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Gerhard Podskalsky

Byzantinist, Slavist und Theologe

Gerhard Podskalsky (* 16. März 1937 in Saarbrücken; † 6. Februar 2013 in Köln) war ein deutscher Byzantinist, Slawist und Theologe. Er legte Grundlagenwerke zur mittelalterlichen Orthodoxie im Reich der Kiewer Rus, im Osmanenreich sowie in Bulgarien und Serbien, aber auch in Byzanz vor.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Gerhard Podskalsky trat am 1. Juni 1956 in den Jesuitenorden ein, kurz nachdem er das Abitur am staatlichen Ludwigsgymnasium abgelegt hatte. 1958 bis 1961 studierte er Philosophie an der Hochschule für Philosophie in Pullach bei München, absolvierte ein pädagogisches Praktikum in Bonn und studierte dann 1963 bis 1967 Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen. Danach studierte er Byzantinistik, Slavistik und ökumenische Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er wurde bei Hans-Georg Beck mit der Arbeit Byzantinische Reichseschatologie. Die Periodisierung der Weltgeschichte in den vier Großreichen (Dan 2 und 7) und dem tausendjährigen Friedensreiche (Apk 20) promoviert. Beck begleitete auch die Habilitationsschrift Theologie und Philosophie in Byzanz. Der Streit um die theologische Methodik in der spätbyzantinischen Geistesgeschichte (14/15. Jh.), seine systematischen Grundlagen und historische Entwicklung. 1975 erhielt er die Lehrbefugnis.

1976 erhielt er an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen eine Gastprofessur, 1981 erhielt er dort den Lehrstuhl für Byzantinistik, Slavistik und Alte Kirchengeschichte, den er bis 2005 ausfüllte. 2009 zog er sich in die Seniorenkommunität „Friedrich-Spee“ im Caritas-Altenzentrum in Köln-Mülheim zurück.

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

  • Christentum und theologische Literatur in der Kiever Rus' (988–1237). C. H. Beck, München 1982 (russisch 1996, polnisch 2000).
  • Griechische Theologie in der Zeit der Türkenherrschaft (1453–1821). Die Orthodoxie im Spannungsfeld der nachreformatorischen Konfessionen des Westens. C. H. Beck, München 1988 (neugriechisch 2003).
  • Theologische Literatur des Mittelalters in Bulgarien und Serbien (865–1459). C. H. Beck, München 2000.
  • Von Photios zu Bessarion. Der Vorrang humanistisch geprägter Theologie in Byzanz und deren bleibende Bedeutung. Harrassowitz, Wiesbaden 2003.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten