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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Gartz (Oder)
Gartz (Oder)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Gartz (Oder) hervorgehoben
Koordinaten: 53° 13′ N, 14° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Amt: Gartz (Oder)
Höhe: 6 m ü. NHN
Fläche: 61,88 km2
Einwohner: 2550 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16307
Vorwahl: 033332
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 189
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kleine Klosterstraße 153
16307 Gartz (Oder)
Website: www.gartz.de
Bürgermeisterin: Inge Ballenthin
Lage der Stadt Gartz (Oder) im Landkreis Uckermark
AngermündeBerkholz-MeyenburgBoitzenburger LandBrüssowCarmzow-WallmowCasekowFlieth-StegelitzGartz (Oder)GerswaldeGöritzGramzowGrünowHohenselchow-Groß PinnowLychenMark LandinMescherinMilmersdorfMittenwaldeNordwestuckermarkOberuckerseePassowPinnowPrenzlauRandowtalSchenkenbergSchönebergSchönfeldSchwedt/OderTantowTemmen-RingenwaldeTemplinUckerfeldeUckerlandZichowBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Gartz (Oder) ist eine Landstadt im brandenburgischen Landkreis Uckermark und Verwaltungssitz des Amtes Gartz (Oder). Sie zählt zur Agglomeration Stettin.

GeografieBearbeiten

Die Stadt Gartz (Oder) liegt inmitten einer Endmoränenlandschaft im Nationalpark Unteres Odertal 30 Kilometer südlich von Stettin. Sechs Kilometer südlich von Gartz trennt sich die Oder in zwei Arme, die Westoder und die Ostoder. Die Westoder fließt direkt an der östlichen Stadtgrenze vorbei und bildet die Staatsgrenze zur Republik Polen. In Gartz mündet der Salveybach in die Westoder. Der Ortsteil Friedrichsthal ist der nördliche Endpunkt der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße, die parallel zur Oder verläuft.

StadtgliederungBearbeiten

Ortsteile:[2]

  • Gartz (Oder)

Bewohnte Gemeindeteile:

  • Bahnhof Geesow
  • Heinrichshofer Ausbau

Wohnplätze:

  • Beatenhof
  • Freudenfeld
  • Salveymühle
 
Rundblick auf Gartz

GeschichteBearbeiten

Gartz lag im Herzogtum Pommern. 1124 erstmals urkundlich erwähnt, erhielt Gartz 1249 von Herzog Barnim I. von Pommern das Stadtrecht verliehen. 1325 wurde Gartz Mitglied der Hanse.

 
Gartz an der Oder 1618
 
Gartz an der Oder 1761

Aufgrund ihrer strategisch wichtigen Lage an der Oder war die Stadt immer wieder kriegerischen Auseinandersetzungen ausgesetzt. So wurde sie u. a. 1630 im Dreißigjährigen Krieg, 1659 im Schwedisch-Polnischen Krieg und 1713 im Großen Nordischen Krieg zerstört.

Nach dem Aussterben des pommerschen Herzogshauses der Greifen im Dreißigjährigen Krieg wurde Gartz ein Teil von Schwedisch-Pommern. Mit Ende des Großen Nordischen Krieges musste Schweden im Frieden von Stockholm 1720 das südliche Vorpommern an Preußen abtreten. So kam Gartz an Preußen, wo es bis 1945 zur Provinz Pommern gehörte. Von 1818 bis 1939 gehörte die Stadt zum Landkreis Randow und nach dessen Auflösung 1939 bis 1945 zum Landkreis Greifenhagen. 1944 verlagerte die Kölner Schiffspropellerfabrik Ostermann aus Köln einen Teil ihrer Produktion nach Gartz, wo Minensuchbootpropeller hergestellt wurden. 1945 wurden die Anlagen durch die sowjetische Besatzungsmacht demontiert, lediglich Reste der Stahlbetonhallen sind erhalten.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Gartz 1945 schwer zerstört. Der Wiederaufbau ist bis heute nicht abgeschlossen. Mit der Verschiebung der deutsch-polnischen Grenze an die Oder aufgrund der Festlegungen des Potsdamer Abkommens wurde Gartz 1945 zur Grenzstadt.

