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Friedrich Heinrich Bertling

Kaufmann und Senator der Hansestadt Lübeck
Senator Bertling
Grabmal der Familie Bertling

Friedrich Heinrich Bertling (* 4. November 1842 in Northeim; † 26. Mai 1914 in Lübeck) war ein deutscher Kaufmann, Politiker und Senator der Hansestadt Lübeck.

LebenBearbeiten

Bertling gründet 1864 in Lübeck eine Spedition und erwarb sich als Kaufmann rasch Ansehen. Im Jahre 1865 gegründete er die Speditions- und Reedereifirma seines Namens. Sie nahm zum Zeitpunkt seines Todes sowohl im Seeverkehr nach Rußland und Königsberg, als auch im Kanalverkehr eine hochangesehene Stellung ein.

Bereits 1877 berief ihn das Vertrauen seiner Mitbürger in die Lübecker Bürgerschaft. Im gleichen Jahr wurde er auch Mitglied der Handelskammer, dem Vorstand der Kaufmannschaft zu Lübeck. In den folgenden 16 Jahren gehörte er verschiedentlich dem Bürgerausschusse an und wirkte in zahlreichen Behörden als Bürgerlicher Deputierter.

1893 wurde er an die Stelle des verstorbenen Senators Johannes Fehling in den Lübecker Senat gewählt. Dort betätigte er sich auf dem Gebiete der Finanzverwaltung, des Handels, der Schifffahrt und des Eisenbahnwesens mit besonderen Erfolg. Die Anlage des Vorwerker Friedhofs, den Vorarbeiten zum Bau der neuen Irrenanstalt und besonders des Seebades Travemünde, wo er sich häufig im Sommer zur Erholung aufhielt und heute die Bertlingstraße nach ihm benannt wurde, seien hier zu nennen. Das Letztgenannte förderte er gemeinsam mit Senator Hermann Wilhelm Fehling. Er war ein tatkräftiger Förderer all jener Aufgaben, die mit der Verwaltung des Lübeckischen Staats- und Gemeindewesens verbunden waren.

Mit dem gleichen Eifer wendete Bertling sich anderen Arbeiten im Dienste der Allgemeinheit zu. So war er ein aktives Mitglied der Gemeinde in St. Lorenz-Kirche tätig. Deren Ausschuss gehörte er von 1891 bis 1895 an und wirkte von da an bis 1906 als deren Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Der Bau der neuen Kirche des Stadtteils St. Lorenz war in erster Linie dem Einsatz von Zeit, Geld und Einfluss Bertlings zu verdanken.

Ein Schlaganfall zwang Bertling im Dezember 1905 von seiner Tätigkeit im Senat sowie seinem Geschäft zurückzutreten und sich aller Arbeiten für das Allgemeinwohl zu enthalten. Dennoch verfolgte er interessiert die weitere Entwicklung seiner Stadt und griff hier und dort mit seiner helfenden Hand.

Lediglich sein letzter Wunsch, einmal in den Sielen zu sterben, sollte nicht in Erfüllung gehen. Hauptpastor Johannes Bernhard setzte ihn unter großer Anteilnahme der Bevölkerung bei.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Friedrich Heinrich Bertling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien