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Der Geraer Hauptbahnhof ist der wichtigste Bahnhof der thüringischen Stadt Gera. Gera ist derzeit eine der größten Städte Deutschlands ohne elektrifiziertes Schienennetz. Als Knotenpunkt im Regionalverkehr mit marginalem Fernverkehr besitzt der Bahnhof dennoch eine gewisse Bedeutung und ist in der Bahnhofskategorie 3 eingestuft.

Gera Hauptbahnhof
Empfangsgebäude (2017)
Empfangsgebäude (2017)
Daten
Betriebsstellenart Knotenbahnhof
Bahnsteiggleise 6
Abkürzung UG
IBNR 8010125
Kategorie 3
Eröffnung 19. März 1859
Profil auf Bahnhof.de Gera_Hbf
Lage
Stadt/Gemeinde Gera
Land Thüringen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 52′ 59″ N, 12° 4′ 38″ OKoordinaten: 50° 52′ 59″ N, 12° 4′ 38″ O
Höhe (SO) 192 m
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Thüringen

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Der Hauptbahnhof auf einer alten Postkarte
 
Gleisanlagen und Bahnsteig vor dem Umbau
 
Hauptbahnhof Gera Gleis 5 nach dem Umbau

Die Eisenbahn erreichte Gera im Jahr 1859 von Halle (Saale) über Weißenfels und Zeitz. Damals wurde auch an der Stelle des heutigen Hauptbahnhofs ein erster Bahnhof, der Preußische Bahnhof (in Unterscheidung zum Sächsischen Bahnhof, dem heutigen Südbahnhof), gebaut. In der Folgezeit wurden weitere Bahnstrecken nach Gera errichtet, die im Hauptbahnhof zusammenliefen: 1865 zur Strecke Leipzig–Hof nach Gößnitz im Osten, 1871 nach Saalfeld im Südwesten, 1873 nach Leipzig im Norden, 1875 nach Plauen im Süden, 1876 nach Erfurt im Westen und nach Zwickau im Südosten, 1880 nach Eisenberg im Nordwesten und 1883 nach Zeulenroda-Triebes bzw. nach Hof im Süden. Dem Personenbahnhof waren ein nördlich davon gelegener kombinierter Rangier- und Güterbahnhof sowie ein Bahnbetriebswerk angeschlossen, beide sind inzwischen stillgelegt. 1892 erhielt kurz nach Betriebsaufnahme der Straßenbahn der Güterbahnhof einen Straßenbahnanschluss, an dem Güterwaggons auf Rollböcke gesetzt wurden um anschließend zu den Geraer Fabriken transportiert zu werden. Zugreisende erhielten 1893 mit Eröffnung einer neuen Straßenbahnlinie ab dem Bahnhofsvorplatz einen direkteren Zugang zur Stadt.

1881 wurde das Empfangsgebäude durch das Architekturbüro von der Hude & Hennicke errichtet. Beim Umbau 1958/63 wurden diverse Fassadenverzierungen entfernt.

Seine Blütezeit erlebte der Bahnhof zwischen den beiden Weltkriegen, nachdem die gläserne Bahnhofshalle 1911 fertiggestellt worden war. Damals lief ein Teil des Verkehrs Berlin–Leipzig–München durch Gera und die Strecken nach Saalfeld, Erfurt und Leipzig waren zweigleisig ausgebaut.

 
Bahnhofshalle 2007

Das zweite Gleis wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparationsleistung an die Sowjetunion entfernt, und der Bahnknoten Gera verlor durch die deutsche Teilung an Bedeutung. Der wichtige Nord-Süd-Verkehr von Berlin nach Bayern durch den Hauptbahnhof verkehrte über die Saalbahn via Probstzella.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden einige Nebenstrecken (nach Zwickau über Wünschendorf sowie nach Eisenberg) stillgelegt, gleichzeitig wurden aber auch neue Strukturen diskutiert. Politisch heftig umstritten ist hierbei vor allem die Mitte-Deutschland-Verbindung, die in Ost-West-Richtung durch Gera führt.