Nach 1945 kam Gartz mit dem deutsch gebliebenen Teil der ehemaligen Provinz Pommern zunächst zum Land Mecklenburg und gehörte zu dem mit Kreissitz in Löcknitz wieder errichteten Landkreis Randow. Die Stadt wurde 1950 in das Land Brandenburg umgegliedert und kam dort zum Kreis Angermünde, der nach der Auflösung der Länder in der DDR im Jahre 1952 zum neu geschaffenen Bezirk Frankfurt (Oder) gehörte.

Seit 1990 gehört Gartz zum neukonstituierten Bundesland Brandenburg. Am 1. Oktober 1992 hat sich Gartz mit 20 weiteren Gemeinden zur gemeinsamen Erledigung der Verwaltungsgeschäfte zum Amt Gartz (Oder) zusammengeschlossen. Mit der brandenburgischen Verwaltungsreform 1993 kamen Stadt und Amt Gartz zum neugebildeten Landkreis Uckermark.

Eingemeindungen

Am 31. Dezember 2002 wurden die Orte Friedrichsthal, Geesow und Hohenreinkendorf eingemeindet.[3]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

 
Einwohnerentwicklung von Gartz (Oder) von 1730 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner
1730 1.650
1740 1.703
1782 1.856
1790 2.118
1794 2.147
1798 2.179
1802 2.201
1812 2.728
1816 2.732
1831 3.373
Jahr Einwohner
1837 3.669
1843 3.821
1855 4.278
1858 4.433
1862 4.550
1875 4.984
1890 4.471
1910 4.050
1925 3.535
1933 3.624
Jahr Einwohner
1939 3.950
1946 3.672
1950 3.675
1964 2.950
1971 2.667
1981 2.284
1985 2.252
1989 2.176
1990 2.158
1991 2.116
Jahr Einwohner
1992 2.034
1993 2.017
1994 2.018
1995 2.055
1996 2.059
1997 2.069
1998 2.075
1999 2.063
2000 2.054
2001 2.045
Jahr Einwohner
2002 2.669
2003 2.654
2004 2.647
2005 2.588
2006 2.521
2007 2.505
2008 2.492
2009 2.470
2010 2.477
2011 2.461
Jahr Einwohner
2012 2.438
2013 2.470
2014 2.482
2015 2.478
2016 2.515
2017 2.550
2018 2.550

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl[4][5][6]: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

1730, 1790, 1837[7]

PolitikBearbeiten

StadtverordnetenversammlungBearbeiten

 
Rathaus

Die Stadtverordnetenversammlung von Gartz besteht aus 16 Mitgliedern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[8]

Partei / Wählergruppe Sitze
Wählergruppe Freie Bürger 4
SPD 2
CDU 2
Wählergruppe Gewerbebund Gartz (Oder) 2
Alle für Gartz - Liste Hohenreinkendorf 2
Freiparlamentarische Allianz 2
Die Linke 1
Wählergemeinschaft Geesow 1

Die Stadtverordnetenversammlung wurde erstmals am 18. August 1809 einberufen.

BürgermeisterBearbeiten

  • 1998–2003: Ulrike Siebeke (CDU)[9]
  • 2003–2008: Lutz-Uwe Mademann (CDU)[10]
  • 2008–2019: Burkhard Fleischmann (SPD)[11]
  • seit 2019: Inge Ballenthin (Freiparlamentarische Allianz)

Ballenthin wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 16. Juni 2019 mit 73,6 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[12] gewählt.[13]

Verwaltung und GerichteBearbeiten

Die Verwaltungsgeschäfte der Stadt werden überwiegend über das Amt Gartz (Oder) mit Sitz in Gartz abgewickelt.

