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Gebärdensprache

Sprache, die mittels Körpersprache Bedeutung überträgt
(Weitergeleitet von Gebärdensprachdolmetscher)
Kommunikation mittels Gebärdensprache

Eine Gebärdensprache ist eine visuell wahrnehmbare natürliche Sprache, die insbesondere von nicht hörenden und schwer hörenden Menschen zur Kommunikation genutzt wird. Kommuniziert wird mit einer Verbindung von Gestik, Gesichtsmimik, lautlos gesprochenen Wörtern und Körperhaltung. Diese Elemente werden zu Sätzen und Satzfolgen kombiniert.

Die Gebärdensprachen gehören zur Typologie der stark flektierenden oder agglutinierenden Sprachen. Eine Gebärde kann aus mehreren bedeutungsträchtigen Bestandteilen oder Morphemen bestehen. Deswegen haben sie eine sehr flexible Wortfolge im Satz.

Bei taubblinden Menschen werden die Gebärden über die haptische Wahrnehmung der Handbewegung und Handformen wahrgenommen. Daneben gibt es bestimmte Kulturen, in denen nicht-gehörlose Menschen ebenfalls eine Gebärdensprache benutzen oder benutzten, z. B. die weiblichen Mitglieder des australischen Warlpiri-Volksstammes und die indigenen Völker in Nordamerika. Von Gebärdensprachen abzugrenzen sind manuelle Kodierungssysteme (Gebärdenzeichen), die von Menschen eingesetzt werden, die aufgrund einer anderen Beeinträchtigung Schwierigkeiten mit Lautsprache haben wie unterstützt Kommunizierende und Menschen mit Mutismus oder aus dem Autismusspektrum.

Es ist nicht sicher, wie viele Gebärdensprachen es weltweit gibt. Die Ausgabe des Jahres 2013 der Zeitschrift Ethnologue nennt 137 Gebärdensprachen. Dialekte sind in dieser Auflistung aber nicht berücksichtigt – beispielsweise lassen sich in der Schweiz 12 Dialekte unterscheiden.[1]

Das Wesen der Gebärdensprache und deren Verhältnis zur LautspracheBearbeiten

 
Die Gebärde für deutsch in manchen Gebärdensprachen symbolisiert eine Pickelhaube und bedeutete im deutschsprachigen Bereich früher „Schutzmann“.
 
Zum Vergleich: Die DGS-Gebärde für deutsch in Gebärdenschrift.

Die Gebärden werden phonologisch in vier Parameter zerlegt, die phonemisch weiter analysiert werden: in Handkonfiguration, Handorientierung, Bewegungsausführung und Ort der Bewegung. Viele Gebärden sind stark flektiert. Informationen können pronominal (durch verschiedene sichtbare Formen) in einer einzigen Gebärde eingebaut werden, z. B. im DGS die Verbgebärde, glossiert mit ICH-BUCH-GEBEN-DIR-SCHNELL[2] schließt die Bewegungsrichtung von „ich“ nach „du“, und zwar schnell, ein und die Handkonfiguration zeigt das Halten eines imaginären Buches an. Wenn abgewandelt in der Bewegung von „du“ nach „ich“, ergibt DU-BUCH-GEBEN-MIR-SCHNELL. Die Gebärde kann mit anderen Handformen modifiziert werden, um anzuzeigen, was gegeben wird z. B. ein dickes oder dünnes Buch, eine Flasche, ein Fuß- oder Golfball, ein Stück Papier, einen Stapel Bücher usw. Dazu kommt noch die unterschiedliche Orientierung der Hand bzw. Hände, ob das Objekt horizontal oder vertikal übergeben wird. Insgesamt sieben Bedeutungsteile können in dieser einzigen Gebärde erkannt werden: Subjekt, Empfänger (Einzahl oder Mehrzahl), dessen Lokalität (links, rechts, nahe oder fern), Objekt, Größe bzw. Menge des Objekts, verbiales Adverb, einmal oder wiederholt. Dazu kommen gleichzeitig zusätzliche Bedeutungen durch Teile des Gesichts und Kopfbewegungen, z. B. „gerne“ oder „widerwillig“ kann damit gezeigt werden. Neben Flexion ist dieses in der Linguistik auch als „Inkorporation“ bezeichnet.

