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Gertenbach ist ein Stadtteil im Nordwesten der Stadt Witzenhausen im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

Gertenbach
Koordinaten: 51° 22′ 48″ N, 9° 48′ 16″ O
Höhe: 135 m ü. NHN
Fläche: 3,27 km²[1]
Einwohner: 898 (Dez. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 275 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 37218
Ortsansicht von Südwesten
Ortsansicht von Südwesten

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Gertenbach liegt oberhalb des Ostufers der Werra und ist auf deren rechten Seite die letzte Ortschaft in Hessen.

Geographische LageBearbeiten

Gertenbach liegt auf einer Höhe von 135 m ü. NHN oberhalb des Ostufers der Werra und ist auf deren rechter Seite die letzte Ortschaft in Hessen. Das bebaute Gebiet erstreckt sich an den westlichen Ausläufern des Sandwalds bis auf eine Höhe von etwa 190 m ü. NHN. Durch Gertenbach fließen der Dieffenbach und der Hübenbach, die unmittelbar beim Ort in die Werra münden.[3]

GeschichteBearbeiten

Die erste Erwähnung des Ortes findet sich bei Bischof Meinwerk und fällt ins Jahr 1032. Damals wurde als Ortsname noch Gardenebiki angegeben. Weitere Abwandlungen des Namens finden sich als Gardelbic wieder, als der Ort zu den Northeimer Allodialgütern zählte. Weiterhin wird unter den Mündenern Ratsherren 1323 und 1327 ein Conradus de Ghardenebeke aufgeführt. 1342 erscheint ein Ludwig de Ghardenebeke, auf den 1347 Conradus von Ghardenebeke jun. folgt.[4] 1070 war der Ort Schauplatz einer Kirchenversammlung. An der Stelle der heutigen Kirche soll von Alters her ein Kloster gestanden haben. 1836 wurde ein neues Pfarrhaus erbaut. Gertenbach besaß 1871 mit Hübenthal und dem Schloss Berlepsch 2 Mühlen und 650 Einwohner; heute leben etwa 950 Personen im Ort. Gertenbach gehörte bis 1821 zum hessischen Amt Ludwigstein/Witzenhausen und danach zum Landkreis Witzenhausen. Während der französischen Besetzung gehörte der Ort zum Kanton Friedland im Königreich Westphalen (1807–1813).

Am 1. Januar 1974 wurde Gertenbach im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Witzenhausen eingegliedert.[5][6]

Am 23. September 1987 wurde Gertenbach von einem Tornado heimgesucht, hierbei wurden 47 Häuser beschädigt. Es waren 200 Feuerwehrleute im Einsatz. Trotz des Ausmaßes wurden nur vier Personen verletzt.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1575: 51 Hausgesesse
• 1585: 51 Hausgesesse
• 1681: 30 Hausgesesse
• 1747: 43 Mannschaften mit 50 Feuerstellen
Gertenbach: Einwohnerzahlen von 1745 bis 2015
Jahr  Einwohner
1745
  
332
1834
  
605
1840
  
649
1846
  
675
1852
  
688
1858
  
627
1864
  
651
1871
  
646
1875
  
551
1885
  
529
1895
  
572
1905
  
546
1910
  
537
1925
  
592
1939
  
482
1946
  
814
1950
  
848
1956
  
801
1961
  
805
1967
  
850
1970
  
871
2015
  
898
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; 2015[2]; bis 1928 einschließlich der Einwohner von Berlepsch-Ellerode

ReligionszugehörigkeitBearbeiten

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: 657 evangelische (= 99,24 %), 3 katholische (= 0,45 %), 2 jüdische (= 0,30 %) Einwohner
• 1961: 665 evangelische (= 82,61 %), 128 katholische (= 15,90 %) Einwohner

ReligionBearbeiten

Gertenbach ist Sitz einer evangelischen Kirchengemeinde. Sie gehört zum Kirchenkreis Witzenhausen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. 1944 wurde dem Gemeindebezirk auch der bis dahin zur hannoverschen Landeskirche gehörige Gutsbezirk des Ritterguts Ellerode zugeteilt.

VerkehrBearbeiten

Der Ort liegt an der B 80 und hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden, der durch die cantus Verkehrsgesellschaft zwischen Kassel und Göttingen bedient wird. In Hedemünden besteht Anschluss an die A 7.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Gertenbach, Werra-Meißner-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 27. Februar 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Stadtteil Gertenbach im Internetauftritt der Stadt Witzenhausen, abgerufen im Oktober 2018.
  3. Online-Karte auf hessenviewer.hessen.de, abgerufen am 12. März 2014
  4. Wilhelm Lotze: Geschichte der Stadt Münden nebst Umgegend. Eigenverlag, Hann. Münden 1878, S. 303.
  5. Der Hessische Minister des Innern: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Eschwege und Witzenhausen (GVBl. II 330-21) vom 28. September 1973. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 353, § 10 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 2,3 MB]).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 410.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gertenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien