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Friedrich Wilhelm zu Ysenburg und Büdingen

deutscher Standesherr

Friedrich Wilhelm Fürst zu Ysenburg und Büdingen (* 17. Juni 1850 in Wächtersbach; † 20. April 1933 ebenda) war ein deutscher Standesherr.

FamilieBearbeiten

Friedrich Wilhelm zu Ysenburg war ein Sohn des Fürsten Ferdinand Maximilian zu Ysenburg und Büdingen in Wächtersbach (1823–1903) und seiner Frau Augusta Marie, geb. Prinzessin von Hanau, Gräfin von Schaumburg (1829–1887), einer Tochter des letzten Kurfürsten von Hessen-Kassel, Friedrich Wilhelm, aus dessen morganatischer Ehe mit Gertrude Falkenstein, Fürstin von Hanau. Verheiratet war er mit Anna Gräfin Dobrženský von Dobrženitz (1852–1913).

LebenBearbeiten

Friedrich Wilhelm zu Ysenburg studierte ab dem Sommersemester 1870 Kameral- und Forstwissenschaften an den Universitäten München (Mitglied des Corps Franconia) und Gießen (Mitglied des Corps Teutonia).

1903 folgte er seinem Vater als 2. Fürst zu Ysenburg und Büdingen in Wächtersbach und übernahm die Verwaltung des ausgedehnten Waldbesitzes. Er wurde regional bekannt als Wohltäter und durch seine Fürsorge für die Angestellten und Arbeiter in seinen Betrieben (Steingutfabrik in Waechtersbach, Möbelfabrik Neuenschmidten). Zahlreiche Erfindungen, so z. B. eine der ersten elektrischen Schreibmaschinen und Konstruktionen auf dem Gebiet des Eisenbahnsignalwesens, gehen auf ihn zurück.

In den 1870er und 1880er Jahren gehörte er dem Kommunallandtag in Kassel als gewähltes Mitglied an. Von 1903 bis 1918 war er als Chef der Wächtersbacher Linie der Ysenburgs erbliches Mitglied der Ersten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen und Mitglied des preußischen Herrenhauses als erblich Berechtigter nach § 2 Abs. 2 der Verordnung vom 12. Oktober 1854 (als Vertreter der nach der Bundesakte vom 8. Juni 1815 zur Standschaft berechtigten Häupter der vormaligen deutschen reichsständischen Häuser). In seiner Funktion als Mitglied des Herrenhauses engagierte er sich in Fragen der Forstwirtschaft und der Eisenbahnverwaltung.

AuszeichnungenBearbeiten

Friedrich Wilhelm Fürst zu Ysenburg und Büdingen war Träger des hessischen Hausordens vom Goldenen Löwen.

LiteraturBearbeiten

  • E. David (Hrsg.): Handbuch für das Preußische Herrenhaus. Berlin 1911
  • Herrmann A. L. Degener: Wer ist’s?, V. Ausgabe, Leipzig 1911
  • Hartwin Spenkuch: Das Preußische Herrenhaus. Adel und Bürgertum in der Ersten Kammer des Landtages 1854–1918. Düsseldorf 1998