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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gaiberg
Gaiberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gaiberg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 22′ N, 8° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rhein-Neckar-Kreis
Höhe: 293 m ü. NHN
Fläche: 4,15 km2
Einwohner: 2372 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 572 Einwohner je km2
Postleitzahl: 69251
Vorwahl: 06223
Kfz-Kennzeichen: HD
Gemeindeschlüssel: 08 2 26 022
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 44
69251 Gaiberg
Webpräsenz: www.gaiberg.de
Bürgermeister: Klaus Gärtner
Lage der Gemeinde Gaiberg im Rhein-Neckar-Kreis
BayernHessenRheinland-PfalzHeidelbergHeilbronnLandkreis HeilbronnLandkreis KarlsruheMannheimNeckar-Odenwald-KreisEberbachAltlußheimAngelbachtalBammentalBrühl (Baden)DielheimDossenheimEberbachEberbachEberbachEdingen-NeckarhausenEdingen-NeckarhausenEpfenbachEppelheimEschelbronnGaibergHeddesbachHeddesheimHeiligkreuzsteinachHelmstadt-BargenHemsbachHirschberg an der BergstraßeHockenheimIlvesheimKetschLadenburgLaudenbach (Bergstraße)Leimen (Baden)Leimen (Baden)LobbachMalsch (bei Wiesloch)Mauer (Baden)MeckesheimMühlhausen (Kraichgau)NeckarbischofsheimNeckargemündNeidensteinNeulußheimNußlochOftersheimPlankstadtRauenbergReichartshausenReilingenSandhausenSt. Leon-RotSchönau (Odenwald)Schönbrunn (Baden)SchriesheimSchwetzingenSchwetzingenSinsheimSpechbachWaibstadtWalldorf (Baden)WeinheimWeinheimWiesenbach (Baden)WieslochWilhelmsfeldZuzenhausenKarte
Über dieses Bild
Der Ortsmittelpunkt von Gaiberg: Rathaus (links, orange gestrichen) und evangelische Kirche
Gaiberg und Umgebung 1907
Ortsschild Gaiberg

Gaiberg ist eine Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg mit rund 2400 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Gaiberg liegt in 200 bis 445 Meter Höhe an der Grenze zum Odenwald und zum Kraichgau im Naturpark Neckartal-Odenwald, rund zehn Kilometer südlich von Heidelberg. Der Ort ist ein ursprüngliches Straßendorf an einem nach Südosten geneigten Hang.

NachbargemeindenBearbeiten

Gaiberg grenzt im Osten an Bammental, im Süden an die Leimener Ortsteile Gauangelloch und Lingental und im Westen und Norden an Heidelberg.

GeologieBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Bereich der Wasserscheide zwischen Elsenz und Leimbach auf der Südost-Abdachung des Königstuhls. Der Untergrund besteht aus Oberem Buntsandstein. Dieser ist mit Lösslehm unterschiedlicher Mächtigkeit bedeckt.[2]

Historische GeografieBearbeiten

Im Gemeindegebiet Gaibergs liegen die Wüstungen Waldolfeshusen und die in einer gefälschten Urkunde aus dem 12. Jahrhundert auf das Jahr 1016 datierte abgegangene Ortschaft Gowenkirchen, die jedoch wahrscheinlich nicht in Gaiberg liegt.[3]

GeschichteBearbeiten

Gaiberg entstand vermutlich im Hochmittelalter als Rodungssiedlung von Gauangelloch aus und wurde 1312 erstmals als Gauberg erwähnt. Der Ort gehörte ursprünglich dem Bistum Worms und wurde 1419 von der Kurpfalz gekauft. Dort gehörte Gaiberg zur Meckesheimer Zent und vom 15. Jahrhundert an zu den Eigendörfern der Kellerei Dilsberg. Das Ackerland befand sich überwiegend im Besitz der Einwohner. 1803 gelangte Gaiberg zu Baden und wurde dem Amt Neckargemünd unterstellt, mit dem es 1857 zum Bezirksamt Eberbach kam, das 1863 im Bezirksamt Heidelberg, dem späteren Landkreis Heidelberg, aufging. 1967 wurde Gaiberg staatlich anerkannter Erholungsort. Mit Auflösung des Landkreises Heidelberg 1973 kam Gaiberg zum Rhein-Neckar-Kreis.

Der Ort war bis in die jüngste Vergangenheit rein landwirtschaftlich geprägt, wobei insbesondere der Forstwirtschaft mit starker Nutzung des Waldes für Viehweide und Hackwaldbetrieb große Bedeutung zukam. Auch die Tagelöhner des Ortes fanden zumeist in der Forstwirtschaft des Heidelberger Stadtwaldes ihr Auskommen. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg war außerdem der Anbau von Kirschen, später von Himbeeren eine wichtige Erwerbsquelle. Der erste Industriebetrieb in Gaiberg siedelte sich erst 1957 mit einer Kraftfahrzeuggummiteile herstellenden Firma an, die rund 200 Arbeitsplätze bot. 1968 waren mehr als die Hälfte der Erwerbspersonen des Ortes Auspendler in die umliegenden Städte, der größte Teil (261 von 385 Pendlern) war dabei in Heidelberg beschäftigt. Im Jahre 2012 feiert Gaiberg sein 700-jähriges Jubiläum.

