Frischkräuterkomposition „Frankfurter Grüne Soße“

Die Frischkräuterkomposition „Frankfurter Grüne Soße“ bzw. „Frankfurter Grie Soß“ ist eine spezielle Mischung von frischen Küchenkräutern aus dem Großraum Frankfurt am Main, die als Basis für diverse variable Speisen dient und insbesondere bei der traditionellen Zubereitung der gleichnamigen kalten Sauce Frankfurter Grüne Soße (kurz Grüne Soße) verwendet wird. Die Bezeichnung ist eine geschützte geografische Angabe (g.g.A.) nach europäischem Recht.

Kräuter der „Frank­furter Grünen Soße

Bestandteile und EU-GütezeichenBearbeiten

Das EU-Gütezeichen „geschützte geografische Angabe (g.g.A.)“ wurde der Frischkräuterkomposition von der Europäischen Union am 9. März 2016 verliehen;[1] die Veröffentlichung des detaillierten Antrags mit der Produktspezifikation datiert vom Oktober 2015.[2]

Die spezielle Kräutermischung besteht aus frischen Blättern, Blattstielen und Triebspitzen von sieben verschiedenen Küchenkräutern folgender Arten: Boretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Die Komposition der einzelnen sieben Schnittkräuterbestandteile sowie die Erstellung der Gebinderollen muss im Herkunftsgebiet ausschließlich in Handarbeit stattfinden.[2]

 
Typische Kräuter­gebinde­rollen, hier von einem Garten­bau­betrieb in Frankfurt-Oberrad (2008)

Das geografische Gebiet bilden die Stadt Frankfurt am Main und die direkt angrenzenden Städte und Gemeinden:[2]

Das Kräutergebinde „Frankfurter Grüne Soße“ / „Frankfurter Grie Soß“ (g.g.A.) sollte die genannten sieben Kräuter enthalten, die in Frankfurt am Main oder nahe der Stadtgrenze angebaut werden müssen. Die Gewichtsanteile der einzelnen Kräuter sind geregelt, keine Kräuterart darf mit mehr als 30 Prozent in den speziellen „Kräutergebinderollen“ vertreten sein.[2][3]

VerwendungBearbeiten

Die spezielle Frischkräuterkomposition dient vor allem zur traditionellen Zubereitung der Frankfurter Grüne Soße, die als kalte Sauce bei verschiedenen Gerichten verwendet wird. Als saisonales Hauptgericht ist Frankfurter Grie Soß mit hartgekochten Eiern und Salzkartoffeln bekannt. In der gehobenen Frankfurter Küche wird die Sauce auch als Beilage zu gekochter Ochsenbrust, Tafelspitz oder Fisch gereicht.[4] Zudem findet sich seit den 1990er Jahren auf manchen Speisekarten ein als Frankfurter Schnitzel bezeichnetes Gericht, bei dem es sich um ein Schnitzel Wiener Art mit frittierten Kartoffeln und Grüner Soße handelt.

Außerdem wird die Kräuterkomposition bei der Zubereitung der klassischen Frankfurter Sauce (frz. Sauce Francfort, auch Grüne Sauce[5]) verwendet, einer kalten Sauce nach Art einer Mayonnaise. Sie wird als Beilage zu kaltem Braten, Suppenfleisch oder gebackenem Fisch gereicht.[6]

LiteraturBearbeiten

  • Veröffentlichung eines Eintragungsantrags […] (2015/C 350/13) – Verordnung (EG) Nr. 510/2006 des Rates zum Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel „Frankfurter Grüne Soße“/„Frankfurter Grie Soß“ EG-Nr.: DE-PGI-0005-0884-13.7.2011 g.g.A. In: Europäische Kommission (Hrsg.): Amtsblatt der Europäischen Union. 22. Oktober 2015, S. C 350/10–C 350/13 (Volltext auf eur-lex.europa.eu [PDF; 410 kB; abgerufen am 30. April 2019]).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eintrag zu Frankfurter Grüne Soße / Frankfurter Grie Soß in der Database of Origin and Registration (DOOR) der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung der Europäischen Kommission.
  2. a b c d Veröffentlichung 2015/C 350/13 (PDF) In: Amtsblatt der Europäischen Union vom 22. Oktober 2015, abgerufen am 3. Mai 2019.
  3. EU-Kommission Bonn: Frankfurter Grüne Soße EU-weit geschützt. In: ec.europa.eu. Europäische Kommission, 9. März 2016, abgerufen am 14. Februar 2020.
  4. Norbert Brieke: Köstlichkeiten aus Frankfurts Küche und Keller. Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-7829-0409-5, S. 139.
  5. F. Jürgen Herrmann (Hrsg.): Herings Lexikon der Küche. 25., überarbeitete Auflage. Fachbuchverlag Dr. Pfanneberg, & Co., Gießen 2012, ISBN 978-3-86820-344-8, S. 60.
  6. Erhard Gorys: Das neue Küchenlexikon. dtv, München 1994–2002, ISBN 3-423-36245-6, S. 167.