Wegen der Zerlegbarkeit der Gebärden und Strukturierung innerhalb des Satzes müssen Gebärdensprachen als eigenständige und vollwertige Sprachen angesehen werden. Sie können nicht, wie oft irrtümlich geglaubt, als von der Lautsprache ihrer Umgebung abgeleitet betrachtet werden.[3] Der Name der Gebärdensprache in Deutschland, Deutsche Gebärdensprache (DGS), bedeutet nicht Deutsch in Gebärdenform, sondern Gebärdensprache, wie sie von gehörlosen Sprechern in Deutschland angewendet wird.

Die durch die Hände geformten Gebärden bilden den Inhalt eines Satzes. Daneben spielen Bewegungen des Oberkörpers und des Gesichts eine herausragende Rolle. Vor allem die Mimik dient zur Kodierung der Grammatik. Viele Grammatische Funktionswörter, wie ob oder wenn finden ausschließlich Ausdruck im Gesicht. Da die Grammatik hauptsächlich mit der Mimik zum Ausdruck kommt, sehen sich Gebärdensprachsprecher auch eher in die Augen als auf die Hände.[4]

Gebärdensprachen unterscheiden sich von Land zu Land und sogar auch innerhalb eines Landes. Im deutschsprachigen Raum wird die Deutsche Gebärdensprache (DGS), die in Deutschland und in Luxemburg genutzt wird, die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) und die Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS) verwendet. Die in Liechtenstein verwendete Gebärdensprache ist eng verwandt mit der DSGS und kann daher als ein DSGS-Dialekt betrachtet werden. Innerhalb der Schweiz kennt die DSGS fünf verschiedene Dialekte (Zürcher, Berner, Basler, Luzerner und St. Galler Dialekt), die Schweiz wiederum kennt ebenfalls die Langue des signes Suisse romande (LSF-SR) mit fünf Dialekten sowie die Lingua dei segni della Svizzera italiana (LIS-SI) mit zwei Varietäten.[5]

Am weitesten verbreitet ist die American Sign Language (ASL), gebraucht in Nordamerika, auf karibischen Inseln außer Kuba, in Teilen von Zentral-Amerika und einigen afrikanischen und asiatischen Nationen.

Viele Gebärden der verschiedenen Gebärdensprachen sind einander ähnlich wegen ihres ikonischen bzw. motivierten Ursprungs.[6] Viele Flexionen in den Gebärden ähneln sich auch in fast allen Gebärdensprachen. Eine unterseitige Verständigung ist dennoch nicht immer gegeben. Maßgeblich für die Verständigung ist die historische Verwandtheit zwischen Gebärdensprachen, so können Nutzer von Gebärdensprachen der gleichen Gebärdensprachfamilie sich einigermaßen verständigen.[7] Da die meisten Gebärdensprachen Kontinentaleuropas der französischen Gebärdensprachfamilie angehören, ist eine gegenseitige Verständigung dort einigermaßen möglich. An internationalen Anlässen wird International Sign, Gestuno oder International Sign-Talk verwendet, die von manchen als Pidgin-Sprachen betrachtet werden.[8]

Gebärdensprachen werden – darauf deuten zahlreiche Studien mit bildgebenden Verfahren hin – in den gleichen Gehirnregionen verarbeitet, in welchen auch Lautsprachen verarbeitet werden.[9][10][11] Daraus wird gefolgert, dass menschliche Sprache sich nicht mehr bloß als Lautsprachsystem definieren lässt.[12]

GebärdenschriftBearbeiten

Gebärdensprache hat sich bisher nicht für den Alltagsgebrauch praktikabel verschriftlichen lassen, obwohl es mehrere Ansätze dazu gibt. Für wissenschaftliche Zwecke existieren „Notationssysteme“ wie z. B. das HamNoSys (Hamburger Notationssystem);[13] diese arbeiten z. B. mit der Zerlegung jeder Gebärde in Handform, Handstellung, Ausführungsbereich, Bewegungsausführung etc. und jeweils entsprechenden Symbol-Darstellungen.

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Die von Valerie Sutton[14] entwickelte Gebärdenschrift SignWriting findet bei Schülern im Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte Osnabrück und in Nicaragua Anwendung.

Häufiger werden Gebärden durch Glossentranskription verschriftlicht, ein Verfahren, bei dem Einzelwörter oder mit Bindestrich versehenen Wortketten der Lautsprache als Code für Gebärden dienen, üblicherweise ausgeschrieben in Großbuchstaben. Dieses Verfahren ist recht unvollständig und kann nicht alles wiedergeben, was von Gebärden-Sprechern ausgesandt wird. Die Wortkoden sind zudem nicht immer einheitlich festgelegt.

Manuelle Kodierungssysteme für die deutsche SpracheBearbeiten

 
Deutsches Fingeralphabet

Von der Gebärdensprache abzugrenzen sind die sogenannten manuell-visuellen Kodierungssysteme der deutschen Sprache:

Gebärdensprache in nationalen GesetzenBearbeiten

Es gab und gibt Anstrengungen, die Gebärdensprachen gesetzlich zu verankern. In Schweden wurde die dortige schwedische Gebärdensprache bereits 1981 als Minderheitensprache anerkannt. Auch Uganda hat schon vor dem Jahr 2000 dessen Gebärdensprache verfassungsrechtlich bestätigt. Seit dem 27. Februar 2005 ist im Schweizer Kanton Zürich verfassungsmäßig anerkannt, dass die Gebärdensprache auch zur Sprachenfreiheit gehört. Das österreichische Parlament nahm im Juli 2005 die Gebärdensprache als anerkannte Minderheitensprache in die Bundesverfassung (Art. 8, Abs. 3) auf. Seit 2006 ist die Neuseeländische Gebärdensprache (NZSL) neben Englisch und Māori die offizielle Amtssprache Neuseelands.

GebärdensprachdolmetscherBearbeiten

 
Gebärdensprachdolmetscher bei einem Vortrag

Gebärdensprachdolmetscher dolmetschen in beide Richtungen für gehörlose und hörende Personen. Es kommt vor, dass in einer Gruppe die Gebärdensprache dominiert und für die hörende, nicht gebärdensprachkompetente Minderheit gedolmetscht wird (als voicen bezeichnet), z. B. bei Gehörlosenkonferenzen. Es gibt auch Dolmetscher, die von einer Gebärdensprache in die andere dolmetschen, oder von einer anderen Lautsprache in die lokale Gebärdensprache (z. B. Französisch in die Deutschschweizer Gebärdensprache). Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher, die zwischen zwei Gebärdensprachen dolmetschen, sind häufig selbst gehörlos.

DeutschlandBearbeiten

In Deutschland ist spätestens seit 2002 mit Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) und der Kommunikationshilfenverordnung (KHV) der Anspruch gehörloser Menschen auf Gebärdensprachdolmetscher (insbesondere bei Behörden, Polizei und Gericht, aber auch am Arbeitsplatz) und andere Kommunikationshilfen (wie z. B. Schriftdolmetscher) gesetzlich geregelt.

Ausbildungen zum Gebärdensprachdolmetscher werden als Vollzeitstudium, etwa an der Universität Hamburg,[16] an der Hochschule Magdeburg-Stendal,[17] an der Westsächsischen Hochschule Zwickau,[18] an der Humboldt-Universität zu Berlin,[19] an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut, als Teilzeitstudium wie an der Hochschule Fresenius in Idstein[20] oder als berufsbegleitende Weiterbildung am Bayerischen Institut zur Kommunikationsförderung für Menschen mit Hörbehinderung[21] in Nürnberg und dem Institut für Gebärdensprache in Baden-Württemberg[22] in Winnenden angeboten. Weiterbildungen sind eingerichtet worden, damit langjährig tätige Gebärdensprachdolmetscher ohne Ausbildung eine Möglichkeit zur Nachqualifizierung erhalten. In der deutschen Hochschulpolitik wird die Gebärdensprache als Kleines Fach eingestuft.[23]

Seit Ende 2006 ist ein qualifizierender Abschluss als Gebärdensprachdolmetscher in vielen Bereichen erforderlich. Eine staatliche Prüfung bieten das Amt für Lehrerbildung in Darmstadt und das Bayerische Kultusministerium an.[24] Für die staatliche Prüfung ist ein Ausbildungsnachweis nicht vorgeschrieben, wohl aber langjährige Berufstätigkeit. Die akademischen Diplome der Universitäten und Fachhochschulen können auf Wunsch und gegen eine Gebühr den staatlichen Prüfungen gleichgestellt werden.

Der Bundesverband der GebärdensprachdolmetscherInnen Deutschlands (BGSD) e. V.[25] ist die berufsständische Vertretung der in Deutschland organisierten Gebärdensprachdolmetscher und -dolmetscherinnen.

DeutschschweizBearbeiten

In der Deutschschweiz vertritt die Berufsvereinigung der GebärdensprachdolmetscherInnen der deutschen Schweiz (bgd) die Interessen der Gebärdensprachdolmetscher. Die Ausbildung findet an der Hochschule für Heilpädagogik Zürich (FH) statt.

Maschinelles ÜbersetzenBearbeiten

Juli 2017 wurde ein an der Universität von Kalifornien entwickelter Handschuh vorgestellt, der die Gesten einer Hand analysiert und erstmals das Gebärden-ABC in Schriftsprache übersetzen kann.[26]

Außerdem entwickelt die Firma SignAll[27] ein System, das die spontane Kommunikation zwischen einem Gehörlosen und einer hörenden Person über eine automatisierte Übersetzungstechnologie ermöglichen soll. Das laut Beschreibung für die US-amerikanische Laut- bzw. Gebärdensprache ASL konzipierte System erfasst nach eigener Angabe alle Aspekte der Gebärdensprache einschließlich Handformen, Gesichtsausdrücken und relative Positionen der Körperteile.

Kommunikation mit TierenBearbeiten

Roger Fouts trainierte der 1965 in Afrika geborenen Schimpansin Washoe insgesamt 250 Zeichen der amerikanischen Gebärdensprache ASL an und versuchte damit, eine Kommunikation zwischen Mensch und Tier aufzubauen. Auch mit anderen Tieren, u. a. Bonobos und Gorillas, wurden solche spektakulären Dressurversuche durchgeführt, einige Tiere erwarben angeblich einen Wortschatz von über 1000 Wörtern.[28]

Andere Forscher untersuchten dagegen originale Gebärden- und Körpersignale von Menschenaffen und schlossen daraus, dass auch die Menschen vor der gesprochenen eine Gebärdensprache nutzten. Ihre Beobachtung stützt eine schon ältere Theorie, die besagt, dass die Zeichensprache die ursprünglichste Form der menschlichen Kommunikation war.[29]

Siehe auchBearbeiten

MedienBearbeiten

FilmeBearbeiten

Preservation of the Sign Language (1913)

Eine Auswahl an Filmen, in denen die Gebärdensprache zum Einsatz kommt.

