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Das Gelsenberg-Lager war ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald in Gelsenkirchen-Horst. Das im Sommer 1944 errichtete Lager befand sich auf einem freien Feld östlich des Hydrierwerks der Gelsenberg Benzin AG. Es bestand aus Armeezelten und war von einem Stacheldrahtzaun und Wachtürmen umgeben.

In diesem Außenlager wurden im Juli 1944 etwa 2000 ungarische und Siebenbürger Jüdinnen aus dem KZ Auschwitz-Birkenau untergebracht. Die Zwangsarbeiterinnen sollten auf dem Gelände des Hydrierwerks zur Enttrümmerung und zum Wiederaufbau eingesetzt werden, leisteten aber auch Zwangsarbeit in Essen-Kupferdreh und im Gelsenkirchener Hafen. 520 Frauen wurden im August 1944 nach Essen in das KZ-Außenlager Humboldtstraße verlegt, wo sie für die Firma Friedrich Krupp AG arbeiten mussten.

Bei schweren Bombenangriffen auf das Hydrierwerk am 11. September 1944 kamen etwa 150 der Frauen ums Leben, da ihnen der Zutritt zu den werkseigenen Luftschutzbunkern und Schutzgräben verwehrt war.[1] 140 der Opfer sind seit 2003 namentlich bekannt; ihre Namen sind in einer am Grab ausgestellten Liste verzeichnet. Zahlreiche Frauen wurden verletzt in Gelsenkirchener Krankenhäuser gebracht, was den Zeitgenossen bemerkenswert erschien.[2]

Nach Auflösung des Gelsenberg-Lagers Mitte September 1944 wurde ein Großteil der im Lager verbliebenen Frauen sowie der in Krankenhäusern untergebrachten Verletzten in das Außenlager Sömmerda in Thüringen zur Zwangsarbeit bei der Firma Rheinmetall-Borsig AG verbracht. 17 Lagerinsassinnen wurden durch Initiative eines Arztes bis Kriegsende in einem Gelsenkirchener Krankenhaus behalten und auf diese Weise aus der KZ-Haft befreit.[2]

Mit der Geschichte des Lagers beschäftigen sich Gelsenzentrum, ein Portal für Stadt- und Zeitgeschichte in Gelsenkirchen, sowie die Gedenkstätte Cranger Str. 323, ein Dokumentationszentrum in Gelsenkirchen-Erle.[3][4]

Denkmal für die Opfer des Luftangriffs (1948)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gelsenberg-Denkmal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten