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Gauchsmühle ist ein Ortsteil des Marktes Feucht im Landkreis Nürnberger Land, Mittelfranken/Bayern.

Gauchsmühle
Markt Feucht
Koordinaten: 49° 23′ 14″ N, 11° 15′ 7″ O
Höhe: 375 m ü. NHN
Einwohner: (1987)[1]
Postleitzahl: 90537
Vorwahl: 09128
Gauchsmühle, Anwesen Nr. 2
Gauchsmühle, Anwesen Nr. 2

Geografische LageBearbeiten

Die Einöde Gauchsmühle liegt im Tal des namensstiftenden Gauchsbaches inmitten des Feuchter Forstes, einem Teilgebiet des Lorenzer Reichswaldes, der zum südlichen Nürnberger Reichswald gehört. Der Ortsteil erstreckt sich entlang der Staatsstraße St 2239, die von Schwabach über das etwa drei Kilometer westlich gelegene Feucht bis nach Altdorf führt. Die Nachbarorte sind im Uhrzeigersinn: Moosbach, Hahnhof, Mauschelhof und Feucht.

GeschichteBearbeiten

Gauchsmühle liegt an einem der bereits zu karolingischer Zeit fassbaren Handelswege, die von Schwabach über Feucht nach Altdorf führten. Erste schriftliche Überlieferungen datieren aus dem Jahr 1505,[2] wobei der dort erwähnte Herrensitz bereits auf einigen Wohlstand und somit auf eine sehr lange Vorgeschichte schließen lassen. Ab dieser Zeit verlief dort für etwa 300 Jahre (von 1505 bis 1806) die häufig umkämpfte Reichsgrenze zwischen den Gebieten der Nürnberger Patrizier und jenen der Ansbacher Markgrafen. (siehe historische Karte von 1505)

 
Reichsstädtisches Landgebiet Nürnbergs 1505–1806

Im Mai 1552 wurde die Ansiedelung im zweiten Markgrafenkrieg vollständig zerstört, wobei die spärlich überlieferten Beschreibungen auf eine ehemals stattliche, mehrgeschossige Niederungsburg schließen lassen.[2]

Mit dem Gemeindeedikt (1808) gehörte die Gauchsmühle zur politisch eigenständigen Gemeinde Moosbach und war im bayerischen Urkataster noch etwa 500 m weiter östlich verortet.[3]

Die im Abstand von einigen Jahrzehnten regelmäßig wiederkehrenden, verheerenden Frühjahrshochwässer lassen den Gauchsbach immer wieder zu einem kräftigen Flüsschen anschwellen, der auch zentnerschwere Lasten wegspülen kann und die Spuren der Geschichte tilgt. Erst Anfang der 1990er Jahre riss dieser beispielsweise die Brücke, die zu dem unmittelbar östlich gelegenen Hahnhof führte, vollständig weg, sodass diese neu gebaut werden musste.

Die beiden in Gauchsmühle erhaltenen Gehöfte, der ehemalige Gasthof und das frühere Forsthaus weisen deshalb zwar heute nur noch die aus dem 19. Jahrhundert erhaltene Bausubstanz auf, stehen aber dennoch unter Denkmalschutz.[4] Auch ein ortseigenes Backhaus sowie ein Brunnen sind erhalten.

Am 1. April 1971 wurde Gauchsmühle im Rahmen der Gebietsreform in Bayern nach Feucht eingemeindet.

Bis in die frühen 2000er Jahre war der Gasthof als Treffpunkt der Folk-Rock-Szene überregional bekannt und war als brauereifreie geführtes Irish Pub mit stiltypischer Live-Musik noch regelmäßig bewirtschaftet. Nach der Auflassung des Gaststättenbetriebes wurde dieses Anwesen umfassend renoviert und dient seither als Ausstellungsort eines Leuchtenherstellers. Das ehemalige Forsthaus hingegen befindet sich schon seit Jahrzehnten in Privatbesitz.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer's Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gauchsmühle (Feucht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Verein für Computergenealogie e. V.@1@2Vorlage:Toter Link/wiki-de.genealogy.net (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Gauchsmühle
  2. a b Gauchsmühle, schriftl. Ersterwähnung 1505
  3. Gauchsmühle auf historischer Karte von 1808
  4. LfD-Liste für Nürnberger Land/Feucht/Gauchsmühle Seite 1 (.pdf)