Gerkan, Marg und Partner

deutsche Architektensozietät in Hamburg

Gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner (eigene Kurzschreibweise: gmp) ist ein international tätiges deutsches Architekturbüro mit Hauptsitz in Hamburg sowie weiteren Standorten unter anderem in Peking und Shanghai.

gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner

Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1965
Sitz Hamburg, Deutschland Deutschland
Leitung Meinhard von Gerkan (†)
Volkwin Marg
Nikolaus Goetze
Hubert Nienhoff
Stephan Schütz
Wei Wu
Magdalene Weiss[1]
Mitarbeiterzahl 594[2]
Branche Architektur, Städtebau
Website www.gmp.de

Geschichte

Bearbeiten
 
Hamburger Zentrale von gmp (links am Elbhang) und gmp-Bau Augustinum Hamburg (rechts)

Das Architekturbüro Gmp wurde 1965 von den Architekten Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg gegründet. Ohne bis dahin ein architektonisches Bauwerk geplant zu haben, gewannen sie im gleichen Jahr mit anonymer Bewerbung den internationalen Wettbewerb für den Flughafen Berlin-Tegel, der die Architekten „gleich nach dem Studium in die erste Liga der Planer“[3] katapultierte.

Neben zwei Standorten in Hamburg und einem in Berlin befinden sich weitere Niederlassungen von gmp in Aachen, Peking, Shanghai, Shenzhen und Hanoi.[4] Bei nationalen und internationalen Wettbewerben errang Gmp laut eigener Aussage über 400 erste Preise sowie über 250 Auszeichnungen für beispielhafte Architektur und Projekte. Zehn Bauten wurden unter Denkmalschutz gestellt.[5] 2008 gründete Gmp die Academy for Architectural Culture, die sich „der Lösungsfindung von relevanten architektonischen Fragestellungen und der Weiterbildung von jungen Architekten aus unterschiedlichen Kulturkreisen“[6] widmet. Neben den Gründungspartnern leiten seit 2021 die vier Partner Nikolaus Goetze, Hubert Nienhoff, Stephan Schütz und Wu Wei das Unternehmen.[7]

 
Flughafen Berlin-Tegel
 
Flughafen Hamburg, Terminal 2
 
Flughafen Stuttgart
 
Neue Messe Leipzig
 
Tempodrom
 
Christus-Pavillon
 
Olympiastadion Berlin, Umbau, Sanierung und Überdachung
 
Berlin Hauptbahnhof
 
Tianjin Westbahnhof
 
Nationalstadion Warschau
 
Tianjin Grand Theater
 
Konzertsaal im Kulturpalast Dresden
 
Neubau der Kunsthalle Mannheim
 
Bahnhof Hamburg-Elbbrücken
 
Isarphilharmonie München

Das Unternehmen vertritt nach eigenem Bekenntnis eine „generalistische Position“ und baut „in jedem Maßstab und kulturellen Kontext auf allen Kontinenten – vom Wohnhaus bis zum Stadion, von der Oper bis zum Museum, vom Bürobau bis zur Brücke, von der Türklinke bis zur ganzen Stadt.“[8] Bekannt ist Gmp vor allem für Großprojekte wie Flughäfen, Kulturbauten und Bahnhöfe, aber auch für den „Umgang mit historischer Bausubstanz.“[9] Im Stadionbau gilt das Büro als „weltweit führend.“[10]

Seit seiner Gründung hat Gmp neben Architekturikonen wie dem Flughafen Berlin-Tegel, dem Berliner Hauptbahnhof oder der Neuen Messe Leipzig auch zahlreiche Bauten mit „teilweise extrem kommerzieller Ausrichtung der Bauherren“ realisiert. Falk Jaeger lobt dabei den „durchgehend hohen Qualitätsstandard“ „unter den komplexesten Bedingungen im In- und Ausland“.[11]