SpielfilmeBearbeiten

Filmtitel Erscheinungs-
jahr
Inhalt
Schweigende Lippen 1948 Melodram von Jean Negulesco über eine gehörlose, junge Frau, der im Kanada des 19. Jahrhunderts die Gebärdensprache gelehrt wird.
Der Wolfsjunge 1970 Literaturverfilmung François Truffauts über das wahre Leben des Wolfsjungen Victor von Aveyron.
Unser neuer Bruder 1985 Kinderfilm von Robert Michael Louis über die Freundschaft zwischen einem entlaufenen Orang-Utan und einem gehörlosen Jungen (Originaltitel: A Summer to Remember).
Gottes vergessene Kinder 1986 Melodram um einen jungen Lehrer an einer Schule für gehörgeschädigte Jugendliche, der sich in eine gehörlose Frau verliebt (Oscar für Hauptdarstellerin Marlee Matlin).
Das Piano 1993 Jane Campions Film über den Selbstfindungsprozess einer verheirateten, schweigenden Mutter, die im Neuseeland des 19. Jahrhunderts eine verbotene Liebesbeziehung eingeht (Goldene Palme von Cannes; Oscar für Hauptdarstellerin Holly Hunter).
Vier Hochzeiten und ein Todesfall 1994 Britische Komödie, in der Charles (Hugh Grant) mit seinem gehörlosen Bruder David in der Britischen Gebärdensprache (BSL) kommuniziert.
Mr. Holland’s Opus 1995 Eine Episode der fiktiven Lebensgeschichte des Komponisten und Musiklehrers Glenn Holland (Oscarnominierung für Richard Dreyfuss) behandelt das schwierige Verhältnis zu seinem gehörlosen Sohn, für dessen Liebe zur Musik Holland zunächst kein Verständnis aufbringen kann.
Jenseits der Stille 1996 Drama von Caroline Link über eine hörende Tochter gehörloser Eltern, die die Welt der Musik entdeckt (Deutscher Filmpreis für Hauptdarstellerin Sylvie Testud).
Jenseits des Schweigens 1996 Drama von Fred Gerber um eine misshandelte, gehörlose junge Frau, die bei einer Sozialarbeiterin aufgenommen wird und die Gebärdensprache erlernt (Originaltitel: Breaking Through bzw. After the Silence).[30]
Stille Liebe 2001 Drama von Christoph Schaub über eine gehörlose Nonne (Emmanuelle Laborit).
Lieber Frankie 2004 Lieber Frankie (Originaltitel: Dear Frankie) ist ein britisches Filmdrama über eine Familie und die Beziehung eines gehörlosen Jungen zu seinem abwesenden Vater.
Black 2005 Sanjay Leela Bhansalis Drama erzählt von der Geschichte eines jungen, taubblinden Mädchens, das die Gebärdensprache erlernt (Filmfare Award u. a. für Hauptdarstellerin Rani Mukherjee und den Film).
Die Familie Stone – Verloben verboten! 2005 Weihnachtsfilmkomödie, in der der älteste Sohn seine Verlobte der Familie vorstellt. Einer seiner jüngeren Brüder ist gehörlos und homosexuell.
Babel 2006 In einem Erzählstrang von Alejandro González Iñárritus Film versucht eine junge, gehörlose Japanerin die Ablehnung ihrer Mitmenschen durch Drogen, Alkohol oder Partys zu kompensieren (Oscar-Nominierung für Darstellerin Rinko Kikuchi).
Orphan – Das Waisenkind 2009 Horrorfilm, in dem die kleine Tochter Max fast gehörlos ist.
Verstehen Sie die Béliers? 2014 Filmkomödie von Éric Lartigau über das Leben einer gehörlosen Familie, deren in Gebärdensprache kommunizierender Vater Bürgermeister werden will und deren hörende Tochter eine Gesangskarriere anstrebt.
Der kleine Tod. Eine Komödie über Sex 2014 Australische Komödie, in der in einem Handlungsstrang der gehörlose Sam (T.J. Power) über die Gebärdensprachdolmetscherin Monica (Erin James) eine Telefonsexhotline anrufen will.
A Silent Voice 2016 Anime-Film von Naoko Yamada. In diesem Film kommunizieren die Protagonisten Shōya Ishida und Shōko Nishimiya unter anderem in der japanischen Gebärdensprache.
A Quiet Place 2018 In dem Horror-Thriller von John Krasinski kommuniziert eine Familie ausschließlich in Gebärdensprache, da jedes kleinste Geräusch außerirdische Wesen anlocken könnte.

Kurz- oder DokumentarfilmeBearbeiten

  • DEF (2003): 13-minütiger Kurzfilm von Ian Clark über einen gehörlosen Jungen aus einer englischen Wohnsiedlung, der davon träumt, ein Rapstar zu werden.
  • Ich muss dir was sagen (2006): Dokumentarfilm von Martin Nguyen über vierjährige Zwillingsbrüder, von denen einer gehörlos und der andere hörend ist. Dieser Dokumentarfilm zeigt, wie sich die beiden untereinander verständigen, wie die Eltern mit der neuen Situation zurechtkommen und wie sie sich die Zukunft des gehörlosen Jungen vorstellen.
  • Die Wunderlampe – Ein märchenhafter Kinderfilm in Österreichischer Gebärdensprache (2008), 20-minütiger Kinderfilm (Real und Stop-Motion) in Gebärdensprache über ein kleines Mädchen, das eine Wunderlampe samt Dschinn findet und mit ihm einige Tage verbringt, bis sie ihm die Freiheit schenkt
  • Verbotene Sprache (2009), Porträt des Gebärdensprachkünstlers Rolf Lanicca, 40 min.
  • A single duet (2010), 10-minütiger Film von Kai Stöckel über einen gehörlosen Obdachlosen, der seine Tochter wiedersehen will, die Hauptrolle spielt Christopher Buhr.
  • Seidene Stille (2011), mittellanger Film über eine Gehörlosen-Liebesgeschichte mit Rafael-Evitan Grombelka und Kassandra Wedel.

