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Friedrich Lauchert

katholischer Kirchenhistoriker

LebenBearbeiten

Der im altkatholischen Sinne erzogene Friedrich Lauchert studierte Philosophie und katholische Theologie an den Universitäten von München, Straßburg und Wien und wurde 1886 in München zum Dr. phil. seiner Dissertation Herders griechische und morgenländische Anthologie und seine Übersetzungen aus Jakob Balde im Verhältnis zu den Originalen betrachtet promoviert. Von 1888 bis 1890 und nochmals von 1893 bis 1895 war Lauchert wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universitäts- und Landesbibliothek in Straßburg, wo er 1889 auch das philologische Staatsexamen ablegte. Zwei Jahre später erwarb er an der Universität Bern den Grad eines Lic. theologiae und wurde dort anschließend bis 1893 als Privatdozent für Patrologie und christliche Literaturgeschichte übernommen. Von 1895 bis 1899 war Lauchert als Professor an der altkatholischen Fakultät der Universität Bonn tätig, legte aber dann seine Professur nieder und kehrte zur römisch-katholischen Kirche zurück. Nach dreijähriger Tätigkeit als Privatgelehrter in München erhielt Lauchert 1901 eine Anstellung an der Stadtbibliothek Aachen, wo er 1914 zum Stadtbibliothekar ernannt wurde. Dieses Amt übte er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1928 aus.

Neben seinem Forschungsschwerpunkt auf dem Gebiet der Patrologie und Theologiegeschichte des 16. und 19. Jahrhunderts beschäftigte er sich vor allem mit den literarischen Gegnern Martin Luthers (wie zum Beispiel Thomas Murner). Seine 1912 erschienene Publikation Die italienischen literarischen Gegner Luthers besitzt bis heute noch seine Gültigkeit.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Geschichte des Physiologus, K. J. Trübner, Straßburg 1889
  • G. Chr. Lichtenberg's schriftstellerische Thätigkeit in chronologischer Uebersicht dargestellt., Dietrich'sche Verlagsbuchhandlung, Göttingen 1892
  • Die Lehre des heiligen Athanasius des Grossen, Fock, Leipzig 1895
  • Studien zu Thomas Murner. In: Alemannia. Band 18, 1890, S. 139–172 und (Wörterbuch, 1. Teil:) S. 283–288, sowie Alemannia. Band 19, 1892, S. 1–18 (Wörterbuch, 2. Teil).
  • Franz Anton Staudenmaier (1800–1856) in seinem Leben und Wirken dargestellt, Herder, Freiburg i. Br. 1901
  • Die italienischen literarischen Gegner Luthers, Herder, Freiburg i. Br. 1912
  • Die Kanones der wichtigsten altkirchlichen Concilien nebst den apostolischen Kanones, P. Siebecki, Freiburg i. Br. 1896 (digitalisat)
  • sowie mehr als 180 Artikel in der Allgemeinen Deutschen Biographie

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Wikisource: Friedrich Lauchert – Quellen und Volltexte