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Giorgos Katroungalos

Griechischer Politiker
Giorgos Katroungalos

Giorgos Katroungalos (auch George oder Georgios Katrougalos oder Katrougkalos; griechisch Γιώργος Κατρούγκαλος, * 27. März 1963 in Athen) ist ein griechischer Jurist und Politiker (SYRIZA). Er ist Professor für Öffentliches Recht an der Demokrit-Universität Thrakien. Von 2014 bis Januar 2015 war er Mitglied des Europäischen Parlaments, danach wurde er stellvertretender Minister im Innenministerium mit Zuständigkeit für Verwaltungsreform im Kabinett Alexis Tsipras. Am 17. Juli 2015 wurde er als Arbeitsminister vereidigt.

AusbildungBearbeiten

Katroungalos absolvierte von 1980 bis 1985 ein Jurastudium an der Universität Athen, schloss ein Aufbaustudium (D.E.A.) in Verwaltungs- und Verfassungsrecht an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne an. 1987 erhielt er seine Zulassung als Rechtsanwalt in Athen. 1990 wurde er von der Université Paris 1 promoviert. Seine Dissertation mit dem Titel La crise de légitimité de l’Administration: Le cas de la Grèce („Die Legitimitätskrise der Verwaltung – Der Fall Griechenland“) wurde mit Mention Très honorable bewertet.[1]

Beruflicher WerdegangBearbeiten

1994 und erneut von 1997 bis 2002 war er als Rechtsberater für das griechische Bildungsministerium tätig. Zwischenzeitlich lehrte und forschte er als Gastprofessor bzw. Dozent an der Universität Roskilde in Dänemark und der Rechtsfakultät der Universität Athen. Seit 1997 ist er Mitglied des Center for European Constitutional Law. Von 1998 bis 2011 war er als Mediator und Schlichter bei der griechischen Organisation für Mediation und Schiedsverfahren akkreditiert. Von 2000 bis 2003 beriet er die Ständige Vertretung Griechenlands bei den Vereinten Nationen in deren Tätigkeit im Hauptausschuss 3 der Generalversammlung (soziale, humanitäre und kulturelle Fragen).[1]

2002 wurde er zum Associate Professor für Öffentliches Recht an der Dimokritos-Universität Thrakien berufen, dort leitete er das Institut für Sozialverwaltung. Von 2002 bis 2003 war er Vorstandsvorsitzender eines Staatsunternehmens für Berufsausbildung des griechischen Arbeitsministeriums, 2003 zudem Vorstandsmitglied des Europäischen Zentrums für die Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP). Von 2003 bis 2004 gehörte er einem Expertenkomitee des Außenministeriums an, das eine Verfassung für Europa ausarbeiten sollte. Katroungalos wirkte auch als Berater für rechtliche Reformen beziehungsweise den Aufbau von Institutionen in Usbekistan, Albanien, Mazedonien, Syrien und Armenien.[1]

Er hat eine Reihe von Büchern (teils auf Griechisch, teils auf Englisch) veröffentlicht, die sich hauptsächlich mit den Themen Sozial- und Wohlfahrtsstaat, soziale Rechte und Sozialpolitik beschäftigen.[2]

Politische TätigkeitBearbeiten

Bei der Europawahl 2014 wurde Katroungalos auf der Liste der SYRIZA ins Europäische Parlament gewählt. In der Fraktion GUE/NGL war er dort Mitglied in den Ausschüssen für Verkehr und Tourismus sowie für konstitutionelle Fragen.[3]

Nach dem Sieg von SYRIZA bei der Wahl im Januar 2015 wurde Katroungalos zum stellvertretenden Minister im Innenministerium mit Zuständigkeit für Verwaltungsreform ernannt. Im März 2015 berichtete die Zeitung To Vima, dass er als Rechtsanwalt einige Beamten vertreten haben soll, die im Rahmen der Sparmaßnahmen gegen die Griechische Staatsschuldenkrise entlassen worden waren, und zugleich als Regierungsmitglied deren Wiedereinstellung betrieben habe, wofür er wiederum als Anwalt eine Provision verlangt haben soll. Ihm wurde zumindest ein Interessenkonflikt wenn nicht gar Korruption vorgeworfen.[4] Die Vorwürfe stellten sich jedoch als haltlos heraus.[5]

FamilieBearbeiten

Katroungalos ist verheiratet und hat zwei Töchter.[2]

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Ανισότητες και Δίκαιο [Anisotites kai Dikaio; Ungleichheiten und Recht]. Alexandria, Athen 2014.
  • The (Dim) Perspectives of the European Social Citizenship. Jean Monnet Working Paper Nr. 05/07, NYU School of Law, New York 2007.
  • Southern European welfare states. Problems, challenges and prospects. Gemeinsam verfasst mit Gabriella Lazaridis. Palgrave Macmillan, 2003.
  • The South European Welfare Model. The Greek Welfare State, in Search of an Identity. In: Journal of European Social Policy February, Band 6, Nr. 1, 1996, S. 39–60, doi:10.1177/095892879600600103.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Giorgos Katrougalos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Tabellarischer Lebenslauf George Katroungalos, abgerufen am 22. März 2015
  2. a b Lebenslauf George S.-P. Katrougalos auf der Webseite der Dimokritos-Universität Thrakien, abgerufen am 22. März 2015
  3. Abgeordnetenprofil Georgios KATROUGKALOS, Website des Europäischen Parlaments, abgerufen am 22. März 2015
  4. Giorgos Christides: Minister in der Kritik – Korruptionsskandal erschüttert Griechenland. In: Spiegel Online, 22. März 2015
  5. Wassilis Aswestopoulos: Gibt es negative Korruption? in: heise online, 23. März 2015