Gary Anderson (Dartspieler)

schottischer Dartspieler
Gary Anderson Darts pictogram.svg
Gary Anderson (Exeter 2016) (cropped).jpg
Zur Person
Spitzname The Flying Scotsman
Nation SchottlandSchottland Schottland
Geburtsdatum 22. Dezember 1970
Geburtsort Musselburgh, Schottland
Wohnort Burnham-on-Sea, Somerset, England
Dartsport
Dart seit 2000
Wurfhand rechts
Darts 21 g Unicorn Gary Anderson Noir Darts
Einlaufmusik Jump Around von House of Pain, eingeleitet von Won’t Get Fooled Again von The Who
BDO 2000–2009
PDC seit 2009
Platz Weltrangliste 6.[1]
Wichtigste Erfolge
Infobox zuletzt aktualisiert: 30. März 2021

Gary Anderson (* 22. Dezember 1970 in Musselburgh) ist ein schottischer Dartspieler. Er gewann die PDC-Weltmeisterschaft 2015 und 2016. Sein früherer Spitzname in der BDO war Dream Boy, sein aktueller Spitzname in der PDC lautet The Flying Scotsman. Dies ist der Name der seit 1923 bestehenden schnellsten Zugverbindung zwischen London und Edinburgh. Fälschlicherweise wird er oft als eine Anspielung auf den Fliegenden Holländer (engl. The Flying Dutchman) verstanden. Andersons Einlaufmusik ist Jump Around von House of Pain, die mit dem Orgelintro aus Won’t Get Fooled Again von The Who eingeleitet wird.

WerdegangBearbeiten

Sowohl im Jahr 2007 als auch 2008 wurde Anderson aufgrund seiner Major-Turnier-Siege als BDO-Spieler zum PDC Grand Slam of Darts eingeladen, wobei er jeweils das Halbfinale erreichte. Ebenfalls 2007 gewann er sein erstes großes TV-Turnier, die Topic International Darts League, mit einem Finalsieg über Mark Webster. Er war der erste Spieler, der im Laufe dieses Turniers kein einziges Spiel verlor; außerdem warf er 59 Mal die Höchstpunktzahl von 180 und stellte damit den alten Rekord von Raymond van Barneveld ein. Im gleichen Jahr gewann er mit der Bullit World Darts Trophy sein zweites großes TV Turnier. Im Finale besiegte er den mehrfachen Weltmeister Phil Taylor mit 7:3.

Im Februar 2009 beendete Anderson die jahrelangen Spekulationen um einen möglichen Wechsel von der BDO zur PDC, als er im Rahmen des zweiten Spieltages der Premier League Darts in Edinburgh seinen PDPA-Vertrag unterzeichnete und somit offiziell zur PDC wechselte.

Anderson gilt als einer der begnadetsten Dartspieler mit einem der natürlichsten Wurfstile, der seine Weltklasseleistungen (zumindest bis zu seinem Wechsel zur PDC) nach eigener Aussage fast ohne Training vollbrachte.

Bei den PDC World Darts Championship 2011 wurde Anderson Zweiter, sein bis dahin größter Erfolg in der PDC. Nach Siegen über Morihiro Hashimoto (3:0), Dennis Priestley (4:2), Andy Smith (4:0), Raymond van Barneveld (5:1) und Terry Jenkins (6:2) erreichte er das Finale, in dem er am 3. Januar 2011 Adrian Lewis mit 5:7 unterlag. Anderson spielte bei dieser WM den besten Average, da er in jedem Spiel bis zum Finale einen 3-Dart-Average von über 100 hatte. Lediglich im Finale hatte er einen Average von knapp unter 100.

Bei den Players Championship Finals 2011 erreichte Anderson nach Siegen über Justin Pipe (6:4), Kevin Painter (8:5), Andy Smith (9:5) und Steve Farmer (10:7) das Finale, das er jedoch gegen Phil Taylor mit 12:13 verlor. Am 19. Mai desselben Jahres gewann er im Finale der Premier League Darts gegen den amtierenden Weltmeister Adrian Lewis mit 10:4 und holte sich somit seinen ersten Titel bei einem PDC-Major-Turnier. Während der UK Open gelang ihm am 8. Juni 2012 sein erstes Nine dart finish vor laufenden Kameras.

Bei der PDC World Darts Championship 2015 im Alexandra Palace in London gewann Anderson seinen ersten WM-Titel mit einem 7:6-Finalsieg gegen den favorisierten 16-fachen Weltmeister Phil Taylor.

Bei der Premier League Darts 2015 qualifizierte sich Anderson als Nummer 3 für die Play-offs. Am 21. Mai 2015 fanden diese in der O₂-Arena (London) statt. Im Halbfinale traf Anderson auf Dave Chisnall. 10 Legs waren nötig, um die Partie zu gewinnen. Das Spiel war sehr ausgeglichen und es kam zum 9:9. Chisnall ließ 3 Matchdarts aus und Anderson beendete die Partie mit einem 116er-Finish. Damit zog er zum zweiten Mal nach 2011 ins Finale ein. Sein Gegner dort war Michael van Gerwen. Van Gerwen setzte überraschend viele Darts am Doppel vorbei und Anderson gewann mit 11:7.

