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Günter Bannas

deutscher Journalist

Günter Bannas (* 8. Mai 1952 in Kassel) ist ein deutscher Journalist und Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Bannas ging in Köln zur Schule und machte 1971 am humanistischen Friedrich-Wilhelm-Gymnasium sein Abitur.[1] Nach vier Semestern Geschichte studierte er Volkswirtschaftslehre, Finanzwissenschaften, Politische Wissenschaften und Sozialpsychologie. 1979 legte er an der Universität Köln das Diplom-Examen ab.

Zu Beginn seiner Studienzeit arbeitet er bei der Schüler- und Studentenzeitschrift direct mit, herausgegeben von der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ), in der sich Bannas engagierte. Ab 1977 war er als ständiger freier Mitarbeiter in verschiedenen politischen Redaktionen beim Deutschlandfunk tätig. 1979 trat er in die Nachrichtenredaktion der FAZ ein. Ab 1981 zur politischen Berichterstattung nach Bonn entsandt, beschrieb Bannas in den 1980er Jahren die Entwicklung der Grünen. Parteien, Parlament und Innenpolitik blieben auch später seine Schwerpunkte. Ab 1997 leitete er das Büro der Süddeutschen Zeitung in Berlin. 1998 wechselte er wieder in die Bonner Redaktion der FAZ. Seit 1998 leitet er das politische Ressort der Zeitung in Bonn, seit dem Umzug von Parlament und Regierung 1999 die politische Redaktion in Berlin.[2]

2011 erhielt Bannas den Sonderpreis des Medienpreises Politik des Deutschen Bundestages. In seiner Laudatio würdigte der Chefredakteur des Deutschlandfunks Stephan Detjen ihn als „Journalist, der uns immer wieder an den ursprünglichen Ort des Politischen in der Demokratie zurückführt: in den parlamentarischen Raum mit seinen großartigen Bühnen und verwinkelten Kulissen, hinter denen er mit unvergleichlicher Präzision aufspürt, was Politik in ihrem Kern ausmacht: den Diskurs, in dem Argumente formuliert, ausgetauscht, organisiert, instrumentalisiert, gegeneinander in Stellung gebracht werden.“[3]

2012 berichtete der Schriftsteller Rainald Goetz, sein Romanprojekt Johann Holtrop habe auch deshalb im Schaffensprozess einen neuen Zuschnitt erfahren, da der ursprünglich zum Gegenstand erkorene "Berliner Betrieb" bereits von Bannas erschöpfend festgehalten werde.[4]

Am 20. März 2018 wurde Bannas in den Ruhestand verabschiedet; an der Veranstaltung nahmen Bundeskanzlerin Merkel, die Parteivorsitzenden Olaf Scholz (SPD) und Horst Seehofer (CSU), einige Minister der Kabinette Merkel III und Merkel IV sowie zahlreiche andere Politiker und Journalisten teil.[5]

Für sein Lebenswerk wird Bannas 2018 mit einem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet.

Bannas ist mit der Berliner Malerin Sabine Schneider verheiratet.

WerkeBearbeiten

  • Der Vertrag zur deutschen Einheit; Insel-Verlag: Frankfurt am Main, Leipzig; Nomos-Verlag: Baden-Baden, Berlin; 1990, ISBN 978-3-458-33690-7

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. Laudatio von Stephan Detjen für Günter Bannas. Abgerufen am 1. Dezember 2011.
  2. FAZ.net: Die Redaktion: Günter Bannas
  3. Laudatio von Stephan Dethjen für Günter Bannas anlässlich der Verleihung des Sonderpreises des Medienpreises Politik 2010 des Deutschen Bundestages am 23. Februar 2011
  4. Ijoma Mangold, Moritz von Uslar: Rainald Goetz: Wut ist Energie. 29. November 2012, abgerufen am 30. August 2017.
  5. FAZ.net / Julia Schaaf: Abschied von einer F.A.Z.-Institution