Grabstein des germanischen Leibwächters Indus[1]

Die germanische Leibwache (lateinisch Germani corporis custodes[2], in den literarischen Quellen auch numerus Batavorum[3] oder cohors Germanorum[4]) war neben den Prätorianern eine zusätzliche, persönliche Leibwache der frühen römischen Kaiser von Augustus bis Galba. Bereits Gaius Iulius Caesar hatte eine germanische Leibwache besessen.[5]

Die Angehörigen dieser Garde wurden vor allem aus dem germanischen Stamm der Bataver rekrutiert, daneben auch aus den Ubiern. Über ihre Organisation ist nur wenig bekannt; inschriftlich ist der (Unter-)Offiziersdienstgrad eines Decurio überliefert. Die genaue Stärke der zumindest teilweise berittenen Truppe ist ebenfalls nicht bekannt; sie könnte nach einer Verstärkung unter Caligula bei 500 bis 1000 Mann gelegen haben.

Die germanische Leibwache galt als loyal und zuverlässig.[6] Kaiser wie Nero vertrauten den Germanen insbesondere wegen ihrer nichtrömischen Herkunft.[7]

Die Leibwache wurde nach der Varusschlacht kurzzeitig und von Galba im Jahre 68 endgültig aufgelöst.[8] Ihre indirekte Nachfolge traten die ebenfalls vor allem aus Germanen rekrutierten Equites singulares Augusti an.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Museo Nazionale Romano, Diokletiansthermen, Rom. Inschrift: AE 1952, 148: Indus / Neronis Claudi / Caesaris Aug(usti) / corpor(is) custos / dec(uria) Secundi / natione Batavus / vix(it) ann(os) XXXVI h(ic) s(itus) e(st) / posuit / Eumenes frater / et heres eius ex collegio / Germanorum „Indus, Leibwächter des Nero Claudius Caesar Augustus, aus der Dekurie des Secundus, batavischer Herkunft, lebte 36 Jahre, ist hier bestattet. (Den Grabstein) errichtete sein Bruder und Erbe Eumenes, aus dem collegium der Germanen“.
  2. Sueton, Caligula 58, 3 und Inschriften, z. B. AE 1952, 148.
  3. Sueton, Caligula 43.
  4. Sueton, Galba 12.
  5. Caesar, de bello Gallico 7, 13, 1.
  6. Sueton, Galba 12: multisque experimentis fidelissimam.
  7. Tacitus, Annalen 15, 58: Germanis, quibus fidebat princeps quasi externis.
  8. Sueton, Galba 12.