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Freiwalde (niedersorbisch Briwałd) ist ein Ortsteil der Gemeinde Bersteland im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Bis zur Eingemeindung nach Bersteland am 1. Februar 2002 war Freiwalde eine eigenständige Gemeinde, die vom Amt Unterspreewald verwaltet wurde.

Freiwalde
Gemeinde Bersteland
Koordinaten: 51° 57′ 55″ N, 13° 44′ 42″ O
Höhe: 53 m ü. NHN
Fläche: 9,81 km²
Einwohner: 370 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 2002
Postleitzahl: 15910
Vorwahl: 035474
Freiwalde (Brandenburg)
Freiwalde

Lage von Freiwalde in Brandenburg

Dorfkirche in Freiwalde

LageBearbeiten

Freiwalde liegt in der Niederlausitz und im Unterspreewald knapp zwölf Kilometer westlich Lübben. Umliegende Ortschaften sind Schönwalde im Nordosten, der zur Stadt Lübben gehörende Ortsteil Groß Lubolz im Osten, Niewitz im Südosten, der zur Gemeinde Kasel-Golzig gehörende Ortsteil Schiebsdorf im Süden, Reichwalde im Südwesten, der Golßener Gemeindeteil Gersdorf im Westen sowie Waldow/Brand in der Gemeinde Schönwald im Nordwesten.

Freiwalde liegt an der Landesstraße 71 von Dahme nach Leibsch. Die nächstgelegene höherrangige Landstraße ist die Bundesstraße 115 von Lübben nach Jüterbog, die knapp einen Kilometer südlich des Dorfes verläuft. Durch den westlichen Teil der Gemarkung von Freiwalde verläuft die Bundesautobahn 13, an die der Ort über die Anschlussstelle Freiwalde angeschlossen ist.

GeschichteBearbeiten

Freiwalde wurde erstmals im Jahr 1345 als Frienwald urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet „Siedlung im freien Wald(e)“, dies lässt darauf schließen, dass es sich bei Freiwalde um eine Rodungssiedlung handelte, deren Bewohner von Steuerabgaben befreit war.[2] Die erste Besiedelung des Ortes fand allerdings schon viel früher um das Jahr 1200 statt. Ursprünglich lebte die Bevölkerung von Freiwalde überwiegend von Ackerbau, Viehzucht und Waldnutzung.[3]

Historisch gehörte Freiwalde zur Adelsherrschaft Reichwalde[4] und kam im Jahr 1377 an die Herren von Bieberstein. Am 26. April 1414 verkaufte Johann von Bieberstein die Herrschaft mit den dazu gehörigen Dörfern an die Stadt Luckau. Für das Jahr 1844 waren in Freiwalde 266 Einwohner verzeichnet, die in 38 Gebäuden lebten. Die Einwohner des Ortes, der damals noch keine eigene Kirche besaß, gingen in die Kirche nach Kasel.[5] Die Dorfkirche von Freiwalde wurde 1871 im gotischen Stil erbaut. Die Kirchengemeinde Freiwalde ist Teil der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Nach dem Wiener Kongress kam das vormals sächsische Freiwalde an das Königreich Preußen und lag im Landkreis Luckau im Regierungsbezirk Frankfurt. Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde dem neu gebildeten Kreis Lübben im Bezirk Cottbus zugeordnet. Nach der Wende lag Freiwalde im Landkreis Lübben in Brandenburg. Am 26. Oktober 1992 schloss die Gemeinde sich dem Amt Unterspreewald an. Nach der Kreisreform in Brandenburg am 6. Dezember 1993 kam Freiwalde schließlich zum neu gebildeten Landkreis Dahme-Spreewald. Am 1. Februar 2002 schloss sich Freiwalde mit den Gemeinden Niewitz und Reichwalde zu der neuen Gemeinde Bersteland zusammen. Am 1. Januar 2013 fusionierte das Amt Unterspreewald mit dem Amt Golßener Land, dadurch entstand das Amt Unterspreewald.[6]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung in Freiwalde von 1875 bis 2001[7]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1875 353 1939 366 1981 286
1890 416 1946 468 1985 290
1910 381 1950 415 1989 298
1925 338 1964 301 1995 284
1933 343 1971 277 2001 348

Tourismus und WirtschaftBearbeiten

Freiwalde liegt wenige Kilometer vom Freizeitbad Tropical Islands entfernt.

Südlich von Freiwalde befindet sich ein Gewerbepark mit einer Autoverwertung, der Doosan Logistics Europe GmbH, einer Fertighausfirma und einigen kleineren Handwerksbetrieben. Außerdem ist die Autobahnmeisterei Freiwalde für die Straßen in der Umgebung zuständig.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Freiwalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Freiwalde auf der Webseite des Amtes Unterspreewald
  • Freiwalde in der RBB-Sendung Landschleicher vom 20. Juli 1997

NachweiseBearbeiten

  1. Amt Unterspreewald – Einwohnermeldeamt (Hrsg.): Einwohnerzahlen des gesamten Amtes Unterspreewald (mit Gemeinden und Orts-/Gemeindeteilen) zum Stand 01.01.2017. Schönwalde 27. Juli 2017 (Kontaktdaten [abgerufen am 27. Juli 2017]).
  2. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin: Alter - Herkunft - Bedeutung. be.bra Wissenschaft, 2005, S. 57.
  3. Gemeinde Bersteland. In: unterspreewald.de. Amt Unterspreewald, abgerufen am 25. Juli 2017.
  4. Rudolf Lehmann: Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz. Band 1: Einleitung und Übersichten. Die Kreise Luckau, Lübben und Calau. Marburg 1979, ISBN 3-921254-96-5.
  5. Topographisch-statistische Übersicht des Regierungsbezirks Frankfurt a. d. O. 1844, S. 152 (bsb-muenchen.de).
  6. Freiwalde im Geschichtlichen Ortsverzeichnis. Abgerufen am 25. Juli 2017.
  7. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. (PDF; 331 KB) Landkreis Dahme-Spreewald. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg, Dezember 2006, abgerufen am 25. Juli 2017.