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Fußball (luxemburgisch Foussball) ist die beliebteste Sportart in Luxemburg. Es besteht ein Ligasystem, an dessen Spitze die BGL Ligue steht. In ihr wird der luxemburgische Fußballmeister ermittelt. Zugleich gibt es nationale Pokalwettbewerbe wie den Coupe de Luxembourg. Im Jahr 2016 waren rund 31.000 lizenzierte Spieler in 105 Vereinen aktiv.[1]

Die luxemburgische Nationalmannschaft 2015

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Anfänge des luxemburgischen FußballsBearbeiten

 
Die "Minettsgéigend" im Süden Luxemburgs.

Die Geschichte des Fußballs in Luxemburg nahm ihren Anfang mit der Rückkehr des Englischlehrers Jean "John" Roeder von einem Studienaufenthalt in England, der um das Jahr 1902 das Fußballspiel in der Escher Industrie- und Handelsschule einführte. Er begeisterte seine Schüler für den auf dem europäischen Kontinent noch jungen Fußballsport. Gegen heftigen Widerstand seitens der Lehrerschaft und der Kirche gründete er 1906 den ersten luxemburgischen Fußballverein, den Football and Lawn-Tennis-Club, kurz Fola, der auch heute noch besteht.

„Bald wurde in Wiesen und Brachland an der Landesgrenze, bald hinter der Other Brücke, bald in der Nachbarschaft der Ziegelei gespielt, je nach dem Ausgang homerischer Kämpfe mit den Besitzern oder Pächtern der betreffenden Grundstücke.“

Felix Mandy: 1907 - Das Geburtsjahr der Jeunesse, ein Stücklein Lokalhistorie[2]

Der Fußball entwickelte sich in kürzester Zeit nach seiner Einführung in allen Bevölkerungsschichten zur populärsten Sportart des Großherzogtums. Er verlor früh seinen zunächst elitären Charakter und wurde Massensport. Besonders in den Arbeitervierteln der Bergbau- und Industrieregion im Süden des Landes bot er einen willkommenen Ausgleich zu der schweren körperlichen Arbeit. Die Arbeiterbewegung hatte dem Turnsport bereits Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Motto "Ein freier Geist in einem freien Körper" neuen Auftrieb gegeben. Sozialisten und Gewerkschaftler versuchten, ihren Einflussbereich auf den Fußball auszuweiten. Doch auch das liberale Unternehmertum erkannte im Fußballsport die Möglichkeit, das Gemeinschaftsleben der Arbeiter auch außerhalb des Betriebes zu gestalten. Ingenieure und Beamte der Hüttenwerke übernahmen die Leitung der Fußballvereine im Süden. Die Hüttengesellschaften stellten den Vereinen gratis Grundstücke als Spielfeld zur Verfügung.[3] Noch heute sind die besten Vereine Luxemburgs fast ausschließlich im Süden des Landes angesiedelt. Bis heute gelang es mit CS Grevenmacher 2003 erst einem Verein, der nicht im Minett oder der Landeshauptstadt Luxemburg beheimatet ist, die Meisterschaft zu gewinnen.

In der Spielzeit 1909/10 wurde erstmals eine luxemburgische Meisterschaft unter dem Namen Lëtzebuerger Championnat ausgetragen. 1913 fand aufgrund organisatorischer Probleme keine Meisterschaft statt. Trotz der Besatzung Luxemburgs durch deutsche Truppen während des Ersten Weltkrieges lief ein regelmäßiger Spielbetrieb; von 1914 bis 1932 unter dem Namen Éischt Divisioun und ab 1932 als Éirendivisioun (dt. Ehrendivision). 1922 wurde erstmals der Coupe de Luxembourg ausgetragen.

Deutsche Besatzungszeit (1940–1944)Bearbeiten

Luxemburg wurde am ersten Tag des Westfeldzuges 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Am 29. Juli 1940 wurde es zum CdZ-Gebiet Luxemburg erklärt. Damit einhergehend wurde die Germanisierung Luxemburgs, d. h. die Tilgung alles Andersartigen bzw. "Nicht-Deutschen" wie etwa Wörter und Namen französischen Ursprungs betrieben. Dies hatte zahlreiche Umbenennungen und sogar Verbote luxemburgischer Fußballvereine zur Folge. Die luxemburgischen Vereine wurden vom Fachamt Fußball in die Gauliga Moselland Gruppe West und ihre nachgeordneten Spielklassen eingegliedert.

Folgende Vereine nahmen am Spielbetrieb der Gauliga Moselland zwischen 1941 und 1944 teil:

FV Stadt Düdelingen wurde 1942 Meister der Weststaffel und gewann durch zwei Siege im Finale gegen den Meister der Oststaffel Eintracht Bad Kreuznach die Meisterschaft der Gauliga Moselland 1941/42. Dadurch erreichte Düdelingen die Endrunde der deutschen Fußballmeisterschaft. Durch ein 0:2 gegen den damaligen Serienmeister FC Schalke 04 schied Düdelingen bereits in der Qualifikationsrunde aus.

Nicht nur die Vereine waren von Repressalien der Besatzungsmacht betroffen. So war der spätere Nationalspieler Nicolas Birtz von August 1942 bis zum 8. Mai 1945 im SS-Sonderlager Hinzert sowie im Konzentrationslager Natzweiler-Struthof inhaftiert. Der frühere österreichische Nationalspieler Maximilian „Max“ Gold emigrierte 1938 nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich nach Luxemburg und trainierte ab September des Jahres Jeunesse Esch. Nachdem er im November 1941 eine Anordnung der Gestapo zur Zwangsarbeit in Cinqfontaines „zur Konzentrierung aller Juden“ erhalten hatte, gelang ihm und seiner Familie mit Hilfe des luxemburgischen Widerstands die Flucht.[4]

Nach dem Zweiten WeltkriegBearbeiten

Nach der Befreiung Luxemburgs wurde bereits 1944/45 der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Die meisten Vereine nahmen ihren ursprünglichen Namen wieder an oder wurden neu gegründet. 1957 wurde die höchste Spielklasse in Nationaldivision umbenannt. Diese Bezeichnung führte sie bis 2006.

Die ersten Jahre der Nachkriegszeit bis Mitte der Fünfzigerjahre dominierten vor allem Stade Düdelingen und bis in die späten 1990er Jahre Jeunesse Esch die Nationaldivision. Vereinzelt gelang es anderen Vereinen, die Meisterschaft zu gewinnen. Im Jahre 2000 gewann der Fusionsverein F91 Düdelingen, in dem 1991 auch CS Le Stade aufging, den ersten von bisher 15 Meistertiteln.1 Seit 1995 ging der Titel mit Ausnahme des Jahres 2003 ausschließlich an Vereine aus Düdelingen und Esch.

 
Nationalspieler David Turpel

1963 gelang der luxemburgischen Nationalmannschaft mit dem Erreichen des letzten Ausscheidungsrunde vor der Europameisterschaft 1964 der bis heute größte internationale Erfolg. Der vermeintlich chancenlose „Fußballzwerg“ hatte sein Heimrecht verkauft, um zumindest höhere Einnahmen erzielen zu können. Statt der nur 6.000 Zuschauer, die das eigene Stadion in Luxemburg fasste, verfolgten 36.523 das »Heimspiel« der Luxemburger im Olympiastadion von Amsterdam, wo der krasse Außenseiter der Elftal ein 1:1-Unentschieden abtrotzte.[5] Das Rückspiel vor 42.385 Zuschauern am 30. Oktober 1963 im Stadion De Kuip gewannen die Roten Löwen durch zwei Tore von Camille Dimmer mit 2:1 und zogen in die Runde der letzten acht Mannschaften ein.[6]

Die folgenden Jahrzehnte waren von chronischer Erfolglosigkeit des Nationalteams gekennzeichnet. Zwischen 1973 und 1995 gelang der luxemburgischen Nationalmannschaft kein einziger Pflichtspielsieg. In den Jahren 1980 bis 1985 verlor die Auswahl des Landes 35 Spiele in Folge. Vereinzelt gelangen der Mannschaft in der EM-Qualifikation Achtungserfolge wie die knappe 2:3-Niederlage 1990 gegen den frisch gebackenen Weltmeister Deutschland oder ein 0:1 gegen die Niederlande 2007. Am 13. Oktober 2007 glückte der Mannschaft beim 1:0-Sieg in Weißrussland nach mehr als zwölf Jahren wieder ein Sieg in einem EM-Qualifikationsspiel. Blieb Luxemburg bei der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2006 trotz fünf erzielter Tore noch punktlos, gelang der Mannschaft am 10. September 2008 ein sensationeller 2:1-Sieg im WM-Qualifikationsspiel in Zürich gegen die hochfavorisierten Schweizer.

Seit Ende der 2000er Jahre ist sowohl auf Nationalmannschafts- als auch auf Vereinsebene ein Aufwärtstrend erkennbar. So sorgten Luxemburger Vereine in den europäischen Wettbewerben vereinzelt für Furore, und auch die Roten Löwen erwiesen sich in den Qualifikationsspielen zu Welt- und Europameisterschaften zunehmend konkurrenzfähig. In den Spielen zur Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien erzielten die Luxemburger durch einen Sieg und drei Unentschieden mit 6 Punkten das beste Ergebnis in einer WM-Qualifikation seit Einführung der Drei-Punkte-Regel. Auch in den Qualifikationsspielen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland sorgte Luxemburg mit spektakulären Ergebnissen für Aufsehen. So erreichte die Mannschaft mit einem stark ersatzgeschwächten Kader drei Tage nach dem 1:0-Sieg im Heimspiel gegen die Auswahl Weißrusslands am 31. August 2017 gegen den haushohen Favoriten Frankreich in Toulouse ein 0:0. Nicht zuletzt aufgrund dieser Resultate verbesserte sich Luxemburg von Rang 136 bis auf Platz 83 der FIFA-Weltrangliste.[7]

1 (Stand: Ende der Saison 2018/19)

Der Luxemburgische FußballverbandBearbeiten

 
Logo der FLF
 
Gebäude des Centre de Formation National in Monnerich

Die Fédération Luxembourgeoise de Football (FLF) (luxemburgisch: Fédératioun vun Lëtzebuerger Foussball; deutsch: Bund des luxemburgischen Fußballs) ist der nationale Fußballverband von Luxemburg. Er wurde im November 1908 von den Vertretern von 13 bereits bestehenden Clubs gegründet. Am 13. März 1910 wurde der Verband in die FIFA aufgenommen. 1941 wurde der Luxemburger Verband zwangsaufgelöst und die Mitgliedsvereine dem Fachamt Fußball angegliedert. Schon Anfang 1945 wurde der Verband wiederhergestellt und trug noch im Jahr des Endes des Weltkrieges die erste Meisterschaft aus. Die FLF gehörte 1954 zu den 29 Gründungsmitgliedern der UEFA.

Der Verband organisiert im Wesentlichen die luxemburgische Fußballmeisterschaft, den nationalen Pokalwettbewerb sowie die luxemburgische Fußballnationalmannschaft, alle Jugendnationalmannschaften und die Nationalmannschaft der Frauen.

LigasystemBearbeiten

Das luxemburgische Ligasystem besteht aus fünf Spielklassen, wobei die untersten drei Ligen in zwei Gruppen ausgetragen werden.

Ebene Liga
1 BGL Ligue
14 Mannschaften
Platz 1: Luxemburgischer Meister + UEFA Champions League-Qualifikation
Platz 2–3: UEFA Europa League-Qualifikation
Platz 12: ↓Barrage
Platz 13–14: Absteiger
2 Ehrenpromotion
14 Mannschaften
Platz 1–2: Aufsteiger
Platz 3: ↑Barrage
Platz 11–12: ↓Barrage
Platz 13–14: Absteiger
3 1. Division, 1. Bezirk
14 Mannschaften
Platz 1: Aufsteiger
Platz 2: ↑Barrage
Platz 12: ↓Barrage
Platz 13–14: Absteiger
1. Division, 2. Bezirk
14 Mannschaften
Platz 1: Aufsteiger
Platz 2: ↑Barrage
Platz 12: ↓Barrage
Platz 13–14: Absteiger
4 2. Division, 1. Bezirk
14 Mannschaften
Platz 1–2: Aufsteiger
Platz 3: ↑Barrage
Platz 12: ↓Barrage
Platz 13–14: Absteiger
2. Division, 2. Bezirk
14 Mannschaften
Platz 1–2: Aufsteiger
Platz 3: ↑Barrage
Platz 12: ↓Barrage
Platz 13–14: Absteiger
5 3. Division 1. Bezirk
10 Mannschaften
Platz 1–2: Aufsteiger
Platz 3: ↑Barrage
3. Division 2. Bezirk
10 Mannschaften
Platz 1–2: Aufsteiger
Platz 3: ↑Barrage

