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Götz Alsmann

deutscher Musiker und Entertainer
Götz Alsmann beim Kölner Ringfest 2005

Götz Alsmann (* 12. Juli 1957 in Münster) ist ein deutscher Musiker (Multiinstrumentalist, insbesondere Pianist und Sänger), Moderator, Unterhaltungskünstler und Hochschullehrer.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Schon mit acht Jahren erhielt Götz Alsmann in seiner Nachbarschaft in Münster Klavierunterricht und entschied sich schnell, die Musik zum Beruf werden zu lassen. 1973 schloss er sich der Heupferd Jug Band an, deren erstes Album 1974 mit dem 17-jährigen Götz Alsmann als Pianist, Mandolinist und Banjospieler erschien. Zwei weitere Alben folgten 1977 und 1979. Zeitgleich nahm Alsmann seine Tätigkeit als Studiomusiker in den Niederlanden auf, wo er auf zahlreichen Country & Western- und Mundartproduktionen mitspielte.

Nach dem Abitur am Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium in Münster studierte Alsmann ab 1977 an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster Germanistik, Publizistik und Musikwissenschaft. Das Musikwissenschaftsstudium schloss er 1985 mit der Promotion zum Dr. phil. ab (Titel der Dissertation: Nichts als Krach: Die unabhängigen Schallplattenfirmen und die Entwicklung der amerikanischen populären Musik 1943–1963). 1980 gründete er die zwischen Rockabilly, Swing und Calypso changierende Band Götz Alsmann & The Sentimental Pounders, denen 1985 mit ihrer Fassung von „People Are People“ ein internationaler Erfolg gelang. 1989 entwickelte sich aus dieser Gruppe die Götz Alsmann Band, mit welcher er seit 1994 regelmäßig Alben veröffentlicht, die bislang mit zwei Jazz-Echos, der Goldenen Stimmgabel und unzähligen German Jazz Awards in Gold und Platin ausgezeichnet wurden.

Die Mitglieder seiner Band sind Rudi Marhold (Schlagzeug), Markus Paßlick (Percussion) und Altfrid M. Sicking (Vibraphon, Xylophon, Trompete), Michael O. Müller (E-Bass) schied 2016 aus gesundheitlichen Gründen aus und starb kurze Zeit später. Neuer Bassist ist der Jazzmusiker Ingo Senst. Alle Alben der Band seit 2007 wurden bei Blue Note Records veröffentlicht, einem Musiklabel speziell für Jazz-Musik. Nach eigenen Angaben ist Alsmann der einzige deutsche Künstler, der bei diesem Label veröffentlichen darf.

Seit 1985 ist Alsmann als Moderator im Radio tätig. Von 1986 bis 1995 moderierte er die Professor Bop-Show, später Auf den Flügeln bunter Träume und seit 2000 Go, Götz, go! – Alsmanns Radioshow (alle WDR). Seit 1986 ist Alsmann auch Moderator im Fernsehen, zunächst in Roxy – das Magazin für den jungen Erwachsenen im WDR. Unter anderem moderierte er von 1990 bis 1993 auf RIAS TV die fünf Stunden lange Livesendung High Life, von 1992 bis 1993 bei RTL die Gong-Show, von 1993 bis 1994 Avanti bei VOX und von 1994 bis 1996 die NDR Spät-Show.

1996 spielte Alsmann den Kassierer eines Supermarktes und Bandleader Lothar Alzheim in der Komödie Alles wegen Robert de Niro mit Angelika Milster und unter der Regie von Helmut Förnbacher. Von 1996 bis 2016 moderierte er mit Christine Westermann im WDR die Sendung Zimmer frei!, für die er zusammen mit Christine Westermann und Jörg Thadeusz 2000 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Senders moderierte er die knapp zweistündige Sendung Mit Götz, Maus und Melone, eine Hommage an die „Helden“ aus einem halben Jahrhundert WDR-Kinderfernsehen.

Von 2006 bis 2008 wurde bei den Städtischen Bühnen Münster in drei Spielzeiten seine Michael-Jary-Revue Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n aufgeführt, bei der er zusammen mit seiner Band auch selbst auf der Bühne stand. Für das ZDF gestaltete und moderierte Alsmann von 2005 bis 2010 „Götz Alsmanns Nachtmusik“. Das 2011 erschienene Album In Paris, in Paris aufgenommen, ist eine Hommage an die französischen Chansonklassiker; Alsmann singt auf Deutsch.

Im Juli 2011 wurde Götz Alsmann zum Honorarprofessor an der Westfälischen Wilhelms-Universität ernannt. Er lehrt dort die Geschichte der Popularmusik.[1][2] Am 7. Februar 2012 hielt Alsmann seine Antrittsvorlesung.[3]

Am 3. Juni 2012 erhielt Alsmann zum zweiten Mal den Echo. Er wurde in der Kategorie „Jazz – Sänger des Jahres national“ für das Chanson-Album In Paris ausgezeichnet.[4]

Götz Alsmann ist verheiratet und hat einen Sohn.

