Fußball-Weltmeisterschaft 2022/Niederlande

Dieser Artikel behandelt die niederländische Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Die Niederlande nehmen zum elften Mal an der Endrunde und zum ersten Mal an einer Endrunde in Asien teil. Bei der letzten Endrunde 2018 und der letzten WM in Asien 2002 waren die Niederländer nicht qualifiziert.

Fußball-Weltmeisterschaft 2022:
Niederlande
Trainer Frank de Boer (3 Qualifikationsspiele)
Louis van Gaal (ab 4. Qualifikationsspiel)
Kapitän Virgil van Dijk
Qualifiziert als Sieger Europa-Gruppe G
Weltranglistenplatz
vor dem Turnier
8
Turnierergebnis Qualifiziert für das Achtelfinale
Spiele gewonnen 2
Spiele unentschieden 1
Spiele verloren 0
Tore 5:1
Heim
Auswärts
(Stand: unbekannt)

QualifikationBearbeiten

Die Niederlande konnten sich in ihrer Qualifikationsgruppe G mit sieben Siegen, zwei Remis und einer Niederlage den ersten Platz sichern. Gegner waren die Türkei, Norwegen, Montenegro, Lettland und Gibraltar. Die Niederländer begannen die Qualifikation unter Frank de Boer, der aber nach dem Achtelfinalaus bei der zwischenzeitlich ausgetragenen EM 2021 zurücktrat, woraufhin Louis van Gaal zum dritten Mal das Amt des Bondscoaches übernahm. Ein besonderes Spiel fand am 24. März 2021 statt, denn es wurde von der französischen Schiedsrichterin Stéphanie Frappart und somit als erstes Männer-WM-Qualifikationsspiel von einer Frau geleitet.[1][2] Die Mannschaft konnte erst am letzten Spieltag durch ein 2:0 gegen Norwegen die Qualifikation für die Endrunde perfekt machen, wobei ein Remis auch gereicht hätte. Bei einer Niederlage wäre die WM hingegen verpasst worden.

Insgesamt setzten die beiden Trainer 34 Spieler ein, von denen 21 auch im Kader für die wegen der COVID-19-Pandemie um ein Jahr verschobene EM gestanden hatten. Vier Spieler – Memphis Depay, Denzel Dumfries, Frenkie de Jong und Davy Klaassen – kamen in allen Spielen zum Einsatz. In neun von zehn Spielen standen Daley Blind und Georginio Wijnaldum, die einmal nach einer zweiten Gelben Karte aussetzen mussten, auf dem Feld. 14 Spieler wurden in mindestens der Hälfte der Spiele berücksichtigt. Mit Torhüter Justin Bijlow und Ryan Gravenberch (je sechs Spiele), Noa Lang (drei), Tyrell Malacia sowie Devyne Rensch (je eine Partie) kamen auch fünf Debütanten zu ihren ersten Einsätzen.

Die Niederlande erzielten nach England (39) und Deutschland (36 Tore) die drittmeisten Tore in der Qualifikation. Bester Torschütze und damit auch zusammen mit dem Engländer Harry Kane bester europäischer Torschütze war mit 12 Toren Memphis Depay, der allein gegen die Türken dreimal vor dem Tor erfolgreich gewesen war. Nur der Kanadier Cyle Larin (13 Treffer in 16 Spielen[3]) und Ali Mabkhout (14 Tore in 14 Spielen[4]) von den Vereinigten Arabischen Emiraten schossen noch mehr Tore. Insgesamt verteilten sich die 33 Treffer auf 13 verschiedene Torschützen. Ihre ersten Länderspieltore erzielten Steven Berghuis, Cody Gakpo und Guus Til in der Qualifikation.

Tabelle

Pl. Mannschaft Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Niederlande  Niederlande  10  7  2  1 033:800 +25 23
 2. Turkei  Türkei  10  6  3  1 027:160 +11 21
 3. Norwegen  Norwegen  10  5  3  2 015:800  +7 18
 4. Montenegro  Montenegro  10  3  3  4 014:150  −1 12
 5. Lettland  Lettland  10  2  3  5 011:140  −3 09
 6. Gibraltar  Gibraltar  10  0  0  10 004:430 −39 00

Anmerkung: Die zweitplatzierte türkische Mannschaft scheiterte in den Playoff-Spielen an Portugal.

Spielergebnisse
Datum Ort Heimmannschaft Gast Ergebnis Torschützen für die Niederlande
24.03.2021 Istanbul Türkei Niederlande 4:2 (2:0) Luuk de Jong, Davy Klaassen
27.03.2021 Amsterdam Niederlande Lettland 2:0 (1:0) Steven Berghuis1, de Jong
30.03.2021 Gibraltar Gibraltar Niederlande 0:7 (0:1) Memphis Depay (2), Donny van de Beek, Berghuis, de Jong, Donyell Malen, Georginio Wijnaldum
01.09.2021 Oslo Norwegen Niederlande 1:1 (1:1) Klaassen
04.09.2021 Eindhoven Niederlande Montenegro 4:0 (1:0) Depay (2), Cody Gakpo1, Wijnaldum
07.09.2021 Amsterdam Niederlande Türkei 6:1 (3:0) Depay (3), Klaassen, Malen, Guus Til1
08.10.2021 Riga Lettland Niederlande 0:1 (0:1) Klaassen
11.10.2021 Rotterdam Niederlande Gibraltar 6:0 (3:0) Depay (2), Arnaut Danjuma, Virgil van Dijk, Denzel Dumfries, Malen
13.11.2021 Podgorica Montenegro Niederlande 2:2 (0:1) Depay (2)
16.11.2021 Rotterdam Niederlande Norwegen 2:0 (0:0) Bergwijn, Depay
1 Erste Länderspieltore der Spieler

VorbereitungBearbeiten

Die Vorbereitung bestand diesmal im Wesentlichen aus Pflichtspielen in der UEFA Nations League 2022/23.

SpieleBearbeiten

Datum Gegner Ergebnis Anlass Austragungsort Niederländische Torschützen
26.03.2022 Danemark  Dänemark 4:2 Freundschaftsspiel Amsterdam Steven Bergwijn (16.), Nathan Aké (29.), Memphis Depay (38./Elfm.), Steven Bergwijn (71.)
29.03.2022 Deutschland  Deutschland 1:1 Freundschaftsspiel Amsterdam Steven Bergwijn (68.)
03.06.2022 Belgien  Belgien 4:1 UEFA Nations League 2022/23 Brüssel (BEL) Steven Bergwijn (40.), Memphis Depay (51., 65.), Denzel Dumfries (61.)
08.06.2022 Wales  Wales 2:1 UEFA Nations League 2022/23 Cardiff (WAL) Teun Koopmeiners (50.), Wout Weghorst (90.+4')
11.06.2022 Polen  Polen 2:2 UEFA Nations League 2022/23 Rotterdam Davy Klaassen (51.), Denzel Dumfries (54.)
14.06.2022 Wales  Wales 3:2 UEFA Nations League 2022/23 Rotterdam Noa Lang (17.1), Cody Gakpo (23.), Memphis Depay (90.)
22.09.2022 Polen  Polen 2:0 UEFA Nations League 2022/23 Warschau (POL) Cody Gakpo (13.), Steven Bergwijn (60.)
25.09.2022 Belgien  Belgien 1:0 UEFA Nations League 2022/23 Amsterdam Virgil van Dijk (73.)
1 Erstes Länderspieltor des Spielers

KaderBearbeiten

Den Kader gab Bondscoach Louis van Gaal am 11. November 2022 bekannt.[5]

Jeremie Frimpong, Andries Noppert und Xavi Simons haben vorab jeweils noch kein A-Länderspiel bestritten. Nur 13 Spieler waren bei ihren Teilnahmen an Weltmeisterschaften noch älter als der 39-jährige Remko Pasveer.[6]

Nr. Spieler Verein vor WM-Beginn Länderspiel-
einsätze[K 1]
Länderspiel-
tore[K 1]
Geburtsdatum Spiele Tore       WM-Teilnahmen WM-Spiele
(vor 2022)
WM-Tore
(vor 2022)
Torhüter
13 Justin Bijlow Feyenoord Rotterdam 06 00 22. Jan. 1998
23 Andries Noppert SC Heerenveen 00 00 7. Apr. 1994 3
01 Remko Pasveer Ajax Amsterdam 02 00 8. Nov. 1983
Abwehr
05 Nathan Aké England  Manchester City 29 03 18. Feb. 1995 3 1
17 Daley Blind Ajax Amsterdam 94 02 9. März 1990 3 2014 7 1
04 Virgil van Dijk (C)  England  FC Liverpool 49 06 8. Juli 1991 3
22 Denzel Dumfries Italien  Inter Mailand 37 05 18. Apr. 1996 3
26 Jeremie Frimpong Deutschland  Bayer 04 Leverkusen 00 00 10. Dez. 2000
03 Matthijs de Ligt Deutschland  FC Bayern München 38 02 12. Aug. 1999 1 1
16 Tyrell Malacia England  Manchester United 06 00 17. Sep. 1999
02 Jurriën Timber Ajax Amsterdam 10 00 17. Juni 2001 2
06 Stefan de Vrij Italien  Inter Mailand 59 03 5. Feb. 1992 2014 7 1
Mittelfeld
11 Steven Berghuis Ajax Amsterdam 39 02 19. Dez. 1991 3
21 Frenkie de Jong Spanien  FC Barcelona 45 01 12. Mai 1997 3 1
14 Davy Klaassen Ajax Amsterdam 35 09 21. Feb. 1993 3 1
20 Teun Koopmeiners Italien  Atalanta Bergamo 10 01 28. Feb. 1998 3
15 Marten de Roon Italien  Atalanta Bergamo 30 00 29. März 1991 3
24 Kenneth Taylor Ajax Amsterdam 02 00 16. Mai 2002 1
25 Xavi Simons PSV Eindhoven 00 00 21. Apr. 2003
Sturm
07 Steven Bergwijn Ajax Amsterdam 24 07 8. Okt. 1997 2
10 Memphis Depay Spanien  FC Barcelona 81 42 13. Feb. 1994 3 2014 4 2
08 Cody Gakpo PSV Eindhoven 09 03 7. Mai 1999 3 3
18 Vincent Janssen Belgien  Royal Antwerpen 20 07 27. Juni 1994 2
09 Luuk de Jong PSV Eindhoven 38 08 27. Aug. 1990
12 Noa Lang Belgien  FC Brügge 05 01 17. Juni 1999
19 Wout Weghorst Turkei  Beşiktaş Istanbul 15 03 7. Aug. 1992 2
Trainerstab
Louis van Gaal Trainer 58 0 8. Aug. 1951 2014 7
Edgar Davids Trainerassistent 74[K 2] 6[K 2] 13. März 1973 1998[K 2] 6[K 2] 1[K 2]
Danny Blind Trainerassistent 42[K 2] 1[K 2] 1. Aug. 1961
Frans Hoek Torwarttrainer 17. Okt. 1956
  1. a b Angegeben sind nur die Spiele und Tore, die vor Beginn der Weltmeisterschaft absolviert bzw. erzielt wurden (Stand: 25. September 2022, nach dem letzten Spiel vor der Endrunde).
  2. a b c d e f g Als Spieler

EndrundeBearbeiten

GruppenphaseBearbeiten

Bei der am 1. April 2022 vorgenommenen Auslosung der Endrunde kamen die Niederlande aufgrund der Position in der FIFA-Weltrangliste im März 2022 in Topf 2 und konnten daher in eine Gruppe mit Titelverteidiger Frankreich, Rekordweltmeister Brasilien oder Gastgeber Katar, aber nicht Deutschland gelost werden. Sie wurden der Gruppe A mit Gastgeber Katar (Gruppenkopf) zugelost, womit sie den in der FIFA-Weltrangliste am schlechtesten platzierten Gruppenkopf (Platz 51) erwischten. Zudem wurden Ecuador (Platz 46) und der Senegal (20) in die Gruppe gelost. Gegen Katar und den Senegal haben die Niederländer noch nicht gespielt. Gegen Ecuador gab es zwei Freundschaftsspiele mit einem Sieg und einem Remis. Als Gruppensieger oder -zweiter würden die Niederländer auf den Zweiten bzw. Sieger der Gruppe B mit England treffen.

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Niederlande  Niederlande  3  2  1  0 005:100  +4 07
 2. Senegal  Senegal  3  2  0  1 005:400  +1 06
 3. Ecuador  Ecuador  3  1  1  1 004:300  +1 04
 4. Katar  Katar  3  0  0  3 001:700  −6 00
Mo, 21. November 2022 um 19:00 Uhr (17:00 Uhr MEZ) in Doha (al-Thumama-Stadion)
Senegal Niederlande 0:2 (0:0) Cody Gakpo (84.), Davy Klaassen (90.+9)
Fr., 25. November 2022 um 19:00 Uhr (17:00 Uhr MEZ) in ar-Rayyan (Khalifa International Stadium)
Niederlande Ecuador 1:1 (1:0) Cody Gakpo (6.)
Di., 29. November 2022 um 18:00 Uhr (16:00 Uhr MEZ) in ar-Rayyan (Khalifa International Stadium)
Niederlande Katar 2:0 (1:0) Cody Gakpo (26.), Frenkie de Jong (49.)

1. GruppenspielBearbeiten

AusgangslageBearbeiten

Beide Nationen waren nie zuvor aufeinander getroffen. Während es für die Niederländer bereits das elfte Mal ist, gab es zuvor erst zwei Endrunden, an denen eine Auswahl Senegals teilnahm. Die Niederländer waren Sieger ihrer Qualifikationsgruppe geworden, hatten sieben Partien gewonnen, zweimal unentschieden gespielt und einmal verloren, das Torverhältnis betrug 33:8. Die Afrikaner setzten sich in ihrer Gruppe ungeschlagen gegen drei andere Teams durch und besiegten in der letzten Qualifikationsrunde schließlich die Ägypter im Elfmeterschießen.

Bondscoach Louis van Gaal vermeldete im Vorfeld, Stürmer Memphis Depay, der erst von einer mehrwöchigen Verletzungspause zurückgekehrt war, stünde dem Team noch nicht zur Verfügung.[7] Auf Seiten des amtierenden Afrikameisters fehlte ebenfalls ein Stürmer und Leistungsträger, Sadio Mané vom FC Bayern München.[8]

SpielberichtBearbeiten

Van Gaal setzte im Tor auf den 28-jährigen Andries Noppert vom SC Heerenveen, der sich gegen Justin Bijlow und den 39 Jahre alten Routinier Remko Pasveer durchgesetzt hatte. Als erst neunter Spieler weltweit absolvierte dieser so sein Debüt für eine Nationalmannschaft bei einer WM-Endrunde.[9] Eine aus den Innenverteidigern Matthijs de Ligt, Virgil van Dijk und Nathan Aké bestehende Dreierabwehrkette wurde unterstützt durch die beiden „Schienenspieler“ Daley Blind und Denzel Dumfries. Hinter einer Doppelspitze, die Vincent Janssen und Steven Bergwijn bildeten, stand Cody Gakpo im offensiven Mittelfeld bereit, eine Position, die er nur in der Nationalmannschaft besetzte. Neben Frenkie de Jong spielte mit Steven Berghuis der insgesamt dritte Ajax-Spieler in der Startelf im Mittelfeld. Das Team stand einer von Aliou Cissé verantworteten Mannschaft, die in einem 4–3–3 auflief, gegenüber, für die neben Torhüter Édouard Mendy auch einer der besten Torschützen der Qualifikationsphase, Ismaïla Sarr, sowie die ehemaligen Bundesligaakteure Ismail Jakobs und Abdou Diallo aufliefen.

Schon kurz nach Spielbeginn hatten die Senegalesen in Person von Boulaye Dia eine aussichtsreiche Chance, die jedoch vereitelt werden konnte. Die Afrikaner standen defensiv gut und pressten immer wieder aggressiv und früh, Oranje zeigte sich vor allem offensiv ideenlos und nutzte zwei Möglichkeiten auf den Führungstreffer nicht, als zum einen de Jong während eines Konters nicht das Tor treffen konnte und zum anderen Berghuis aus der Distanz über Keeper Mendy schoss. Für einen von vier vom kicker mit der Note 4,0 bewerteten Akteuren der Niederlande, Janssen, kam nach etwas mehr als einer Stunde dann überraschenderweise Memphis Depay aufs Feld, den der Trainer nun doch ins Aufgebot berufen hatte. In der Folge kamen die Löwen weitere Male gefährlich nah an das gegnerische Tor heran und zweimal war es der Reaktion des Torwarts Noppert zu verdanken, dass es weiterhin 0:0 stand. Ein Fehler von Mendy sorgte schließlich in der 84. Minute für das erste Tor der Partie, als er im Luftzweikampf einen Kopfball von Gakpo zuließ, der einen hohen Ball von de Jong verwertete. Mendy, der vom Sportmagazin mit einer 5 benotet wurde und somit der Spieler mit der schlechtesten Zensur war, war auch aktiv am zweiten Tor beteiligt. Einen ungefährlichen Schuss hielt er nicht fest, woraufhin der eingewechselte Davy Klaassen in Ballbesitz kam und aus kurzer Distanz treffen konnte.[8]

2. GruppenspielBearbeiten

AusgangslageBearbeiten

Beide Nationen waren zuvor zweimal aufeinander getroffen, die Spiele endeten mit 1:1 sowie 1:0 aus Sicht der Niederlande. Die Ecuadorianer hatten ebenso wie die Niederlande ihr erstes Gruppenspiel – gegen Gastgeber Katar – gewonnen und Nationaltrainer Gustavo Alfaro konnte wie auch sein Gegenüber Louis van Gaal auf alle Spieler zurückgreifen. Kapitän Enner Valencia war im ersten Spiel noch verletzt ausgewechselt worden, konnte aber gegen Oranje wieder spielen. Die Qualifikationsrunde der CONMEBOL hatte La Tri als Tabellenvierter von Zehn hinter Brasilien, Argentinien und Uruguay erfolgreich abgeschlossen.

SpielberichtBearbeiten

Im Gegensatz zum Senegal-Spiel ließ van Gaal in der Innenverteidigung neben Nathan Aké und Virgil van Dijk nicht Matthijs de Ligt, sondern Jurriën Timber auflaufen. Die Flügelspieler Daley Blind und Denzel Dumfries agierten diesmal offensiver, Cody Gakpo wurde in den Sturm verschoben, wo er neben Steven Bergwijn spielte. Davy Klaassen rückte für Gakpo ins offensive Mittelfeld, wohingegen Teun Koopmeiners den Amsterdamer Steven Berghuis im zentralen Mittelfeld ersetzte.

Nach einem Fehlpass von Moisés Caicedo nutzte Gakpo bereits nach fünf Minuten die Chance zum Führungstreffer und seinem zweiten Turniertor. In der Folge gelang es Oranje aber nicht, den Druck auf den Gegner aufrechtzuerhalten oder die Führung auszubauen. Gepresst wurde erst in der gegnerischen Hälfte und weitestgehend auf Konterchancen gewartet. Ecuador kam zu zwei guten Gelegenheiten, die aber Valencia beide Male nicht nutzen konnte. Der ecuadorianische Angreifer hätte auch vor der Pause erneut die Gelegenheit dazu gehabt, auszugleichen, sein Kopfball wurde aber von Aké geblockt. Zur zweiten Hälfte nahm van Gaal Bergwijn vom Feld und wechselte Memphis Depay ein. Offensiv aktiver blieben aber die Südamerikaner, die nun kurz nach Wiederanpfiff in Folge eines Ballverlusts von Timber im Mittelfeld das 1:1 erzielten. Einen Schuss von Pervis Estupiñán konnte Andries Noppert nur abwehren, was Enner Valencia einen „Abstauber“ ermöglichte. Auf einen Lattentreffer von Gonzalo Plata nach einer guten Stunde folgte eine hochkarätige Torchance des Stürmers Michael Estrada, in der 65. gelang den Niederländern dann in Person von Koopmeiners der erst zweite Torschuss des Spiels. Letztendlich blieb es beim 1:1, da sich im weiteren Spielverlauf für keine der beiden Mannschaften mehr nennenswerte Gelegenheiten ergaben.[10]

3. GruppenspielBearbeiten

AusgangslageBearbeiten

Gegen Gastgeber Katar hatte man zuvor noch nie gespielt. Da sowohl die Konkurrenten Senegal und Ecuador jeweils noch Chancen auf den Achtelfinaleinzug hatten, wäre ein Remis gegen die bereits ausgeschiedenen Katarer das Minimum gewesen.

SpielberichtBearbeiten

Trainer van Gaal vertraute größtenteils auf dieselbe Startformation wie gegen die Ecuadorianer. Einzig Marten de Roon ersetzte im Mittelfeld Teun Koopmeiners und neben Cody Gakpo durfte Memphis Depay erstmals von Beginn an auf dem Feld stehen, für ihn wich Steven Bergwijn auf die Ersatzbank. Die Elftal ging nach 26 Spielminuten nach einem flachen Schuss von Gakpo in Führung. Der Stürmer von der PSV Eindhoven hatte somit gleichgezogen mit Johan Cruyff, der bei seiner einzigen Weltmeisterschaft (1974) ebenfalls dreimal vor dem gegnerischen Tor erfolgreich gewesen war.[11] Im Anschluss verringerte die Mannschaft das Tempo und ermöglichte dem Gegner so Raumgewinn, der jedoch nicht genutzt wurde. Frenkie de Jong erhöhte kurz nach der Halbzeitpause auf 2:0, nachdem ein Schuss von Depay von Torwart Meshal Barsham nur abgewehrt worden war. Der später eingewechselte Steven Berghuis erzielte nach 70 Minuten sogar noch ein drittes Tor, dieses wurde aber nicht gewertet, da Gakpo den Ball zuvor mit dem Arm berührt hatte. Trotz einer überdurchschnittlichen Passquote von 92 %, einem Ballbesitz von 62 % und 12:5 Torschüssen gewannen die niederländischen Spieler nicht einmal die Hälfte ihrer Zweikämpfe. Somit verpasste es der Gruppensieger erneut, seinem Favoritenstatus gerecht zu werden.[12]

K.-o.-RundeBearbeiten

Achtelfinale – Sa., 3. Dezember 2022 um 18:00 Uhr (16:00 Uhr MEZ) in ar-Rayyan (Khalifa International Stadium)
Niederlande USA –:– (–:–)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. onsoranje.nl: Stéphanie Frappart scheidsrechter bij Nederland - Letland
  2. fifa.com: „Nächster Meilenstein im Schiedsrichterwesen: Erstmals WM-Qualifikationsspiele unter weiblicher Leitung“
  3. soccerway.com: C. LARIN
  4. soccerway.com: ALI MABKHOUT
  5. Our 26 Lions for the @FIFAWorldCup!, twitter.com, abgerufen am 11. November 2022
  6. WM – Die ältesten Spieler, sport.de, abgerufen am 12. November 2022
  7. Niederländer Memphis Depay fehlt bei WM-Auftakt – Van-Gaal-Geheimnis um Torwart-Position, sportbuzzer.de, abgerufen am 23. November 2022
  8. a b De Jong leitet genial ein: Niederlande bezwingen Senegal, kicker.de, abgerufen am 23. November 2022
  9. Premiere bei der WM: Die Vorläufer des Oranje-Debütanten Andries Noppert, kicker.de, abgerufen am 23. November 2022
  10. Valencia trifft und verletzt sich: Ecuador verpasst gegen einfallslose Niederländer den zweiten Sieg, kicker.de, abgerufen am 28. November 2022
  11. Johan Cruyff – Weltmeisterschaftsspiele, transfermarkt.de, abgerufen am 30. November 2022
  12. Gakpo schlägt erneut zu: Niederlande als Gruppensieger im Achtelfinale, kicker.de, abgerufen am 30. November 2022