BGL LigueBearbeiten

 
Logo der BGL Ligue
 
Szene aus dem Spiel CS Grevenmacher gegen FC Differdingen 03 am 17. August 2014

Die BGL Ligue ist die höchste Spielklasse im luxemburgischen Fußball. Sie besteht aus derzeit vierzehn Mannschaften. Bis 2006 trug die erste Liga den Namen Nationaldivision. Sie wird gegenwärtig von der BGL BNP Paribas gesponsert, weshalb sie den Namen „BGL Ligue“ trägt.

Im Laufe der Jahre wurde der Modus immer wieder verändert. Bis 1988 spielte die Nationaldivision mit 12 Vereinen. Zur Saison 1988/89 wurde die Teilnehmerzahl auf zehn reduziert und 1994 wieder auf zwölf erhöht. Seit der Saison 2006/07 spielt die BGL Ligue mit vierzehn Mannschaften. Die Saison erstreckt sich in der Regel von August bis Mai des folgenden Jahres. Alle Mannschaften treten zweimal gegeneinander an, woraus sich insgesamt 26 Spieltage ergeben. Der Erste am Ende der Saison ist Meister und Teilnehmer an der 2. Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League. Der Zweite und Dritte qualifizieren sich für die 1. Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League. Sollte der Zweitplatzierte bereits durch den nationalen Pokalwettbewerb für die Europa League qualifiziert sein, geht der Startplatz auf den nächstbesten der Liga über. Bei Punktgleichheit wird hierbei nicht die Tordifferenz zu Rate gezogen, sondern ein Entscheidungsspiel angesetzt. Sollte der Landesmeister auch Pokalsieger sein, so tritt der Viertplatzierte in der Europa League an. Der 12. der BGL Ligue bestreitet gegen den Dritten der Ehrenpromotion ein Barragespiel um den Klassenverbleib. Die beiden Tabellenletzten steigen direkt in die Ehrenpromotion ab.

EhrenpromotionBearbeiten

Die Ehrenpromotion ist die zweithöchste Spielklasse Luxemburgs. An ihr nehmen ebenfalls vierzehn Mannschaften teil.

Wie in der BGL League wird in der Ehrenpromotion nur eine Runde gespielt, in der alle Teams je zweimal gegeneinander antreten.Die Mannschaften auf den Plätzen 1 und 2 steigen direkt in die BGL Ligue auf. Der Elft- und der Zwölftplatzierte bestreiten zwei Barragespiele um den Klassenerhalt. Die beiden Tabellenletzten steigen in die 1. Division ab.

Zwischen 1989 und 1994 wurde die Ehrenpromotion in zwei Bezirke aufgeteilt. Die ersten vier Vereine jedes Bezirks spielten in zwei Gruppen mit je sechs Teams gegen vier Vereine aus der BGL Ligue eine Aufstiegsrunde, wobei die jeweils besten zwei Vereine jeder Gruppe in die BGL Ligue aufstiegen oder die Klasse dadurch hielten.

1. DivisionBearbeiten

Die 1. Division ist die dritthöchste Spielklasse Luxemburgs. An ihr nehmen jeweils vierzehn Mannschaften teil. Sie ist in zwei Gruppen, 1. Bezirk und 2. Bezirk, eingeteilt.

2. DivisionBearbeiten

Die 2. Division ist die vierthöchste Spielklasse Luxemburgs. An ihr nehmen wie in der 1. Division jeweils vierzehn Mannschaften teil, die in zwei Gruppen, 1. Bezirk und 2. Bezirk, eingeteilt sind.

3. DivisionBearbeiten

Die 3. Division ist Luxemburgs unterste Spielklasse. Sie ist ebenfalls in zwei Bezirke eingeteilt. In beiden Gruppen spielen je zehn Mannschaften. Da es sich um die niedrigste Spielklasse handelt, gibt es in der 3. Division keine Absteiger.

PokalwettbewerbeBearbeiten

Coupe de LuxembourgBearbeiten

Der Wettbewerb wird seit der Saison 1921/22 ausgespielt. Die Paarungen werden vor jeder Runde ausgelost. Seit 1994 wird das Finale im Josy-Barthel-Stadion (8.000 Plätze) in der Hauptstadt Luxemburg ausgetragen.

Der luxemburgische Pokalsieger nimmt an der zweiten Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League teil.

Weitere PokalwettbewerbeBearbeiten

Die Coupe FLF ist ein nationaler Pokalwettbewerb für Vereinsmannschaften der 1., 2. und 3. Division (dritte bis fünfte Liga) des luxemburgischen Fußballverbands FLF (Fédération Luxembourgeoise de Football).

Der Supercup ist ein Wettbewerb unter Obhut der Lëtzebuerger Football Ligue (LFL). In ihm wird ein Sieger zwischen dem Luxemburgischen Meister und dem luxemburgischen Pokalsieger der abgelaufenen Saison ermittelt.

Luxemburgische Mannschaften in internationalen WettbewerbenBearbeiten

Die besten luxemburgischen Mannschaften qualifizieren sich jährlich für die Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League (bis 1992 Europapokal der Landesmeister) und der Europa League (bis 2009 UEFA-Pokal). Zudem gab es bis 1999 den Europapokal der Pokalsieger.

Luxemburgische Mannschaften kamen bis in die 2010er Jahre selten über die erste Runde europäischer Wettbewerbe hinaus. In den letzten Jahren gelang es einigen Vereinen, bis in die dritte Qualifikationsrunde oder die Play-off-Runde vorzustoßen. In der Saison 2018/19 gelang F91 Düdelingen als erstem luxemburgischen Verein der Einzug die Gruppenphase der UEFA Europa League. Erstmals in der Geschichte der Champions League war mit Düdelingen ein Verein aus der BGL Ligue für die 1. Qualifikationsrunde 2019/20 gesetzt.

Europapokal der Landesmeister / UEFA Champions LeagueBearbeiten

Die erste Austragung des Europapokals der Landesmeister 1955/56 fand ohne luxemburgische Beteiligung statt. Im darauf folgenden Jahr nahm mit Spora Luxemburg zum ersten Mal in der Geschichte des Europacups eine Mannschaft aus Luxemburg teil. Gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund stand Spora vor einer Sensation, als die hochfavorisierten Dortmunder nach einer 3:4-Niederlage im Hinspiel mit 2:1 vor heimischem Publikum geschlagen und in ein Entscheidungsspiel gezwungen wurden. In diesem dominierte der Favorit klar und gewann mit 7:0. Hätte damals bereits die heutige Auswärtstorregel gegolten, wäre Spora in die nächste Runde eingezogen. 56 Jahre später kam F91 Düdelingen diese Regelung zugute, als der österreichische Meister FC Red Bull Salzburg in der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League nach einem 1:0 im Heimspiel und einer 3:4-Niederlage in Salzburg aus dem Wettbewerb eliminiert wurde.

Europapokal der PokalsiegerBearbeiten

Ähnliche Achtungserfolge konnten luxemburgische Vereine im Europapokal der Pokalsieger nicht erzielen. Für einen Negativrekord sorgte Jeunesse Hautcharage. Der damalige Drittligist gewann 1971 als krasser Außenseiter den Coupe de Luxembourg und qualifizierte sich für die Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger 1971/72. In der 1. Runde traf der Klub auf den englischen Titelverteidiger FC Chelsea und unterlag mit einem Gesamtergebnis von 0:21 Toren (0:8 und 0:13). Der europäische Pokalsieger-Wettbewerb wurde nach der Saison 1998/99 eingestellt. Der letzte luxemburgische Vertreter dieses Wettbewerbs war der CS Grevenmacher, der in der Qualifikationsrunde gegen Rapid Bukarest mit 2:6 und 0:2 ausschied.

UEFA-Pokal / UEFA Europa LeagueBearbeiten

 
Vor dem Europa League Play-off-Rückspiel FC Differdingen 03 gegen Paris Saint-Germain am 25. August 2011 im Parc des Princes

Auch die Teilnahmen luxemburgischer Vereine am UEFA-Cup waren zunächst von Erfolglosigkeit gekennzeichnet. Red Boys Differdingen unterlag Ajax Amsterdam 1984 im Rückspiel der ersten Runde des UEFA-Pokals 1984/85 nach einem 0:0-Unentschieden im Hinspiel mit 0:14, was bis heute einen Rekord im UEFA-Pokal und der Europa League darstellt.

2013 rehabilitierte sich der Fusionsverein FC Differdingen 03, in dem die Red Boys 2003 aufgegangen waren, durch einen 2:1-Heimerfolg und ein 3:3 gegen den niederländischen Vertreter FC Utrecht und zog in die 3. Qualifikationsrunde ein, in der die Differdinger gegen Tromsø IL nach Elfmeterschießen unglücklich ausschieden. Für Aufsehen sorgte der FC Progrès Niederkorn 2017, als die Glasgow Rangers, Sieger des Europapokals der Pokalsieger 1972, nach einer 0:1-Hinspielniederlage durch ein 2:0 im Rückspiel aus dem Wettbewerb geworfen wurden.

Nach dem Ausscheiden in der Champions-League-Qualifikation gegen Videoton FC aus Ungarn setzte sich F91 Düdelingen in den anschließenden Qualifikationsrunden zur UEFA Europa League 2018/19 gegen den kosovarischen Verein KF Drita, den polnischen Meister Legia Warschau und in den Play-offs gegen den rumänischen Meister CFR Cluj durch. Damit erreichte F91 Düdelingen als erster luxemburgische Verein die Gruppenphase eines UEFA-Wettbewerbs.[8] Im weiteren Verlauf schied F91 als Letzter der Gruppe F hinter Betis Sevilla, Olympiakos Piräus und dem AC Mailand erwartungsgemäß aus.

UEFA-FünfjahreswertungBearbeiten

Platzierung in der UEFA-Fünfjahreswertung (in Klammern die Vorjahresplatzierung). Die Kürzel CL und EL hinter den Länderkoeffizienten geben die Anzahl der Vertreter in der Saison 2019/20 der Champions League bzw. der Europa League an.

Stand: Ende der Europapokalsaison 2018/19[9]

NationalmannschaftBearbeiten

 
Die luxemburgische Nationalmannschaft 1913
 
Luxemburg bei den Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen.
 
Belgien – Luxemburg 1928
 
Die luxemburgische Nationalmannschaft 1934
 
Die luxemburgische Nationalmannschaft am 30. Oktober 1963 vor dem Spiel gegen die Niederlande. Oben: Henri Klein, Jean Klein, Camille Dimmer, Ady Schmit, Louis Pilot. Unten: Jempi Fiedler, François Konter, Erny Brenner, Jim Hofstetter, Nico Schmitt.
 
Jonathan Joubert am 6. September 2016 beim WM-Qualifikationsspiel Bulgarien – Luxemburg (4:3) in Sofia.

Die luxemburgische Fußballnationalmannschaft ist die vom Cheftrainer getroffene Auswahl der luxemburgischen Spieler, die den Luxemburgische Fußballverband (FLF) auf internationaler Ebene in Freundschafts- und Pflichtspielen gegen die Auswahlmannschaften anderer nationaler Verbände repräsentiert. Sie bestritt ihr erstes Länderspiel am 29. Oktober 1911 gegen Frankreich.

Obwohl Luxemburg außer an den jeweils ersten Turnieren an allen Welt- wie Euromeisterschaften der Männer teilnahm, gelang noch nie die Qualifikation zur Endrunde. In der FIFA-Weltrangliste belegte Luxemburg im April 2019 den 86. Rang unter 211 Mitgliedsverbänden der FIFA.

