Georgstraße (Bremerhaven)

Straße in Bremerhaven, Stadtteil Geestemünde

Die Georgstraße ist eine historische Straße in Bremerhaven, Stadtteil Geestemünde. Sie führt als Hauptdurchgangsstraße in Nord-Süd-Richtung vom Elbinger Platz / Elbestraße bis zur Weserstraße, weiter in Richtung Wulsdorf.

Georgstraße
Wappen
Straße in Bremerhaven
Georgstraße
Georgstraße, Westseite 84 – 42
Basisdaten
Stadt Bremerhaven
Stadtteil Geestemünde
Angelegt 1860
Neugestaltet 1990er Jahre
Querstraßen Bismarckstraße, Arndtstr., Kreuzstr., Kolmarer Str., Theestr., Ramsauerstr., Grashoffstr., Posener Str., Max-Dietrich-Str., Schmiedestr., Einswarder Str., An der Mühle, Pfarrstr., Bauernwall, Lenthestr., Georg-Seebeck-Str., Weidestr., Nansenstr., Ostrampe, Hoebelstr.
Nutzung
Nutzergruppen Autos, Fahrräder und Fußgänger
Straßen­gestaltung zwei- und vierspurige Straße
Technische Daten
Straßenlänge 2000 Meter
Geestemünde 1934

Sie gliedert sich in die Teilbereiche:

  • Elbinger Platz bis Grashoffstraße
  • Grashoffstraße bis zur Rampe / Weserstraße.

Die Querstraßen wurden benannt als Bismarckstraße nach dem Reichskanzler Otto von Bismarck, Arndtstraße nach dem Schriftsteller Ernst Moritz Arndt, Kreuzstraße, Kolmarer Straße nach einer Stadt im Elsass, Theestraße, Ramsauerstraße, Grashoffstraße, Posener Straße nach einer Stadt in Polen, Max-Dietrich-Straße, Schmiedestraße, Einswarder Straße, An der Mühle (früher Mühlenstraße), Pfarrstraße an der Marienkirche, Bauernwall, Lenthestraße nach Carl August Lenthe, von 1877 bis 1889 letzter Gemeindevorsteher von Geestendorf, Georg-Seebeck-Straße nach dem Werftbetreiber Georg Seebeck, Weidestraße, Nansenstraße nach dem Polarforscher Fridtjof Nansen, Ostrampe (führte zur früheren Eisenbahnbrücke hoch) und Hoebelstraße; ansonsten siehe beim Link zu den Straßen.

GeschichteBearbeiten

NameBearbeiten

Die Georgstraße wurde 1860 nach dem bei der Gründung des Ortes regierenden König Georg V. (Hannover) benannt. Zuvor hieß sie Bremer Landstraße.

EntwicklungBearbeiten

Nach 1827, mit der Gründung Bremerhavens, baute ab 1844 das benachbarte Königreich Hannover als Konkurrenz einen Hafen. Damit begann der Aufstieg Geestemündes, das 1847 diesen Namen erhielt. 1848 wohnen nur 59 Bürger im Ort. 1860 erfolgte der Ausbau der östlich von den Häfen liegenden Bremer Landstraße, die nunmehr Georgstraße hieß. Die gemeinsame Gemeindeverwaltung von Geestemünde und Geestendorf verblieb nach der Vereinigung beider Orte von 1889 bis 1944 in dem Gebäude Georgstraße Nr. 77.

Die Reichsstraße 6, später Bundesstraße 6, zu der die Georgstraße gehört (e) führt seit 1934 von Wesermünde bis Breslau und seit 1937 von Wesermünde über Langen nach Cuxhaven, zunächst noch durch die Hafenstraße. Ende der 1970er Jahre, nach Eröffnung der Bundesautobahn 27, wurde Teilw der B 6 durch die A 27 ersetzt.

In den Novemberpogromen 1938 wurde durch die SA das Kaufhaus Schocken (früher Kaufhaus S. Hirsch) an der Georgstraße 51 verwüstet.

75 % aller Gebäude in Geestemünde wurden im Zweiten Weltkrieg vernichtet.

1953 wurde von Wilfried Springbrunn das Kino Europa eröffnet, dass ab 1963 Apollo hieß, bis 2007 bestand und 649 Plätze hatte. Zwei weitere Kinos (Admiral, Rex) befanden sich um diese Zeit ebenfalls an der Straße.