Beim Bau des Flughafens Berlin Brandenburg war Gmp führend an der Planungsgemeinschaft Berlin-Brandenburg International (pg bbi) beteiligt, bis die Flughafengesellschaft im Mai 2012 der pg bbi kündigte. Eine Sonderkommission des Bundesverkehrsministeriums wertete die Entlassung im Februar 2013 als Fehler,[12] eine Einschätzung, die auch von Beobachtern geteilt wurde.[13] Anfang 2018 beendeten die Flughafengesellschaft und Gmp ihre juristischen Auseinandersetzung mit einem Vergleich.[14]

Gmp gilt als erfolgreichstes europäisches Architekturbüro in China. Bis Ende 2015 kam das Büro auf insgesamt 93 Bauwerke in China, über fünfzig von Gmp entworfene Gebäude waren im Bau und weitere über vierzig in Planung.[15] Die Stadt Nanhui New City wird für 800.000 Einwohner von Gmp geplant, das Projektende war für 2020 vorgesehen.[16]

Als größtes deutsches Architekturbüro belegt Gmp im europäischen Ranking den elften Platz (2019).[2] Im weltweiten Vergleich der größten Architektur- und Planungsbüros belegt gmp Platz 21 (2022).[17]

Projekte

Bearbeiten

Fertiggestellt

Bearbeiten

In Planung oder in Bau

Bearbeiten

Auszeichnungen und Preise

Bearbeiten

Ausstellungen

Bearbeiten
  • 2010: Von Kapstadt nach Brasilia/From Capetown to Brasilia. Neue Stadien der Architekten von Gerkan, Marg und Partner/New Stadiums by the Architects Gmp, Pinakothek der Moderne, München
  • 2015: Auf alten Fundamenten – On Old Foundations Aedes Network Campus, Berlin[25]
  • 2019: Architecture × Fashion – gmp × ICICLE – a Dialog, im Rahmen des Hamburger Architektur Sommers 2019, Barlach Halle K, Hamburg[26]
  • 2023–24: UMBAU Nonstop Transformation, 2023 Salone Verde, Venedig; 2024 AIT-Salon, Hamburg[27]

Literatur

Bearbeiten

Werkmonografie

Bearbeiten
  • Meinhard von Gerkan: Architektur von Gerkan, Marg und Partner (ausführliches Werkverzeichnis in sieben Bänden von 1966 bis 1999) Birkhäuser, Basel 2001, ISBN 3-7643-6457-2.
  • Meinhard von Gerkan (Hrsg.): Architecture 2003–2007 (= von Gerkan, Marg und Partner. Band 11). Prestel, München 2009, ISBN 978-3-7913-4270-2 (deutsch, englisch).
  • Meinhard von Gerkan unter Mitarbeit von Detlef Jessen-Klingenberg (Hrsg.): Architecture 2007–2011 (= gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner. Band 12). Hatje-Cantz, Berlin 2020, ISBN 978-3-7757-4787-5 (deutsch, englisch).
  • Meinhard von Gerkan in Zusammenarbeit mit Stephan Schütz unter Mitarbeit von Detlef Jessen-Klingenberg (Hrsg.): Architecture 2011–2015 (= gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner. Band 13). Hatje-Cantz, Berlin 2022, ISBN 978-3-7757-5056-1 (deutsch, englisch).
  • Stephan Schütz mit Detlef Jessen-Klingenberg (Hrsg.): Architecture 2015–2019 (= gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner. Band 14). Hatje-Cantz, Ostfildern 2024, ISBN 978-3-7757-5489-7 (deutsch, englisch).