Platz Land Punkte Veränderung
Plätze
Anmerkungen
1 Belgien  Belgien 1737 0
2 Frankreich  Frankreich 1734 0
3 Brasilien  Brasilien 1676 0
4 England  England 1647 1↑
5 Kroatien  Kroatien 1621 1↓
6 Uruguay  Uruguay 1613 1↑
7 Portugal  Portugal 1607 1↓ Gruppengegner EM-Qualifikation 2020
8 Schweiz  Schweiz 1604 0
9 Spanien  Spanien 1601 0
10 Danemark  Dänemark 1586 0
27 Ukraine  Ukraine 1493 3↑ Gruppengegner EM-Qualifikation 2020
29 Serbien  Serbien 1484 2↑ Gruppengegner EM-Qualifikation 2020
86 Luxemburg  Luxemburg 1277 1↑
132 Litauen  Litauen 1102 0 Gruppengegner EM-Qualifikation 2020
211 San Marino  San Marino 848 0

(Stand: 4. April 2019)

Teilnahme an Olympischen SpielenBearbeiten

Luxemburg nahm an den Fußballturnieren der Olympischen Spiele 1920, 1924, 1928, 1936, 1948 und 1952 teil, wo die Mannschaft jeweils im Achtelfinale ausschied. Seitdem konnte sich Luxemburg nicht mehr für ein olympisches Fußballturnier qualifizieren. Bei olympischen Turnieren gelangen Luxemburg zwei bis heute gültige Rekordergebnisse in der Geschichte der Roten Löwen. Die 0:9-Niederlage gegen das Deutsche Reich beim Turnier 1936 in Berlin stellt neben zwei gleichen Ergebnissen gegen England bis heute die höchste Niederlage in einem offiziellen Länderspiel dar. Der 6:0-Sieg gegen Afghanistan bei den Spielen 1948 in London ist bis heute der höchste Sieg einer luxemburgischen Auswahl.

Jahr Austragungsort Ergebnis S U N Tore
1920 Antwerpen Achtelfinale 0 0 1 0:3
1924 Paris Achtelfinale 0 0 1 0:2
1928 Amsterdam Achtelfinale 0 0 1 3:5
1936 Berlin Achtelfinale 0 0 1 0:9
1948 London Achtelfinale 1 0 1 7:6
1952 Helsinki Achtelfinale 1 0 1 6:5

Teilnahme an Fußball-WeltmeisterschaftenBearbeiten

Luxemburg nahm noch nie in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften an einem Turnier teil. Bei der ersten Austragung 1930 in Uruguay verzichtete der Verband auf eine Meldung. Bei allen anderen Turnieren seit 1934 scheiterte die Vertretung des Großherzogtums bereits in der Qualifikation.

Teilnahme an Fußball-EuropameisterschaftenBearbeiten

Auch für die Endrunde einer Fußball-Europameisterschaft konnten sich die Luxemburger bisher nicht qualifizieren. Der bis heute größte internationale Erfolg war das Erreichen des letzten Ausscheidungsrunde vor der Europameisterschaft 1964. Nachdem sich die Roten Löwen im Achtelfinale gegen die Nationalmannschaft der Niederlande mit 1:1 und 2:1 durchgesetzt hatten, verpassten sie die Endrunde nach zwei Unentschieden (2:2 und 3:3) durch ein 0:1 im Entscheidungsspiel gegen Dänemark äußerst knapp.

Teilnahme an der UEFA Nations LeagueBearbeiten

Bei der erstmaligen Austragung der UEFA Nations League 2018 trat Luxemburg in der vierthöchsten Division dieses Wettbewerbs an. Der zum Aufstieg in die Liga C berechtigende Gruppensieg wurde durch einen zweiten Platz hinter Weißrussland verpasst.

U-21 NationalmannschaftBearbeiten

Die U-21-Fußballnationalmannschaft ist eine Auswahlmannschaft luxemburgischer Fußballspieler. Sie unterliegt dem nationalen Verband FLF und repräsentiert ihn auf der U-21-Ebene, in Freundschaftsspielen gegen die Auswahlmannschaften anderer nationaler Verbände, aber auch bei den Qualifikationsspielen für die Europameisterschaft des Kontinentalverbandes UEFA.

Spielberechtigt sind Spieler, die ihr 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die luxemburgische Staatsangehörigkeit besitzen. Bei Turnieren ist das Alter beim ersten Qualifikationsspiel maßgeblich.

 
Jeff Saibene 2013
 
Jeff Strasser 2017
 
Robert Heinz 1970
 
Maxime Chanot 2017

Luxemburgische Spieler und Trainer im AuslandBearbeiten

Luxemburgische Spieler im Ausland waren viele Jahre vor allem in den belgischen und französischen Ligen anzutreffen. Victor Nurenberg gewann zwischen 1952 und 1959 mit dem OGC Nizza drei Meisterschaften in der Division 1 und zwei französische Landespokaltitel, wurde am Ende seiner Karriere zudem noch zweimal luxemburgischer Pokalsieger. Louis Pilot, 2004 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der UEFA zum bedeutendsten luxemburgischen Spieler der letzten 50 Jahre gewählt, wurde mit Standard Lüttich mehrfacher belgischer Meister und Pokalsieger. Guy Hellers spielte 17 Jahre ebenfalls für Standard Lüttich, und der amtierende Präsident des Luxemburger Fußballverbands FLF, Paul Philipp, spielte 13 Jahre in der belgischen Liga.[10] Aurélien Joachim war bisher in Vereinen aus fünf ausländischen Verbänden aktiv. Mario Mutsch spielte sechs Jahre in der Schweiz.

Mit Nico Braun (FC Schalke 04 1971–1973), Gilbert Dussier, (Röchling Völklingen 1974/75), Robert Langers (Borussia Mönchengladbach 1980–1982), Manuel Cardoni (Bayer 04 Leverkusen 1996–1998) oder Jeff Strasser (1. FC Kaiserslautern 1999–2002, Mönchengladbach 2002–2006) gelang Spielern aus Luxemburg vereinzelt der Sprung in den deutschen Profifußball. Der in Erpeldingen an der Sauer geborene Leandro Barreiro gab am 8. Februar 2019 sein Bundesliga-Debüt für den 1. FSV Mainz 05. In den Ligen unterhalb der 1. und 2. Bundesliga, vor allem bei Regional- und Oberligisten aus West- und Südwestdeutschland, waren und sind zahlreiche in Luxemburg geborene Spieler aktiv.

