Gallarati Scotti

Adelsgeschlecht

Gallarati Scotti ist der Name eines bis heute blühenden italienischen Adelsgeschlechts, das dem Hochadel angehört.

Wappen der Gallarati Scotti

GeschichteBearbeiten

Der älteste bekannte Vorfahr war Guido Gallarati, Patrizier in Mailand († nach 1340). Sein Nachfahre Pietro Gallarati († nach 1477) war Gesandter des Herzogtums Mailand an der Kurie und in Florenz. 1465 erwarb er die Herrschaft Cozzo und 1467 die Herrschaft Sant’Angelo Lomellina und 1676 die Herrschaft Candia Lomellina, welche die Familie beide bis 1797 regierte. Die Burg in Cozzo wird von der Familie bis heute bewohnt.

Der Nachkomme Carlo Gallarati (1615–1679) wurde 1647 zum Marchese di Cerano erhoben; vom dortigen Palazzo der Familie sind noch Teile vorhanden. Dessen Urenkel Don Giovanni Battista Gallarati fügte seinem Familiennamen den der Grafen Scotti hinzu, die er beerbte; seine Ehefrau war Maria Teresa Spinola, Tochter des Principe di Molfetta. Das Ehepaar erbaute sich Ende des 17. Jahrhunderts die Villa Gallarati Scotti in Oreno bei Vimercate, ein prachtvolles Barockschloss, das heute als Tagungszentrum vermietet wird. Von den Spinola übernahmen sie den damals noch im Rohbau befindlichen Palazzo Gallarati Scotti in Mailand, den die Familie ebenfalls bis heute bewohnt.

Deren Enkel Don Carlo Gallarati-Scotti (1775–1840), 6. Marchese di Cerano, wurde 1828/1831 als Erbe des Titels der Spinola, Principe di Molfetta, anerkannt, da nach spanisch-neapolitanischem Adelsrecht die Titel beim Aussterben der sie führenden Familie oder Linie auch über die weibliche Linie weitervererbt werden können. Derselbe hatte daher 1801 auch den Titel Herzog von San Pietro in Galatina (spanisch: Duque de San Pedro de Galatino) geerbt, welchen Philipp IV. 1621 im Königreich Neapel an Giovanni Battista Spinola verliehen hatte. Die Titel werden in Primogenitur weitervererbt, die Nachgeborenen führen den Titel Marchese.

Heutiges Familienoberhaupt ist seit 2013 Don Fulco Tommaso Gallarati-Scotti, 7. Principe di Molfetta, 13. Duca di San Pietro in Galatina (* 1967). Er ist auch Besitzer der Villa Melzi in Bellagio am Comer See, die über Maria Luisa Melzi d'Eril an ihren Sohn Tommaso Gallarati Scotti, 4. Principe di Molfetta (1878–1966) gelangt war.

Fürsten von Molfetta, Herzöge von San Pietro in GalatinaBearbeiten

  • Carlo Giuseppe Gallarati-Scotti, 1828/1831 1. Principe di Molfetta, 7. Duca di San Pietro in Galatina, 5. Marchese di Cerano (1775–1840)
  • Tommaso Gallarati-Scotti, 2. Principe di Molfetta, 8. Duca di San Pietro in Galatina (1819–1905)
  • Gian Carlo Gallarati-Scotti, 3. Principe di Molfetta, 9. Duca di San Pietro in Galatina (1854–1927)
  • Tommaso Gallarati Scotti, 4. Principe di Molfetta, 10. Duca di San Pietro in Galatina (1878–1966), Schriftsteller und Diplomat
  • Giovanni Carlo, 5. Principe di Molfetta, 11. Duca di San Pietro in Galatina
  • Lodovico Gallarati-Scotti, 6. Principe di Molfetta, 12. Duca di San Pietro in Galatina (1923–2013)
  • Don Fulco Tommaso Gallarati-Scotti, 7. Principe di Molfetta, 13. Duca di San Pietro in Galatina (* 1967)

Weitere NamensträgerBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Attilia Lanza: Milano e i suoi palazzi: Porta Vercellina, Comasina e Nuova, Milano 1993

WeblinksBearbeiten