Georg Schmieter

deutscher Opern- und Operettensänger und Schauspieler

Georg Schmieter (* 23. Februar 1887 in Ribnitz[1]; † nach 1939) war ein deutscher Opern- und Operettensänger (Bariton, später Heldentenor) am Theater und Schauspieler bei Bühne und Film.

Leben und WirkenBearbeiten

Georg Schmieter wurde als Sohn des Kaufmanns Wilhelm Martin Joachim Schmieter und dessen Frau Charlotte Friederike Auguste, geb. Strempel (* 1861) geboren.[2]

Schmieters Bühnenkarriere begann in den Jahren 1904–1905 als Chorist am Hoftheater Detmold. Als Solist begann er zunächst als Bariton in der Spielzeit 1905/06 am Stadttheater Lübeck. Als knapp Zwanzigjähriger erhielt Schmieter, dessen Bühnenwirken sich zunächst überwiegend auf die Tätigkeit eines Sängers an der Operette konzentrierte, ein Engagement am Stadttheater Rostock, dem er von 1906 bis 1908 angehörte. Es folgte ein weiteres Engagement, noch als Bariton, in der Spielzeit 1908/09 am Stadttheater Kiel.

Anschließend nahm Schmieter in München Gesangsunterricht und ließ seine Stimme zum Tenor umbilden. Als Tenor debütierte er in der Spielzeit 1911/12 am Stadttheater Mülhausen (Mulhouse, Elsaß). Von dort ging er für die Spielzeit 1912/13 an das Stadttheater Freiburg. Er spezialisierte dabei auf das jugendlich-dramatische Heldentenor-Fach, insbesondere auf Wagner-Partien. Er hielt in den Folgejahren zahlreiche Gast- und Festengagements. Weitere Bühnenstationen waren unter anderem das Opernhaus Breslau (1913–1914), das Hoftheater Kassel (1914–1916), die Wiener Hofoper (1916–1918), das Deutsche Opernhaus Berlin (1918–1919), das Deutsche Theater Prag (1919–1921) und am Landestheater Hannover (1921–1922).

In den Jahren 1922 bis 1924 war er frei gastierend tätig. Seine letzten nachweisbaren Festengagements hatte er am Landestheater Darmstadt (Spielzeit 1924/25) und am Stadttheater Königsberg (Spielzeit 1926/27). Schmieter trat bis Anfang der dreißiger Jahre noch als Opern- und Operettensänger auf.

Schon zu Stummfilmzeiten trat Schmieter, der 1922 seinen Einstand mit dem Cherusker-Fürst Arminius in dem von der Kritik eher mau aufgenommenen historischen Bilderbogen Die Hermannschlacht gegeben hatte, sporadisch vor die Kamera. Ab 1930 wandte sich Schmieter, der zu dieser Zeit schon längst kein Festengagement am Theater mehr angetreten hatte, ganz dem Film zu und war vor allem beim Tonfilm der 1930er Jahre sehr aktiv. Hier spielte er – 1935/36 auch in einigen Filmen in Österreich – fast nur noch Chargen: mal einen Beleuchter und einen Oberkellner, dann einen Oberst und schließlich einen Gerichtsvollzieher und einen Schlachter in Befreite Hände, seinem letzten Film aus dem Jahre 1939. Danach verschwand Georg Schmieter komplett aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. Möglicherweise verstarb er noch während des Zweiten Weltkriegs.

RepertoireBearbeiten

Als Opernsänger trat Schmieter vor allem in Wagner-Partien hervor: Siegmund und Siegfried in Der Ring des Nibelungen, Walther von Stolzing in Die Meistersinger von Nürnberg, und der Parsifal. Im jugendlich-dramatischen Fach stand er unter anderem als Pedro (Tiefland) und als Bacchus (Ariadne auf Naxos) auf der Bühne.

FilmografieBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Frohnau, Nr. 2/1924 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig)
  2. Kirchenbuch Ribnitz: Geburts- u. Taufeintrag Nr. 67/1887.