In den 1990er-Jahren gab es noch Fernverkehrszüge über Gera, allerdings verlagerte sich der Verkehr in Nord-Süd-Richtung auf die elektrifizierte und zweigleisig ausgebaute Saalbahn durch Jena und der Ost-West-Verkehr auf die elektrifizierte und zweigleisig ausgebaute Strecke über Leipzig, sodass inzwischen nur noch Regionalverkehr im Hbf stattfindet. Ein Intermezzo des privaten Fernverkehrs gab es zwischen 2002 und 2006 mit dem InterConnex nach Berlin und weiter nach Rostock, welcher seit 2006 aus Kostengründen jedoch elektrisch betrieben wurde und daher nur noch ab Leipzig fuhr und seit dem Fahrplanwechsel Dezember 2014 komplett eingestellt ist.[6]

Umbau 2005–2007Bearbeiten

In den Jahren 2005 bis 2007 wurde der Bahnhof umfangreich saniert und im April 2007, kurz vor Eröffnung der Bundesgartenschau 2007, feierlich übergeben. Die Geraer Straßenbahn erhielt zeitgleich wieder eine Anbindung an den Hauptbahnhof.

VerkehrBearbeiten

 
Zug der Vogtlandbahn nach Weischlitz auf Gleis 1
 
RE nach Leipzig im Bahnhof Gera.

Folgende Linien von DB Regio, Erfurter Bahn und Vogtlandbahn sowie DB Fernverkehr halten in Gera Hbf (Fahrplan Dezember 2018):

Linie Linienverlauf Takt Fahrzeuge Anmerkungen
IC 50 Gera – Weimar – Erfurt – Gotha – Eisenach – Kassel-Wilhelmshöhe – Paderborn – Hamm – Dortmund – Bochum – Essen – Duisburg – Düsseldorf Flughafen Düsseldorf – Köln (östlich von Erfurt tariflich Nahverkehr) 6 h Baureihe 245
RE 1 GöttingenErfurtJena-GöschwitzGeraGößnitzGlauchau (Sachs) 120 min Baureihe 612 1
RE 3 Erfurt – WeimarGera – Ronneburg (Thür) – Altenburg / Greiz 120 min Baureihe 612 1, 2
EBx 12 LeipzigZeitzGera – Weida – Pößneck ob Bf – Saalfeld (Saale) 120 min Stadler Regio-Shuttle RS1 3
EBx 13 Gera – Weida – Zeulenroda unt Bf – Mehltheuer – Hof 120 min Stadler Regio-Shuttle RS1 4
EB 21 Gera – Hermsdorf-Klosterlausnitz – Jena-Göschwitz – Weimar 60 min
120 min
Stadler Regio-Shuttle RS1 5
EB 22 Leipzig – Zeitz – Gera – Weida – Pößneck ob Bf – Saalfeld (Saale) 120 min Stadler Regio-Shuttle RS1 3
RB 4 Gera – Berga (Elster) – Greiz – Plauen (Vogtland) Mitte – Weischlitz 120 min Stadler Regio-Shuttle RS1 6

Außerdem verkehren morgens ein Regionalexpress durchgängig über Erfurt und Suhl bis nach Würzburg sowie eine Regionalbahn durchgängig über Saalfeld bis Blankenstein.

Anmerkungen:

1) Durch Linienüberlagerung von RE1 und RE3 ergibt sich zwischen Erfurt und Gera ein Stundentakt.
2) Der RE3 ist umlauftechnisch mit dem RE7 (Erfurt–Würzburg) verknüpft, so dass nach Aufenthalt in Erfurt umsteigefrei bis Würzburg durchgefahren werden kann. Wochentags verkehrt morgens ein zusätzlicher RE ab Gera mit kurzem Aufenthalt in Erfurt direkt nach Würzburg.
3) Durch Linienüberlagerung von EBx12 und EB22 ergibt sich zwischen Leipzig und Saalfeld ein Stundentakt. Tagsüber geht die EBx12 in Saalfeld in die EB32 über und verkehrt weiter bis Blankenstein.
4) Einzelne Züge verstärken die Linie bis Zeulenroda zeitweise auf einen Stundentakt. Außer am Morgen verkehren die Züge von und nach Hof im Abschnitt Weida–Gera–Leipzig als Zugteil gemeinsam mit Zügen der EBx12 und verstärken die Traktionen.
5) Der Stundentakt wird nur werktags und nur zwischen Jena-Göschwitz und Weimar gefahren, wovon morgens und am Nachmittag einige Züge auch bis Gera verkehren.
6) Durch Linienüberlagerung von VL4 und RE3 ergibt sich zwischen Gera und Greiz ein Stundentakt.