FernsehserienBearbeiten

  • Switched at Birth (2011), Fernsehserie über die Verwechslung zweier Neugeborener Mädchen, Bay und Daphne. Daphne verliert als Kind ihr Gehör. Als die Mädchen Teenager sind, lernen sich die beiden Familien kennen und die nicht ASL sprechende Familie lernt die amerikanische Gebärdensprache. Mehrere Hauptfiguren der Serie sind gehörlos und in vielen Szenen wird ASL (amerikanische Gebärdensprache) von einem oder allen Gesprächsteilnehmern gesprochen, ASL wird in der Serie untertitelt.
  • Sue Thomas: F.B.I. (Originaltitel: Sue Thomas: F.B.Eye) ist eine kanadisch-US-amerikanische Fernsehserie, die in den USA von 2002 bis 2005, in Deutschland ab 2011 lief. Sie handelt von der real existierenden, gehörlosen F.B.I.-Agentin Sue Thomas, welche von der gehörlosen Schauspielerin Deanne Bray dargestellt wird.

LiteraturBearbeiten

  • Mein Tor in die Welt der Gehörlosen, Sachbuch für Kinder, Österreichischer Gehörlosenbund (Hrsg.) Wien, 2004, ISBN 3-200-00063-5
  • Wolfgang Müller, Gehörlose Musik, Die Tödliche Doris in gebärdensprachlicher Gestaltung. Die „Übersetzung“ der Musik und Texte der ersten LP der Gruppe von 1981 in Zeichen und Gebärden durch zwei Gebärdensprachdolmetscher auf DVD mit Buch. Edition Kroethenhayn, Berlin 2006.
  • Irene Leber, Jörg Spiegelhalter: Das mini Gebärden-Liederbuch. Mit den Händen singen. Loeper, Karlsruhe 2004. ISBN 3-86059-127-4
  • Oliver Sacks: Stumme Stimmen. Reise in die Welt der Gehörlosen. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2001. ISBN 3-499-19198-9
  • Nora Ellen Groce: Jeder sprach hier Gebärdensprache. Erblich bedingte Gehörlosigkeit auf der Insel Martha’s Vineyard. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Elmar Bott. Signum, Seedorf 2006. ISBN 3-927731-97-8
  • Susan Schaller: Ein Leben ohne Worte. Knaur, München 1992. ISBN 3-426-75002-3
  • DAS ZEICHEN, Zeitschrift für Sprache und Kultur Gehörloser, Hamburg, ISSN 0932-4747
  • Christian Kleiber: Hanna Hasenöhrl, www.wirsindanders.info, Kinderbuch ISBN 978-3-00-029741-0
  • Bruno Griesser: Ungedruckte Texte zur Zeichensprache in den Klöstern, in: Analecta Cisterciensia 3 (1947), S. 111–137. Webseiten-Zugriff Seite 111 bis Seite 137