Als erster luxemburgischer Trainer im deutschen Profifußball übernahm Jeff Saibene am 20. März 2017 den Trainerposten des abstiegsbedrohten deutschen Zweitligisten Arminia Bielefeld.[11] Unter Saibene gelang der Arminia am letzten Spieltag der Klassenerhalt.[12] In einem Interview mit dem Trierischen Volksfreund äußerte sich Saibene, der als Spieler 13 Jahre in Belgien und der Schweiz aktiv war, zur Situation luxemburgischer Spieler und Trainer im deutschen Profifußball.[13] Am 10. Dezember 2018 wurde er nach neun Ligaspielen in Folge ohne Sieg und dem Ausscheiden im DFB-Pokal bei den Ostwestfalen entlassen.[14] Zur Saison 2019/20 wurde Saibene vom deutschen Zweitligaabsteiger FC Ingolstadt 04 verpflichtet.[15]

Im September 2017 wurde Jeff Strasser als Cheftrainer seines ehemaligen Vereins 1. FC Kaiserslautern verpflichtet. Strasser übernahm die Mannschaft auf dem letzten Tabellenplatz in der Zweiten Bundesliga. Sein Vertrag war bis 30. Juni 2019 datiert.[16][17] In der Halbzeitpause des Zweitligaspiels am 24. Januar 2018 beim SV Darmstadt 98 klagte Strasser über Unwohlsein und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Dort wurden vorübergehende Herzrhythmusstörungen in Zusammenhang mit einer verschleppten Grippe diagnostiziert.[18] Da Strasser die Funktion des Cheftrainers wegen einer ärztlich verordneten Pause nicht weiter ausüben konnte, wurde er am 1. Februar 2018 durch Michael Frontzeck ersetzt.[19]

Ausländische Spieler und Trainer im luxemburgischen FußballBearbeiten

Bis in die frühen siebziger Jahre wurde die luxemburgische Nationalmannschaft überwiegend von ausländischen Trainern aus Österreich, Ungarn oder Frankreich betreut. Der deutsche Trainer Robert Heinz führte die Auswahl des Großherzogtums in den Qualifikationsspielen zur Fußball-EM 1964 mit einer wirkungsvollen Defensivtaktik durch ein 1:1 und einen 2:1-Sieg gegen die Niederlande zum bis heute größten Erfolg in der luxemburgischen Fußballgeschichte. Zwischen 2002 und 2004 trainierte der frühere dänische Weltklassespieler Allan Simonsen die Nationalelf, ohne nennenswerte Erfolge zu erzielen.

Auch dem Vereinsfußball drückten ausländische Trainer ihren Stempel auf. Der deutsche Rainer Brinsa war vom 1. April 1994 bis zum 17. Februar 2009 ununterbrochen Trainer des FC Victoria Rosport, mit dem er 2001 in die Nationaldivision aufstieg, 2005 am UI-Cup teilnahm sowie 2008 das Pokalfinale der Coupe de Luxembourg erreichte. Dino Toppmöller führte den Erstligaabsteiger FC RM Hamm Benfica in der Spielzeit 2014/15 als Spielertrainer zurück in die BGL Ligue. Zur Saison 2016/17 wechselte Toppmöller als Trainer zu F91 Düdelingen und holte auf Anhieb das Double.

Der Anteil ausländischer Spieler in Luxemburgs höchster Spielklasse lag in der Saison 2016/17 bei 50,4 %. Damit rangierte die BGL Ligue auf Rang 7 unter den höchsten europäischen Spielklassen.[20] Luxemburg ist insbesondere für Spieler aus Vereinen der südwestdeutschen Regional- und Oberligen eine attraktive Adresse. So wechselte der frühere deutsche U-21-Nationalspieler Marc-André Kruska 2018 in die BGL Ligue nach Düdelingen. Zum einen ist es die Grenznähe zu Deutschland, die es häufig erlaubt, einen deutschen Wohnsitz beizubehalten; zum anderen sind es die kurzen Wege zu Auswärtsspielen. Hinzu kommen die vergleichsweise höheren Verdienstmöglichkeiten. Aus sportlicher Sicht sind für diese Spieler besonders luxemburgische Vereine interessant, die Chancen auf die Teilnahme am Europapokal haben.[21] Deutsche Spieler sind für luxemburgische Klubs aufgrund der guten fußballerischen Ausbildung und der disziplinierten Spielweise von Interesse.[22]

Die so genannte Premier licence verpflichtet seit 2010 die Vereine der BGL Ligue, auf dem Spielbericht mindestens sieben Spieler anzuführen, die ihre Karriere in Luxemburg begonnen haben.[23] Diese Regelung führte u. a. zu der kuriosen Situation, dass der Kapitän der luxemburgischen Nationalmannschaft Mario Mutsch, der eine belgische Mutter hat, bei seinem Wechsel vom Schweizer Erstligisten FC St. Gallen zum FC Progrès Niederkorn 2017 formal als ausländischer Fußballer betrachtet wurde, da er noch nie zuvor in seiner Karriere für einen luxemburgischen Verein aktiv war.[24]

Insbesondere um das Niveau der Nationalmannschaft zu heben wurde in den letzten Jahren dazu übergegangen, Spieler wie den gebürtigen Franzosen Maxime Chanot einzubürgern. Chanot spielte in Frankreich, England, Belgien und seit 2016 in der US-amerikanischen Major League Soccer.

FrauenfußballBearbeiten

VereinsfußballBearbeiten

Die luxemburgische Fußballmeisterschaft der Frauen wird seit der Saison 1972/73 ausgetragen. Höchste Spielklasse ist die Dames Ligue 1.

NationalmannschaftBearbeiten

Seit Juni 2003 gibt es die luxemburgische Fußballnationalmannschaft der Frauen. Sie repräsentiert Luxemburg im internationalen Frauenfußball. Die Nationalmannschaft ist dem luxemburgischen Fußballverband unterstellt. Sie konnte sich bisher noch weder für eine Weltmeisterschaft, Europameisterschaft oder Olympische Spiele qualifizieren. In der FIFA-Weltrangliste belegte Luxemburg im März 2019 den 113. Rang unter 155 Mitgliedsverbänden.