GleiseBearbeiten

 
Gleisplan des Hauptbahnhofs Gera

Der Bahnhof besitzt mehrere Gleise, wovon aber nur sechs einen Bahnsteig besitzen.

Die Bahnsteige sind über Treppen von der Bahnhofshalle und von der Straßenbahnhaltestelle zu erreichen, zusätzlich sind die Bahnsteige barrierefrei von der Straßenbahnhaltestelle über Aufzüge erreichbar.

Gleis Länge in m[7] Höhe in cm[7]
1 164 55
2 164 55
3 395 55
4 395 55
5 355 55
6 355 55

Kommunaler NahverkehrBearbeiten

 
Straßenbahnhaltestelle "Hauptbahnhof/Theater" unter den Bahnsteigen im Hauptbahnhof Gera.
 
Busbahnhof (2017)

Vor dem Hauptbahnhof befindet sich der Geraer Busbahnhof. Hier beginnen/enden im Regionalverkehr Buslinien der Regionalverkehr Gera/Land GmbH (RVG), der Personen- und Reiseverkehrs GmbH (PRG), des Omnibusbetriebs Piehler, der ThüSac Personennahverkehrsgesellschaft mbH sowie der KomBus Verkehr GmbH. Seit November 2006 hält die damals neu eröffnete Stadtbahnlinie 1 der Geraer Straßenbahn in einer Eisenbahnunterführung unter den Bahnsteigen des Hauptbahnhofs. Am 1. Oktober 2012 nahm Berlin Linien Bus (BLB) die Fernbusverbindung von Gera nach Frankfurt/Main den Betrieb auf, welche seit 1. Dezember weiter bis Dresden verkehrt. Seit 29. April 2014 verkehrt MFB MeinFernbus täglich von Gera nach Berlin[8] und seit 11. Juli verkehrt Flixbus täglich von Gera nach Hamburg[9].

Linie Lauf
1
Untermhaus – Heinrichstraße – Zwötzen
KomBus 810 Gera – Auma – Schleiz
PRG 29 Gera – Weida – Hohenölsen – Greiz/Zeulenroda
RVG 200 Gera – Lindenkreuz – St. Gangloff – Reichenbach – Hermsdorf
RVG 202 Gera – Münchenbernsdorf – Hopfenberg – Schwarzbach
RVG 203 Gera – Caaschwitz – Crossen – Eisenberg
RVG 204 Gera – Tautenhain – (Hermsdorf) – Eisenberg
RVG 205 Gera – Mühlsdorf – Rüdersdorf – Hartmannsdorf – Gera
RVG 208 Gera – Pölzig – Heuckewalde
Piehler 212 Gera – Friedmannsdorf
RVG/Piehler 213 Gera – Werdau – Zwickau
RVG 219 Gera – Wünschendorf – Linda – Wolfersdorf – Seelingstädt
RVG 221 Gera – Schafpreskeln – Wolfsgefärth – Seifersdorf
RVG 222 Gera – Kaltenborn – Kraftsdorf – Hermsdorf
RVG 233 Gera – Hundhaupten – Birkhausen
RVG/THÜSAC 353 Gera – Schmölln – Altenburg

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gera Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mitteilung von Veolia Verkehr@1@2Vorlage:Toter Link/www.connex-gruppe.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  2. a b Bahnsteiginformationen zum Hauptbahnhof Gera (Memento vom 5. April 2016 im Internet Archive) auf deutschebahn.com
  3. Neue Fernbuslinie von Gera nach Berlin
  4. Immer neue Fernbusse unterwegs: Direkt von Gera nach Hamburg