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Fuchs (Pferd)

Pferd mit bräunlichem, rötlichem oder gelblichem Fell
Fuchs (Araber)

Der Fuchs ist ein Pferd mit bräunlichem, rötlichem oder gelblichem Fell und normalerweise gleichfarbigem, manchmal auch hellerem Langhaar.

EtymologieBearbeiten

Die Bezeichnung Fuchs für bräunliche Pferde – die in Europa für gewöhnlich für den Rotfuchs (Vulpes vulpes) steht – hat ihren Ursprung in der mittelhochdeutschen Bezeichnung vuhs für den männlichen Rotfuchs. Gleichbedeutend hiermit sind folgende verwandte Wörter: Althochdeutsch fuhs, Niederländisch vos und Englisch fox. Die weibliche Form des Wortes wandelte sich von althochdeutsch voha zu mittelhochdeutsch vohe, gotisch faúho und altisländisch foa. Das Wort Fähe, das in der Jäger- und Biologensprache für weibliche Rotfüchse im Speziellen und für weibliche Hunde im Allgemeinen steht, ist von dieser weiblichen Form abgeleitet.[1]

Füchse mit gleichfarbigem LanghaarBearbeiten

Der Fuchs trägt bräunliches, rötliches oder gelbliches Fell und normalerweise gleichfarbiges, aber auch helleres Langhaar. Die Hufe sind dunkel, die Augen dunkel- bis hellbraun.

Den Fuchs gibt es in vielen verschiedenen Schattierungen: Hellfuchs, Kupferfuchs, Rotfuchs, Dunkelfuchs, Kohlfuchs und Fuchs. Dabei wird nach der Helligkeit oder Dunkelheit des Felles unterschieden.

GenetikBearbeiten

Für die Fuchsfarbe ist eine Mutation im MC1R-Gen (Extension Locus) verantwortlich. Die Farbe vererbt sich rezessiv, das heißt, ein Pferd wird erst zum Fuchs, wenn es das mutierte Gen auf beiden Allelen hat.[2][3][4]

Außerdem ist das Fuchsgen epistatisch über den Agouti-Locus, der entscheidet, ob ein Pferd ein Rappe oder Brauner ist. Das heißt, ein Pferd mit zwei Fuchsgenen ist immer ein Fuchs, egal ob er ohne dieses Gen ein Rappe oder Brauner wäre.[5]

Die Helligkeit der Fuchsfarbe wird jedoch durch das zugrundeliegende Gen für braune oder schwarze Farbe beeinflusst. Insgesamt gibt es vier verschiedene Gen-Varianten auf dem Agouti-Locus. Am wenigsten Schwarz hat der Braune mit dem Wildttyp-Braun-Gen, dann kommt der normale Braune, dann der Schwarzbraune und schließlich der Rappe. Entsprechend wird auch die Fuchsfarbe vom Fuchs mit dem Wildtyp-Braun-Gen bis hin zu dem mit dem Rapp-Gen immer dunkler.[6][7][8]

Das Verhältnis zwischen Fuchsfarbe und zugrundeliegender Braun- oder Rappfarbe ist etwa so:

Farbe, Allelkombinationen Agouti-Locus: Wildtyp-Braun (A+A+, A+A, A+at, A+At oder A+a) Agouti-Locus: Braun (AA, Aat oder Aa) Agouti-Locus: Schwarzbraun (AtAt oder Ata) Agouti-Locus: Rappe (aa)
Extension-Locus: Brauner oder Rappe (Ee oder EE)      
Extension-Locus: Fuchs (ee)        

Der Extension-Locus liegt auf demselben Chromosom wie cKit, dessen Mutationen beim Pferd für dominant weiße Farbe, Stichelhaarigkeit, Tobianoscheckung und Sabinoscheckung verantwortlich sind. Deshalb wird die Veranlagung für Fuchsfarbe häufig mit einer dieser Veranlagungen gekoppelt vererbt.

Weitere Beeinflussungen der FuchsfarbeBearbeiten

Füchse mit hellerem Langhaar: LichtfuchsBearbeiten

 
Lichtfuchs: Araber-Haflinger

Lichtfüchse, also Füchse mit hellerem Langhaar, erhalten diese Farbe durch das Gen Flaxen. Ähnlich können auch dunkle Isabellen und Braune mit dem Windfarbgen aussehen.

Dunkelere FüchseBearbeiten

 
Kohlfuchs

Das Gen Smutty (auch Sooty) kann die Fuchsfarbe noch weiter verdunkeln, so dass Füchse entstehen können, die beinahe wie Rappen wirken.

VerwechslungsmöglichkeitenBearbeiten

Pferde, die genetisch keine Füchse sind, aber so aussehen können, sind:

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. Günther Drosdowski, Paul Grebe u. a.: Duden. Etymologie. Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. Bibliographisches Institut, Mannheim/ Wien/ Zürich, Dudenverlag 1963, ISBN 3-411-00907-1.
  2. L. Marklund, M. J. Moller, K. Sandberg, L. Andersson: A missense mutation in the gene for melanocyte-stimulating hormone receptor (MC1R) is associated with the chestnut coat color in horses. In: Mammalian Genome. 7, 1996, S. 895–899. PMID 8995760
  3. C. M. Woolf, J. R. Swafford: Evidence for eumelanin and pheomelanin producing genotypes in the Arabian horse. In: J Hered. 79(2), 1988 Mar-Apr, S. 100–106. PMID 3403956
  4. D. P. Sponenberg, S. Ito, L. A. Eng, K. Schwink: Pigment types of various color genotypes of horses. In: Pigment Cell Res. 1(6), 1988, S. 410–413. PMID 3237609
  5. Krista Siebel: Analyse genetischer Varianten von Loci für die Fellfarbe und ihre Beziehungen zum Farbphänotyp und zu quantitativen Leistungsmerkmalen beim Schwein. Inaugural-Dissertation. Institut für Nutztierwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin, 2001.
  6. S. Rieder, S. Taourit, D. Mariat, B. Langlois, G. Guerin: Mutations in the agouti (ASIP), the extension (MC1R), and the brown (TYRP1) loci and their association to coat color phenotypes in horses (Equus caballus). In: Mamm Genome. 12(6), 2001 Jun, S. 450–455. PMID 11353392
  7. H-J. Wagner, M. Reissmann: New polymorphism detected in the horse MC1R gene In: Animal Genetics. 31 (4), S. 289–290 (2000). [doi:10.1046/j.1365-2052.2000.00655.x doi:10.1046/j.1365-2052.2000.00655.x]
  8. Glynis Scott: Horse color genetics. http://www.horse-genetics.com/horse-color-genetics.html