Jahr 1439 1577 1727 1818 1852 1905 1939 1961 1965 1970 1991 1995 2005 2010 2015
Einwohner 90 100 97 433 467 742 880 1328 1564 1545 2318 2347 2467 2704 2380

PolitikBearbeiten

Wahl 2014[4] 2009[5] 2004[6]
Partei Stimmen Sitze Stimmen Sitze Stimmen Sitze
SPD/Aktive Gaiberger 28,6 % 3 33,0 % 4 28,3 % 4
Freie Wähler 22,1 % 3 24,4 % 3 24,2 % 3
CDU 20,2 % 2 22,2 % 3 27,9 % 3
Grüne Liste 29,1 % 4 20,4 % 2 19,5 % 2
Wahlbeteiligung 65,4 % 68,6 % 69,4 %
 
Das Rathaus in Gaiberg

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat hat zwölf Mitglieder, die alle fünf Jahre gewählt werden. Hinzu kommt der Bürgermeister als Gemeinderatsvorsitzender.

BürgermeisterBearbeiten

Der Bürgermeister wird für acht Jahre direkt gewählt. Seit 1994 amtiert Klaus Gärtner. Zu seiner Nachfolgerin wurde 2018 Petra Müller-Vogel gewählt, die mit 31,6 Prozent (14 Stimmen Vorsprung) gewann.[7]

  • 1977–1994 Josef Klehr (CDU)[8]
  • 1994–2018 Klaus Gärtner
  • 2018: Petra Müller-Vogel

VerwaltungsverbandBearbeiten

Gaiberg gehört zum Gemeindeverwaltungsverband Neckargemünd mit Sitz in Neckargemünd.

WappenBearbeiten

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Silber auf grünem Boden eine rote Steinsäule und ein grüner Laubbaum mit schwarzem Stamm.

Das Wappen geht zurück auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1751. Es zeigte bereits eine Säule neben einem Baum. 1900 wurde das Wappen auf Vorschlag des Generallandesarchivs von der Gemeinde angenommen. Der Stein steht heute noch neben einer Linde vor der evangelischen Peterskirche. Die Bedeutung des Steins ist ungeklärt. Vermutungen reichen von einem alten Grab bis zu den Überresten eines Kreuzes.

Die Flagge ist Grün-Weiß und wurde 1956 vom Innenministerium verliehen.[9]

PartnerschaftenBearbeiten

Gaiberg unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu La Canourgue im Département Lozère, Region Okzitanien, im Süden Frankreichs.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Evangelische Peterskirche
 
Katholische St. Michaelskirche

BauwerkeBearbeiten

Das Rathaus von Gaiberg wurde 1857 als Schulhaus erbaut und wird seit einem Schulhausneubau von 1905 als Rathaus genutzt.

Der Turm der evangelischen Peterskirche geht vermutlich auf das 13. Jahrhundert zurück. Die Kirche wurde 1556 im Zuge der Reformation evangelisch, fiel jedoch in der Zeit der pfälzer Kirchenteilung vorübergehend wieder den Katholiken zu, die sie 1707 gegen die Kirche in Dilsberg tauschten. 1737/38 wurde das Langhaus erneuert, um 1850 erhielt der Turm eine neue Glockenstube. 1957 wurde die Kirche umfassend saniert.

Die katholische St. Michaelskirche wurde 1955/56 anstelle einer älteren Kapelle errichtet. Ihr Chorturm wurde äußerlich dem der evangelischen Kirche angepasst. Die Kirche wurde 2007 umfassend saniert.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde ist über Landesstraßen und die acht Kilometer entfernte Anschlussstelle Heidelberg/Schwetzingen der A 5 an das überregionale Straßennetz angebunden.

Gaiberg verfügt auch über eine Anbindung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Buslinien der BRN führen nach Leimen, Heidelberg und Schatthausen, sowie nach Bammental und Wiesenbach. Gaiberg gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

BildungBearbeiten

In Gaiberg gibt es eine Grundschule. Weiterführende Schulen befinden sich in Leimen, Heidelberg, Neckargemünd und Bammental. Für die jüngsten Einwohner gibt es einen gemeindlichen Kindergarten. Die Gemeinde betreibt eine Bücherei.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen in Verbindung mit GaibergBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Staatl. Archivverwaltung Baden-Württemberg in Verbindung mit d. Städten u.d. Landkreisen Heidelberg u. Mannheim (Hrsg.): Die Stadt- und die Landkreise Heidelberg und Mannheim: Amtliche Kreisbeschreibung.
    • Bd. 1: Allgemeiner Teil. Karlsruhe 1966
    • Bd. 2: Die Stadt Heidelberg und die Gemeinden des Landkreises Heidelberg. Karlsruhe 1968

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Gaiberg. Landeskunde entdecken online, Baden - Württemberg, abgerufen am 7. August 2017.
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 385
  4. Kommunalwahlen 2014: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg (Memento des Originals vom 27. Mai 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik-bw.de
  5. Mitteilungsblatt Bammental Gaiberg Wiesenbach, Nr. 24, 9. Juni 2009, Seite 6
  6. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg@1@2Vorlage:Toter Link/www.statistik.baden-wuerttemberg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. https://www.rnz.de/nachrichten/region_artikel,-gaiberg-petra-mueller-vogel-gewinnt-wahl-in-gaiberg-_arid,371292.html
  8. https://www.rnz.de/nachrichten/region_artikel,-Region-Heidelberg-Gaiberg-trauert-um-Josef-Klehr-_arid,53558.html
  9. Herwig John, Gabriele Wüst: Wappenbuch Rhein-Neckar-Kreis. Ubstadt-Weiher 1996, ISBN 3-929366-27-4, S. 57
  10. http://www.rnz.de/nachrichten/region_artikel,-Manfred-Lautenschlaeger-Gaiberg-ist-meine-ruhige-Oase-_arid,97441.html

WeblinksBearbeiten