Das für Gartz zuständige Amtsgericht befindet sich in Schwedt/Oder und das zuständige Landgericht in Frankfurt (Oder) im Bezirk des Brandenburgischen Oberlandesgerichts in Brandenburg an der Havel.

 
vor 1992 verwendetes Stadtwappen

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 23. September 1992 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein blauer geharnischter Ritter mit golden bekröntem Helm und geschlossenem Visier und mit 3 grünen Pfauenfedern; in der Rechten an blauem, goldbeknauftem Speer ein nach aufwärts flatterndes, silbernes Banner mit einem zum Flaggenstock sehenden roten Greifen haltend, mit der Linken auf einen silbernen Schild mit rotem Greifen gestützt; hinter dem Schild ein gestürztes blaues Schwert mit goldenem Griff.“[14]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Partnerschaftliche Beziehungen bestehen mit den Städten

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

 
Stadtkirche St. Stephan
 
Heilig-Geist-Hospital
 
Stettiner Tor

BauwerkeBearbeiten

  • Stadtkirche St. Stephan, im 13./14. Jahrhundert unter Beteiligung des Baumeisters Hinrich Brunsberg, dem der Chorbau zugerechnet wird, im Stil der Backsteingotik errichtet. Nach Kriegszerstörungen 1945 wurde zunächst nur der erhaltene Chor gesichert. Von 1982 bis 1987 wurde das Querhaus unter Einrichtung eines Gemeindezentrums wiederaufgebaut. Das Langhaus wurde als nicht überdachte Ruine gesichert und dient heute als Atrium. Der Turm erhielt anstelle der 1945 zerstörten barocken Haube eine zeltartige flache Abdeckung.[15]
  • Ehemalige Kirche des Heilig-Geist-Hospitals (Spittel), erbaut um 1400 im gotischen Stil, heute nach umfangreicher Restaurierung für Ausstellungen und Konzerte genutzt
  • Mittelalterliche Stadtmauer mit Storchenturm, Pulverturm und Blauem Hut. Das im 13. Jahrhundert erbaute Stettiner Tor ist das letzte erhaltene von ehemals vier Stadttoren.
  • Rathaus der Stadt, neugotischer Backsteinbau, wurde von 1900 bis 1904 als Amtsgericht errichtet. Seit 1953 dient das Gebäude als Rathaus.
  • Ackerbürgerhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert in der Altstadt
  • Jüdischer Friedhof an der Heinrichshofer Straße

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Gartz (Oder) mit den in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmalen

MuseumBearbeiten

  • Ackerbürgermuseum am Stettiner Tor mit Ausstellung zur Geschichte der Stadt Gartz vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

VerkehrBearbeiten

1912 entstand mit der 7,3 Kilometer langen Bahnstrecke Tantow–Gartz (Personenverkehr seit dem 15. März 1913) mit dem Bahnhof Gartz (Oder) und dem Haltepunkt Geesow eine Verbindung zur Berlin-Stettiner Eisenbahn, die nach Kriegsende 1945 demontiert wurde.
  • In Gartz befindet sich eine Anlegestelle für die Fahrgastschifffahrt auf der Oder.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Mit der Stadt verbundene PersönlichkeitenBearbeiten

  • Christian Albrecht von Dohna (1621–1677), kurbrandenburgischer General, gestorben in Gartz
  • Hermann Petrich (1845–1933), Superintendent in Gartz
  • Marion Michael (1940–2007), Bühnen- und Filmschauspielerin, lebte zuletzt in einem Bauernhaus nahe der polnischen Grenze und starb in Gartz

LiteraturBearbeiten

  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern. Band 2, Anklam 1865, S. 1258–1323 (Digitalisat)
  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern – Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 145–153, books.google.de
  • Festschrift zur 750-Jahrfeier der Stadt Gartz (Oder), Stadt Gartz (Oder), 1999
  • Julius Schladebach: Urkundliche Geschichte der Stadt Gartz an der Oder. Leipzig 1841, books.google.de
  • Julius Schladebach: Die Gründungsurkunde der Stadt Gartz an der Oder. Berlin 1842, books.google.de

WeblinksBearbeiten

  Commons: Gartz (Oder) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2018 (XLSX-Datei; 223 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Stadt Gartz (Oder)
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 18–21
  5. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  6. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  7. Julius Schladebach: Urkundliche Geschichte der Stadt Gartz an der Oder. Friedrich Fleischer, Leipzig, 1841, S. 5 (google.ch [abgerufen am 13. Juni 2017]).
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  9. Ergebnisse der Kommunalwahlen 1998 (Bürgermeisterwahlen) für den Landkreis Uckermark (Memento des Originals vom 15. April 2018 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wahlen.brandenburg.de
  10. Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 34
  11. Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 12
  12. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  13. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 16. Juni 2019
  14. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  15. Stadtkirche St. Stephan