Platz Land Punkte Veränderung
Plätze
Anmerkungen
1 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten 2101 0
2 Deutschland  Deutschland 2072 0
3 England  England 2049 1↑
4 Frankreich  Frankreich 2043 1↓
5 Kanada  Kanada 2006 0
6 Australien  Australien 2003 0
7 Japan  Japan 1991 1↑
8 Niederlande  Niederlande 1967 1↓
9 Schweden  Schweden 1962 0
10 Brasilien  Brasilien 1944 0
113 Luxemburg  Luxemburg 1136 1↓
155 Madagaskar  Madagaskar 693 4↓

(Stand: 29. März 2019)

JugendfußballBearbeiten

1958 war Luxemburg Ausrichter des UEFA-Juniorenturniers (U18).

Die U-17-Nationalmannschaft Luxemburgs konnte sich bisher noch nie für eine Weltmeisterschaft qualifizieren. Bei den Europameisterschaften war Luxemburg das einzige Mal 2006 als Ausrichter vertreten.

2002 wurde das Centre National de Football (CNF), das einzige Nachwuchsleistungszentrum Luxemburgs, gegründet. Ziel ist es, die Talente so auszubilden, dass sie in der Lage sind, auch bei Profiklubs im Ausland zu spielen und die Nationalmannschaften international konkurrenzfähiger zu machen. 2016 wurden 300 Kinder und Jugendliche fußballerisch gefördert. Hinzu kommen vier im Land verteilte Stützpunkte. Seit 2011 ist Reinhold Breu als Technischer Direktor des Luxemburgischen Fußballverbandes[25] für das gesamte Talentförderungsprogramm wie auch die Trainerausbildung zuständig.[26]

Neben Talenten wie Vincent Thill, der Angebote von Bayern München und dem FC Barcelona ausschlug, spielen viele Luxemburger Nachwuchskicker im Ausland. Ryan Johansson (FC Bayern), Yannick Schaus (Bayer 04 Leverkusen) und Florian Bohnert (1. FSV Mainz 05 II)[27] schafften neben weiteren Spielern den Sprung in die Nachwuchsmannschaften deutscher Bundesligisten. Zudem stehen viele Talente im Nachwuchskader belgischer und französischer Profivereine.[28]

Rund 90 Prozent der Jugendspieler im CNF verfügen über eine doppelte Staatsbürgerschaft. Dies führt gelegentlich zu dem Dilemma, dass Spieler die Nachwuchsmannschaften der U17 und U19 durchlaufen und sich später – wie im Fall von Miralem Pjanić – wegen der aussichtsreicheren Perspektive für die Auswahl des anderen Landes, dessen Staatsbürgerschaft sie besitzen, entscheiden.[29]

Roboter-FußballBearbeiten

Das Team von Luxembourg United gewann die German Open 2017 in Magdeburg vom 5. bis 7. Mai 2017.[30]

StadienBearbeiten

 
Das nationale Fußballstadion Josy Barthel.
 
Baustelle des neuen Nationalstadions, Juni 2018

Die meisten Spielstätten der Vereine in der BGL Ligue und der Ehrenpromotion haben ein Fassungsvermögen zwischen 1.000 und 5.000 Zuschauern. In der Regel handelt es sich um Sportplätze mit einer Haupttribüne.

Derzeit entsteht ein neues Nationalstadion.[31] Die Fertigstellung ist für September 2019 geplant. Die Baukosten werden mit 58 bis 61 Millionen Euro beziffert. Der Neubau soll das baufällige Nationalstadion Josy Barthel ersetzen[32] und 9.600 Zuschauern Platz bieten.[33]

ZuschauerBearbeiten

Obwohl das allgemeine Interesse am Fußball stetig zunimmt, sind die Zuschauerzahlen seit den 1980er Jahren rückläufig.[34] Selbst beim 14-maligen Meister und siebenfachen Pokalsieger F91 Düdelingen halbierten sich die Besucherzahlen der Ligaspiele seit 1991 nahezu trotz der jüngsten internationalen Erfolge. Besonders gravierend ist die Situation in der Hauptstadt, wo der Fusionsverein RFC Union Luxemburg seit Bestehen auf einen durchschnittlichen Besuch von 263 Zuschauern pro Saison kommt.

Die Fankultur in Luxemburg ist nicht so ausgeprägt wie in den Ligen benachbarter Staaten. Es besteht eine große Anhängerschaft von Bundesligaklubs in Luxemburg. Bedingt durch die geographische Nähe erfreuen sich viele Vereine aus dem Westen Deutschlands, insbesondere Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach, großer Beliebtheit.

WirtschaftBearbeiten

Die Dominanz von F91 Düdelingen in der heimischen Liga und die Erfolge in den europäischen Wettbewerben sind hauptsächlich auf das finanzielle Engagement des Immobilien-Unternehmers Flavio Becca, einem der reichsten Männer des Großherzogtums, zurückzuführen. Ansonsten gibt es so gut wie kein Sportsponsoring im luxemburgischen Fußball. Kaum ein Verein in der BGL Ligue erhält nennenswerte finanzielle Zuwendungen von Unternehmen, für die es sich aus Marketing-Gründen und wegen geringer TV-Präsenz nicht lohnt, größere Beträge in den Fußball zu investieren.[35] Einen anderen Weg geht der FC Progrès Niederkorn, der in den letzten Jahren erfolgreich auf eine große Anzahl kleiner Sponsoren setzte.[36]

Die Interessenvertretung der europäischen Fußballvereine, European Club Association (ECA) erwirkte 2015 bei der FIFA, mehr Geld für den Europapokal und die Abstellung von Nationalspielern für Spiele der WM-Qualifikation auszuschütten. So nahm F91 Düdelingen bei der Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft 2012 rund 180.000 Euro für die Abstellung seiner Nationalspieler ein. Durch die neue Regelung vergrößert sich das wirtschaftliche Gefälle zwischen Topvereinen wie Düdelingen, Fola, Differdingen, der FC Progrès oder Jeunesse Esch und den kleineren Vereinen, die selten oder nie in den Genuss solcher Prämien kommen.