VerkehrBearbeiten

Seit 1881 gab es eine Pferdestraßenbahn. 1891 wurde die Bahn in der Straße bis zur Schweizer Halle verlängert. Von 1898 bis 1908 wurde sie zu einem elektrischen Straßenbahnbetrieb mit 5 Linien umgebaut.
Von 1960 bis 1982 fuhr die Straßenbahn mit den Linien 2 (Geestemünde – Busdepot Stadtgrenze Langen) und 3 (Hauptbahnhof – Rotersand – Rickmersstraße – Bahnhof Lehe) durch die Georgstraße; letztere nur bis 1964. Vor 1961 führte die Linie 4 ab Weserlust zum Fischereihafen und die Linie 3 noch durch Wulsdorf.

Heute (2018) verkehren hier auf Teilstrecken die Linien 504 (Hauptbahnhof – Konrad-Adenauer-Platz – Fischereihafen), 505 (Wulsdorf – Hauptbahnhof – Rotersand – Stadtmitte – LangenDebstedt), 506 (Wulsdorf – Hauptbahnhof – Stadtmitte –Rotersand – Langen), 511 (Schnellbus: Leherheide Ost – Rotersand – Stadtmitte – Wulsdorf) der BremerhavenBus der Bremerhavener Versorgungs- und Verkehrs-GmbH.[1][2]

Gebäude und AnlagenBearbeiten

An der Straße befinden sich nur Gebäude aus der Nachkriegszeit. Viele der überwiegend vier bis auch sechsgeschossigen Häuser sind Wohn- und Geschäftshäuser und im südlichen Bereich Wohnhäuser.

BaudenkmaleBearbeiten

  • Marienkirche der Romanik und Gotik an der nahen Mushardstraße 2 und An der Mühle: Kapelle vom 13. Jahrhundert, Vergrößert im 15. Jh., Umbau 1875 und 1907, 1944 schwer beschädigt, bis 1951 Wiederaufbau.[3]

Erwähnenswerte GebäudeBearbeiten

  • Nr. 2: 6-gesch. Hotel Elbinger Platz.
  • Nr. 19/21: 5-gesch. Wohn- und Geschäftshaushaus.
  • Nr. 42: Vereinssitz vom Tanzsportverein TSG Bremerhaven.
  • Nr. 45: Metropol-Lichtspiele von 1920 bis 1943/44 mit 382 Plätzen, zerbomt.[4]
  • Nr. 50: Von 1953 bis 1963 Kino Admiral mit 700 Plätzen.
  • Nr. 51: Von 1929 bis 1938 Kaufhaus Schocken (davor Kaufhaus S. Hirsch) von Joseph Schocken[5]
  • Nr. 73: 6-gesch. Wohn- und Geschäftshaus, von 1953 bis 2007 Kino Europa bzw. Apollo mit 649 Plätzen.[6]
  • Nr. 77: Von 1878 bis 1894 Sitz der Gemeindeverwaltung und nach dem Rathausbau von 1894 in der damaligen Bahnhofsallee (heute: Klußmannstraße) bis 1944 Räume für Teile der Verwaltung.
  • Ecke Georg-/Keilstraße (heute Grashoffstraße): Geestemünder Schauspielhaus von 1908. Hier war später das Kino Metropol.
  • Nr. 119/121: Von 1957 bis 1989 Kino Rex mit 800 Plätzen; abgerissen.
  • Nansenstraße bis Rampe: Kleingartengebiet/Gewerbegebiet.

GedenksteineBearbeiten

  • Stolpersteine in Bremerhaven
    • Nr. 17: für Julius Gumprich (1882–1942) und Martha Gumprich (1892–1942), beide in Minsk ermordet.
    • Nr. 24: für Carla Kiefer (1909), Constantin Kiefer (1868), Dr. Leo Kiefer (1903), Erich Kiefer (1911), Lina Kiefer (1880), alle 1934/37 geflohen u. a. nach Chile.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Paul Homann: Bremerhavener Streckennetze. Abgerufen am 20. April 2019.
  2. Paul Homann: VGB-Nachrichten. Abgerufen am 20. April 2019.
  3. Denkmaldatenbank des LfD
  4. Hermann Schwiebert: Erinnerungen an die Georgstraße: In: DeichSPIEGEL - Das Online-Magazin aus Bremerhaven.
  5. Hermann Schwiebert: Das Kaufhaus Schocken: In: DeichSPIEGEL - Das Online-Magazin aus Bremerhaven.
  6. Hermann Schwiebert: Das Apollo-Kino in Bremerhaven: In: DeichSPIEGEL - Das Online-Magazin aus Bremerhaven.

Koordinaten: 53° 31′ 39″ N, 8° 35′ 23″ O