Alben-TrilogieBearbeiten

Paris, New York und Rom waren die drei Stationen der Götz Alsmann Band, um in diesen für die Entwicklung der Unterhaltungsmusik entscheidenden Städten in legendären und geschichtsträchtigen Studios Alben mit der jeweiligen Musik und historischen deutschen Texten einzuspielen. Gemeinsam mit dem französischen Produzenten Regis Ceccarelli und den jeweiligen Studioteams entstanden so die Alben In Paris (Studio Ferber), Am Broadway (Sear Sound Studio) und In Rom (Forum Music Village).

Den ersten Part der Trilogie musikalischer Reisen in musikalische Metropolen der Welt bildete das mit dreifachem Gold prämierte Album In Paris (2011), eine Hommage an das französische Chanson. Am Broadway war das nächste Album der Trilogie, für die Alsmann 2014 in New York aufnahm; dort stehen amerikanische Evergreens im Mittelpunkt, die zwischen den 1930ern und 1950ern bekannt wurden, heute zum Great American Songbook gezählt und von Alsmann mit historischen deutschen Texten interpretiert werden. Der letzte Teil der Trilogie Götz Alsmann und Band in Rom widmet sich klassischen italienischen Schlagern. Die Aufnahmen fanden im Frühjahr 2017 im Tonstudio Forum Music Village von Ennio Morricone statt. Das Album erschien Anfang September 2017.

Tätigkeit im FernsehenBearbeiten

Schon 1977 trat Götz Alsmann zum ersten Mal im Fernsehen auf, aber erst 1986 begann seine Karriere als TV-Moderator. Nach zahlreichen Jugendsendungen, Magazinen und kleineren Unterhaltungsshows beim WDR, Rias-TV, Vox und RTL war es die NDR Spät Show (1994 – 1997), in der er seine spezielle Art der Moderation sowie auch seine Talente als Musiker ausleben konnte. Im ZDF präsentierte er von 2006 bis 2012 in Götz Alsmanns Nachtmusik populäre Klassik mit den Weltstars aus Oper und Konzert.

Der größte Fernseherfolg Götz Alsmanns war die Sendung Zimmer frei!, das er zwanzig Jahre lang (1996 – 2016) wöchentlich gemeinsam mit Christine Westermann im WDR präsentierte. Die als Talk-Sendung getarnte Hochleistungsschau anarchischen Humors, wildester Spiele und berührender Musikeinlagen wurde mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet und verhalf dem Moderatorengespann zu ungeahnter Popularität im gesamten deutschen Sprachraum. 2016 erhielten Christine Westermann und Götz Alsmann für Zimmer frei! den Ehrenpreis des Deutschen Comedypreises.

ErscheinungsbildBearbeiten

Markenzeichen von Götz Alsmann ist neben seiner betont eleganten Kleidung (in der Regel Anzug mit Einstecktuch, Hemd mit Manschettenknöpfen) besonders seine Haartolle. Er trägt sie seit seinem 15. Lebensjahr. Er wird ungern auf die Tolle angesprochen, gab dem Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre jedoch einmal zu Protokoll, zu dieser Frisur hätten ihn die Frisuren von Andy Mackay und Bryan Ferry inspiriert, die diese 1972 auf den Fotos im Innenteil des Covers für das erste Album von Roxy Music trugen.[5]

AuszeichnungenBearbeiten

  • Adolf-Grimme-Preis 2000 für Zimmer frei!, zusammen mit Christine Westermann und Jörg Thadeusz[6]
  • Brillenträger des Jahres 2000
  • Krawattenmann des Jahres 2004
  • ECHO 2004 in der Kategorie „Jazz“[7]
  • Goldene Stimmgabel 2006
  • Münchhausen-Preis der Stadt Bodenwerder 2010
  • ECHO 2012 in der Kategorie „Jazz – Sänger des Jahres national“ für das Album In Paris[4]
  • "Louis Armstrong Gedächtnispreis 2015" von Swinging Hamburg e.V. Gesellschaft zur Förderung des klassischen Jazz. Verliehen am 3. September 2015 in Hamburg

BiografieBearbeiten

  • Götz Alsmann – Fast ein Selbstportrait (Ein Film von Klaus Michael Heinz, WDR Fernsehen, 8. Juli 2017)

DiskografieBearbeiten

Mit HeupferdBearbeiten

  • 1974: Heupferd Jug Band
  • 1977: Come on in!
  • 1979: Mama's Little Sunny Boys

