos Aires Palacio Legislativo Carillon: 30 Glocken; Geläut: fünf Glocken Schilling Söhne; größtes Carillon Südamerikas
1934 Sonthofen NS-Ordensburg 16 Glocken für ein Glockenspiel
1936 Krössinsee NS-Ordensburg Glockenspiel
1937 Lingen (Ems) St.-Josef-Kirche vier Bronzeglocken 1942 als Metallspende des deutschen Volkes abgegeben
1939 Lößnitz St. Johanniskirche Carillon mit 23 Glocken Schilling Söhne
Einziges Carillon mit Welte-Rollenspielautomatik. Die Beschriftung erfolgte mit völkischen und Hitler-Zitaten. Ältestes, original erhaltenes und funktionstüchtiges Carillon Deutschlands.[14][15]
1948 Apolda Lutherkirche eine Glocke (cis1) Schilling Söhne
1957 Buchenwald bei Weimar Gedenkstätte Buchenwald-Glocke im Glockenturm
1960 Lutherstadt Wittenberg Schlosskirche drei Glocken (h0–d1–e1) Schilling Söhne, Nachguss wegen vorheriger Kriegsvernichtung
1961 Erfurt Dom drei Glocken (a0–c1–d1) Schilling Söhne
1961 Nordhausen Nordhäuser Dom zwei Glocken (Mathildenglocke e1 / Maria-und-Nothelfer-Glocke gis1) Schilling Söhne
1964 Colbitz St. Nikolaus von der Flüe zwei Glocken aus Bronze
1964 Leipzig Nikolaikirche sechs Glocken mit einem Gesamtgewicht von 7800 kg
1969 Dresden Loschwitzer Kirche drei Glocken (e1–g1–a1) Schilling
1973 Dresden Dreikönigskirche drei Glocken (as0–c1–es1) Franz-Peter Schilling
1974 Magdeburg Rathaus Magdeburg Carillon mit 47 Glocken Franz-Peter Schilling
1974/75 Löcknitz Kirche drei Glocken Franz-Peter Schilling
1977 Kessin St. Godehard (Kessin) eine Glocke Franz-Peter Schilling
Magdeburg Klosterkirche St. Marien 10 Glocken Franz-Peter Schilling
1978 Neusalza-Spremberg Dreifaltigkeitskirche Neusalza zwei bronzene Glocken (450 kg, Ton: g1, 95 cm Durchmesser; 180 kg, Ton: c2, 69 cm Durchmesser) Das Geläut, bestehend aus diesen beiden Glocken und einer dritten, 1965 aus der Kirchgemeinde Gauernitz erworbenen Bronzeglocke (300 kg, 82 cm Durchmesser), ist noch heute in Gebrauch
1979 Erfurt Bartholomäusturm Carillon mit 60 Glocken Franz-Peter Schilling
1987 Berlin Französischer Dom Carillon mit 60 Glocken Franz-Peter Schilling, 1987

Anmerkung: Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. – Sie zeigt aber auch, dass während der beiden Weltkriege kaum Glocken für Kirchen, Rathäuser u. ä. entstanden.

EhrungBearbeiten

Zum Andenken an und als Dank für den letzten Glockengießermeister Franz Peter Schilling (1930–2001) – sowie damit ebenso für die viele Generationen umfassende Schillingsche Glockengießer-Tradition und deren Verdienste auch für die Stadt – gibt es in Apolda die Peter-Schilling-Straße[16].

