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Gerhard Kutzsch (* 5. August 1914 in Leipzig; † 19. September 2000 in Berlin) war ein deutscher Archivar und Direktor des Landesarchivs Berlin.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Kutzschs Vater war der Reichsbahninspektor Gerhard Kutzsch, seine Mutter Agnes Kutzsch, geborene Röcke. 1945 heiratete er Gertraude Gabin.

Er studierte ab 1936 an der Universität Leipzig Geschichte, Anglistik und Germanistik. Er promovierte 1941 mit einer Biographie zu Ernst Moritz Arndt. 1950/1951 studierte er Politik an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin.

1943 wurde Kutzsch bei der Reichsbahn dienstverpflichtet. Nach dem Krieg arbeitete er kurzzeitig als Volksschullehrer, bevor er erneut studierte. 1952 begann er am Hauptarchiv Berlin als Volontär zu arbeiten. Um sich für eine Festanstellung zu qualifizieren, belegte er 1955 einen Kurs an der Archivschule Marburg. Am 1. Juni 1957 wurde Kutzsch im Landesarchivs Berlin angestellt. Er war von 1965 bis 1979 Direktor des Archivs.

Von 1978 bis 1985 war Kutzsch Erster Vorsitzender des Vereins für die Geschichte Berlins.

EhrungenBearbeiten

  • Fidicin-Medaille des Vereins für die Geschichte Berlins (1985)[1]

WerkeBearbeiten

  • Biographie zu Ernst Moritz Arndt (Promotionsschrift, wurde kriegsbedingt nicht gedruckt).
  • Der Fall "Candida". Eine kritische Studie über George Bernard Shaw, o. O. 1941.
  • Kampf um die Theaterfreiheit. Gerhart Hauptmanns „Weber“ vor dem Verwaltungsgericht, 1892, in: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, Jahrgang X, Berlin 1961.
  • Vom „sozialen Defizit“ Berlins 1875-1915. Zur Geschichte der Prostitution der Reichshauptstadt, in: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, Jahrgang XIII, Berlin 1964.
  • Der Staat und die Stadt Berlin. Skizzierung ihres Verhältnisses zueinander im 19. Jahrhundert, in: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, Jahrgang XVII, Berlin 1968.
  • Hinter den Fassaden. Das Volk Berlins im 19. Jahrhundert, in: Jahrbuch des Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, Jahrgang XX, Berlin 1971.
  • Berlin in spätfriederizianischer Zeit. Eine Skizze zur Sozial- und Sittengeschichte, in: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, Jahrgang XXIII, Berlin 1974.
  • Über das Berliner Landesarchiv. Mit dokumentarischen Kostproben aus den Archivbeständen (= Berliner Forum 4/74), Berlin 1974.
  • Berlins Bürgermeister 1808 - 1933. Die „Zweiten Männer“ der Stadt, in: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, Jahrgang XXV, Berlin 1976.
  • Kirschner, Martin, in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 675. [1]
  • Berlin vor 50 Jahren, in: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, Jahrgang XXVII, Berlin 1978.
  • „…so ein schöner und angenehmer Ort als Spandow…“. Zwei Briefe E. L. Heims aus Spandau , in: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, Jahrgang XXXI, Berlin 1982.
  • Das öffentliche Leben in Berlin vor der Märzrevolution, in: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, Jahrgang XXXVI, Berlin 1987.
  • Die Ungers - ein Künstler- und Verlegerehepaar vor 200 Jahren, in: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, Jahrgang XXXVII, Berlin 1988.
  • Theaterzensur in Berlin, in: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, Jahrgang XXXVIII/XXXIX, Berlin 1989/90.
  • Der „Simplicissimus“ und Berlin. Das Brandenburger Tor - eine Nachlese, in: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, Jahrgang XLII, Berlin 1993.

Literatur und QuellenBearbeiten

  • Sibylle Einholz/Jürgen Wetzel (Hg.): Dank an Gerhard Kutzsch, in: Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, Jahrgang XLI, Berlin 1992, S. 7–8. (mit Bild)
  • Gerhard Kutzsch (Nachruf), in: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins, Heft 1, 2001, S. 189.
  • Martin Mende: Chronik des Vereins für die Geschichte Berlins, Berlin 2015. (Hier die Jahre unter seinem Vorsitz: Seite 207 bis 212; Mit Porträtbild)
  • Nachlass im Landesarchiv Berlin unter LAB B Rep. 125 (Online-Information)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Liste der Träger der Fidicin-Medaille