Glaspalast (Erlangen)

Hochhaus in Erlangen

Der Glaspalast in Erlangen ist ein 1959 bis 1962 errichtetes Hochhaus an der Kreuzung Werner-von-Siemens-Straße Ecke Mozartstraße. Das Gebäude wurde von dem Architekten Hans Maurer und der firmeneigenen Bauabteilung als Verwaltungsgebäude für die Siemens-Schuckertwerke entworfen. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege verzeichnet den heute von der Siemens AG genutzten Komplex als Baudenkmal unter der Denkmalnummer D-5-62-000-1032.[1][2]

Glaspalast
Glaspalast
Glaspalast von Westen, im Vordergrund der sogenannte „Rote Platz“
Basisdaten
Ort: Erlangen
Bauzeit: 1959–1962
Architekt: Hans Maurer, Bauabteilung der Siemens-Schuckertwerke
Nutzung/Rechtliches
Nutzung: Bürogebäude
Arbeitsplätze: 1600
Eigentümer: Siemens AG
Bauherr: Siemens-Schuckertwerke
Technische Daten
Höhe: 60 m
Etagen: 17
Baustoff: Stahlbeton, Aluminium
Anschrift
Stadt: Werner-von-Siemens-Straße 67, 91052 Erlangen
Land: Deutschland

Entstehung, Konzeption und GeschichteBearbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das unzerstörte Erlangen neben Berlin zweiter Hauptsitz der Siemens-Schuckertwerke. Im Zuge der Währungsreform und des Wirtschaftswunders errichtete das Unternehmen in Erlangen ab 1948 zahlreiche Produktionsstätten, Wohnsiedlungen und Verwaltungsgebäude, die das Stadtbild nachhaltig veränderten.[3] Der von Hans Hertlein entworfene und 1948 bis 1953 errichtete Himbeerpalast orientierte sich noch an den Bauten der 1920er Jahre in Berlin-Siemensstadt.[SL 1] Dagegen war die seit den 1950er Jahren von Hans Maurer entwickelte Architektur des Unternehmens deutlich von nordamerikanischen Vorbildern geprägt.[1]

Bei dem 17-geschossigen Glaspalast handelt es sich um einen Stahlbetonskelettbau, der über eine an den Ecken nicht zusammengeführte Aluminium-Glas-Vorhangfassade verfügt. Diese ist in ein quadratisches Raster mit waagrechten Zeilen unterteilt, die abwechselnd mit Fensterglas und blauem Verbundglas bestückt sind. Das Innere des Gebäudes besteht aus einem Erschließungs- und Funktionskern, um den Großraum- und Zellenbüros für rund 1.600 Angestellte angeordnet sind.[1][SL 2] In dem durch einen flachen Anbau nach Norden verlängerten Untergeschoss befindet sich eine Kantine, die im Jahr 2008 von den Architekten Babler + Lodde nach dem Originalentwurf von Hans Maurer saniert wurde.[4]

Die Gestaltung des Glaspalastes war zur Zeit der Entstehung außergewöhnlich modern und Teil der Corporate Identity der Firma Siemens. Das 60 Meter hohe wie breite und 25 Meter tiefe Gebäude war bei Fertigstellung das höchste Bürohochhaus in Bayern.[3]

WeblinksBearbeiten

 Commons: Glaspalast (Erlangen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Andreas Jakob: Himbeerpalast.
  2. Andreas Jakob: Glaspalast.
  • Sonstige Quellen
  1. a b c Denkmalliste für Erlangen (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
  2. Bayerischer Denkmalatlas (kartographische Darstellung der bayerischen Bau- und Bodendenkmäler durch das BLfD, erfordert JavaScript)
  3. a b Rudolf Förster: Erlangen wird Hauptsitz.@1@2Vorlage:Toter Link/w9.siemens.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 351 kB) In: Erlanger Nachrichten, 5. Juli 1995. Abgerufen am 30. August 2012.
  4. Mitarbeiterrestaurant, Siemens AG (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) bei german-architects.com

Koordinaten: 49° 35′ 25,5″ N, 11° 0′ 51,1″ O