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Fu Xiancai

chinesischer Bauer und Bürgerrechtler

Fu Xiancai (chinesisch 付先财, Pinyin Fù Xiāncái) (* 1959) ist ein chinesischer Bauer und Bürgerrechtler.

BiografieBearbeiten

Fu Xiancai wuchs am Jangtze auf. Der Maisbauer begann sich 1994 politisch zu engagieren, als sein Dorf und sein Land durch den Bau des Dreischluchtenstaudamms von Überflutung bedroht wurden. 1997 musste er sein Dorf schließlich verlassen.

Seitdem machte er durch Petitionen für ausstehende Entschädigungszahlungen für sich selbst und seine Schicksalsgenossen von sich reden. Er war den Behörden bekannt und hatte durch sein Engagement eine gewisse Prominenz. Persönlich übergab er der Beschwerdebehörde in Peking 8000 Unterschriften von Bauern. Zwar wurde er nach seiner Rückkehr in der Kreisstadt Zigui (Provinz Hubei) fünf Tage lang inhaftiert, doch dann wurde dies als illegales Vorgehen zurückgenommen und an jeden der Bauern umgerechnet 200 Euro ausgezahlt.[1] Mehrmals versuchte man ihn einzuschüchtern, unter anderem durch eingeworfene Fensterscheiben und (vermutlich) angeheuerte Schläger.

Am 19. Mai 2006 gab er der ARD ein kritisches Interview. Daraufhin wurde er am 8. Juni von der Polizei verhört. Auf dem Rückweg wurde er überfallen und brutal zusammengeschlagen. Er ist seither vom Hals abwärts gelähmt. Medizinische Hilfe wurde ihm nach der ersten Notfallversorgung verwehrt – auch nach Drängen der deutschen Bundesregierung – da er diese nicht bezahlen konnte. Die Deutsche Botschaft schickte daraufhin eine Vertreterin und den Botschaftsarzt aus Peking nach Yichang und übergab die benötigten 60.000 Yuan (etwa 5930 Euro). Am 18. Juni wurde eine zweistündige Operation vorgenommen[2], die erfolgreich verlief.

Am 22. September 2006 wurde Fu Xiancai in eine Rehabilitationsklinik nach Peking verlegt. Der medizinische Spezialtransport von Yichang in der Provinz Hubei (Zentralchina) dauerte 19 Stunden. Die Verlegung hat der Schwerverletzte den Umständen entsprechend überstanden. Die Rehabilitationszeit wird mit 3 Monaten angegeben. Der Aufenthalt und die Behandlung wird durch deutsche Spenden ermöglicht. Er kündigte unterdessen an, dass er sich auch in Zukunft gegen das Drei-Schluchten-Damm-Projekt engagieren werde. Wer die Täter waren, die ihn niedergeschlagen haben, ist nicht bekannt.[3][4]

WeblinksBearbeiten

FußnotenBearbeiten

  1. ZEIT Nr. 37, 7. September 2006, S. 18
  2. Gelähmter Damm-Gegner operiert
  3. Offiziell ist Fu Xiancai gestürzt (tagesschau.de-Archiv)
  4. "Laut den Ermittlungen ist mein Vater hingefallen" (tagesschau.de-Archiv)