Am 3. Januar 2016 konnte er seinen Weltmeistertitel in einer Neuauflage des Finals von 2011 durch einen 7:5-Finalsieg gegen Adrian Lewis verteidigen. Zudem gelang ihm im Halbfinale gegen Jelle Klaasen im 3. Leg des ersten Satzes das einzige Nine dart finish des Turniers. Seit dem Grand Slam of Darts 2016 spielt Anderson mit Brille.

Bei der PDC-WM 2017 erreicht er zum dritten Mal hintereinander das Finale. Dort unterlag er jedoch Michael van Gerwen mit 3:7.

Nach einer enttäuschenden Weltmeisterschaft 2018, in der er bereits im Viertelfinale gegen Phil Taylor ausschied, gewann er bei den UK Open 2018 seinen ersten Major-Titel seit dem Weltmeistertitel 2016.[2] Die Premier League Darts 2018 schloss er auf dem dritten Platz ab und qualifizierte sich somit für die Playoffs. Das World Matchplay 2018 konnte Anderson in der Verlängerung im Finale gegen Mensur Suljović mit 21:19 gewinnen. Im Viertelfinale gegen Joe Cullen warf er ein Nine dart finish. Am 23. September gewann er zum ersten Mal die Champions League. Beim Grand Slam erreichte er das Finale, nachdem er im Halbfinale Michael van Gerwen geschlagen hatte. Das Finale verlor er jedoch gegen Gerwyn Price. Bei den Players Championship Finals konnte er erneut ins Halbfinale einziehen, musste sich diesmal jedoch van Gerwen geschlagen geben.

Bei der Weltmeisterschaft 2019 konnte er ins Halbfinale vordringen, wo er jedoch gegen den späteren Weltmeister van Gerwen mit 1:6 verlor. Anschließend plagten in Rückenprobleme, sodass er seine Teilnahme an der Premier League und am Masters absagte. Sein Comeback gab er bei den UK Open. Dort musste er sich jedoch in der vierten Runde Steve Beaton geschlagen geben. Im Juni 2019 gewann er schließlich gemeinsam mit Peter Wright den World Cup of Darts. Dies war der erste schottische Sieg in der Geschichte des Turniers.

Bei der Weltmeisterschaft 2020 konnte er seine ersten beiden Spiele gewinnen, ehe er im Achtelfinale gegen Nathan Aspinall ausschied. Bei der Premier League erreichte er die Play-Offs, verlor jedoch das Halbfinale gegen den späteren Turniersieger Glen Durrant. Bei den Players Championships gewann er das Players Championship 1. Beim World Matchplay 2020 konnte er bis ins Finale vordringen, verlor dieses jedoch gegen Dimitri Van den Bergh.

Bei der Weltmeisterschaft 2021 überzeugte er erneut. Durch einen 6:3-Sieg im Halbfinale gegen Dave Chisnall erreichte er das Finale, in dem er sich jedoch Gerwyn Price mit 3:7 geschlagen geben musste. Bei der Premier League Darts erreichte er den achten Rang.

Weltmeisterschaft-ResultateBearbeiten

BDOBearbeiten

PDCBearbeiten

TitelBearbeiten

BDOBearbeiten

Turnier 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
BDO World Championship - R1 HF R1 R1 R2 R1 R1 VF
World Masters R3 - VF R3 VF R4 - R6 PDC
International Darts League - RT - RT S -
BDO World Trophy - R2 R1 R1 R2 S -
Finder Darts Masters - S S PDC

R = Runde – RT = Rundturnier – VF = Viertelfinale – HF = Halbfinale – S = Sieger

Weitere:

  • 2001: Welsh Open
  • 2003: Scottish Masters, Northern Ireland Open
  • 2004: German Open
  • 2006: Scottish Masters
  • 2007: Scottish Open, International Darts League, World Darts Trophy, British Open, Northern Ireland Open
  • 2008: German Open, Welsh Open, BDO International Grand Prix

PDCBearbeiten

Turnier 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
PDC World Championship - R2 F VF R3 R3 S S F VF HF R4 F
World Matchplay - R2 R2 R1 R1 R2 HF R2 HF R2 S R2 F
World Grand Prix - R2 VF R1 R1 VF HF R2 F - VF R2 VF
UK Open - R2 F R4 R4 R4 R5 R3 R4 R3 S R4 R6
Grand Slam of Darts HF HF R2 VF F R2 R2 R2 R2 HF HF F VF R2
European Championship - VF R1 R2 - R1 F R1 -
Players Championship Finals - R1 F R2 VF VF S R2 R2 R1 HF - R2
Premier League Darts - S 8ter 10ter HF S HF HF HF - HF
The Masters - VF HF R1 F HF - HF
Champions League of Darts - HF F S RT -
PDC World Cup of Darts - VF - R2 R2 - F VF R1 F S -
World Series of Darts Finals - R2 R2 F R2 R2 -

R = Runde – RT = Rundturnier – VF = Viertelfinale – HF = Halbfinale – F = Finale – S = Sieger

Weitere:

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. PDC Order of Merit. Abgerufen am 30. März 2021 (englisch).
  2. Anderson beendet seinen Titelfluch. In: sport1.de. 5. März 2018, abgerufen am 25. März 2018.