AlbenBearbeiten

Jahr Titel Charts[8] Anmerkungen
Deutschland  DE
1982 Party Time
300!
als „Götz Alsmann & the Sentimental Pounders“
Verkäufe: 2000 (Auflage limitiert)
1985 Saratoga Suitcase
300!
als „Götz Alsmann & the Sentimental Pounders“
Verkäufe: 3000 (Auflage limitiert)
1988 12 to 6
300!
Erstveröffentlichung: Juni 1988
erstes Solo-Studioalbum
1993 Big Bamboo
300!
Erstveröffentlichung: 26. September 1993
inklusive Karaokeversionen
1995 Zazou
300!
Erstveröffentlichung: 13. November 1995
Platz 3 der Jazz-Album-Charts (BVMI)
1997 Gestatten… Götz Alsmann
300!
 Gold
Erstveröffentlichung: 29. Oktober 1997
Verkäufe: + 10.000
1998 Zimmer frei!
300!
Erstveröffentlichung: 23. November 1998
Musiksammlung zu Zimmer frei!
1999 Punk ist …
300!
Erstveröffentlichung: 25. Mai 1998
als „Die Ärzte mit Götz Alsmann“
Zuckersüß
300!
 Gold
Erstveröffentlichung: 16. August 1999
Verkäufe: + 10.000
2001 Filmreif
59
 Gold

(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. Mai 2001
Verkäufe: + 10.000
2002 In 80 Tagen um die Welt
300!
Erstveröffentlichung: 6. Mai 2002
Hörbuchveröffentlichung
2003 Tabu!
52
 Gold

(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. April 2003
Verkäufe: + 10.000
Die Feuerzangenbowle
300!
Erstveröffentlichung: 20. Oktober 2003
Hörbuchveröffentlichung
2005 Drei Mann in einem Boot
300!
Erstveröffentlichung: 21. Februar 2005
Hörbuchveröffentlichung
Kuss
47
 Dreifachgold

(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. Juni 2005
Verkäufe: + 30.000
2006 Max und Moritz und andere Lieblingswerke
300!
Erstveröffentlichung: 21. Februar 2006
als „Otto Sander mit Götz Alsmann“
Winterwunderwelt
37
 Doppelplatin

(4 Wo.)
gemeinsam mit der WDR Big Band
Verkäufe: + 40.000
2007 Zirkus Alsmann – Das Beste von Götz Alsmann
300!
Erstveröffentlichung: 4. Mai 2007
Musikalische Kompilation
Mein Geheimnis
35
 Platin

(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. Mai 2007
Verkäufe: + 20.000
Ich bin nicht Karl May
300!
Erstveröffentlichung: 8. März 2007
Hörbuch mit Christian Brückner und Roger Willemsen
2008 Der Hund von Baskerville
300!
Erstveröffentlichung: 4. März 2008
Hörbuchveröffentlichung
2009 Engel oder Teufel
41
 Gold

(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. Mai 2009
Verkäufe: + 10.000
2010 Herrenabend
300!
Erstveröffentlichung: 7. Mai 2010
Hörbuchveröffentlichung
2011 In Paris
30
 Dreifachgold

(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. Oktober 2011
Verkäufe: + 30.000
2014 Am Broadway
69
 Gold

(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. Oktober 2014
Verkäufe: + 10.000
2015 Winterwunderwelt Vol. 2
69
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. November 2015
gemeinsam mit der WDR Big Band
2017 In Rom
18
 Platin

(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. September 2017
Verkäufe: + 20.000
2018 eventuell...
300!
Erstveröffentlichung: 23. November 2018
gemeinsam mit der SWR Big Band

Gastbeiträge

SchriftenBearbeiten

  • Stefan Blankertz / Götz Alsmann: Rock ’n’ Roll subversiv. Büchse der Pandora, Wetzlar 1979. ISBN 3-88178-030-0.
  • Nichts als Krach. Die unabhängigen Schallplattenfirmen und die Entwicklung der amerikanischen populären Musik 1943–1963. Huba, Drensteinfurt 1985. ISBN 3-9800414-9-2.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Süddeutsche Zeitung: Ulk mit Ukulele, 8. Februar 2012
  2. Öffentliche Lehrveranstaltungen von Götz Alsmann in der Musikhochschule Münster. In: Musikhochschule Münster. Abgerufen am 12. Juli 2018.
  3. Westfälische Nachrichten: NRW: Götz Alsmann tritt Professur an der Uni Münster an, dpa, 7. Februar 2012
  4. a b Deutsche Phono-Akademie e. V.: Sänger des Jahres national 2012 (Memento des Originals vom 18. November 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.echojazz.de, Abrufdatum 10. Juni 2012
  5. von Stuckrad-Barre, Benjamin, Deutsches Theater. Köln, 2001. S. 159. ISBN 3462030507
  6. Adolf Grimme Institut Gesellschaft für Medien, Bildung und Kultur mbH: 36. Adolf Grimme Preis 2000 „Fiktion & Unterhaltung“, Abrufdatum 25. Juli 2014
  7. Deutsche Phono-Akademie e. V.: Jazz-Produktion des Jahres national/international 2004 (Memento des Originals vom 17. Februar 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.echopop.de, Abrufdatum 25. Juli 2014
  8. Charts: Offizielle Deutsche Charts, Awards: Gold-/Platin-Datenbank