VariaBearbeiten

Glocken und Bier aus Apolda

Seit Jahrzehnten verknüpft die Vereinsbrauerei Apolda zwei ihrer Biersorten mit dem Image des bekanntesten Markenzeichens der Kleinstadt: Das Apoldaer Glocken-Hell[17] und das Apoldaer Glocken-Pils[18] sind weit über die Region bekannt und verankert. Auch finden sich immer wieder Glocken sowohl auf historischen als auch auf aktuellen Bier-Etiketten.[19]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Rainer Thümmel; Roy Kreß; Christian Schumann: Als die Glocken ins Feld zogen … – Die Vernichtung sächsischer Bronzeglocken im Ersten Weltkrieg. Evangelische Verlagsanstalt Leipzig 2017, ISBN 978-3-374-05203-5[20] – Darin sind auf Seite 220 im „Verzeichnis der Gießer vernichteter Glocken“ für den Bereich der heutigen Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens zum Namen Schilling (unter Nr. 67 und 68) 68 sowie 29 vernichtete Glocken genannt (gesamt: 97), zum Namen Ulrich (unter Nr. 74 und 75) sind 25 sowie 58 vernichtete Glocken genannt (gesamt: 83). Ab 1919 gossen für kirchliche Auftraggeber aus Sachsen Franz Schilling Söhne bis 1939 insgesamt 486 Bronzeglocken und Gebrüder Ulrich bis 1937 insgesamt 159 Bronzeglocken (Quelle: ebenda, S. 153 und 158).
  • Manfred Hofmann: Die Apoldaer Glockengießerei – Alte und neue Geheimnisse. Weimar 2014, ISBN 978-3-86160-415-0 (Inhaltsverzeichnis).[21]
  • Ernst Fauer: Eisenhartgussglocken aus der Glockengießerei Ulrich & Weule. In: Apoldaer Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Apoldaer Heimat – Beiträge zur Natur und Heimatgeschichte der Stadt Apolda und ihrer Umgebung. Heft 36. Apolda 2018, S. 35–41.
  • Ernst Fauer: Glockengießer im Bereich Jena – Weimar – Apolda. In: Manfred Steinbach; Verein Technikgeschichte in Jena e. V. (Hrsg.): Jenaer Jahrbuch zur Technik- und Industriegeschichte. Band 13. Vopelius, Jena 2010, S. 107–127.
  • Ernst Fauer: Georg Schüler – ein unbekannter Apoldaer Glockengießer. In: Apoldaer Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Apoldaer Heimat – Beiträge zur Natur und Heimatgeschichte der Stadt Apolda und ihrer Umgebung. Heft 26. Apolda 2008, S. 57–60.
  • Ernst Fauer: Johann Christoph Rose – der Begründer der Glockengießertradition in Apolda. In: Apoldaer Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Apoldaer Heimat – Beiträge zur Natur und Heimatgeschichte der Stadt Apolda und ihrer Umgebung. Heft 21. Apolda 2003, S. 10–16.
  • Ernst Fauer: Heinrich Ulrich und seine Glockengießerei am Katharinenweg. In: Apoldaer Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Apoldaer Heimat – Beiträge zur Natur und Heimatgeschichte der Stadt Apolda und ihrer Umgebung. Heft 20. Apolda 2002, S. 20–26.
  • Ernst Fauer: Dem Glockengießermeister Franz-Peter Schilling zum Gedenken. In: Apoldaer Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Apoldaer Heimat – Beiträge zur Natur und Heimatgeschichte der Stadt Apolda und ihrer Umgebung. Heft 19. Apolda 2001, S. 7–11.
  • Margarete Schilling: Kunst, Erz und Klang. Die Werke der Glockengießerfamilien Ulrich/Schilling vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Berlin, 1992.
  • Kurt Hübner: Der Glockenguss in Apolda. Stadtmuseum Weimar, Weimar 1980, DNB 890909725.
  • Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen, Landeskirchenrat (Hg.) / Fritz Schilling[22]: Unsere Glocken – Thüringer Glockenbuch. Gabe der Thüringer Kirche an das Thüringer Volk. Gewidmet dem „Thüringer Glockengießermeister Dipl.-Ing. Franz Schilling in Apolda in Dankbarkeit für seine Arbeit zum Besten unserer Gemeinden“. Jena 1954, DNB 454355548.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ernst Fauer: Johann Christoph Rose – der Begründer der Glockengießertradition in Apolda. In: Apoldaer Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Apoldaer Heimat – Beiträge zur Natur und Heimatgeschichte der Stadt Apolda und ihrer Umgebung. Heft 21. Apolda 2003, S. 10–16.
  2. Christian Ilg: Firmengeschichten von Betrieben, die den Beginn der Industrialisierung einläuteten und zu deren Glanz beitrugen. In: Aus Kemptens vergangenen Tagen. III. Selbstverlag, Kempten 2006, S. 159.
  3. a b Ernst Fauer: Eisenhartgussglocken aus der Glockengießerei Schilling & Lattermann. In: Apoldaer Heimat 2005. Beiträge zur Natur und Heimatgeschichte der Stadt Apolda und ihrer Umgebung. Apolda, 2005. S. 28–32
  4. Ernst Fauer: Heinrich Ulrich und seine Glockengießerei am Katharinenweg. In: Apoldaer Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Apoldaer Heimat – Beiträge zur Natur und Heimatgeschichte der Stadt Apolda und ihrer Umgebung. Heft 20. Apolda 2002, S. 20–26., Seite 23
  5. Ernst Fauer: Heinrich Ulrich und seine Glockengießerei am Katharinenweg. In: Apoldaer Geschichtsverein e. V. (Hrsg.): Apoldaer Heimat – Beiträge zur Natur und Heimatgeschichte der Stadt Apolda und ihrer Umgebung. Heft 20. Apolda 2002, S. 20–26.
  6. Apoldaer Tageblatt 27. April 1936.
  7. Apoldaer Tageblatt 11. November 1937.
  8. Apoldaer Tageblatt 25. Mai 1939.
  9. Apoldaer Tageblatt 5. August 1936.
  10. Günther Ziegler: Wie die Buchenwaldglocke gegossen wurde, in: Deutscher Kulturbund Jena (Hg.): Altes und Neues aus Jena. Ein Heimatalmanach aus dem mittleren Saaletal, Jena 1960.
  11. Ernst Laue: Leopoldshall wie es früher war. Vom Ort einer Saline zum Stadtteil Staßfurt. Wartberg Verlag 2001, S. 26.
  12. Archivlink (Memento des Originals vom 28. Januar 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.herzjesu-weimar.de
  13. Tönendes sinnbild von Harminie. NDZ, abgerufen am 21. August 2019.
  14. Ev.-Luth. Kirchgemeinde Lößnitz-Affalter: Beitrag anlässlich des Apoldaer Weltglockengeläuts (Memento des Originals vom 13. November 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kirche-loessnitz.de
  15. Ev.-Luth. Kirchgemeinde Lößnitz-Affalter: Beitrag anlässlich des 70-jährigen Jubiläums des Lößnitzer Bronzeglockenspiels (Memento des Originals vom 13. Dezember 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kirche-loessnitz.de
  16. Archivlink (Memento des Originals vom 27. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.postleitzahlen.de.
  17. Archivlink (Memento des Originals vom 9. Februar 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vereinsbrauerei-apolda.de
  18. Archivlink (Memento des Originals vom 9. Februar 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vereinsbrauerei-apolda.de
  19. Bieretikettenkatalog.
  20. Inhaltstext
  21. Archivlink (Memento des Originals vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wartburgverlag.net
  22. = nicht verwandt mit der Glockengießerfamilie Schilling; Superintendent in Sonneberg-Oberlind