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Friedrich Dettmer (25. September 1835 in Kassel24. Oktober 1880) war ein deutscher Theaterschauspieler und Opernsänger (Bariton).

LebenBearbeiten

Dettmer ging, anfänglich zum Klaviervirtuosen bestimmt, heimlich zur Bühne, die er in Basel 1852 zuerst betrat, und erhielt 1853 ein Engagement in Danzig.

Nach kürzerem Aufenthalt in Weimar (1855) und Hamburg (1855–56) wurde er 1856 Mitglied der Hofbühne zu Dresden und nahm dann ein abermaliges Engagement in Hamburg (1859–1860), um 1860 an das Dresdner Hoftheater zurückzukehren, wo er nun bis an seinen Tod eine sehr erfolgreiche Tätigkeit entfaltete. Er starb am 24. Oktober 1880 beim Einstudieren einer Rolle für das am 22. Oktober[A 1] zur Aufführung angesetzte Stück Verschämte Arbeit. Drei Tage vor seinem Tod erschien er als „Rodeck“ in Wohltätige Frauen zum letzten Mal vor seinem Publikum.

Dettmer erinnerte an Emil Devrient, dessen ganzes Rollenfach er sich angeeignet hatte, ohne ihn zu kopieren. Er besaß eine klangvolle, modulationsfähige Stimme, eine edle und charakteristische Haltung und ein natürliches, fein abgerundetes Spiel. Hauptrollen von ihm waren „Hamlet“, „Egmont“, „Uriel“, „ Wilhelm Tell“, „Posa“, „Bolz“, „Fiesco“, „Richard II.“ etc.

In seiner Anfangszeit wirkte Dettmer auch in der Oper mit, wozu ihn eine sympathische Baritonstimme befähigte; er sang den „Barbier von Sevilla“, „Papageno“, „Scherasmin“, „Sinieon“, „Don Juan“ u. a.

Sein Vater war der Opernsänger Wilhelm Georg Dettmer, sein Sohn der Schauspieler Wilhelm Dettmer.

LiteraturBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Inwiefern diese Daten stimmen ist nicht nachzuvollziehen, Eisenberg macht ihn auch 48 Jahre alt zum Zeitpunkt seines Todes (Obwohl erst 48 [!] Jahre, stand er doch auf der Höhe gereifter, künstlerischer Wirksamkeit, und zählte zu den bedeutendsten deutschen Heldenspielern.) Dabei war er erst 45 ausweislich der Lebensdaten.