Sonstige Literatur

Bearbeiten
  • Volkwin Marg (Hrsg.): Stadien und Arenen von Gerkan, Marg und Partner. Hatje Cantz, 2006, ISBN 3-7757-1677-7.
  • Von Kapstadt nach Brasilia/From Capetown to Brasilia. Neue Stadien der Architekten von Gerkan, Marg und Partner/New Stadiums by the Architects Gmp. Ausstellungskatalog in deutscher und englischer Sprache. Prestel, München 2010, ISBN 978-3-7913-4439-3.
  • Falk Jaeger (Hrsg.): 3 stadia 2010. Architecture for an African dream - Architektur für einen afrikanischen Traum. Jovis, Berlin 2010, ISBN 978-3-86859-063-0 (deutsch, englisch).
  • Falk Jaeger (Hrsg.): Next 3 stadia. Warsaw, Bucharest, Kiev. Jovis, Berlin 2012, ISBN 978-3-86859-154-5 (deutsch, englisch).
  • Gert Kähler: Auf alten Fundamenten. Bauen im historischen Kontext. Architekten von Gerkan, Marg und Partner. Hrsg.: Volkwin Marg. Dölling und Galitz, München, Hamburg 2013, ISBN 978-3-86218-039-4.
  • Falk Jaeger (Hrsg.): 3+1 stadia for Brazil. Belo Horizonte, Manaus, Brasília + Rio de Janeiro. Jovis, Berlin 2014, ISBN 978-3-86859-326-6 (deutsch, englisch).
  • Bauen zwischen Welten. Internationale Projekte der Architekten von Gerkan, Marg und Partner. Hrsg. v. Christian Schittich. Institut für internationale Architektur-Dokumentation, München 2016 (Edition Detail).
  • Hubert Nienhoff (Hrsg.): Reverences, References. Volkwin Marg - stadium architecture by von Gerkan, Marg and Partners. deutsches Beiheft: Reverenzen - Referenzen. Volkwin Marg - Stadion-Architektur der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (= Baumeister Edition). Callwey, München 2016, ISBN 978-3-7667-2261-4 (englisch, deutsch).
  • Gert Kähler (Hrsg.): „Ich freue mich immer, nach Hause zu kommen“. Privathäuser der Architekten von Gerkan, Marg und Partner. Dölling und Galitz, München, Hamburg 2019, ISBN 978-3-86218-113-1.
  • Jürgen Tietz in Zusammenarbeit mit Detlef Jessen-Klingenberg (Hrsg.): TXL. Berlin Tegel Airport. Park Books, Zürich 2020, ISBN 978-3-03860-202-6 (deutsch, englisch).
  • Sebastian Redecke, Volkwin Marg (Hrsg.): Architekten von Gerkan, Marg und Partner: Bauen in Italien. Erfahrungen 1996 - 2023, Park Books, 2023, ISBN 978-3-03860-325-2
Bearbeiten
Commons: Gerkan, Marg und Partner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Website von gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner
  • gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner auf baunetz.de.
  • Gerkan, Marg und Partner. In: archINFORM.
  • Büroprofil auf german-architects.com.
  • gmp in China. (PDF; 4,0 MB) In: Baunetzwoche. Das Querformat für Architekten #451. 28. April 2016, abgerufen am 9. Mai 2020.
  • gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner - Architekten des Jahres 2014. Webseite von AW Architektur & Wohnen, abgerufen am 3. Mai 2020.
  • Entwürfe für China. Architekturmuseum der TU München, archiviert vom Original am 10. Februar 2013; abgerufen am 7. Oktober 2017.
 
Estadio Santiago Bernabéu

Einzelnachweise

Bearbeiten
  1. Leitung - Büro - gmp Architekten. Abgerufen am 8. Februar 2024.
  2. a b The Top 50 European Architektural Groups. In: The Federation of Swedish Innovation Companies (Hrsg.): Sector Review. A Swedish, Nordic and International Survey of the Consulting Engineering and Architectural Groups. Dezember 2019, S. 70 (englisch, almega.se [PDF; 4,9 MB; abgerufen am 2. Mai 2020]).
  3. Sabine Gundlach: Führender Repräsentant deutscher Ingenieurskunst. In: Die Welt. 4. Januar 2007 (welt.de [abgerufen am 23. Mai 2020]).
  4. Standorte, gmp.de, abgerufen am 2. Mai 2020.
  5. Geschichte. gmp - Architekten von Gerkan, Marg und Partner, abgerufen am 25. April 2020.
  6. Institute & Akademien. aac Academy for Architectural Culture. In: bundesstiftung-baukultur.de. Abgerufen am 9. Mai 2020.
  7. Bestellung als Geschäftsführer gemäß Angabe Unternehmensregister.de, abgerufen am 1. Dezember 2022
  8. Profil. gmp - Architekten von Gerkan, Marg und Partner, abgerufen am 25. April 2020.
  9. Auf alten Fundamenten. Ausstellung im Architekturforum Aedes. In: Der Architekt. Bund Deutscher Architekten BDA, 8. April 2015, abgerufen am 9. Mai 2020.
  10. Weltmeister im Stadionbau. Volkwin Marg ist mit seinem Hamburger Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner weltweit führend im Stadionbau. In: deutschland.de. 11. September 2014, abgerufen am 9. Mai 2020.
  11. Falk Jaeger: Top Ten Deutsche Architekten. Webseite des Goethe-Instituts, November 2016, abgerufen am 3. Mai 2020.
  12. Ramsauers eigenes Haus zeigt Missmanagement auf. In: rbb-online. 20. Februar 2013, archiviert vom Original am 17. Februar 2013; abgerufen am 24. September 2017.
  13. Klaus Kurpjuweit: Chefchen, wechsle dich. Das unglaubliche BER-Personalkarussell. Ein Topmann nach dem anderen musste gehen. In: Der Tagesspiegel, 24. Februar 2017; CDU-Aufsichtsrat hält Kündigung der BER-Planer für Fehler. In: Der Spiegel, 5. Juni 2015, abgerufen am 4. Juni 2017.
  14. Thorsten Metzner: Fehlt dem BER eine Milliarde Euro? In: Der Tagesspiegel. 7. Januar 2018 (tagesspiegel.de [abgerufen am 9. Mai 2020]).
  15. Oliver G. Hamm: gmp in China, in: Baunetzwoche Nr. 451, 28. April 2016, S. 11 (pdf; 4,0 MB).
  16. Hamburger Architekten bauen Stadt in China, welt.de, 29. April 2007, abgerufen am 2. Mai 2020.
  17. WA100 2022, bdonline.co.uk, abgerufen am 28. Februar 2022.
  18. Claas Gefroi: … in die Jahre gekommen – Sportforum der Universität Kiel, Deutsche Bauzeitung Heft 3, 2013, S. 56.
  19. Zwischen Christentum und Kommunismus. Christen in China. In: Der Tagesspiegel, 29. Dezember 2013, abgerufen am 2. Mai 2020.
  20. Hartmut Möller: U-Bahnhof »Elbbrücken«. In: Deutsche Bauzeitung, Nr. 5, 2019, abgerufen am 3. Mai 2020.
  21. bayern.de: Operatives Zentrum Universitätsklinikum Erlangen
  22. Stephan Becker: Gmp gewinnen die Stabi West. Wettbewerb für Scharoun-Bau in Berlin entschieden. baunetz.de, 12. September 2019, abgerufen am 2. Mai 2020.
  23. Umbau des Estadio Santiago Bernabéu - Projekte - gmp Architekten. Abgerufen am 8. September 2023.
  24. Preisträger und ausgezeichnetes Bauwerk, dam-preis.de, abgerufen am 2. Mai 2020.
  25. Auf alten Fundamenten gmp-Ausstellung in Berlin. baunetz.de, 27. März 2015, abgerufen am 3. Mai 2020.
  26. architecture × fashion – gmp × ICICLE – a dialog. Ausstellung 29.06 bis 12.07, architektursommer.de, abgerufen am 2. Mai 2020.
  27. Orte. In: Ausstellungs-Website. gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, abgerufen am 8. März 2024.

Koordinaten: 53° 32′ 44,4″ N, 9° 54′ 50″ O