Auch die FLF treibt die Professionalisierung des Verbandes voran. Seit 2018 ist die Volkswagen AG offizieller Mobilitätspartner und stattet die FLF mit einem kompletten Fuhrpark aus. Die Fahrzeuge werden für den Transport von Jugendmannschaften, Fahrten zu Wettkämpfen oder interne Zwecke eingesetzt. Sichtbarstes Zeichen der Partnerschaft ist das VW-Logo auf den Trikots aller Mannschaften.[37]

Im Mai 2019 wurde ein Sponsorenvertrag mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC abgeschlossen.[38]

Fernsehen/MedienBearbeiten

In den letzten Jahren kann ein steigendes Medieninteresse konstatiert werden. Mehrere Tageszeitungen berichten von den Spielen vor Ort. Zudem gibt es zunehmend Live-Übertragungen im Internet und Radio sowie Zusammenfassungen der Spiele im Fernsehen.

LiteraturBearbeiten

  • Zeitspiel-Magazin: Global Game Luxemburg ZEITSPIEL #11, März 2018, S. 74 ff.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Luxemburgs Fußball zwischen Amateurismus & Professionalismus. In: fupa.net. 18. Januar 2016, abgerufen am 4. September 2017.
  2. 1907-1947, 40e anniversaire de la Jeunesse d'Esch, Esch-sur-Alzette, 1947
  3. Denis Scuto: Gedanken zur Sozialgeschichte des Luxemburger Fussballs. Abgerufen am 5. September 2017. (PDF)
  4. hagalil.com: „Vor 75 Jahren wurden jüdische Zwangsarbeiter aus Luxemburg deportiert“ vom 21. Juli 2016
  5. EM-Anekdoten: Unvergessene Momente, unvergessene Typen, FAZ-online vom 20. Juni 2012
  6. Hollands Cordoba, 11 Freunde vom 10. März 2011
  7. [1], Stand: 9. April 2019
  8. Christelle Diederich: Die Sensation ist perfekt: F91 ballert sich in die Gruppenphase der Europa League! In: Tageblatt. Editpress Luxembourg S.A., 30. August 2018, abgerufen am 30. August 2018.
  9. UEFA-Ranglisten für Klubwettbewerbe. In: UEFA. Abgerufen am 14. Juli 2019.
  10. Rekordzahl: Luxemburg zählt derzeit acht Fußballprofis. In: wort.lu. 13. Februar 2014, abgerufen am 3. September 2017.
  11. In der 2. Bundesliga: Saibene wird Bielefeld-Coach. In: Wort.lu. 19. März 2017 (wort.lu [abgerufen am 19. März 2017]).
  12. Olympia Verlag GmbH (Hrsg.): Börners Kopfball beschert Arminen den Ligaerhalt. In: kicker online. 21. Mai 2017, abgerufen am 1. August 2017.
  13. "Es ist nicht so einfach als Luxemburger". In: Luxemburger Wort. 2. September 2017, abgerufen am 3. September 2017.
  14. Arminia stellt Saibene und Rump frei. In: arminia-bielefeld.de. 10. Dezember 2018, abgerufen am 10. Dezember 2018.
  15. FC Ingolstadt holt Saibene als neuen Trainer. In: tageblatt.lu. 12. Juni 2019, abgerufen am 12. Juni 2019.
  16. Jeff Strasser wird neuer Trainer der Roten Teufel – FCK DE. Abgerufen am 27. September 2017.
  17. Jeff Strasser vers le 1 FC. Kaiserslautern | CS Fola Esch - Official homepage of CS Fola Esch. In: CS Fola Esch. (csfola.lu [abgerufen am 27. September 2017]).
  18. Längere Pause für Jeff Strasser, fck.de, 31. Januar 2018, abgerufen am 1. Februar 2018.
  19. Michael Frontzeck übernimmt das FCK-Traineramt, fck.de, 1. Februar 2018, abgerufen am 1. Februar 2018.
  20. skysports.com: „Premier League has highest percentage of foreign players – UEFA report“ vom 12. Januar 2017
  21. spiegel.de: „Warum immer mehr Deutsche in Luxemburg kicken“ vom 23. April 2008
  22. fussball.de: „Luxemburg ruft: 1. Liga statt Rheinlandliga“ vom 2. Juni 2016
  23. http://ec.europa.eu: „EU closes case against Luxembourg over footballers' nationality“ vom 3. Juni 2010
  24. lessentiel.lu: „BGL-Ligue behandelt Mutsch als «Ausländer»“ vom 24. Mai 2017
  25. Technischer Direktor Breu auf flf.lu
  26. Luxemburger Wort (Hrsg.): Reinhold Breu wird neuer technischer Direktor. In: Luxemburger Wort. 15. März 2012, abgerufen am 2. Mai 2017.
  27. Bohnert wechselt nach Mainz wort.lu vom 1. Juni 2019, abgerufen am 3. Juni 2019
  28. Maximilian Schmeckel: Revolution in Luxemburg: Viel mehr als nur ein Zwergenaufstand. In: goal.com. 27. Juli 2017, abgerufen am 5. September 2017.
  29. deutschlandfunk.de: „Strategien eines Fußballzwergs“ vom 26. März 2016
  30. luxembourg.public.lu: „Grand Duchy is European robot football champion“ vom 15. Juni 2017
  31. football.lu: „Nouveau stade national de football: les travaux sont en cours“ vom 5. April 2017
  32. lessentiel.lu: „«Josy Barthel eines der marodesten Stadien»“ vom 25. September 2013
  33. stadionwelt.de: „Neues Nationalstadion wird realisiert“ vom 24. März 2016
  34. tageblatt.lu: „Zuschauerzahlen im Luxemburger Fußball: Vereine verlieren in einem halben Jahrhundert die Hälfte der Fans“ vom 2. November 2018
  35. tageblatt.lu: „Pro & Kontra: Das Mäzenatentum im Luxemburger Sport“ vom 31. Dezember 2018
  36. wort.lu: „«Wir haben bis zu 40 Prozent mehr Sponsoren»“ vom 15. März 2012
  37. losch.lu: „Volkswagen Luxemburg wird ab 2018 neuer Mobilitätspartner der FLF“ vom 9. Oktober 2017 (deutsch; PDF)
  38. wort.lu: „PWC neuer Sponsor der FLF“ vom 27. Mai 2019