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Gilbert Murray

George Gilbert Aimé Murray FBA, OM (* 2. Januar 1866 in Sydney, Australien; † 20. Mai 1957 in Oxford, England) war ein britischer Altphilologe australischer Herkunft.

LebenBearbeiten

Im Alter von elf Jahren zog er 1877 mit seiner Mutter nach Großbritannien und studierte ab 1884 am St John’s College der Universität Oxford, wo er mit mehreren Preisen für seine Leistungen in der Klassischen Philologie ausgezeichnet wurde. Von 1889 bis 1899 war er Professor für Griechisch an der Universität Glasgow, von 1908 bis 1936 an der Universität Oxford (Regius Professor of Greek). 1927 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. 1931 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.[1]

Murray arbeitete insbesondere zum griechischen Drama und seinen Ursprüngen sowie zur griechischen Religion, insbesondere in Zusammenarbeit mit Jane Ellen Harrison und den beiden weiteren Cambridge Ritualists Francis Macdonald Cornford und Arthur Bernard Cook (1868–1952). Im englischsprachigen Raum ist er auch durch seine Übersetzungen griechischer Dramen bekannt. Er stand international mit zahlreichen Forschern in engem Kontakt, darunter Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff und dessen Schüler Paul Maas. Darüber hinaus war Gilbert Murray ab 1918 als Jurymitglied im Komitee der Vergabe des Hawthornden-Preises tätig, dem ältesten Literaturpreis in Großbritannien.[2][3]

SchriftenBearbeiten

  • Das Problem der auswärtigen Politik. Eine betrachtung der jetzigen Gefahren und der besten Methoden, ihnen zu begegnen. Nach der Ausgabe für Amerika aus dem Englischen übersetzt von Luise Kautsky. Mit einem Geleitwort von Karl Kautsky. J. H. W. Dietz Nachf., Berlin 1922.
  • The Classical Tradition in Poetry. Oxford 1927.

LiteraturBearbeiten

  • Christopher Stray (Hrsg.): Gilbert Murray Reassessed. Hellenism, Theatre, and International Politics. Oxford UP, Oxford 2007. – Rez. von Giuliana Scalera McClintock, in: Bryn Mawr Classical Review 2009.03.10.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Holger Krahnke: Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001 (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse. Folge 3, Bd. 246 = Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse. Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 176.
  2. Henry Seidel Canby (Hrsg.): Saturday Review. Band 6. Saturday Review Associates, 1929, S. 1161.
  3. J.C. Squire, Rolfe Arnold Scott-James: The London Mercury. Band 33. Field Press Limited, 1936, S. 102.
VorgängerAmtNachfolger
Ingram BywaterRegius Professor of Greek der Universität Oxford
1908–1936
Eric Robertson Dodds