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gebärdensprache – Sammlung von Bildern und Videos
 Wiktionary: Gebärdensprache – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Weiterführende Links können unter DGS, DSGS und ÖGS gefunden werden.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 5 Dialekte des DSGS: [1], 5 Dialekte des LSF-SR: [2], 2 Dialekte des LIS-SI: [3]
  2. Im DSGS dagegen: 1-GEBENschnell-2 BUCH (sinngemäß: «Ich-geben (schnell)-dir Buch»)
  3. Stokoe, William. 1960. Sign language structure: An outline of the visual communication systems of the American deaf. Buffalo: Department of Anthropology and Linguistics, University of Buffalo.
  4. Fabian Bross & Daniel Hole: Scope-taking strategies in German Sign Language. In: Glossa. A Journal of General Linguistics, 2(1): 76. 1-30
  5. Penny Boyes Braem, Tobias Haug, Patty Shores: Gebärdenspracharbeit in der Schweiz: Rückblick und Ausblick. In: DAS ZEICHEN, Zeitschrift für Sprache und Kultur Gehörloser, Hamburg, ISSN 0932-4747
  6. Bross, F. (2014): Ikonizität in Gebärdensprachen. Eine linguistische Disziplin zwischen Modalitätseffekt und Ideologiefrage. In: Kritische Ausgabe. Zeitschrift für Germanistik & Literatur, 26. S. 95–100.
  7. Boyes-Braem, Penny: Einführung in die Gebärdensprache und ihre Erforschung. Signum, Hamburg 1990, ISBN 3-927731-10-2, S. 124 (fzgresearch.org [PDF; abgerufen am 25. Februar 2019]).
  8. vgl. auch Boyes-Braem, Penny: Einführung in die Gebärdensprache und ihre Erforschung. Signum, Hamburg 1990, ISBN 3-927731-10-2, S. 126 (fzgresearch.org [PDF; abgerufen am 25. Februar 2019]).
  9. Kegl, Judy A. & Howard Poizner. 1991. The Interplay between Linguistic and Spacial Processing in a Right Lesions Signer. Journal of Clinical and Experimental Neuropsychology 13(1). 38–39.
  10. Kegl, Judy A. & Howard Poizner. 1997. Crosslinguistic/Crossmodal Syntactic Consequences of Left-Hemisphere Damage: Evidence from an Aphasic Signer and His Identical Twin. Aphasiology 11(1). 1–37.
  11. Corina, David P., Ursula Bellugi & Judy Reilly. (1999): Neuropsychological studies of linguistic and affective facial expressions in deaf signers. Language and Speech 42. 307–331.
  12. Elisabeth Leiss: Sprachphilosophie. W. de Gruyter, Berlin / New York 2009, S. 265
  13. Hamburger Notationssystem für Gebärdensprache
  14. Webseite Valerie Sutton (englisch), hochgeladen am 13. März 2014
  15. Boyes-Braem, Penny: Einführung in die Gebärdensprache und ihre Erforschung. Signum, Hamburg 1990, ISBN 3-927731-10-2, S. 148 (fzgresearch.org [PDF; abgerufen am 18. Februar 2019]): „Diese Systeme dürfen, obwohl sie den visuell-manuellen Kanal verwenden und viele Gebärden der Gebärdensprache entlehnen, nicht mit Gebärdensprache verwechselt werden.“
  16. Universität Hamburg
  17. Hochschule Magdeburg Stendal
  18. Westsächsische Hochschule Zwickau
  19. Humboldt-Universität zu Berlin
  20. Gebärdensprachdolmetschen – Idstein – Master Teilzeit. (Nicht mehr online verfügbar.) In: hs-fresenius.de. Hochschule Fresenius, archiviert vom Original am 18. Juni 2016; abgerufen am 18. Juni 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hs-fresenius.de
  21. Angebot. In: giby.de. Bayerisches Institut zur Kommunikationsförderung für Menschen mit Hörbehinderung, abgerufen am 18. Juni 2016.
  22. Gebärdeninstitut Baden-Württemberg, abgerufen am 18. Juni 2016.
  23. Gebärdensprache auf dem Portal Kleine Fächer. Arbeitsstelle Kleine Fächer, abgerufen am 23. April 2019.
  24. Bayerisches Kultusministerium (Memento vom 17. Dezember 2008 im Internet Archive)
  25. BGSD e. V., abgerufen am 18. Juni 2016.
  26. Smarte Handschuhe für Gehörlose orf.at, 13. August 2017, abgerufen am 18. August 2017.
  27. SIgnAll. Abgerufen am 13. Mai 2019.
  28. Der erste „sprechende“ Schimpanse ist tot. welt.de, 1. November 2007; abgerufen 13. März 2014
  29. Bonobos und Schimpansen verständigen sich mit ihrer Gebärden- und Körpersprache flexibler als mit Lauten und Mimik. Focus, 1. Mai 2007; abgerufen 13. März 2014
  30. Gebärdensprache in der Internet Movie Database (englisch)